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John F. C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle als Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen – mit Blick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika

Title: John F. C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle als Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen – mit Blick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika

Term Paper , 2025 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Aenne Stumper (Author)

History - America
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Die Hausarbeit untersucht, inwiefern John F. C. Turners Konzept der Nutzerinnenkontrolle eine Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen darstellt. Die Charta, geprägt von Le Corbusier, propagierte seit 1933 eine streng funktionale Stadtstruktur mit klar getrennten Zonen für Wohnen, Arbeiten, Erholung und Verkehr. Diese technokratische Logik prägte den Städtebau weltweit, auch in Ländern des globalen Südens, führte jedoch häufig zu Uniformität, sozialen Brüchen und der Verdrängung informeller Siedlungen. Turner kritisierte diese Standards und entwickelte in der Auseinandersetzung mit lateinamerikanischen informellen Siedlungen ein nutzerorientiertes Wohnverständnis, das Wohnen als offenen, von Bewohnerinnen gestalteten Prozess versteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Die Charta von Athen
  • 3. John F.C. Turner
    • 3.1 Konzepte
    • 3.2 Originalität der Konzepte
  • 4. Vergleichende Betrachtung funktionalistischer Stadtplanung und selbsthilfeorientierter Wohnstrategien
  • 5. Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht kritisch, inwiefern John F.C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle eine praktikable Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen darstellt, mit einem besonderen Fokus auf informelle Wohnformen in Lateinamerika. Dabei wird die Bedeutung der Bewohnerbeteiligung gegenüber top-down-Planungsansätzen evaluiert.

  • Analyse der funktionalistischen Stadtplanung gemäß der Charta von Athen.
  • Erläuterung und kritische Betrachtung von John F.C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle, insbesondere "Housing as a Verb".
  • Vergleichende Untersuchung der Auswirkungen beider Ansätze auf informelle Siedlungen in Lateinamerika.
  • Diskussion der Originalität und des Einflusses von Turners Ideen im Kontext früherer Selbsthilfeansätze.
  • Betrachtung der Rolle von Entwicklungspolitik und städtebaulichen Strategien während des Kalten Krieges in Lateinamerika.

Auszug aus dem Buch

3.1 Konzepte

Im Folgenden werden die zentralen Konzepte von John F. C. Turner erläutert. Er gilt heute als einer der einflussreichsten Denker im Bereich des Wohnungsbaus in Entwicklungsländern. Seine theoretischen Überlegungen lassen sich jedoch nur verstehen, wenn man seine biografischen Erfahrungen in Peru berücksichtigt.

Nach seiner architektonischen Ausbildung in England, die stark technokratisch geprägt war, orientierte sich Turner an den ganzheitlichen Ansätzen von Patrick Geddes. Dieser betonte die Wechselwirkung zwischen Menschen, Umwelt und Kultur, eine Denkweise, die Turner nachhaltig beeinflusste. Im Jahr 1957 erhielt Turner die Möglichkeit, in Peru zu arbeiten. Er erlebte dort den Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 1958 und war an verschiedenen Projekten, darunter auch Selbsthilfeprogrammen, beteiligt. Diese Erfahrungen zeigten ihm die Grenzen professioneller Planung auf. So scheiterte beispielsweise das Schulbauprojekt in Tiabaya, weil die Gemeinde andere Vorstellungen als die Architekten hatte. Gleichzeitig konnte Turner beobachten, dass die Bewohner*innen der informellen Siedlungen ihre Häuser trotz knapper Mittel Schritt für Schritt verbesserten. Aus diesen Beobachtungen leitete er ab, dass die Nutzer*innen selbst am besten wissen, welche Wohnform zu ihnen passt. In späteren Schriften verdichtete er diese Erkenntnis zu seinem Schlüsselkonzept Housing as a Verb, das er nicht als fertiges Produkt, sondern als offenen Prozess verstand. Auf dieses Konzept wird im Folgenden näher eingegangen.

Mit Housing as a Verb formulierte er die wohl bekannteste seiner theoretischen Thesen. Der Unterschied zwischen Housing als Substantiv und Home als Verb steht für zwei unterschiedliche Auffassungen von Wohnen. Wenn Housing ein fertiges Produkt bezeichnet, das nach bestimmten technischen Standards gemessen wird, beschreibt Home den Prozess des Wohnens als kontinuierliche Tätigkeit. Für Turner war es wichtig, dass das Wohnen nicht nur ein materielles Objekt ist, sondern eine Bedeutung für den Alltag der Menschen hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt John F.C. Turner als Kritiker technokratischer Stadtplanung vor, führt seine Schlüsselkonzepte ein und skizziert die Forschungsfrage zur Nutzerkontrolle als Alternative zur Charta von Athen.

2. Die Charta von Athen: Erläutert die Prinzipien der funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen, ihre historischen Auswirkungen und die Kritikpunkte, insbesondere im Kontext Lateinamerikas.

