Mit zunehmendem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien und einer damit einher gehenden Verfügbarkeit enormer Kapazitäts- und Rechenleistung hat die informationstechnische Entscheidungsunterstützung seit den 90er Jahren wieder Fahrt aufgenommen und vereint unter dem Schlagwort "Business Intelligence" verschiedene Lösungsansätze und Technologien.
Im Rahmen dieser Seminarbeit werden "Business Intelligence" und "Corporate Performance Management" - Konzepte zur Unterstützung betrieblicher Entscheidungsprozesse (insbesondere im Supply Chain Management (SCM)) vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Betriebswirtschaftlicher Entscheidungsprozess
2.2 Informationssysteme als Teil des unternehmerischen Entscheidungsmodells
3 Vorgehensmodell zur Entscheidungsfindung mit Unterstützung durch Informationstechnologien
4 Entscheidungsfindung mit Hilfe betrieblicher Informationssysteme anhand zweier Szenarien des Supply Chain Management
4.1 Die Balanced Scorecard als Grundlage für optimales Supply Chain Management
4.2 Corporate Performance Management für Supply Chain Prozesse
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Unterstützung betrieblicher Entscheidungsprozesse durch den Einsatz von Business Intelligence und Corporate Performance Management, wobei der Fokus auf deren Anwendung und Nutzen innerhalb des Supply Chain Managements liegt.
- Grundlagen des betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozesses
- Rolle von Informationssystemen bei der Entscheidungsunterstützung
- Methodik zur Entscheidungsfindung mittels Informationstechnologien
- Einsatz der Balanced Scorecard im Supply Chain Management
- Integration von Corporate Performance Management in Prozessketten
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Balanced Scorecard als Grundlage für optimales Supply Chain Management
Die besondere Herausforderung im Supply Chain Management besteht in der Koordination vieler Aktivitäten, die zur Bewegung von Gütern aus ihrem Ursprungszustand hin zum Endkunden notwendig sind. Neben der Durchführung der verschiedenen Hauptprozesse gehören hierzu jeweils auch die Interaktionen mit externen Organisationen wie Lieferanten, Transporteuren, Lagerverwaltung und Informationsvermittlung. Innerhalb des Unternehmens müssen eine Vielzahl von Funktionen wie Materialeinkauf, Produktionsplanung, Auftragsabwicklung in funktionierende Warenflüsse eingebettet werden (vgl. Brewer/Speh, 2000). Entscheidungen im Supply Chain Management leiten sich genau wie in allen anderen Bereichen von der Unternehmensstrategie ab. Allerdings können sie zumeist nicht eins zu eins übernommen werden, da zum Beispiel auf Unternehmensbene eher finanzielle Kenngrößen und im Bereich des Supply Chain Management eher Leistungsgrößen betrachtet werden (vgl. Karrer/Placzek/Stölzle, 2004, S. 504).
Betrachtet man unter diesem Aspekt das in Kapitel 3 vorgestellte Modell zur Entscheidungsfindung, so ist der erste Schritt, die Zielformulierung auf Basis der Unternehmensstrategie, nicht ohne weiteres möglich. Als Abhilfe zur Abbildung der Unternehmensstrategie in die Bereiche des Supply Chain Management erfreut sich im Rahmen des Supply Chain Controlling insbesondere die Balanced Scorecard größter Beliebtheit (vgl. Westhaus, 2007, S. 92). Zwei besonders bekannte Ansätze finden sich bei Stölzle/Heusler/Karrer (2001), die eine zusätzliche Lieferantenperspektive hinzunehmen, und bei Weber/Bacher/Groll (2002), die eine Kaskadierung der Balanced Scorecard auf Unternehmensebene und eine sehr angepasste Balanced Scorecard auf Supply Chain Ebene vorsehen (zusammenfassend bei Neher, 2003). Beide Ansätze vereinen das Ziel, die Unternehmensstrategie als Abbild der unternehmensweiten Balanced Scorecard mit den Anforderungen des Supply Chain Management zu verbinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung quantitativer Methoden und Informationstechnologien für moderne Entscheidungsprozesse ein und stellt die Schwerpunkte Business Intelligence sowie Corporate Performance Management vor.
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert den betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozess sowie die Einbettung von Informationssystemen als Grundlage für rationales Handeln im Unternehmen.
3 Vorgehensmodell zur Entscheidungsfindung mit Unterstützung durch Informationstechnologien: Es wird ein siebenstufiges Prozessmodell dargestellt, das Schnittstellen zwischen Entscheidungsschritte und IT-gestützten Lösungen aufzeigt.
4 Entscheidungsfindung mit Hilfe betrieblicher Informationssysteme anhand zweier Szenarien des Supply Chain Management: Anhand der Balanced Scorecard und des Corporate Performance Management wird der praktische Einsatz von BI-Werkzeugen in komplexen Lieferketten analysiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die technologischen Möglichkeiten der Entscheidungsunterstützung und betont die bleibende Bedeutung menschlicher Intuition bei der Strategiefindung.
Schlüsselwörter
Business Intelligence, Corporate Performance Management, Supply Chain Management, Entscheidungsfindung, Balanced Scorecard, Data Warehouse, Prozessoptimierung, Echtzeitdaten, Informationstechnologie, Performance Controlling, Strategie, Prozessmodellierung, Entscheidungsunterstützung, Leistungskennzahlen, Analyselatenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Nutzung moderner IT-Systeme, insbesondere Business Intelligence und Corporate Performance Management, um betriebliche Entscheidungen in komplexen Unternehmensumfeldern zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Entscheidungsfindung, der Implementierung von Balanced Scorecards im Supply Chain Management und der prozessorientierten Analyse von Unternehmensdaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung von Konzepten, mit denen betriebliche Entscheidungsprozesse durch IT-Unterstützung effizienter gestaltet und beschleunigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse, die in ein systematisches Vorgehensmodell zur Entscheidungsfindung überführt und in Szenarien des Supply Chain Managements angewendet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie BI-Werkzeuge und Performance-Management-Konzepte als Steuerungsinstrumente eingesetzt werden, um Daten aus verschiedenen Quellen zu integrieren und Entscheidungsgrundlagen zu verbessern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Business Intelligence, Corporate Performance Management, Supply Chain Management, Prozessoptimierung und die Entscheidungsunterstützung durch IT-Systeme.
Wie unterstützt die Balanced Scorecard das Supply Chain Management?
Sie ermöglicht es, strategische Unternehmensziele in spezifische Leistungsgrößen für die Lieferkette zu übersetzen, was eine messbare und zielgerichtete Steuerung der beteiligten Prozesse erlaubt.
Warum ist die Integration von Echtzeitdaten für Corporate Performance Management entscheidend?
Die Integration von Echtzeitdaten minimiert die sogenannte Aktionszeit bei Störungen, was insbesondere in hochspezialisierten Prozessketten ohne Pufferzonen essenziell für die Fehlervermeidung und Effizienz ist.
- Citar trabajo
- Alexander Broz (Autor), 2009, Informationsverarbeitung zur Entscheidungsunterstützung im Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167829