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Die Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien 2000-2024

Título: Die Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien 2000-2024

Tesis de Máster , 2025 , 71 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Leyla Gören (Autor)

Historia - Otros
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Obwohl die mediale Berichterstattung über Jesiden seit dem Genozid 2014 deutlich zugenommen hat, herrscht in der Öffentlichkeit nach wie vor eine große Unkenntnis über ihre Religion, Geschichte und kulturellen Strukturen. Zwar ist der Begriff „Jesiden“ vielen ein Begriff, doch was genau hinter der Religionsgemeinschaft steht, bleibt oft unklar oder wird durch stereotype Vorstellungen und Missverständnissen verzerrt, die das Jesidentum seit Jahrhunderten begleiten.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit die mediale Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien im Zeitraum von 2000 bis 2024. Auf Grundlage von über 2500 Artikeln aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, Die Zeit, Der Spiegel und Die Welt analysiert die Studie die Darstellung zentraler Aspekte von Religion, Geschichte, Kultur und Geografie.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Leitmedien
    • 2.1 Was sind Leitmedien?
    • 2.2 Funktionen und Leistungen von Leitmedien.
    • 2.3 Leitmedien als Kulturvermittler?
  • 3. Die Jesiden
    • 3.1 Religion
      • 3.1.1 Die Schöpfungsmythen
      • 3.1.2 Tausi Melek
      • 3.1.3 Mündliche und schriftliche Überlieferung
      • 3.1.4 Religiöse Amtsträger und ihre Funktion
      • 3.1.5 Religiöse Feste und Feiertage.
    • 3.2 Geschichte
      • 3.2.1 Die Suche nach dem Ursprung des Jesidentums.
      • 3.2.2 Die frühe Geschichte der Jesiden.
      • 3.2.3 Weitere Verfolgungen der Jesiden
    • 3.3 Kultur
      • 3.3.1 Jesidische Gesellschaftsstrukturen
      • 3.3.2 Übergangsriten.
      • 3.3.3 Die Bekleidung
      • 3.3.4 Werte- und Normensystem der Jesiden
    • 3.4 Geografie.
  • 4. Methodisches Vorgehen.
    • 4.1 Auswahl der Leitmedien
    • 4.2 Thematische Strukturierung der Analyse.
    • 4.3 Die Datenerhebung.
  • 5. Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien
    • 5.1 Religion
    • 5.2 Geschichte
    • 5.3 Kultur.
    • 5.4 Geografie.
    • 5.5 Allgemeine Beobachtungen
  • 6. Fazit
  • 7. Quellenverzeichnis
  • 8. Literaturverzeichnis.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien im Zeitraum von 2000 bis 2024. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie diese Minderheit präsentiert wird, wobei die These im Mittelpunkt steht, dass die Berichterstattung vorwiegend anlassbezogen und im Kontext von Gewalttaten, politischen Krisen und humanitären Katastrophen erfolgt, anstatt eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung, religiösen Praxis und kulturellen Vielfalt zu bieten.

  • Die jesidische Religion und ihre Glaubensvorstellungen.
  • Die Geschichte der Jesiden, insbesondere im Kontext von Verfolgung und Diskriminierung.
  • Kulturelle Aspekte wie Gesellschaftsstrukturen, Übergangsriten und Wertesysteme.
  • Die geografische Verteilung der jesidischen Gemeinschaft und ihre Diaspora.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Jesiden bilden eine religiöse Minderheit, die Kurdisch spricht und ihre Wurzeln in mehreren Ländern des Nahen Ostens hat, insbesondere im Irak, in Syrien, in der Türkei und im Iran. Ihr zentrales Siedlungsgebiet liegt im Nordirak, genauer gesagt in der Provinz Ninive. Dort gelten die Regionen Shingal und Shekhan als kulturelle und religiöse Zentren der Gemeinschaft. Die Jesiden leben seit vielen Jahrhunderten in diesen Regionen und teilen sich den Lebensraum mit der muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Ein Teil der Gemeinschaft sieht sich selbst als Teil des kurdischen Volkes, während andere ihre Identität als eigenständige ethnisch-religiöse Gruppe hervorheben. Der Ursprung des Jesidentums ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fehlen schriftlicher Quellen und historischer Dokumente. Ihre Glaubensvorstellungen werden bis heute mündlich überliefert. Dies hat zur Folge, dass eine systematische historische Rückverfolgung ihrer Religionsgeschichte erschwert wird. Die frühesten schriftlichen Zeugnisse über die Jesiden stammen aus dem 12. Jahrhundert. In islamischen Quellen wurden sie als Abspaltung des Islams dargestellt und ihre Herkunft auf den umstrittenen Kalifen Yazīd bin Mu'awiya zurückgeführt. Diese falsche Vorstellung des Jesidentums verfestigte sich und wirkte sich auf ihre jahrhundertelange Verfolgungsgeschichte aus.

