Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Romanistik - Hispanistik

Konstruktion von Weiblichkeit in Galdós "Tristana"

Intertextualität und Judith Butler

Titel: Konstruktion von Weiblichkeit in Galdós "Tristana"

Seminararbeit , 2010 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michelle Becker (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Überblick über die theoretischen und methodischen Grundzüge der feministischen Literaturwissenschaft und Gender Studies

2 Analyse der narrativen Struktur des Romans unter gender-orientierten Gesichtspunkten
2.1 Stimme
2.2 Blick auf Weiblichkeit (Fokalisierung)
2.3 Körperkonzepte
2.4 Plotstruktur und Handlungsermächtigung (agency)
2.5 Raumanalyse
3 Intertextualität
4 Schluss
5 Bibliographie

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Überblick über die theoretischen und methodischen Grundzüge der feministischen Literaturwissenschaft und Gender Studies

2 Analyse der narrativen Struktur des Romans unter gender-orientierten Gesichtspunkten

2.1 Stimme

2.2 Blick auf Weiblichkeit (Fokalisierung)

2.3 Körperkonzepte

2.4 Plotstruktur und Handlungsermächtigung (agency)

2.5 Raumanalyse

3 Intertextualität

4 Schluss

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman "Tristana" von Benito Pérez Galdós unter Anwendung feministischer und narratologischer Analysemodelle, um zu eruieren, ob der Autor durch die Darstellung der Protagonistin einen klassischen feministischen Roman geschaffen hat. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie narrative Strukturen, Körperkonzepte und intertextuelle Verweise zur Konstruktion von Weiblichkeit beitragen.

  • Gender-orientierte Narratologie und Erzählerstimmen
  • Analyse von Fokalisierung und männlichem Blick auf Weiblichkeit
  • Körpermetaphorik und die Konstruktion des "Engels im Haus"
  • Handlungsermächtigung (agency) und patriarchale Subordination
  • Intertextuelle Bezüge zu "Tristan und Isolde" sowie "Don Quijote"

Auszug aus dem Buch

2.3 Körperkonzepte

Der Erzähler unterstreicht durch seine Beschreibung der Körper die Geschlechterdichotomie. Die Figur des Don Lope wird stets als ritterhaft und stolz beschrieben und in der Anfangspassage der Geschichte wird sein Äußeres mit positiven Attributen belegt: „ojos vivísimos“ und „líneas firmes y nobles“ (Tristana: 38). Horacio wird ebenfalls, wenn auch durch die Augen Tristanas, sehr positiv beschrieben: „era joven, de buena estatura, vestía como persona muy elegante […] muy moreno, con barba corta…“ (Tristana: 74). Durch diese sehr klischeehafte Beschreibung der männlichen Figuren macht sich der Leser ein stereotypes Bild, indem er sich Horacio als gut gebauten, attraktiven Südländer und Don Lope als eleganten, erfahrenen Mann mittleren Alters vorstellt. In der Beschreibung von Tristana hingegen bedient sich die Erzählinstanz der Metapher der muñeca oder dama japonesa, denn Tristana wird immer wieder als „pálida“, „de papel plástico“, „dama japonesa“ und „como las muñecas que hablan“ (Tristana: 40f.) beschrieben. Dies und nicht zuletzt die Aussage, dass sie Don Lope wie ein Möbelstück gehöre, demnach also sein Besitz sei (Vgl. Tristana: 41), wecken in dem Leser die Vorstellung von Tristanas Körper als einem puppenhaften, unselbstständigen Objekt, das in der ersten Hälfte der Lektüre hilflos seinem Peiniger ausgeliefert ist. Dieses Konzept von Tristana entspricht in Gänze der Vorstellung der Frau des patriarchalischen Wertesystems Spaniens im 19. Jahrhundert, die keine Rechte hat und ihrem Mann hilflos und ohne eigene Rechte zur Verfügung stehen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in den Roman und die Zielsetzung der Untersuchung unter Berücksichtigung feministischer Theorien.

