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Die Unmöglichkeit der Liebe in Gottfried Kellers "Romeo und Julia"

Title: Die Unmöglichkeit der Liebe in Gottfried Kellers "Romeo und Julia"

Term Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nikita Iagniatinski (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Einleitung

„Diesen sind wir entflohen“, sagte Sali, „aber wie entfliehen wir uns selbst? Wie meiden wir uns?“1
Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ gilt als Klassiker der Literatur des Realismus. Keller gibt die Geschichte von Shakespeares unglücklichem Liebespaar Romeo und Julia anders wieder, indem er ihre Handlung ins 19. Jahrhundert und ihren Schauplatz in die bäuerliche Welt der Schweiz verlegt. Diese Hausarbeit setzt sich mit einem Thema auseinander, das für die Novelle vordergründig ist: die tragische Liebe der jungen Leute. Das äußert sich alleine am Umfang, den die Liebesgeschichte einnimmt, nämlich zwei Drittel des ganzen Textes. Mehr als ein Drittel des Gesamttextes entfällt auf den letzten Tag der Liebenden. Das obengenannte Zitat vermittelt die Gefühle des Liebespaars, auf die später näher eingegangen wird. Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Text bildet die umfangreiche Sekundärliteratur. Als Erstes, soll die Handlung in einer kurzen Zusammenfassung wiedergegeben werden. Danach geht es im Hauptteil um die umfassende Interpretation der Novelle basierend auf der Analyse mehrerer Aufsätze aus der Sekundärliteratur. Es gilt zu zeigen, wie die Situation der jungen Leute anfangs aussieht, wie es sich entwickelt und welche unüberwindbaren Hindernisse auf ihrem gemeinsamen Weg stehen. Jurij Lotmans Raumsemantik wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Schließlich werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst, Gemeinsamkeiten gesucht und ein Fazit gebildet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Interpretation von Edgar Hein

1.1. Beschreibung der Hauptpersonen Sali, Vreni

1.2 Ist der Tod der Liebenden unausweichlich?

1.3. Der Prozess der sozialen Vereinsamung

1.4. Seelische Vorgänge in Bildern

a) Das Haus

b) Der Fluss

2. Thomas Koebner: Die Recherche nach den Ursachen eines Liebestods

2.1. Geschichte der Väter und Geschichte der Liebenden

2.2. Gründe für einen Liebestod

2.3. Desillusionierung

3. M. Schmitz: Um Liebe, Leben und Tod

3.1. Ehre und Gewissen

3.2. Soziale Ortlosigkeit

III.3. Tod als Konsequenz

4. A. Honold: Vermittlung und Verwilderung

4.1. Der mittlere Acker und das Prinzip der Vermittlung

4.2. Die Liebe der Kinder und das Prinzip der Verwilderung

5. Semantische Räume nach Lotman

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die tragische Liebesgeschichte in Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe" vor dem Hintergrund verschiedener wissenschaftlicher Interpretationen, um aufzuzeigen, warum ein glückliches gemeinsames Leben für die Protagonisten unmöglich ist.

  • Analyse der sozialen Isolation und Vereinsamung der Hauptfiguren.
  • Untersuchung der psychologischen Konflikte und des "Liebestods" als einzige verbleibende Konsequenz.
  • Betrachtung der symbolischen Bedeutung von Räumen (Haus, Fluss, Acker).
  • Anwendung der Raumsemantik nach Jurij Lotman auf das Erzählgeschehen.
  • Soziologische Einordnung der bürgerlichen Normen und Restriktionen des 19. Jahrhunderts.

Auszug aus dem Buch

1.1. Beschreibung der Hauptpersonen Sali, Vreni

Manz' Sohn Sali erbt nichts von der Verkommenheit seines Vaters. Er entwickelt sich zu einem „hübschen jungen Burschen“. Er weiß wie sein Vater früher war, behält das Gefühl der Ehre und ist tief traurig über seine Eltern. Das auffälligste Charaktermerkmal Salis ist seine Gutmütigkeit. Er bezieht keine harte Position im Väterstreit, er entzieht sich mehr diesem Konflikt. Hein bemerkt, dass Sali in der Beziehung mit Vreni „ein vollkommen uneigennütziges, selbstvergessenes Liebesgefühl zum Ausdruck“ bringt. Er ist gerne neckisch und verspielt im Umgang mit der Geliebten zum Beispiel, bevor sie in den Tod gehen, sagt er, sie sei „noch so ganz jung“ und sie antwortet, er sei ein „alter Mann“.

