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Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter

„Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft“ und die „Abbildung des Bapstums“

Titel: Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Stephanie-Thalia Dietrich (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das reformatorische Deutschland des 16. Jahrhunderts zeichnet sich besonders durch die Vielzahl an Flugschriften und -blättern aus, welche das ganze Land regelrecht überschwemmten. Einer der größten Publizisten der Reformation war wohl Martin Luther. Dieser machte sich diese Medienformen gezielt zu nutze um einer besonders breiten Volksschicht seine Ideen nahe zu bringen. Im Falle der Publikationstätigkeit Luthers tritt somit der enge Zusammenhang von Einblattdruck und Flugschrift als reformatorische Propaganda offen zu Tage. Diesen Zusammenhang untersucht die vorliegende Arbeit anhand Luthers Schrift „Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft“ und der Flugblattreihe „Abbildung des Bapstums“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das illustrierte Flugblatt

2.1 Begriffsdefinition – Illustriertes Flugblatt

2.2 Aufbau der illustrierten Flugblätter

2.2.1 Illustration

2.2.2 Text

2.3 Das illustrierte Flugblatt - Massenmedium der Frühen Neuzeit?!

3. Martin Luther als Publizist

4. Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter

4.1 „Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft“ und „Abbildung des Bapstums“

4.2 Beschreibung der einzelnen illustrierten Flugblättern

4.2.1 „Geburt“

4.2.2 „Papstesel“

4.2.3 „Sauritt“

4.2.4 „Sackpfeiferesel“

4.2.5 „Konradin“

4.2.6 „Galgen“

4.2.7 „Höllenrachen“

4.2.8 „Bann“

4.2.9 „Tiara“

4.3 Der Anteil Luthers – Der Anteil Cranachs

4.4 Wiederkehr der Thematik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die propagandistische Funktion illustrierter Flugblätter zur Zeit der Reformation, wobei der Fokus auf der Papstkritik Martin Luthers und deren visueller Umsetzung in Werken wie der „Abbildung des Bapstums“ liegt. Dabei wird analysiert, wie Bild und Text kombiniert wurden, um auch bei nicht-lesekundigen Bevölkerungsschichten eine antikirchliche Wirkung zu erzielen.

  • Die Funktion des illustrierten Flugblatts als Massenmedium der Frühen Neuzeit.
  • Martin Luthers publizistische Strategien und sein Einsatz von Bildsprache.
  • Analyse spezifischer Bildmotive der Papstkritik (z.B. Papstesel, Geburt des Antichristen).
  • Die Zusammenarbeit zwischen Luther und der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä.
  • Die mediale Wirkung und Rezeption der Flugblätter auf verschiedene soziale Schichten.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 „Geburt“

Zu sehen ist links ein nackter Teufel. Dieser ist weiblich, zu erkennen an weiblichen Brüsten und der Haube. Sie reißt ihren After um den Papst (an Pluviale und Tiara zu erkennen) und die Kardinäle (an Mänteln und Kardinalshut/ Barett zu erkennen) aus diesem zu gebären. Ähnlich wie bei Flugblatt II („Papstesel“) hat die Teufelin einen Krallen- und einen Ochsenfuß. Bei der Geburt und auch in den anderen Szenen ist der Papst als Kind mit Tiara dargestellt. In den übrigen Szenen des Holzschnittes sind die drei Furien Megära (bei Luther Meger geschrieben), Alecto und Tisiphone zu sehen, die mit der Betreuung des Papstes beschäftigt sind. Alecto, mit Schlangenhaaren und bekleidet, hockt vorne rechts neben der Wiege und hält mit einem Wedel die Fliegen vom Papst fern. Megära, mit Schlangenhaaren und nackt, sitzt in der Bildmitte auf dem Boden und säugt den Papst. Im Hintergrund ist Tisiphone zu sehen, die ein Kopftuch trägt und dem Papst das laufen beibringt.

Der Titel und der Text beschreiben kurz die Szenen die zu sehen sind.

Titel: ORTVS ET ORIGO PAPAE. (Dt.: Ursprung und Abstammung des Papst) Text: Hie wird geborn der Widerchrist/ Megera sein Seugamme ist:/ Alecto sein Kindermeidlin/ Tisiphone die gengelt jn.