Die Wahrnehmung der Jesiden wurde stark durch die weitverbreitete Vorstellung geprägt, sie seien „Teufelsanbeter“. Diese Ansicht beruht auf einem Missverständnis der Rolle Tausi Meleks, der im jesidischen Glauben als höchster Engel und Stellvertreter Gottes verehrt wird. In der islamischen Tradition wird seine Weigerung, sich vor Adam zu verbeugen, hingegen mit dem gefallenen Engel Iblis gleichgesetzt. Über Jahrhunderte hinweg diente diese Fehlinterpretation als Legitimationsgrundlage für die Diskriminierung, Zwangsislamisierung und Verfolgung der Jesiden.

Im 19. Jahrhundert prägte sich auch im Westen ein verzerrtes Bild des Jesidentums, als westliche Gelehrte und Missionare in den Nahen Osten reisten. Frühe Reiseberichte von Autoren wie Layard und Badger führten zu einem wachsenden akademischen Interesse an der jesidischen Gemeinschaft, trugen jedoch zugleich zur Verfestigung von Fehlwahrnehmungen bei. Die frühen Darstellungen spiegelten nicht die jesidische Sichtweise wider, sondern vor allem die von westlichen Beobachtern geprägten Interpretationen, die häufig auf Vorurteilen beruhten. In diesem Zusammenhang wurden gängige Vorstellungen aus dem islamischen Raum – wie etwa die Zuschreibung der „Teufelsanbetung" unkritisch übernommen und in den europäischen Diskurs eingeführt. Damit haben auch westliche Stimmen zur Verfestigung von Stereotypen beigetragen, welche die Jesiden als ein exotisches und barbarisches Volk erscheinen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Jesiden als religiöse Minderheit vor, beschreibt ihre geografische Verteilung und thematisiert ihre historische Verfolgung sowie die Fehlwahrnehmung als „Teufelsanbeter“.

2. Leitmedien: Hier wird der Begriff des Leitmediums erläutert, seine historischen Entwicklungen und Funktionen im Kommunikationssystem beleuchtet sowie seine Rolle als Kulturvermittler dargestellt.

3. Die Jesiden: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die jesidische Religion (Schöpfungsmythen, Tausi Melek, Überlieferung, Amtsträger, Feste), ihre Geschichte (Ursprung, frühe Entwicklung, Verfolgungen), ihre Kultur (Gesellschaftsstrukturen, Übergangsriten, Bekleidung, Werte- und Normensystem) und ihre Geografie.

4. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die Auswahl von fünf deutschen Leitmedien für die Analyse, die thematische Strukturierung der Untersuchung nach Religion, Geschichte, Kultur und Geografie sowie die Methode der Datenerhebung aus den Online-Archiven.

5. Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Analyse, wie das Jesidentum und die Jesiden in den ausgewählten Leitmedien im Zeitraum 2000-2024 in Bezug auf Religion, Geschichte, Kultur und Geografie dargestellt werden, inklusive allgemeiner Beobachtungen zur Berichterstattung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Hauptergebnisse der Untersuchung zusammen, hebt die ereignisbezogene Berichterstattung hervor und kritisiert die oft oberflächliche und stereotype Darstellung kultureller und religiöser Aspekte des Jesidentums in deutschen Leitmedien.

