Demokratie und Partizipation


Hausarbeit, 2008
18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprünge und die Entstehung der Demokratie

3. Begriffsklärung und Definitionen
3.1 Was versteht man unter „Demokratie“?
3.2 Kernelemente der Demokratie
3.3 Was versteht man unter „Partizipation“?

4. Demokratietypen
4.1 Direkte Demokratie vs. Repräsentative Demokratie als eine mögliche Form der partizipatorischen Demokratie
4.2 Drei normative Demokratiemodelle

5. Demokratietheoretische Ansätze
5.1 Differenzierung der Demokratie – und Partizipationsverständnisse

6. Partizipatorische Demokratietheorie
6.1 Ansätze verschiedener Vertreter
6.1.1 Ansichten bezüglich der Partizipationssteigerung
6.1.2 Die Position von Jürgen Habermas
6.1.3 Benjamin Barber und sein Konzept der „Starken Demokratie“

7. Empirischer Teil
7. 1. Messung der Demokratie
7.2 Empirische Partizipationsforschung – Formen der Partizipation
7.2.1 Befunde

8. Das Standardmodell

9. Probleme der Demokratie
9.1 Schwächen der partizipatorischen Demokratie
9.1.1 Starke Gewichtung des Normativen
9.1.2 Falsches Menschenbild
9.1.3 Tocqueville – Problem
9.1.4 Destabilisierungsgefahr der politischen Ordnung
9.1.5 Einseitige Zielverfolgung
9.1.6 Überschätzung der Bürgerkompetenzen

10. Die Pädagogische Ebene – Partizipation als Bildungsziel bei Jugendlichen
10.1 Wieso kommt der Partizipation eine derartig große Rolle zu?
10.2 Befähigung zur Partizipation

11. Schlusswort

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Demokratie kann es nur geben, wenn es Bürger gibt, die partizipieren. Sie ist auf Partizipation angewiesen, weil diese erst Demokratie ermöglicht. Das partizipatorische Handeln als wich-tiger Teil einer Demokratie vergibt dieser Arbeit den Titel „Demokratie und Partizipation“.

Reinhold Niebuhr zufolge wird die Demokratie vor allem durch den Wunsch nach Gerechtigkeit gesichert. Der Hang der Menschen zu Ungerechtigkeiten wiederum mache Demokratie notwendig (vgl. Bildungsserver für politische Bildung). Dass Partizipation not­wendig ist, ist offensichtlich, darüber sind sich nahezu alle einig. Das Verständnis darüber, wie die Demokratie genau auszusehen hat, ist allerdings nicht ganz so selbstverständlich. Es gibt nämlich eine Fülle von Demokratieverständnissen, deren unheimlich große Variations-breite die vorliegende Arbeit verdeutlichen wird. Auch Demokratieformen oder Partizipat-ionsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Diese aufzuzeigen ist ein Anstreben dieser Arbeit.

Zuallererst soll die Arbeit darstellen, wie die Demokratie zu dem geworden ist, was sie heute ist. Der erste Punkt setzt deshalb an ihren Ursprüngen an und zeigt historische Fakten auf, um die heutige Situation besser nachvollziehbar zu machen.

Im Anschluss daran werden beide Begriffe des Themas „Demokratie“ und „Partizipation“ genauer erklärt. Hierfür werden Definitionsversuche gestartet.

Daraufhin werden wichtige Demokratietypen genannt und die Typen, welche besondere Relevanz im Hinblick dieser Seminararbeit haben, näher analysiert.

Nachdem nun ausreichend Grundlagenwissen vermittelt wurde, wird in Punkt 5 mit den demokratietheoretischen Ansätzen fortgefahren.

Hierbei liegt Fokus insbesondere auf der Partizipatorischen Theorie. Deshalb erfolgt darauf-hin in Punkt 6 eine recht ausführliche Auslegung dieses Ansatzes. Es werden unter-schiedliche Vertreter vorgestellt, deren Einfluss und Bedeutung stark ist.

Im Anschluss daran wird in Punkt 7 ein empirischer Einblick gegeben. Die Messung und die empirische Partizipationsforschung sind hierbei die Schwerpunkte. Es kommen Fragen auf, die folgendermaßen aussehen: Welche Beteiligungschancen bietet die Gesellschaft? Wieso beteiligen sich Bürger so selten? Was sind die Auslösefaktoren hierfür?