Grisar interpretiert den Sinn des Bildes dahingehend, dass der Teufel dem Papst seit seiner Geburt Neid und Hau eingeflößt hat, womit genau wie der Teufel selbst „der Menschen ewiges und zeitliches Heil zu verhindern sucht“. Somit ist der Papst dem Teufel letztlich gleich und der Antichrist in Person. In der Schrift „Wider das Bapstum“ tauchen folgende Stellen auf, die genau zum Flugblatt passen: 1. „und kom auch nicht hinein denn der leidige Teufel, dazu seine mutter, seine schwester und seine hurnkinder, Bapst, Cardinel und was mehr der Hellischen grundsupen zu Rom ist.“ 2. „Daraus du greiffen kanst, das der Bapst und sein Bapstum sey ein Teufels gespenst aus verkertem, verfelsehten verstand Matth. xvj, das ist, aus lügen, Gottes lesterungen, als dem Teufel aus dem hindern geborn.“ Und 3. „Ich richte und straffe jn traw auch nicht, on das ich sage, Er sey vom Teufel hinden aus geborn, voller Teufel, lügen, Gotteslesterung, abgötterey, Stiffter der selben, Gottes feind, Widerchrist, Verstörer der Christenheit, Kirchenreuber, Schlüssel dieb, Huren wirt und Sodoma vogt, und, was droben mehr gesagt ist.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Bedeutung des Flugblatts als reformatorisches Propagandainstrument und Erläuterung der Zielsetzung sowie der Quellenbasis der Arbeit.

2. Das illustrierte Flugblatt: Definition und Untersuchung der formalen Struktur von Flugblättern sowie deren Rolle als Massenmedium in der Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.

3. Martin Luther als Publizist: Analyse von Luthers Wirken als erfolgreicher Publizist, der die deutsche Sprache und bildliche Darstellung zur Verbreitung seiner reformatorischen Anliegen nutzte.

4. Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter: Detaillierte ikonographische und inhaltliche Untersuchung der zentralen Flugblattszenen, die das Papsttum als Werk des Teufels diffamieren.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der propagandistischen Wirksamkeit von Luthers Flugblättern als Teil einer konsequenten antikirchlichen Bewegung.

Schlüsselwörter

Reformation, Martin Luther, Flugblatt, Papstkritik, Bildpublizistik, Lucas Cranach, Antichrist, Massenmedium, Propaganda, Holzschnitt, Kirchenspaltung, Frühe Neuzeit, Visuelle Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle illustrierter Flugblätter als Propagandainstrument während der Reformation, insbesondere im Kontext von Martin Luthers scharfer Papstkritik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die visuelle Darstellung des Papsttums in Flugblättern, die publizistische Strategie Martin Luthers sowie die Interaktion zwischen Text und Bild zur Beeinflussung der Öffentlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu analysieren, wie Luther durch illustrierte Flugblätter ein negatives Papstbild konstruierte und wie er diese Medien nutzte, um auch ungebildete Bevölkerungsschichten von seiner Sache zu überzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive und analytische Auswertung zeitgenössischer Flugblätter und korreliert diese mit Luthers theologischen Schriften, um die propagandistische Aussageabsicht zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Flugblatts als Medium, die Analyse von Luthers Rolle als Publizist und die detaillierte Beschreibung einzelner ikonographischer Motive der Papstkarikaturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reformation, Papstkritik, Flugblattpropaganda, Martin Luther, Bildsprache, Massenkommunikation und Cranach-Werkstatt.

Wie wurde die Zusammenarbeit zwischen Martin Luther und Lucas Cranach d.Ä. bewertet?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Cranach maßgeblich an der bildlichen Umsetzung der reformatorischen Ideen beteiligt war und die Flugblätter vermutlich unter Luthers direkter inhaltlicher Anweisung entstanden sind.

Welche Bedeutung haben die bildlichen Darstellungen in den Flugblättern für die damalige Zeit?

Bilder fungierten als „Klingel“ und Einstimmungshilfe auf den Text, die auch Analphabeten den Zugang zu Luthers antikirchlichen Thesen ermöglichte und somit eine starke emotionale Überzeugungskraft besaß.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter
Untertitel
„Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft“ und die „Abbildung des Bapstums“
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Lebenswelten und Kommunikationsformen in der frühneuzeitlichen Flugblattpublizistik
Note
1,0
Autor
M.A. Stephanie-Thalia Dietrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V168097
ISBN (eBook)
9783640849857
ISBN (Buch)
9783640849550
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin Luther Flugblattpublizistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Stephanie-Thalia Dietrich (Autor:in), 2008, Martin Luthers Papstkritik im Spiegel der Flugblätter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168097
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Leseprobe aus  25  Seiten
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