3. John F.C. Turner: Dieses Kapitel widmet sich John F.C. Turners Werk. 3.1 Konzepte: Erläutert Turners zentrale Ideen, insbesondere "Housing as a Verb", und seine Kritik an staatlichen Bauordnungen basierend auf seinen Erfahrungen in Peru. 3.2 Originalität der Konzepte: Diskutiert die Originalität von Turners Ideen kritisch und vergleicht sie mit früheren Ansätzen im Bereich des "aided self-help housing".

4. Vergleichende Betrachtung funktionalistischer Stadtplanung und selbsthilfeorientierter Wohnstrategien: Vergleicht die Charta von Athen mit Turners Konzept der Nutzerkontrolle und analysiert, wie beide Ansätze in Lateinamerika aufeinandertrafen und welche Folgen sie hatten.

5. Fazit: Fasst die Hauptergebnisse der Arbeit zusammen, insbesondere Turners Perspektive auf Wohnen als Prozess und die kritische Bewertung der Originalität seiner Ideen.

Schlüsselwörter

John F.C. Turner, Nutzerkontrolle, Charta von Athen, Stadtplanung, informelle Wohnformen, Lateinamerika, Housing as a Verb, Selbsthilfe, Siedlungsentwicklung, Urbanisierung, Entwicklungsländer, Modernisierung, Kaltem Krieg, Wohnpolitik, Technokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern John F.C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle eine Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen darstellt, insbesondere im Hinblick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Stadtplanung nach der Charta von Athen, John F.C. Turners Theorie der Nutzerkontrolle, informelle Wohnformen in Lateinamerika und die Geschichte der Wohnpolitik während des Kalten Krieges.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: „Inwiefern stellt John F.C. Turner mit seinem Konzept der Nutzerkontrolle eine Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen dar mit Blick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse zweier städtebaulicher Paradigmen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rezeption und Originalität von John F.C. Turners Ideen anhand von Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Charta von Athen, John F.C. Turners Konzepte (insbesondere „Housing as a Verb“), die Originalität seiner Ideen und ein vergleichender Blick auf funktionalistische Stadtplanung und selbsthilfeorientierte Wohnstrategien behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind John F.C. Turner, Nutzerkontrolle, Charta von Athen, Stadtplanung, informelle Wohnformen, Lateinamerika, Housing as a Verb, Selbsthilfe, Urbanisierung und Wohnpolitik.

Was versteht John F.C. Turner unter „Housing as a Verb“?

Turner versteht "Housing as a Verb" als einen offenen, kontinuierlichen Prozess des Wohnens, der von den Bewohnern aktiv gestaltet wird, im Gegensatz zu "Housing" als fertiggestelltem Produkt, das externen Standards entspricht.

Welche Kritik übte Turner an den staatlichen Bauordnungen und Mindeststandards?

Turner kritisierte, dass starre staatliche Bauordnungen und Mindeststandards, wie die Forderung nach vollständig erschlossenen Parzellen, legales Bauen für arme Haushalte unmöglich machten und die Entstehung informeller Siedlungen förderten, da sie den Wert des Wohnens ausschließlich am materiellen Standard maßen und die Rolle der Nutzer*innen ignorierten.

Warum wird die Originalität von Turners Konzepten kritisch hinterfragt?

Die Originalität von Turners Konzepten wird kritisch hinterfragt, weil ähnliche Ideen des "aided self-help housing" bereits Jahrzehnte vor ihm von Architekten und Planern wie Jakob L. Crane entwickelt und in Programmen angewandt wurden, auch wenn diese später in Vergessenheit gerieten.

Inwiefern unterscheidet sich Turners Ansatz von der Charta von Athen im Hinblick auf die Bevölkerung?

Während die Charta von Athen die Rolle der Bevölkerung auf die Nutzung der bereitgestellten Räume beschränkte, stellt Turners Konzept der Nutzerkontrolle die Menschen, die in den Gebäuden leben, als diejenigen in den Mittelpunkt, die über deren Entstehung, Gestaltung und Weiterentwicklung entscheiden sollten.

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Details

Title
John F. C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle als Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen – mit Blick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika
College
Free University of Berlin  (Lateinamerika-Institut)
Course
Stadt, Wohnpolitik und Modernisierung in Lateinamerika während des Kalten Krieges
Grade
2,3
Author
Aenne Stumper (Author)
Publication Year
2025
Pages
13
Catalog Number
V1676598
ISBN (PDF)
9783389168165
ISBN (Book)
9783389168172
Language
German
Tags
Lateinamerika Wohnpolitik Kalter Krieg John Turner Charta von Athen Nutzerkontrolle funktionalistische Stadtplanung informelle Wohnformen Stadtplanung Wohnstrategien aided self-help Housing as a Verb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aenne Stumper (Author), 2025, John F. C. Turners Konzept der Nutzerkontrolle als Alternative zur funktionalistischen Stadtplanung der Charta von Athen – mit Blick auf informelle Wohnformen in Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676598
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