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Die Zersetzung des Ich: Sprachform und Naturdarstellung als Spiegel des Zerfalls in Büchners "Lenz"

Eine vergleichende Analyse von Ankunft und Abreise

Título: Die Zersetzung des Ich: Sprachform und Naturdarstellung als Spiegel des Zerfalls in Büchners "Lenz"

Trabajo Escrito , 2025 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Luis Schnitzler (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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In dieser literaturwissenschaftlichen Arbeit wird untersucht, inwiefern Naturdarstellungen innerhalb einer Erzählung als Spiegel des psychischen Verfalls und somit als Figurencharakteristik gelesen werden können.
Die Fragestellung befasst sich thematisch mit der Sprachform und Naturdarstellung in Georg Büchners Prosatext Lenz, wobei die Ankunft und Abreise des Protagonisten innerhalb der Erzählung vergleichend untersucht werden sollen. Im Zentrum dieser Untersuchung steht also die Annahme, dass die Naturdarstellungen in Georg Büchners Lenz aufgrund ihrer sprachlichen Form als Ausdruck von Figurencharakteristik gelesen werden können; diese Annahme soll im Folgenden begründet und empirisch untermauert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2. Erzählformen
    • 2.1. Modus: Distanz
    • 2.2 Modus: Fokalisierung
  • 3. Sprachform und Naturdarstellung
  • 4 Analyse und Vergleich
    • 4.1 Ankunft
    • 4.2 Abreise
    • 4.3 Vergleich
  • 5 Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese literaturwissenschaftliche Arbeit untersucht, inwiefern Naturdarstellungen innerhalb einer Erzählung als Spiegel des psychischen Verfalls und somit als Figurencharakteristik gelesen werden können. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Sprachform und Naturdarstellung in Georg Büchners Prosatext Lenz, wobei die Ankunft und Abreise des Protagonisten vergleichend analysiert werden, um die Annahme zu begründen und zu untermauern, dass Naturdarstellungen aufgrund ihrer sprachlichen Form als Ausdruck von Figurencharakteristik dienen.

  • Naturdarstellungen als Spiegel des psychischen Verfalls und zur Figurencharakteristik
  • Analyse der Sprachform und Erzählmodi (Distanz, Fokalisierung)
  • Systematische Untersuchung des Zusammenhangs von Psyche und Naturdarstellung
  • Vergleichende Analyse der Ankunfts- und Abreiseszenen des Protagonisten Lenz
  • Herausstellung der „innovativen Darstellungsweise“ und „literaturhistorischen Bedeutung“ von Büchners Lenz
  • Beleuchtung der parataktischen und hypotaktischen Satzstrukturen

Auszug aus dem Buch

Die Zersetzung des Ich: Sprachform und Naturdarstellung als Spiegel des Zerfalls in Büchners Lenz. Eine vergleichende Analyse von Ankunft und Abreise.

Der Fokalisierungstyp104 in dieser, sich über viele Zeilen erstreckenden, wahnhaft wirkenden Passage, ist die interne Fokalisierung. Die interne Fokalisierung ist häufig geprägt von subjektiven Wahrnehmungen einer Figur, was in dieser Passage eindeutig der Fall ist.105 Lenz Wahrnehmung der Wolken als „wilde wiehernde Rosse“ (Bü: S.137), des Sonnenscheins als „blitzendes Schwert“ (Bü: S.137) und der „Stimmen an den Felsen“ (Bü: S.137) als „Jubel“ (Bü: S.137) der „die Erde besingen“ (Bü: S.137) möchte, sind sehr metaphorisch ausgeschmückte, subjektive Wahrnehmungen der Natur, welche die Psyche des Protagonisten wiederspiegeln. Verstärkend bestehen die Satzgefüge dieser Zeilen überwiegend aus parataktischen „Aneinanderreihung von mehreren gleichrangigen Hauptsätzen“106, was die „Geschwindigkeit“107 der Erzählung erhöht und Lenz Wahrnehmungen rasend und wahllos durcheinandergewürfelt wirken lässt. Starke, imposante Naturmetaphern wie: „und der Sonnenschein dazwischen durchging und kam und sein blitzendes Schwert an den Schneeflächen zog“ (Bü: S.137) oder die Wolken als „wilde wiehernde Rosse" (Bü: S.137) im Zusammenspiel mit der parataktischen Satzstruktur erzeugen einen Effekt von Bewegung, Wucht, Steigerung, rasenden Gedanken und überwältigenden Natureindrücken. Diese, auf die Psyche des Protagonisten zurückzuführende, subjektive Naturwahrnehmung entspricht nicht der objektiven Wahrnehmung dieser bekannten Phänomene und wirkt aus diesem Grund einengend, erdrückend und beängstigend. Lenz ist scheinbar in einen Wahn geraten, der ihn immer weiter von der Realität entfernt.

Kurze Zeit später, tritt die erlebte Rede als Erzählform wieder mehr in den Vordergrund: „[...] riß es ihm in der Brust, er stand, keuchend, den Leib vorwärts gebogen, Augen und Mund weit offen, er meinte, er müsse den Sturm in sich ziehen, Alles in sich fassen, er dehnte sich aus und lag über der Erde, er wühlte sich in All das hinein, es war eine Lust, die ihm wehe tat [...]" (Bü: S.137).

Die Wiedergabe der „inneren Vorgänge einer denkenden und fühlenden Figur“108 in der dritten Person, sowie der „Tempusformen in Präteritum oder Plusquamperfekt“109 zeichnen die erlebte Rede aus. 110 Zusammen mit der internen Fokalisierung wird „die Wahrnehmung der [...] Figur“111 wiedergegeben. Somit verdeutlicht diese Textstelle die psychische Belastung der quälenden Gedanken, die Lenz plagen. Es wird beschrieben, dass er „keuchend“ (Bü: S.137), „gebogen“ (Bü: S.137) und mit dem „Mund weit offen“ (Bü: S.137) auf der Erde steht, während „er meint“ (Bü: S.137), dass er „den Sturm in sich ziehen“ (Bü: S.137) und „Alles in sich fassen“ (Bü: S.137) muss. Diese Textstelle wirkt wie eine nicht enden wollende, als primär parataktische „Aneinanderreihung von mehreren gleichrangigen Hauptsätzen“112 erzählte, Qual, welche sowohl die „Entfremdung von der Umgebung“113, den Realitätsverlust als auch die körperlichen Beschwerden des psychischen Verfalls von Lenz verdeutlicht. Während die Sprachform und Naturdarstellungen in den Zeilen 20-40 den fortschreitenden psychischen Verfall des Protagonisten deutlich widerspiegeln, so scheint sich Lenz in den

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach der Lesbarkeit von Naturdarstellungen als Spiegel psychischen Verfalls in Büchners Lenz vor und umreißt die methodische Vorgehensweise.

2. Erzählformen: Erläutert theoretische Konzepte der Erzähltheorie nach Genette, insbesondere die Modi Distanz und Fokalisierung sowie verschiedene Formen der Figurenrede wie die erlebte Rede.

3. Sprachform und Naturdarstellung: Diskutiert, wie erlebte Rede und interne Fokalisierung die Psyche einer Figur widerspiegeln können und wie psychische Störungen durch die subjektive Wahrnehmung der Natur sowie linguistische Stilmittel wie Hypotaxe und Parataxe dargestellt werden.

4.1 Ankunft: Analysiert die Ankunft des Protagonisten Lenz in Waldbach, wobei die anfangs distanzierte Erzählweise zunehmend in erlebte Rede und interne Fokalisierung übergeht, um Lenz' beginnenden psychischen Verfall durch Naturwahrnehmungen zu illustrieren.

4.2 Abreise: Beschreibt Lenz' Abreise aus Waldbach, die von Resignation, Gleichgültigkeit und einer spürbaren Distanz geprägt ist, was den Endpunkt seines psychischen Zerfalls und das Fehlen von Widerstand widerspiegelt.

4.3 Vergleich: Vergleicht die Ankunfts- und Abreiseszenen, hebt Gemeinsamkeiten in der Erzählform hervor und arbeitet Unterschiede in der Wirkung der Naturdarstellungen und des Satzbaus auf den psychischen Zustand von Lenz heraus.

5 Fazit: Bestätigt die These, dass Erzählform und Naturdarstellungen als Figurencharakteristik dienen können, und würdigt Büchners Text als literaturhistorisch bedeutsam.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Lenz, Naturdarstellung, psychischer Verfall, Figurencharakteristik, Erzählformen, erlebte Rede, interne Fokalisierung, Distanz, Fokalisierung, Parataxe, Hypotaxe, Derealisation, Ankunft, Abreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Naturdarstellungen in literarischen Erzählungen als Spiegel des psychischen Zustands von Figuren gelesen werden können, exemplarisch am Beispiel von Georg Büchners Lenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die literarische Figurencharakteristik durch Naturdarstellung, der psychische Verfall, Erzählformen wie Distanz und Fokalisierung sowie linguistische Stilmittel und deren Wirkung auf die Darstellung der Psyche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern Naturdarstellungen in Büchners Lenz aufgrund ihrer sprachlichen Form als Ausdruck des psychischen Zerfalls des Protagonisten und somit als Figurencharakteristik dienen können, insbesondere im Vergleich von Ankunft und Abreise.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse verwendet, die theoretische Konzepte der Erzähltheorie (Genette, Martínez/Scheffel), psychologische Aspekte (Derealisation) und linguistische Stilmittel (Parataxe, Hypotaxe) systematisch auf den Primärtext anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Erzählformen Distanz und Fokalisierung detailliert erklärt, die Verbindung von Sprachform und Naturdarstellung zur Darstellung psychischer Zustände beleuchtet und anschließend die Ankunfts- und Abreiseszenen von Lenz vergleichend analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Georg Büchner, Lenz, Naturdarstellung, psychischer Verfall, Erzählformen, erlebte Rede, interne Fokalisierung, Parataxe, Hypotaxe und Derealisation charakterisiert.

Warum werden speziell die Ankunft und Abreise von Lenz verglichen?

Der Vergleich von Ankunft und Abreise dient dazu, die Entwicklung des psychischen Zustands von Lenz zu untersuchen und zu zeigen, wie sich die Darstellung des Zerfalls sprachlich und thematisch über den Verlauf der Erzählung hinweg verändert.

Welche Rolle spielt die "erlebte Rede" in der Analyse?

Die erlebte Rede ist entscheidend, da sie ermöglicht, subjektive, flüchtige und affektiv betonte Zustände der Figur direkt widerzugeben und somit die Wahrnehmung der Natur aus Lenz' innerer Perspektive darzustellen, was Rückschlüsse auf seine Psyche zulässt.

Wie unterscheidet sich Lenz' psychischer Zustand bei der Ankunft und Abreise, obwohl ähnliche Erzählformen verwendet werden?

Bei der Ankunft ist Lenz' Zustand durch wahnhafte und rasende Naturwahrnehmungen mit einem spürbaren Kampf und Hoffnung gekennzeichnet, während die Abreise von Resignation, Gleichgültigkeit und einer "entsetzlichen Leere" geprägt ist, die das vollständige Aufgeben widerspiegelt, obwohl beide Passagen erlebte Rede und interne Fokalisierung nutzen.

Welchen literaturhistorischen Wert hat Büchners Lenz laut der Arbeit?

Die Arbeit hebt die "innovative Darstellungsweise" und "sprachliche Präzision" von Büchners Lenz hervor, die eine "unmittelbar erfahrbare" Erzählung schafft und zurecht eine hohe "literaturhistorische Bedeutung" genießt, als Vorbild für viele moderne Texte.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Zersetzung des Ich: Sprachform und Naturdarstellung als Spiegel des Zerfalls in Büchners "Lenz"
Subtítulo
Eine vergleichende Analyse von Ankunft und Abreise
Universidad
University of Wuppertal  (Geistes- und Kulturwissenschaften)
Curso
Hauptseminar "Georg Büchner"
Calificación
1,3
Autor
Luis Schnitzler (Autor)
Año de publicación
2025
Páginas
20
No. de catálogo
V1676950
ISBN (PDF)
9783389168417
ISBN (Libro)
9783389168424
Idioma
Alemán
Etiqueta
Georg Büchner Lenz Erzählperspektive Psychischer Verfall Fokalisierung Naturdarstellung Natur im Prosatext Lenz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Luis Schnitzler (Autor), 2025, Die Zersetzung des Ich: Sprachform und Naturdarstellung als Spiegel des Zerfalls in Büchners "Lenz", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676950
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Extracto de  20  Páginas
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