Um diese Fragen beantworten zu können und die Partizipationsabläufe genauer verstehen zu können, kann das Standardmodell, das in Punkt 8 thematisiert wird, hilfreiche Funktionen erfüllen. Denn es liefert Erklärungen für die unterschiedliche Partizipationsbereitschaft.

Gegen Ende werden problematische Aspekte der Demokratie und speziell einige Schwächen der partizipatorischen Demokratie angeführt. Es soll erfahren werden, welche möglichen Gefahren hierin lauern.

Im letzten Inhaltspunkt wird Demokratie und Partizipation im Hinblick auf die Pädagogik betrachtet. Damit Partizipation gelingen kann, muss bei den Bürgern entsprechendes Wissen vorhanden sein. Darüber wie und wann diese Vermittlung am besten stattfinden soll und weshalb sie von so großer Bedeutung ist, soll hier geklärt werden. Interessant in diesem Zusammenhang wäre zu erfahren, wieso vor allem Jugendliche meist politischen Themen gegenüber abgeneigt sind. Oder besser gesagt, was getan werden kann, um ihr Interesse zu wecken, damit das vorhandene Potential bestmöglich genutzt werden kann. Hier sind vor allem die Schulen herausgefordert, denn sie können großen Einfluss ausüben.

2. Ursprünge und die Entstehung der Demokratie

Die Demokratie hat ihre Ursprünge in Athen. Sie entwickelte sich dort, ohne Theorie – bzw. Modellvorgaben. Das Politikverständnis war ein gerechtes, politisches Handeln, welches auf eine gute Ordnung abzielte. Dieses Politikverständnis gilt somit auch als Basis der Demokratie. Zu dieser Zeit verstand man unter Demokratie, dass das Volk (demos) welches Macht (kratos) hatte, direkt geherrscht hat. Eine wesentliche Grundlage war somit die Partizi-pation aller männlichen Bürger. Insbesondere der Gleichheitsgedanke aller Bürger galt in der Demokratie als ein sehr wichtiger Bestandteil. Dementsprechend waren Arme und Reiche gleichgestellt. Alte regionale Bindungen lösten sich auf, als überregionale Interessen im Mittelpunkt standen. Dadurch entwickelte sich ein politisches Gemeinwesen. Die Volks-versammlung und der Rat waren die wichtigsten Organe des Volkes. Dem Volk wurden zahlreiche Aufgaben und somit viel Verantwortung übertragen, was die regelmäßige Partizipation unverzichtbar machte. Um die Partizipation aller Bürger zu gewährleisten wurden Tagegelder entrichtet. Tatsächlich war es so, dass fast alle Bürger partizipiert haben. Die Volksversammlung fand sehr häufig statt. Es wurde täglich ein Vorsitz, der sowohl dem Rat als auch der Volksversammlung vorsaß, ausgelost. Durch den täglichen Austausch des Vorsitzes wurden allen Bürgern gleiche Partizipationsmöglichkeiten garantiert. Ämter wurden durch Losverfahren besetzt. Ausgenommen waren lediglich Ämter, die bestimmter Kennt­nisse bedurften, denn diese mussten gewählt werden. Das Losverfahren weist auf eine strikte Gleichheit hin, jedem Bürger werden dadurch gleiche Chancen eingeräumt. Ein Verfahren, welches in der heutigen Zeit undenkbar erscheint. Gleiche Partizipationschancen und solch eine starke Bürgerbeteiligung sind in der Folgezeit nicht wieder erreicht worden (vgl. Vorländer 2003, S. 14 – 24).

3. Begriffsklärung und Definitionen

3.1 Was versteht man unter „Demokratie“?

Eine Definition des Begriffes ist sehr schwierig, weil er eine Fülle von verschiedenartigen Aspekten beinhaltet. Wenn von Demokratie die Rede ist, denkt man hauptsächlich an die Freiheit jedes einzelnen Bürgers. Weiterhin wird mit diesem Begriff die Herrschaft des Volkes assoziiert.

Dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Volks- (=demos) herrschaft (=kratein). Wie es auch schon aus Abraham Lincolns berühmtes Zitat „government of the people, by the people, for the people“ herauszuhören ist. Das Volk herrscht also von sich aus, selbst und unter Berücksichtigung der eigenen Interessen (vgl. Schultze 2005, S. 121). Wie diese Herrschaft nun vonstatten gehen soll, ist eine Frage, deren Antwort recht schwammig bleibt. Gerade weil es Schwierigkeiten im Bereich der Begriffsdefinition gibt, können zumindest die wichtigsten Elemente Informationen über den Kern dieser Regierungsform liefern. Deshalb werden diese im nächsten Punkt thematisiert.

3.2 Kernelemente der Demokratie

Begriffe wie Volkssouveränität, Gleichheit, Grundrechte, Partizipationsrechte sind grund­legende Begriffe. Die drei Kernelemente (Schutz, Inklusion und Partizipation), die als unzer­trennlich und grundlegende Basiselemente angesehen werden, werden nun ausgeführt: Schutz wird durch den Rechtsstaat, inklusive der Verfassung und der Gewaltenteilung garantiert. Unter den Begriff der Inklusion fallen die sozialen Grundrechte. Ein wichtiges Stichwort ist hierbei der Wohlfahrtsstaat. Partizipation meint die Integration und Beteiligung der Bürger (vgl. Schultze 2005, S. 122) und soll gesteigert werden. Näheres hierzu folgt im Anschluss.

3.3 Was versteht man unter „Partizipation“?

Bei dem Begriff der „Partizipation“ fällt in Gegensatz zum Demokratiebegriff eine spezifisch-ere Definition leichter. Eine mögliche Definition könnte so aussehen: „…affords citizens in a democracy an opportunity to communicate information to government officials about their concerns and preferences and to put pressure on them to respond” (Verba et al. 1995: 37, zitiert nach Schlosser, Müller – Rommel 2006, S. 170). Genauso bedeutet Partizipation, dass mit Berücksichtigung der individuellen Interessen einer Person eine kollektive Entscheidung d.h. mit mehreren Personen gefällt wird (vgl. Lindner 1990, S. 15). Es existieren zwar zahlreiche Definitionen, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Aber unumstrittene Aspekte, die allen Definitionen zugrundeliegen sind folgende: Der Mensch als Bürger wird freiwillig aktiv im Bereich des politischen Systems (vgl. Schlosser, Müller – Rommel 2006, S. 170f)[1]. Für die Partizipation muss das gleiche Wahlrecht, Chancengleichheit und am besten ausreichend Formen der Partizipation vorhanden sein (vgl. Schultze 2005, S. 121f).

4. Demokratietypen

Die Typen bzw. Formen von Demokratie sind sehr vielfältig und letztendlich ist das Resultat eine Vermischung verschiedener Formen, wie die folgende Grafik unten verdeutlicht. Auf der Grafik sind nicht alle Demokratietypen, deshalb werden diese nun aufgezählt:

Es wird erstens zwischen Identitärer und Pluralistischer Demokratie, zweitens zwischen Direkter und Repräsentativer Demokratie, drittens zwischen „starker“ und „schwacher“ Demokratie, viertens zwischen Mehrheits – und Konsensdemokratie und schließlich zwischen Konkurrenz – und Konkordanzdemokratie unterschieden. Auf die detaillierte Auslegung der einzelnen Formen muss in dieser Arbeit verzichtet werden, weil dies den Rahmen sprengen würde. Wichtig in Bezug auf den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist, dass seit den 70er Jahren der unkonventionellen und direkt – demokratischen Partizipation eine besondere Rolle zukommt (vgl. Schultze 2005, S. 123).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

( http://www.dadalos-d.org/deutsch/Demokratie/demokratie/grundkurs1/material/schaubild_5.htm )

[...]


[1] Die grundlegenden Begriffe sind in diesem Satz durch Unterstreichungen gekennzeichnet

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Details

Titel
Demokratie und Partizipation
Hochschule
Universität Augsburg
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V167766
ISBN (eBook)
9783640847198
ISBN (Buch)
9783640844661
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
demokratie, partizipation
Arbeit zitieren
Kevser Ekin (Autor), 2008, Demokratie und Partizipation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167766

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