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Jahrbuch des Grauens. Die Angelsächsische Chronik im Zeichen der Wikingerüberfälle

Title: Jahrbuch des Grauens. Die Angelsächsische Chronik im Zeichen der Wikingerüberfälle

Term Paper , 2012 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Sascha Grylicki (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit untersucht die Darstellung der Wikinger in der Angelsächsischen Chronik. Ist sie glaubwürdig oder inwiefern steckt eine Art Propaganda hinter ihr?

Für viele gilt das Mittelalter oft als eine Zeit der Rückständigkeit, in der die alten Weisheiten und Wissenschaften der Antike verloren gingen. Dabei wird meist außer Acht gelassen, dass gerade das Mittelalter auch für neue Errungenschaften gesorgt hat. Die Chronik, in der Form, wie sie in dieser Hausarbeit untersucht werden soll, ist das Werk mittelalterlicher Schriftsteller, die nicht müde wurden, Jahr für Jahr, die wichtigsten Ereignisse für die Nachwelt festzuhalten. Dabei stehen sie den Autoren der Antike in nichts nach!

Die „Chronik“ um die es hier geht, sind die Anglo-Saxon Chronicles zur Zeit des Frühmittelalters. Untersucht werden, sollen in dieser Arbeit schwerpunktmäßig einige beispielhafte Überfälle der Wikinger auf die Britischen Inseln, beginnend mit dem einschneidendsten von allen, dem Angriff auf das Kloster Lindisfarne, im Jahr des Herrn 793, fortgesetzt mit weiteren ausgewählten Einträgen. Zuvor jedoch, sollen die genauen Hintergründe der Angelsächsischen Chronik, mit ihren Autoren und Handschriften untersucht werden, um später leichter der Interpretation der Textstellen folgen zu können.

Fragen, die in dieser Hausarbeit beantwortet werden sollen, sind vor allem: In wie weit ist die Angelsächsische Chronik als Quelle so wertvoll? Wie steht es um die Glaubwürdigkeit und den Wahrheitsgehalt der verschiedenen Einträge? Was waren, wenn diese überhaupt bekannt sind, die Intentionen der Chronisten und, falls es sie gab, deren Auftraggeber?

Davon ausgehend soll, speziell zum Thema Wikingerüberfälle, untersucht werden, wie genau von diesen Angriffen berichtet wurde und falls so etwas zutrifft, wie diese beurteilt oder verurteilt wurden. Dabei soll auch ein Augenmerk auf signifikante Veränderungen in den Strategien der Wikinger gelegt werden und wie diese von den Autoren der Chronik erkannt und wiedergegeben wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis des Ebooks

  • I. Doppelte Buchführung?
  • II. Die Angelsächsische Chronik
    • II. I. Die Autoren und Handschriften
    • II. II. Der Überfall auf Lindisfarne
    • II. III. Die raiding-army zieht durchs Land
  • III. Die Wikinger, Geißel Gottes, oder angelsächsische Propaganda?
  • IV. Quellen- und Literaturverzeichnis
    • IV. I. Quellenverzeichnis
    • IV. II. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Angelsächsische Chronik als eine zentrale historische Quelle für das englische Mittelalter. Sie analysiert deren Wert, Glaubwürdigkeit und den Wahrheitsgehalt der Einträge, insbesondere im Kontext der Wikingerüberfälle auf die Britischen Inseln. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Intentionen der Chronisten und den sich entwickelnden Strategien der Wikinger, die in der Chronik dargestellt werden.

  • Historische und quellentechnische Einordnung der Angelsächsischen Chronik.
  • Tiefgehende Analyse exemplarischer Wikingerüberfälle, beginnend mit Lindisfarne 793.
  • Quellenkritik und Interpretation der chronistischen Berichte über die Ereignisse.
  • Untersuchung des Wandels der Wikingerstrategien von Plünderungen bis zur Landnahme.
  • Diskussion über die mögliche propagandistische Nutzung der Chronik, insbesondere unter König Alfred dem Großen.