Schlüsselwörter

Jesidentum, Jesiden, Leitmedien, Mediale Darstellung, Religion, Geschichte, Kultur, Geografie, Verfolgung, Genozid, Minderheit, Teufelsanbeter, Deutschland, Irak, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht die mediale Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien im Zeitraum von 2000 bis 2024.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Religion, Geschichte, Kultur und geografische Verteilung der Jesiden sowie deren Repräsentation in der deutschen Medienlandschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie das Jesidentum und die Jesiden in deutschen Leitmedien präsentiert werden, insbesondere unter der Annahme, dass die Berichterstattung vorwiegend anlassbezogen und oft oberflächlich erfolgt, ohne kontinuierliche tiefergehende Einblicke in ihre Vielfalt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Inhaltsanalyse der Berichterstattung in fünf ausgewählten deutschen Leitmedien (Der Spiegel, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Welt), wobei Online-Archive für den Untersuchungszeitraum 2000-2024 herangezogen wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird detailliert dargestellt, wie die religiösen, historischen, kulturellen und geografischen Dimensionen des Jesidentums und der Jesiden in den untersuchten deutschen Leitmedien abgebildet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakterisierende Schlüsselwörter sind Jesidentum, Leitmedien, Mediale Darstellung, Religion, Geschichte, Kultur, Verfolgung, Genozid, Minderheit, Deutschland, Identität und Öffentlichkeit.

Warum werden Jesiden oft fälschlicherweise als „Teufelsanbeter“ bezeichnet?

Diese Fehlbezeichnung resultiert aus einem Missverständnis der Rolle Tausi Meleks, des höchsten Engels im jesidischen Glauben, dessen Weigerung, sich vor Adam zu verneigen, im Islam fälschlicherweise mit dem gefallenen Engel Iblis gleichgesetzt wird.

Welche Rolle spielt Deutschland für die jesidische Gemeinschaft?

Deutschland beherbergt die weltweit größte jesidische Diaspora außerhalb des Iraks und hat als erstes europäisches Parlament den Völkermord an den Jesiden anerkannt, was eine besondere Verantwortung des Landes unterstreicht.

Warum ist die mündliche Überlieferung im Jesidentum so wichtig?

Aufgrund jahrhundertelanger Verfolgungen und dem Fehlen schriftlicher Quellen hat die mündliche Überlieferung, insbesondere durch religiöse Hymnen (Qewls), eine zentrale Rolle bei der Bewahrung religiöser Inhalte und der kulturellen Identität der Jesiden gespielt.

Welche Kritik wird an der medialen Darstellung der Jesiden geäußert?

Es wird kritisiert, dass die Berichterstattung oft anlassbezogen ist, stereotype Vorstellungen unreflektiert übernimmt und religiöse oder kulturelle Inhalte oberflächlich behandelt, was die jesidische Gemeinschaft potenziell auf eine Opferrolle reduzieren kann.

Final del extracto de 71 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien 2000-2024
Universidad
Technical University of Braunschweig  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Calificación
1,3
Autor
Leyla Gören (Autor)
Año de publicación
2025
Páginas
71
No. de catálogo
V1675969
ISBN (PDF)
9783389167410
ISBN (Libro)
9783389167427
Idioma
Alemán
Etiqueta
Jesiden Jesidentum Leitmedien Religion Tausi Melek Schöpfungsmythen jesidische Gesellschaftsstrukturen religiöse Amtsträger religiöse Feste und Feiertage geografische Verortung humanitäre Katastrophen kulturelle Vielfalt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Leyla Gören (Autor), 2025, Die Darstellung des Jesidentums und der Jesiden in deutschen Leitmedien 2000-2024, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1675969
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