Keller bewundert diese romantische Einstellung und kritisiert die Gefühlslosigkeit der höheren Stände. „In Vreni und Sali soll die gefühlsverlogene bildungsbürgerliche Welt erkennen, was ihr fehlt“. Sali verhält sich in seiner Beziehung wie ein reicher Bauer, der mit seiner Freundin ausgeht. Jedoch ist er arm und deshalb auch kein Angeber: „Ich glaube, das Elend macht meine Liebe zu dir stärker und schmerzhafter, so daß es um Leben und Tod geht!“ sind seine ehrlichen Worte an Vreni. Ehrlichkeit geht genauso in einem hohen Maße von Vreni aus, sie möchte für den Tanzausflug kein 'schmutziges' Geld vom Manz haben, „von dem Gestohlenen“. Sali lehnt die Geldgabe seines Vaters entschieden ab und stellt sich nicht auf dessen verdorbene Seite. Von der verkauften Uhr kauft er dem Mädchen wunderschöne Schuhe, wie Vreni noch nie in ihrem Leben getragen, sich aber sehr gewünscht hat. Sali führt seine Geliebte in ein ordentliches Wirtshaus aus und ordert ein beträchtliches Mittagsmahl. Er umgarnt sie wie ein waschechter Gentleman.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Interpretation von Edgar Hein: Analyse der Charaktere Sali und Vreni unter dem Aspekt ihrer Gutmütigkeit und Ehrlichkeit sowie der Unausweichlichkeit ihres Schicksals.

2. Thomas Koebner: Die Recherche nach den Ursachen eines Liebestods: Untersuchung der familiären Verhältnisse und des materiellen sowie moralischen Elends als Hindernis für ein gemeinsames Leben.

3. M. Schmitz: Um Liebe, Leben und Tod: Fokus auf die von Keller gesetzten Restriktionen, das Gewissen der Figuren und die soziale Ortlosigkeit des Paares.

4. A. Honold: Vermittlung und Verwilderung: Deutung des mittleren Ackers als Ort der Verwilderung und Auseinandersetzung mit dem Zusammenbruch bürgerlicher Vermittlungsinstanzen.

5. Semantische Räume nach Lotman: Theoretische Anwendung der Raumsemantik auf die erzählte Welt, unterteilt in Stadt, Dorf und Berge sowie die Übergänge zwischen diesen Feldern.

Schlüsselwörter

Romeo und Julia auf dem Dorfe, Gottfried Keller, Realismus, Liebestod, soziale Isolation, Raumsemantik, Jurij Lotman, Väterstreit, soziale Ortlosigkeit, bürgerliche Normen, bäuerliche Welt, Literaturanalyse, Identitätsverlust, moralischer Verfall, Schuld und Gewissen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller und untersucht die Gründe, warum das Liebespaar Sali und Vreni ihr Glück nicht verwirklichen kann und schließlich den Tod wählt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die soziale Ausgrenzung, der moralische und materielle Ruin der Familien, der Konflikt mit bürgerlichen Konventionen sowie die psychologische Belastung durch das eigene Gewissen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, mittels Sekundärliteratur aufzuzeigen, dass ein glückliches, gemeinsames Leben der Protagonisten innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen ihrer Zeit faktisch unmöglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Interpretationsansätze aus der Sekundärliteratur zusammenführt und ergänzend die raumsemantische Theorie von Jurij Lotman anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Interpretationen (Hein, Koebner, Schmitz, Honold), die das Verhalten der Väter, die Situation des Liebespaares und die symbolische Bedeutung von Handlungsräumen detailliert beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liebestod, soziale Isolation, Raumsemantik, bürgerliche Normen und der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft.

Welche Bedeutung kommt dem "mittleren Acker" im Werk zu?

Der Acker fungiert als zentrales Symbol für den Streit der Väter, als Ort des materiellen Verfalls, aber gleichzeitig auch als der einzige Raum der Vereinigung für Sali und Vreni.

Wie bewerten die Autoren die "soziale Ortlosigkeit" des Liebespaares?

Die Autoren interpretieren die soziale Ortlosigkeit als existentiellen Zustand, der Sali und Vreni dazu zwingt, den Liebespartner zum einzigen Bezugspunkt ihres Lebens zu machen, was letztlich in die totale Exorbitanz und den Tod führt.

Inwiefern spielt der schwarze Geiger eine Rolle?

Der schwarze Geiger wird als Figur wahrgenommen, die Grenzen markiert und die Protagonisten mit dem Leben der Heimatlosen konfrontiert, wobei er eine Art Parodie einer Trauung vollzieht.

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Details

Title
Die Unmöglichkeit der Liebe in Gottfried Kellers "Romeo und Julia"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,3
Author
Nikita Iagniatinski (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V167991
ISBN (eBook)
9783640848652
ISBN (Book)
9783640845095
Language
German
Tags
unmöglichkeit liebe gottfried kellers romeo julia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nikita Iagniatinski (Author), 2010, Die Unmöglichkeit der Liebe in Gottfried Kellers "Romeo und Julia", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167991
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