Auszug aus dem Buch

II. Die Angelsächsische Chronik

Die Angelsächsische Chronik (engl. Anglo-Saxon Chronicle) ist die Quelle für die englische Geschichte des Mittelalters schlechthin. Es handelt sich bei ihr nicht um eine Weltchronik, oder die Chronik eines Ortes, oder einer Institution, sondern um eine Chronik über die „eng-lische" Geschichte, vom Früh- bis zum Hochmittelalter, die sich auf den Britischen Inseln und teilweise in ihren benachbarten Gebieten abgespielt hat. Sie geht auf die sogenannten „Ostertafeln" zurück, die in ihrer Art den Annalen ähneln.¹

Der Begriff „Chronik“ ist, wie schon in der Einleitung angedeutet, etwas irreführend: Da es mehrere Versionen gibt, sollte man zum einen eher von „Chroniken“ sprechen, zum anderen ist sie eigentlich gar keine reine Chronik, sondern sie vereint zahlreiche Aspekte von typischen Annalen, Chroniken und Historien in sich. Außerdem ist der ganze Begriff Anglo-Saxon Chronicle(s) ein Terminus der modernen Geschichtsforschung, nicht etwa der ureigene Name der Chronik bei ihrer Entstehung.2

Das wirklich besondere an ihr ist jedoch, dass sie, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Chroniken ihrer Zeit, nicht in lateinischer Sprache, sondern in der Landessprache der „Eng-länder“ bzw. der Angelsachsen, nämlich in „Altenglisch“ verfasst ist.³

Wichtige Feststellung: Bei der Angelsächsischen Chronik, handelt es sich um eine „histori-ographische" Quelle, nicht um eine „hagiographische“, auch wenn sicherlich einige geistli-che Autoren an ihrer Schöpfung beteiligt waren.

Ihre Entstehung, genauer gesagt, die der ersten Abschrift, wird zeitlich am frühesten auf das Ende des 9. Jahrhunderts datiert, das absolute Original ist nicht erhalten geblieben.4

Daraus folgt, dass die Einträge vom Jahr 0 bis dahin nicht aus erster Hand stammen können, sondern auf anderen Werken und anderweitiger Überlieferung gründen, aber wahrscheinlich auch teilweise auf dem wirklichen Original, dessen exakter Entstehungszeitraum jedoch un-bekannt ist. Möglich ist jedoch, dass dieser trotzdem in der gleichen Zeitspanne, wie die Entstehung der ersten Kopien zu finden ist.

Die folgenden drei Kapitel bestehen aus grundlegenden Informationen über die Angelsäch-sische Chronik als Quelle, sowie aus Quelleninterpretation und Quellenkritik ausgewählter Abschnitte.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel I. Doppelte Buchführung?: Dieses Kapitel dient als Einleitung, stellt die Forschungsfragen vor und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Wikingerüberfällen in der Angelsächsischen Chronik.

Kapitel II. Die Angelsächsische Chronik: Hier wird die Angelsächsische Chronik als primäre historische Quelle vorgestellt, ihre Merkmale als Annalen und Chronik beleuchtet sowie ihre Entstehung und die verschiedenen Handschriften diskutiert.

Kapitel II. I. Die Autoren und Handschriften: Dieses Unterkapitel untersucht die verschiedenen Versionen der Angelsächsischen Chronik, ihre potenziellen Autoren wie Asser und die mögliche Rolle König Alfreds des Großen als Auftraggeber für eine propagandistische Geschichtsschreibung.

Kapitel II. II. Der Überfall auf Lindisfarne: Es analysiert den ersten großen Wikingerüberfall im Jahr 793 auf das Kloster Lindisfarne, bewertet die chronistischen Berichte kritisch und vergleicht diese mit anderen Quellen sowie der Darstellung von Vorzeichen.

Kapitel II. III. Die raiding-army zieht durchs Land: Dieses Kapitel verfolgt die Entwicklung der Wikingerstrategien von Gelegenheitsplünderungen bis zur Landnahme und der Einsetzung von Marionettenkönigen, basierend auf Einträgen aus den Jahren 865 und 874.

