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Das Gericht im Wechsel der Medien

Eine Analyse der Darstellung des Gerichtes in Kafkas "Der Prozess" und der Comicadaption von Montellier und Mairowitz

Titel: Das Gericht im Wechsel der Medien

Hausarbeit , 2025 , 26 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Markus Göhler (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Welche Unterschiede liegen zwischen Kafkas "Der Prozess" und der Comicadaption "Der Process" von Montellier und Mairowitz hinsichtlich der Darstellung des Gerichtes vor und wie beeinflusst die mediale Transformation den Blick auf das Gericht vor dem Hintergrund der Kafka-Forschung? Während Kafka in seinem Roman ein abstraktes Gerichtssystem nur beschreiben konnte, haben Montellier und Mairowitz auf ein bildbasiertes Medium zurückgegriffen, das bestimmte Darstellungsaspekte des Gerichtes verändern könnte. Daher lautet die These dieser Arbeit, dass die mediale Transformation zum Comic das Gericht hinsichtlich eines oder mehrerer Aspekte anders in Erscheinung treten lässt.

Franz Kafkas Roman "Der Prozess" gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Werken der modernen Literatur. Die Geschichte von Josef K., der eines Morgens verhaftet wird, ohne den Grund dafür zu erfahren, und sich fortan mit einem gleichermaßen undurchsichtigen sowie ungreifbaren Gerichtssystem konfrontiert sieht, ist zu einem Sinnbild für Ohnmacht, Bürokratie und existenzielle Unsicherheit geworden. Der Roman wurde, nicht zuletzt dank seiner fortwährenden Aktualität, in verschiedenen Medien adaptiert – unter anderem in der Comicversion von Chantal Montellier und David Zane Mairowitz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Adaptions- und Intermedialitätstheorie
    • 2.1 Adaptionstheorie
    • 2.2 Intermedialitätstheorie
  • 3 Die Darstellung des Gerichtes in Kafkas Der Prozess
  • 4 Die Unterschiede in der Darstellung des Gerichtes in Der Process von Montellier und Mairowitz
  • 5 Fazit
  • 6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung des Gerichtes in Franz Kafkas Roman "Der Prozess" und dessen Comicadaption von Montellier und Mairowitz. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Unterschiede in der Darstellung des Gerichtes vorliegen und wie die mediale Transformation den Blick auf das Gericht vor dem Hintergrund der Kafka-Forschung beeinflusst. Die Arbeit geht der These nach, dass die mediale Transformation zum Comic das Gericht in einem oder mehreren Aspekten anders erscheinen lässt.

  • Analyse der Darstellung des Gerichtes in Kafkas "Der Prozess"
  • Untersuchung der Comicadaption "Der Process" von Montellier und Mairowitz
  • Vergleich der Gerichtsdarstellung in literarischem Text und Comic
  • Einfluss der medialen Transformation auf die Interpretation
  • Anwendung der Adaptions- und Intermedialitätstheorie
  • Bezugnahme auf die Kafka-Forschung

Auszug aus dem Buch

2.1 Adaptionstheorie

,Adaption' bedeutet im literaturwissenschaftlichen Kontext die Bearbeitung eines literarischen Werkes mit dem Ziel, es an eine andere literarische Gattung oder an ein anderes Kommunikationsmedium anzupassen. Das mittellateinische Wort adaptatio lässt sich mit dem Begriff ‚Anpassungʻ übersetzen, wobei es wichtig ist, den Prozess und das Produkt der Anpassung zu unterscheiden. Während das Adaptieren als Prozess die interpretative Kreation des Adaptierenden meint, ist das Adaptieren als Produkt als spezifische Transkodierung zu verstehen. Adaptionen werden einerseits oft als sekundär und dementsprechend als von geringerem Wert betrachtet, „da sie die Güte des Originals nie erreichen“ können.” In der Literaturwissenschaft ist die Vorstellung, dass Adaptionen ihren Quellen generell unterzuordnen sind, jedoch nicht populär, da Adaptionen aufzeigen, was ein Medienwechsel in Bezug auf die Vorlage zusätzlich leisten kann.8 Zugleich erfreuen sich Adaptionen großer Beliebtheit, was sich unter anderem auf die Freude an veränderter Wiederholung zurückführen lässt, denn bei Adaptionen handelt es sich nicht um autonome Werke – Sie beziehen sich auf mindestens ein weiteres. Wenn wir also ein Werk als Adaption bezeichnen, sprechen wir damit seine offensichtliche Verbindung zu einem anderen Werk an. .10 Aus diesem Grund sind Untersuchungen, denen Adaptionen zugrunde liegen oft vergleichender Art, aber das bedeutet nicht, dass Adaptionen nicht auch als eigenständige Werke interpretiert und wertgeschätzt werden sollten.11

