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Koloniales Afrika in Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann

Título: Koloniales Afrika in Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2010 , 81 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Matthias Billen (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Im Rahmen dieser Arbeit sollen jedoch Werke thematisiert werden, die nicht mehr unmittelbar in die Phase während oder kurz nach dem deutschen Kolonialismus eingeordnet werden k…önnen. Daher wurde eine Auswahl getroffen, die schließlich die Romane "Die schweigenden Feuer"(1994)5 von Giselher W. Hoffmann, "Herero"(2003)6 von Gerhard Seyfried, sowie "Morenga" (1978)7 von Uwe Timm umfasst. Die drei Romane thematisieren die Kolonialgeschichte Deutschlands mit Bezug auf die V…ölker Namibias mit h…chst unterschiedlichenSchwerpunkten, wobei die negativenKulminationspunktedie Kriege der deutschen Schutz-truppen gegen die Herero (1904) und Nama (1904-1907/8) sind.8Wichtig für den Vergleich der drei Romane mit ihrem hohen Grad an Historizität sind die unterschiedlichen Perspektiven, die sie einnehmen. Während der namibischedeutschstämmige Schriftsteller Giselher W. Hoffmann die Perspektive des Herero Himeezembi einnimmt und sich mit dem Niedergang der Kultur durch die Kolonisation beschäftigt, entwickelt sich die Handlung aus Sicht der Herero von 1861 bis 1904. Der Roman Herero hingegen versucht, die Situation aus Sicht der Deutschen und der Afrikaner zu schildern, womit beide Perspektiven Raum zur Artikulation gewinnen sollen. Im Kontrast dazu ist Morenga konstruiert aus einer Vielzahl an verschiedenen historischen Dokumenten mitsich abwechselnden fiktionalen Passagen. Der literarische Raum, welcherder Titelfigur zugewiesen wird, ist auf den ersten Blick relativ eng begrenzt und die Handlung stark fokussiert...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftliche Verortung

2.1 Postkoloniale Studien

2.2 Interkulturelle Germanistik

2.3 Prämissen: Fremdheit und Fremddarstellung

3. Fremdheit in Giselher W. Hoffmanns Die schweigenden Feuer

3.1 Sexualität und Beziehungsgefüge

3.2 Gesellschaftliche Struktur

3.3 Geschichtlichkeit

3.4 Kulturüberschreitungen

3.5 Zwischenfazit

4. Die Romanze in der Wildnis: Gerhard Seyfrieds Herero

4.1 Der Blick auf Afrika

4.1.1 Deutschtum und die Afrikaner

4.1.2 Sprachlicher Stil

4.1.3 Die Weißen

4.2 Die afrikanische Perspektive?

4.3 Schaffung von Historizität und die Darstellung des Kriegs

4.4 Besonderheit: Autonomie der Landschaft

4.5 Zwischenfazit

5. Deutsche und „Hottentotten“ in Uwe Timms Morenga

5.1 Zwischenmenschlichkeit und Begehren

5.2 Das Bild und die Stimme der Anderen

5.3 Zur Rolle und Funktion von Sprache und Kommunikation

5.4 Ökonomische Divergenz zwischen den Kulturen

5.5 Zwischenfazit

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Repräsentation des kolonialen Afrikas in den Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann, mit einem besonderen Fokus auf die postkoloniale Dekonstruktion kolonialer Fremddarstellungen.

  • Postkoloniale Studien und interkulturelle Germanistik als theoretischer Rahmen
  • Analyse von Fremdheitskonstruktionen und Stereotypisierungen
  • Untersuchung der Repräsentation afrikanischer Perspektiven
  • Kritik an kolonialen Machtstrukturen und ökonomischen Ausbeutungsszenarien
  • Vergleich der erzähltechnischen Ansätze zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte

Auszug aus dem Buch

3.1 Sexualität und Beziehungsgefüge

Die Bereiche, in welchen Hoffmann sich am weitesten von den Bewertungen der Kolonialliteratur distanziert, sind Sexualität, Zwischenmenschlichkeit sowie die Beziehungsgefüge der Herero mit ihren Rollenerwartungen und Vorstellungen von Ästhetik. Aber auch eine postkoloniale Einordnung ist hier schwierig, denn die Darstellung erfolgt generell losgelöst vom historisch-gesellschaftlichen Diskurs über Sexualität, wenngleich der sexuelle Einfluss des Kolonisten zunehmend stärker wird. Ein unvoreingenommener, vor allem unblümter Blick auf das Beziehungsverhalten der Herero erfolgt, wenn auch überwiegend aus männlicher Perspektive.