1.1 Überblick über die theoretischen und methodischen Grundzüge der feministischen Literaturwissenschaft und Gender Studies: Darstellung der theoretischen Basis, insbesondere des Wandels von der Frauenbildforschung hin zum diskursiven Konstrukt von Geschlecht bei Butler.

2 Analyse der narrativen Struktur des Romans unter gender-orientierten Gesichtspunkten: Anwendung narratologischer Leitkategorien auf das Werk.

2.1 Stimme: Untersuchung der Dominanz männlicher Erzählinstanzen und der Unterdrückung der weiblichen Stimme.

2.2 Blick auf Weiblichkeit (Fokalisierung): Analyse des männlichen Blicks, der Tristana zum Objekt degradiert.

2.3 Körperkonzepte: Untersuchung der Metaphorik von Körperlichkeit und der Konstruktion von Tristana als puppenhaftes, besessenes Objekt.

2.4 Plotstruktur und Handlungsermächtigung (agency): Analyse der gescheiterten Emanzipationsversuche und der Rückkehr in patriarchale Abhängigkeitsverhältnisse.

2.5 Raumanalyse: Untersuchung der räumlichen Konnotationen, wie die Wohnung als Gefängnis gegenüber dem Raum der Freiheit.

3 Intertextualität: Analyse der Bezüge zu klassischen Stoffen und deren Travestiemomenten zur Hinterfragung der Geschlechtsidentität.

4 Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung der Ambivalenz Galdós' bei der Darstellung seiner Protagonistin.

5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Tristana, Benito Pérez Galdós, feministische Literaturwissenschaft, Gender Studies, Narratologie, Weiblichkeit, Patriarchat, Geschlechterdichotomie, Judith Butler, agency, Intertextualität, Don Quijote, Körperkonzepte, Identitätsfindung, spanische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Roman "Tristana" von Galdós aus einer feministischen und narratologischen Perspektive, um zu prüfen, inwieweit das Werk ein neues Frauenbild entwirft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die erzählerische Vermittlung, die Konstruktion von Geschlecht durch Körperbilder, räumliche Metaphern sowie intertextuelle Bezüge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, ob Galdós mit der Figur Tristana einen feministischen Roman im klassischen Sinne geschaffen hat oder ob patriarchale Strukturen dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das Modell der gender-orientierten Narratologie angewandt, ergänzt durch Theorien zur Performativität von Geschlecht nach Judith Butler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Erzählerstimmen, der Fokalisierung, der Körperdarstellung, der Plotstruktur sowie der intertextuellen Verweise auf Texte wie "Don Quijote".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tristana, Gender Studies, Patriarchat, Geschlechterdichotomie, Intertextualität und agency beschreiben.

Warum wird die Figur Tristana oft als puppenhaft beschrieben?

Der Autor nutzt Metaphern wie "muñeca" (Puppe) oder "dama japonesa", um Tristanas Objektstatus und ihre Fremdbestimmung durch männliche Figuren wie Don Lope zu verdeutlichen.

Welche Bedeutung haben die intertextuellen Bezüge in der Arbeit?

Die Bezüge dienen dazu, durch "Travestiemomente" die starre heterosexuelle Geschlechtsidentität zu hinterfragen und zu zeigen, wie Tristana männliche Züge zugeschrieben werden.

Wie bewertet die Autorin das Ende des Romans?

Das Ende wird als Scheitern von Tristanas Emanzipationsbemühungen interpretiert, wobei sie sich am Ende in das ihr zugewiesene traditionelle Rollenmodell fügt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konstruktion von Weiblichkeit in Galdós "Tristana"
Untertitel
Intertextualität und Judith Butler
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Romanistik)
Veranstaltung
Realismus, Naturalismus; Spanische Erzählliteratur Ende des 19. Jahrhunderts
Note
1,0
Autor
Michelle Becker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V167619
ISBN (eBook)
9783640877935
ISBN (Buch)
9783640878734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tristana Benito Pérez Galdós Judith Butler Intertextualität gender studies Konstruktion Weiblichkeit Körperkonzepte Stimme agency weibliche Narratologie feministische Narratologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michelle Becker (Autor:in), 2010, Konstruktion von Weiblichkeit in Galdós "Tristana", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167619
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum