Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailsgeschäft


Seminararbeit, 2009

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis II

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis III

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition und Historie

3. Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailgeschäft
3.1 Möglichkeiten und Grenzen für den Retailkunden
3.2 Möglichkeiten und Grenzen für die Bank

4. Zusammenfassung und Schlusswort

Literaturverzeichnis

Versicherung

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Flickerbild bei ChipTAN comfort-Verfahren (Quelle: Wikipedia)

Abbildung 2: Nutzung von Online Banking (Quelle: Bankenverband, 2008)

Abbildung 3: Persönliche Beratung ist für mich... (Quelle: Bankenverband, 2008)

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der ständige technische Fortschritt der IT-Branche bringt auch für den Bereich Online-Banking der Banken stetig neue Möglichkeiten mit sich. Kaum ein Jahr ver- geht, in dem nicht z.B. ein neues Online-Banking-Verfahren oder eine neue Zu- gangsart zum heimischen Kreditinstitut vorgestellt und eingeführt wird. Neben dem traditionellen „over the counter“ Bankgeschäft werden für die Bankkunden und für das Kreditinstitut immer mehr Kanäle und Plattformen erarbeitet, um die Bank und ih- re Dienstleistungen rund um die Uhr zugänglich zu machen. Dies sowohl als Service für und am Kunden, wie auch als eine weitere Möglichkeit Produkte zu platzieren.

„Telefon-Banking, Handy-Banking und Internet-Banking sind nur einige Schlagwor- te“.1

Online-Banking ist heute so selbstverständlich wie ein Einkauf im Internet, oder das Herunterladen von Programmen und Musiktiteln.2 Es ist in Deutschland so beliebt, dass niemand mehr darauf verzichten möchte, geschweige denn kann: Von unter- wegs prüfen Kunden mittels Mobile-Banking ihren Kontostand über ihren Blackberry, ihr PDA oder per internetfähigem Handy. Ob SMS-Nachrichten zu Kontobewegun- gen, Statusmeldungen über Produktanträge oder Terminvereinbarungen zur persön- lichen Beratung, es wird eine Vielzahl von Bankdienstleistungen genutzt. Das ur- sprünglich eher transaktionsorientierte Online-Banking wird mehr und mehr zu einem Cockpit zur einfachen Verwaltung der gesamten Beziehung von Kunde und Bank - und leistet damit einen immer wichtigeren Beitrag zur Kundenbindung.

Fallende Kosten für die Datendienste und neue Hardware ermöglichen mehr und mehr Funktionen für das Online-Banking, sei es über die Banking-Portale der einzel- nen Kreditinstitute oder über eine Bankingsoftware der verschiedensten Hersteller.

Was heute zu unserem Alltag zählt war früher noch eine reine Zukunftsvision, ein Stoff für einen Science Fiction Film: Grenzüberschreitende Überweisungen, Wertpapiere online ordern, ja sogar standardisierte Produkte im Web-Portal der Bank abschließen, noch vor Jahrzehnten fiktionales Wunschdenken.

Sowohl für die Bank als auch für den Bankkunden ergeben sich damit völlig neue Wege und Chancen. Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailgeschäft stellt ein sehr breit gefächertes Gebiet dar, so dass in dieser Seminararbeit auf Grund der gebotenen Kürze nicht alle Aspekte abgehandelt werden können, die dieses Themenfeld zulassen würde.

Die Arbeit erläutert deshalb Möglichkeiten und Grenzen des Kunden, sowie der Bank per heutigem Stand der Technik, wobei hauptsächlich auf die Möglichkeiten der verbreitetsten Online-Banking-Verfahren im Retailgeschäft und den OnlineProduktvertrieb eingegangen werden wird.

2. Begriffsdefinition und Historie

Um sich mit dem Themenfeld adäquat auseinandersetzen zu können, bedarf es zunächst einer Abgrenzung der Begrifflichkeiten.

Der Begriff Retail Banking umfasst das Mengengeschäft mit Privatkunden, sowie kleineren Geschäfts- und Firmenkunden.3

Unter Online Banking versteht man den direkten Zugriff auf den Bankrechner (z.B. über das Internet oder per Direkteinwahl bei der Bank per Datenfernübertragung). Es gibt zwei übliche Verfahren4:

1.) Browserbasiertes Internetbanking über die Website der Bank.
2.) Verwendung einer Online-Banking-Software, mit der zunächst offline die Transaktionen vorbereitet/erfasst werden um diese im Anschluss online an die Bank zu übertragen.

Das heutige Online-Banking hat eine langjährige Vorgeschichte.5 Bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das erste Online-Banking-Verfahren für ein Massenpublikum in Deutschland entwickelt. Der offizielle Startschuss des s.g. BTX- Verfahrens erfolgte am 01. September 1983 auf der internationalen Funkausstellung in Berlin. Erstmals wurden Daten per Telefonleitung übermittelt und am heimischen Fernseher sichtbar gemacht. Daher stammte auch der typische Name: Bildschirmtext (BTX). Bankkunden konnten so zum ersten mal von zu Hause aus Überweisungsauf- träge erteilen, Kontostände abrufen und Daueraufträge bearbeiten. Um Kunden vor Betrug zu schützen, wurde bereits damals eine PIN und TANs als Sicherheitsmedium eingesetzt, was bis heute weiterhin von Bestand ist. BTX wurde jedoch sehr zöger- lich von der Öffentlichkeit aufgenommen, was auf die damals komplizierte Technik, die eingeschränkte Darstellung und die hohen Kosten zurückzuführen war.

Durch die Einführung des neuen Online-Banking-Standards HBCI (Home Banking Computer Interface, Zahlungen werden über eine Sicherheitsdatei oder eine Chipkarte und der zugehörigen PIN autorisiert) und die rasante Verbreitung des Internets in den 1990ern erlebte das Online-Banking seinen Durchbruch.

Herausragende Merkmale von HBCI sind die Bankenunabhängigkeit, die Providerunabhängigkeit, die Verfügbarkeit, die Benutzerfreundlichkeit, sowie die verschiedenen Sicherheitsmedien dieses Standards.6 Um die Nutzer vor Cyberkriminalität zu schützen wurden die Sicherheitsmedien unter HBCI ständig weiter- und neuentwickelt. Die verschiedenen PIN-/TAN-Verfahren wurden im Anschluss zusammen mit dem HBCI-Standard unter dem neuen und noch heute gültigen FinTS-Standard durch den zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeführt.

3. Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailgeschäft

3.1 Möglichkeiten und Grenzen für den Retailkunden

Durch die vom ZKA beschlossenen einheitlichen FinTS-Spezifikationen stehen dem Retailkunden eine Fülle von Geschäftsvorfällen und Sicherheitsmedien zur Verfü- gung. FinTS beinhaltet die für den Retailkunden gängigen Sicherheitszugänge mit- tels elektronischer Signatur (HBCI via Chipkarte und/oder via Sicherheitsdatei) sowie die verschiedenen PIN/TAN-Sicherheitsverfahren und definiert sich als standardisier- te Schnittstelle für das Online-Banking.7 Allein die unterschiedlichen PIN/TAN- Verfahren bieten dem Kunden eine Vielzahl von Möglichkeiten und Beschränkungen, was den Sicherheitsstandard, die Mobilität als auch den Bedienkomfort betrifft. Beim klassischen TAN-Verfahren, welches nur noch marginal eingesetzt wird, kann der Kunde aus einer beliebigen TAN-Nummer von seiner TAN-Liste wählen. Sofern der Kunde nach korrekter Eingabe seiner PIN im Anschluss eine TAN seiner TAN-Liste richtig eingibt, wird die Transaktion ausgeführt. Da eine TAN immer nur für eine Transaktion verwendet werden kann, muss der Kunde selbstständig die verwendete TAN auf seiner Liste streichen. Der wesentliche Unterschied zum indizierten TAN- Verfahren (iTAN) besteht darin, dass die TAN-Nummern auf der Kundenliste durch- nummeriert (indexiert) sind und der Nutzer vom System aufgefordert wird eine be- stimmte TAN-Nummer seiner iTAN-Liste einzugeben. Das iTAN-Verfahren erhöht im Verhältnis zum „normalen“ TAN-Verfahren die Sicherheit, da nicht mehr beliebige TANs eingeben werden können. Die TAN-Nummern müssen nicht mehr abgestrichen werden, da im Banksystem hinterlegt ist, welche iTANs bereits verbraucht wurden. Allerdings wird der Kunde hierbei in seiner Mobilität eingeschränkt, da er immer die komplette TAN-Liste mit sich führen muss. Das iTAN-Verfahren wird von fast allen Banken neben den HBCI-Zugängen als Standardverfahren angeboten. Durch immer häufiger auftretenden Betrugsfälle wurden weitere, sicherere und bequemere TAN- Verfahren entwickelt, bei denen keine TAN-Liste mehr benötigt wird. Bei der mobilen TAN (mTAN), erhält der Kunde eine individuelle Transaktionsnummer per SMS auf sein, zuvor im Banksystem hinterlegtes, Handy.8 Die mTAN ist nur für diesen einen vom Kunden angestoßenen Auftrag gültig und kann nicht anderweitig verwendet werden. Dies ist ein enormer Fortschritt in punkto Sicherheit. In der SMS, in der sich die TAN befindet, werden zusätzlich Teile der Auftragsdaten (wie z.B. die Empfän- gerkontonummer und der Überweisungsbetrag) mitgesendet. So kann der Kunde si- cher sein, dass diese TAN auch nur für seinen avisierten Auftrag bestimmt ist. Ein weiteres neues Verfahren findet in Deutschland zunehmende Verbreitung, das s.g. chipTAN comfort-Verfahren. Viele Sparkasse und Genossenschaftsbanken setzen dieses neue Verfahren bereits ein. Bei der chipTAN comfort, auch sm@rtTAN optic genannt, wird mit Hilfe der Bankkundenkarte und eines TAN-Generators mit optischen Sensoren die TAN erzeugt. Nach dem der Kunde die Überweisungsdaten eingegeben hat erscheint ein s.g. Flickerbild auf dem Bildschirm (s. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Flickerbild bei ChipTAN comfort-Verfahren (Quelle: Wikipedia)

Der Kunde steckt nun seine Kundenkarte in den TAN-Generator und hält den TAN- Generator an das Flickerbild. Die Sensoren des Generators erkennen das flackernde Lichtbild und übertragen die Daten. Wie auch schon bei der mobilen TAN ist die hier- durch erzeugte TAN nur für diese eine Transaktion gültig und auch bei diesem neuen Verfahren erhält der Kunde zur Kontrolle einige Kontrolldaten auf dem Generator zur Ansicht. Wie bereits die mobile TAN schützt dieses Verfahren ebenso vor den Gefah- ren von Phishing, auf die im späteren Verlauf noch genauer eingegangen wird.

Die FinTS-Spezifikationen haben eine bankenübergreifende Gültigkeit und gelten für die möglichen Geschäftsvorfälle sowohl für eine webbasierende Einzellösung der Bank, wie auch für die Abwicklung der Bankgeschäfte über eine Finanzsoftware.9

Bei der Inlandsüberweisung für sich betrachten kann der Kunde, sofern er den Auf- trag online erteilt, auf mehr Möglichkeiten gegenüber dem klassischen Überwei- sungsformular zurückgreifen. Ihm stehen bis zu 14 Verwendungszweckzeilen zur Verfügung, bei einem beleghaften Überweisungsformular sind es lediglich zwei.10 Er kann diese online erteilten Überweisungen sowohl als Einzelauftrag wie auch als Sammelauftrag, falls er mehrere Überweisungen durchführen möchte, an sein Kredit- institut zur Ausführung versenden. Sofern der Kunde einen individuellen Ausfüh- rungstermin wünscht, können die Aufträge als terminierte Überweisun- gen/Sammelüberweisungen eingereicht werden. Diese Aufträge wiederum können jederzeit elektronisch eingesehen, bei Bedarf geändert und/oder gelöscht werden. Die Neueinrichtung, die Änderung, sowie der Abruf der bei der Bank gestellten Dau- eraufträge ist auf diesem Weg ebenso möglich. Beim Geschäftsvorfall Umbuchung wird der Übertrag von Guthaben bei der gleichen Bank erleichtert, da hier nicht die Bankverbindung manuell erfasst werden muss, sondern lediglich das Zielkonto bei der eigenen Bank ausgewählt und die Transaktion ausgeführt werden muss. Die Ein- richtung von Überweisungsvorlagen, bei denen die Empfängerdaten gespeichert werden ist ebenso möglich, wie die Einreichung, als auch die Rückgabe von Last- schriften. Die Möglichkeit zur Einsicht in die aktuellen Kontoumsätze, die Übersicht über das Kundenengagement und dessen einzelne Produktkonditionen, wie auch der Abruf der von der Bank bereitgestellten elektronischen Kontoauszügen, die Erteilung und Änderung von Freistellungsaufträgen, die Änderung der Adressdaten und die Versendung einer Mitteilung an den eigenen Kundenberater erweitern das Angebot zusätzlich. Gleiches gilt für die vom Kunden online verwalteten Wertpapierdepots - auch hier können die Depotinformationen, Wertpapiertransaktionen, Wertpapierkur- se, Depotumsätze und der Orderstatus eingesehen und gleichermaßen Kauf- und Verkauforder erfasst werden. Die Möglichkeit, bei Verlust der Bankkarte diese eigen- händig zu sperren und sich im gleichen Zug eine neue bestellen zu können runden, gleichwohl wie die Bestellung von Devisen für einen Auslandsaufenthalt, das Ange- botsspektrum ab. Durch die Einführung des SEPA-Zahlungsverkehrs können Kunden inzwischen auch Überweisungen und Lastschriften grenzüberschreitend, d.h. in alle dem SEPA-Zahlungsverkehr angeschlossenen Länder in Euro, durchführen.11

[...]


1 Vertriebswege im Retail Banking, Alina Dorl, Auflage 2003, Seite 3

2 Vgl. hierzu und im Folgenden: Postbank - 25 Jahre Online-Banking in Deutschland

3 Retail Banking, Frankfurt School of Finance and Management, 1. Auflage, 2008, Seite 17

4 Vgl.: Wikipedia - Electronic Banking

5 Vgl. hierzu und im Folgenden: Postbank - 25 Jahre Online-Banking in Deutschland

6 Vgl. hierzu und im Folgenden: ZKA - Financial Transaction Services - Sicherheitsverfahren PIN/TAN

7 Vgl. hierzu und im Folgenden: ZKA - Financial Transaction Services - Sicherheitsverfahren PIN/TAN

8 Vgl. hierzu und im Folgenden: ZKA - Kompendium Online-Banking Sicherheit

9 Vgl.: ZKA - Financial Transaction Services - Sicherheitsverfahren PIN/TAN

10 Vgl. hierzu und im Folgenden: ZKA - Financial Transaction Services - Messages

11 Vgl.: ZKA - Ziele der SEPA

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailsgeschäft
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V167753
ISBN (eBook)
9783640847105
ISBN (Buch)
9783640843220
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Online-Banking
Arbeit zitieren
Patrick Falk (Autor), 2009, Möglichkeiten und Grenzen des Online-Banking im Retailsgeschäft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167753

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