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Folter und die Würde des Menschen

Titre: Folter und die Würde des Menschen

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 34 Pages , Note: 1,3

Autor:in: MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Auteur)

Ethique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Folter war eine lange Zeit kein Thema in der deutschen Öffentlichkeit, obwohl auf der Welt vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien es immer wieder zu Folterungen kommt. Doch sind diese Fälle für die deutsche Presse und die Gesellschaft anscheinend zu unbedeutend. Erst durch Ereignisse wie Abu Ghraib, die Protestaktionen 2008 in Tibet oder den Fall Daschner rückte das Thema der Folter wieder in den Mittelpunkt des öffentlich-politischen Interesses. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll sich mit dem Thema der Folter auseinandergesetzt werden. Dabei wird zu Beginn der Fall Daschner, der in Deutschland für eine breite Diskussion in Politik, Wissenschaft und der Öffentlichkeit gesorgt hat, als Aufhänger für diese Arbeit genutzt werden. Um das Leben eines entführten Kindes zu retten, hatte sich der Frankfurter Polizei-Vizepräsident dazu entschieden, dem Entführer mit Anwendung von Gewalt drohen zu lassen. Diese Folterandrohung, die Würde eines Menschen zu verletzten, um das Leben eines anderen Menschen zu retten, führte zu der Diskussion, ob es in bestimmten Notfällen nicht erlaubt sein sollte, von dem rechtsstaatlichen Handeln abzuweichen und durch die „Rettungsfolter“ Menschenleben zu retten.
Folter und Rettungsfolter bilden einen sehr weiten Themenbereich. In dieser Arbeit soll es vor allem darum gehen, die Diskussion der „Rettungsfolter“ in Deutschland zu untersuchen, ob sie mit den heutigen nationalen, wie internationalen Rechten in Einklang zu bringen wäre und ob sie auch moralisch vertretbar ist. Der zweite Teil der Arbeit wird sich mit der Folter an sich beschäftigen. Was gibt es für Methoden um zu foltern? Welche Folgen haben Folterungen und wie kann den Geschädigten geholfen werden. Und was ist mit der Wahrheit über Folter und der Versöhnung von Gefolterten und Folterern?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Thema, Fragestellung und Eingrenzung

1.2. Quellenlage und Forschungsstand

2. Der Fall Daschner

3. Folter damals wie heute

3.1. Historischer Abriss zum Phänomen der Folter

3.2. Folter

4. Diskussionen zur Folter in Deutschland

4.1. Das grundgesetzliche Folterverbot und der Menschenwürdegehalt der Grundrechte

4.2. „Krieg gegen den Terror“

4.3. Zur Not ein bisschen Folter - „Rettungsfolter“?

5. Die Qualen der Opfer

5.1. Die Methoden

5.2. Folgen von Folter

5.3. Hilfe für Opfer

5.4. Folter, Wahrheit und Versöhnung

6. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeit „Folter und die Würde des Menschen“

7. Literatur- und Internetverzeichnis

7.1. Literaturverzeichnis

7.2. Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Folter mit einem besonderen Fokus auf die Debatte um die sogenannte „Rettungsfolter“ in Deutschland, den Fall Daschner sowie die internationalen und moralischen Aspekte der Folterproblematik und die Möglichkeiten der Aufarbeitung durch Wahrheitskommissionen.

  • Die Vereinbarkeit der „Rettungsfolter“ mit nationalem und internationalem Recht.
  • Die menschenrechtliche und moralische Vertretbarkeit des absoluten Folterverbots.
  • Die Auswirkungen von Folter auf Opfer und Täter sowie die psychologischen Folgen.
  • Die Rolle der Wahrheit und Versöhnung bei der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen am Beispiel Südafrikas.

Auszug aus dem Buch

3.1. Historischer Abriss zum Phänomen der Folter

Zur Geschichte der Folter ist zu sagen, dass wohl jedes Volk im Laufe der Zeit gefoltert hat. Für den Einsatz der Folter bedarf es einer Über- und Unterordnung aufgebauten staatlichen oder staatsähnlichen Ordnung. So erscheint ein gewisser staatlicher Organisationsgrad als Voraussetzung der Folter unabdingbar. Das mag auch der Grund sein, warum sich beispielsweise bei den politischen Strukturen die Geschlechter und Stämme waren, wie den Germanen oder Juden keine Hinweise auf Folter finden lassen. In diesen Fällen wurden anstatt Folter, Rache und Fehden eingesetzt. Die Folter fand hingegen schon bei den alten Hochkulturen wie den Ägyptern, Indern, Chinesen, Japanern, Persern und Griechen Anwendung.

In Rom wurde die Folter gegen römische Bürger nur bei politischen Vergehen und in der nachklassischen Zeit auch in Fällen der Personalexekution eingesetzt. Sklaven waren dagegen allgemein der Folter unterworfen. Ihre Aussagen bei Prozessen waren nur glaubwürdig wenn diese der Folter stand hielten. Neben den Sklaven fielen die Christen der Folter zum Opfer. Die römische Oberhoheit versuchte damit die Christen von ihrem Glauben abzubringen.