Kapitel III. Die Wikinger, Geißel Gottes, oder angelsächsische Propaganda?: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bekräftigt die These, dass die Angelsächsische Chronik, insbesondere in der Zeit König Alfreds, auch als Propagandaschrift zur Stärkung des angelsächsischen Widerstands diente.

Kapitel IV. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die zitierte Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Angelsächsische Chronik, Wikingerüberfälle, Lindisfarne, König Alfred der Große, mittelalterliche Geschichtsschreibung, historiographische Quelle, Altenglisch, Propaganda, Annalen, Handschriften, Strategiewandel, Britische Inseln, 793, 865, 874

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Angelsächsischen Chronik als historische Quelle und untersucht deren Glaubwürdigkeit und die Darstellungsweise der Wikingerüberfälle auf die Britischen Inseln, einschließlich der Intentionen der Chronisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Analyse der Angelsächsischen Chronik als Quelle, die Erforschung der Wikingerüberfälle, die Quellenkritik ihrer Darstellungen und die Frage nach der propagandistischen Nutzung der Chronik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit die Angelsächsische Chronik eine wertvolle und glaubwürdige Quelle für die Geschichte der Wikingerüberfälle ist, welche Intentionen die Autoren hatten und wie sich die Wikingerstrategien im Laufe der Zeit entwickelten und wiedergegeben wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historisch-kritische Methode, indem sie die primäre Quelle (Angelsächsische Chronik) analysiert, interpretiert und einer detaillierten Quellenkritik unterzieht, ergänzt durch Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung und die verschiedenen Handschriften der Angelsächsischen Chronik, analysiert den Überfall auf Lindisfarne von 793 sowie weitere Wikingerüberfälle und den strategischen Wandel der "raiding-army" über die Jahre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Angelsächsische Chronik, Wikingerüberfälle, Lindisfarne, König Alfred der Große, mittelalterliche Geschichtsschreibung und Propaganda.

Welche Rolle spielte König Alfred der Große bei der Entstehung und Nutzung der Angelsächsischen Chronik?

König Alfred der Große wird als möglicher Auftraggeber der ursprünglichen Chronik angesehen. Es wird vermutet, dass er die Chronik zu Propagandazwecken nutzen ließ, um seinen Widerstand gegen die Wikinger zu stärken und seine Bildungspolitik zu unterstützen.

Wie bewertet die Arbeit die Darstellung der Wikinger in der Chronik im Hinblick auf ihre strategische Entwicklung?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Chronik die Entwicklung der Wikingerstrategien von anfänglichen Plünderungen über listenreiche Tributerpressung bis hin zur Eroberung von Land und der Einsetzung von Marionettenkönigen detailliert darstellt.

Inwiefern könnte die Angelsächsische Chronik als Propagandaschrift verstanden werden?

Die Chronik könnte als Propagandaschrift verstanden werden, da sie in der Volkssprache verfasst wurde, Berichte über ominöse Vorzeichen enthält, die Wikinger oft negativ darstellt und König Alfreds Handlungen positiv hervorhebt, was der Stärkung des angelsächsischen Widerstandes diente.

Was sind die Besonderheiten der Angelsächsischen Chronik im Vergleich zu anderen Chroniken ihrer Zeit?

Eine Besonderheit ist, dass sie nicht in Latein, sondern in Altenglisch verfasst ist. Zudem vereint sie Aspekte von Annalen, Chroniken und Historien in sich und ist in mehreren, nicht immer zeitgleichen oder aus derselben Region stammenden Versionen überliefert.

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Details

Title
Jahrbuch des Grauens. Die Angelsächsische Chronik im Zeichen der Wikingerüberfälle
College
University of Heidelberg  (Historisches Seminar ZEGK)
Course
Proseminar: Die Angelsachsen
Grade
3,0
Author
Sascha Grylicki (Author)
Publication Year
2012
Pages
14
Catalog Number
V1676633
ISBN (PDF)
9783389168059
Language
German
Tags
Angelsachsen Angelsächsische Chronik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Grylicki (Author), 2012, Jahrbuch des Grauens. Die Angelsächsische Chronik im Zeichen der Wikingerüberfälle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676633
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