Der Hintergrund bei der Betrachtung des Sexuallebens der Herero sind die kolonialen Vorstellungen, die zum Teil bereits seit dem Mittelalter bestehen, dass Schwarze einen starken Sexualdrang hätten, insbesondere die Frauen lasziv seien, dass Sexualität bei den Fremden als Krankheit betrachtet werden kann und dass sie im Allgemeinen von „tierhafter, promiskuitiver Sexualität“ seien. Die Darstellung und Repräsentation der Afrikaner geht also von einem allgemein hohen Grad der Sexualisierung aus und deckt damit ein breites Portfolio an Rassismen und Stereotypen ab. Interessanterweise könnte Die schweigenden Feuer auf den ersten Blick diesen Eindruck durchaus bestätigen, eine genauere Analyse ermöglicht aber dennoch eine klare Distanzierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die postkoloniale Thematik ein und erläutert die Relevanz der literarischen Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte.

2. Wissenschaftliche Verortung: Dieses Kapitel verankert die Analyse theoretisch in den Postkolonialen Studien und der Interkulturellen Germanistik.

3. Fremdheit in Giselher W. Hoffmanns Die schweigenden Feuer: Hier wird analysiert, wie Hoffmann durch eine eigene afrikanische Weltkonstruktion Stereotype dekonstruiert und Autonomie schafft.

4. Die Romanze in der Wildnis: Gerhard Seyfrieds Herero: Diese Sektion untersucht, inwiefern Seyfried trotz des Anspruchs auf Authentizität in konventionellen kolonialen Mustern verharrt.

5. Deutsche und „Hottentotten“ in Uwe Timms Morenga: Das Kapitel widmet sich der vielschichtigen Darstellung von Sprache, Wirtschaft und zwischenmenschlichen Beziehungen bei Timms Roman.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die unterschiedlichen Ansätze der Autoren zusammen und bewertet deren Beitrag zur postkolonialen literarischen Aufarbeitung.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Interkulturelle Germanistik, Herero, Namibia, Uwe Timm, Gerhard Seyfried, Giselher W. Hoffmann, Kolonialgeschichte, Fremdheit, Stereotype, Repräsentation, Morenga, Die schweigenden Feuer, Identität, Dekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung des kolonialen Afrikas, insbesondere unter dem Aspekt der Fremdheitskonstruktion in drei ausgewählten deutschen Romanen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung von Sexualität, soziale Strukturen, Geschichtlichkeit und der Einfluss der Kolonialmächte auf die indigenen Kulturen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen einer postkolonialen Perspektive in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zu untersuchen und zu vergleichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung im Kontext der postkolonialen Studien und der interkulturellen Germanistik unter Einbezug historischer und ethnologischer Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils einen der Romane (Hoffmanns, Seyfrieds und Timms) detailliert analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Begriffe wie Postkolonialismus, Repräsentation, Fremdheit, Dekonstruktion und koloniales Afrika stehen im Zentrum der Arbeit.

Wie unterscheidet sich Hoffmanns Herero-Bild von dem der anderen Autoren?

Hoffmann versucht, eine eigenständige afrikanische Welt zu kreieren, die sich von europäischen Projektionen löst, während die anderen Autoren stärkeren kolonialen Mustern verhaftet bleiben.

Welche Rolle spielt die Sprache in Uwe Timms Morenga?

Sprache wird als Mittel der Kommunikation, aber auch als Spiegel des kolonialen Machtgefälles und der kulturellen Divergenz zwischen den Gruppen untersucht.

Final del extracto de 81 páginas  - subir

Detalles

Título
Koloniales Afrika in Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann
Universidad
University of Trier
Calificación
2,3
Autor
Matthias Billen (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
81
No. de catálogo
V167799
ISBN (Ebook)
9783640852321
ISBN (Libro)
9783640852758
Idioma
Alemán
Etiqueta
koloniales afrika romanen timm gerhard seyfried giselher hoffmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Billen (Autor), 2010, Koloniales Afrika in Romanen von Uwe Timm, Gerhard Seyfried und Giselher W. Hoffmann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167799
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