Als Reaktion auf die Folterung der Christen unter den Römern wurde die Folter unter dem Einfluss der Christen in Europa stark zurückgedrängt. So hatten sich Augustinus 4./5. Jahrhundert n. Chr. und Päpste wie Nikolaus I. und Stephan V. beide 9. Jahrhundert ausdrücklich gegen die Folter ausgesprochen. Im 13. Jahrhundert änderte sich jedoch die Einstellung der Kirche zur Folter. Papst Innozenz IV. erließ 1252 die sogenannte Folter-Bulle „Ad extirpanda“, welche den Kommunen in Norditalien anordnete, beschuldigte Ketzer einer maßvollen Folterung zu unterziehen. Mit dem Hexenhammer von Heinrich Kramer (Institoris) kam 1487 eine Anweisung zur Hexenverfolgung, die den Nerv der Zeit traf und vielen Theologen eine Arbeitsanweisung gab, gegen Hexen und Dämonen mit Hilfe der Folter vorzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas Folter und der Relevanz der Diskussion in Deutschland anhand des Falls Daschner sowie Definition der Forschungsfragen.

2. Der Fall Daschner: Analyse des konkreten Falls der Folterandrohung durch einen Polizeibeamten und die daraus resultierende juristische Debatte.

3. Folter damals wie heute: Historischer Überblick über die Anwendung von Folter in verschiedenen Kulturen und die Entwicklung internationaler Verbotskonventionen.

4. Diskussionen zur Folter in Deutschland: Untersuchung der verfassungsrechtlichen und ethischen Argumente gegen eine Aufweichung des absoluten Folterverbots.

5. Die Qualen der Opfer: Beschreibung verschiedener Foltermethoden, deren Auswirkungen auf die Psyche der Opfer sowie Hilfsmöglichkeiten und Ansätze der Versöhnung.

6. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeit „Folter und die Würde des Menschen“: Resümee über die Notwendigkeit des absoluten Folterverbots und die globale Herausforderung im Kampf für Menschenrechte.

7. Literatur- und Internetverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetverweise.

Schlüsselwörter

Folter, Rettungsfolter, Menschenwürde, Fall Daschner, Grundgesetz, Menschenrechte, Polizeifolter, Opfer, Posttraumatisches Belastungssyndrom, Wahrheitskommission, Versöhnung, Völkerrecht, Folterverbot, Amnesty International, Südafrika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Phänomen der Folter als Verletzung der Menschenwürde, insbesondere unter der Fragestellung, ob ein absolutes Folterverbot in Notsituationen aufgeweicht werden darf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit dem Fall Daschner, der historischen Entwicklung von Folter, der juristischen Debatte in Deutschland sowie den Folgen von Folter für die Opfer und deren Rehabilitation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung, ob „Rettungsfolter“ in Deutschland moralisch und rechtlich vertretbar ist und warum ein absolutes Folterverbot trotz komplexer Notstandssituationen essenziell bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Untersuchung aktueller juristischer und ethischer Diskurse sowie historischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der „Rettungsfolter“ im deutschen Rechtsstaat, die Schilderung physischer und psychischer Foltermethoden sowie die Diskussion der Wahrheitsfindung und Versöhnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Folter, Menschenwürde, Rettungsfolter, absolutes Folterverbot, Wahrheitsfindung und Versöhnung.

Inwiefern beeinflusst der Fall Daschner die heutige Debatte in Deutschland?

Der Fall Daschner diente als Auslöser für eine breite öffentliche und wissenschaftliche Kontroverse darüber, ob polizeiliche Gewaltandrohungen zur Lebensrettung eine rechtfertigende Ausnahme vom Folterverbot darstellen könnten.

Warum wird die Wahrheitskommission in Südafrika als Beispiel herangezogen?

Sie dient als exemplarisches Modell, um aufzuzeigen, wie nach Diktaturen und Unrechtsregimen durch Wahrheit und Versöhnung ein gesellschaftlicher Heilungsprozess eingeleitet werden kann, ohne das Recht der Opfer auf Wiedergutmachung zu vernachlässigen.

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Résumé des informations

Titre
Folter und die Würde des Menschen
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Note
1,3
Auteur
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
34
N° de catalogue
V167933
ISBN (ebook)
9783640868773
ISBN (Livre)
9783640868643
Langue
allemand
mots-clé
Rettungsfolter Menschenrechte Daschner UN Amnesty International Krieg gegen den Terror Winfried Brugger Abu Ghraib Wasserfolter Medikamentenfolter Papageienschaukel Wahrheits-und Versöhnungskomission
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Auteur), 2008, Folter und die Würde des Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167933
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Extrait de  34  pages
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