Diese Bezugnahme auf andere Werke legt nahe, dass die Treue zum adaptierten Werk sich als Maßstab der Beurteilung eignen würde.12 Viele Literaturwissenschaftler lehnen das ab, da Adaptierende nicht nur Reproduktion anstreben, sondern ganz unterschiedliche Intentionen verfolgen können, wie beispielsweise das Kritisieren oder Parodieren.13 Die Bewertungskriterien für Adaptionen sollten dementsprechend aufgrund von Werktreue nicht auf Werturteile der Art „Das Buch war besser.“ reduziert werden.14 Außerdem geht mit einer Adaption auch eine Veränderung des Zeichensystems einher, was die Treue als Maßstab ohnehin fragwürdig macht.15 Wenn es sich bei Adaptionen um reine Transpositionen handeln würde, bräuchten diese nicht eigens untersucht werden, aber das ist nicht der Fall.16 Um es mit Hutcheons Worten zu sagen: „Adaptation is repetition, but repetition without replication.“17 Der Diskurs über Werktreue sollte angepasst werden, da Adaptionen als eigenständige Werke bewertet werden sollten, wofür Werktreue ein ungeeignetes Kriterium darstellt.18 Vielmehr sollte Werktreue als eine Möglichkeit, aber keineswegs als eine privilegierte Möglichkeit betrachtet werden und Gegenstand von Untersuchungen bleiben, aber nicht zu dem Bewertungskriterium schlechthin werden.19

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in Franz Kafkas "Der Prozess" und die Comicadaption von Montellier und Mairowitz ein, formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung des Gerichtes und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2 Adaptions- und Intermedialitätstheorie: Hier werden grundlegende Konzepte der Adaptionstheorie und Intermedialitätstheorie erläutert, welche die theoretische Basis für die Analyse der medialen Transformation von Kafkas Roman in den Comic bilden.

3 Die Darstellung des Gerichtes in Kafkas Der Prozess: Dieses Kapitel konzentriert sich auf eine objektive Erfassung der Gerichtsdarstellung in Kafkas Originalroman, wobei der Fokus auf dessen undurchsichtigem und bürokratischem Charakter liegt.

4 Die Unterschiede in der Darstellung des Gerichtes in Der Process von Montellier und Mairowitz: Dieses Kapitel beleuchtet, wie sich die Darstellung des Gerichtes in der Comicadaption von Montellier und Mairowitz von Kafkas Original unterscheidet und welche visuellen Gestaltungselemente spezifische Aspekte verändern oder betonen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt, dass die mediale Transformation des Romans in den Comic die Darstellung des Gerichtes in mehreren Aspekten verändert und neue Deutungsmöglichkeiten eröffnet.

Schlüsselwörter

Kafka, Der Prozess, Comicadaption, Montellier, Mairowitz, Adaptionstheorie, Intermedialitätstheorie, Gericht, Mediale Transformation, Literaturwissenschaft, Interpretation, Bürokratie, Sexualität, Tod, Memento mori

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Gerichtssystems in Franz Kafkas Roman "Der Prozess" und vergleicht diese mit der Darstellung in der Comicadaption von Chantal Montellier und David Zane Mairowitz, um die Auswirkungen der medialen Transformation zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Literaturwissenschaft, Adaptions- und Intermedialitätstheorie, die Analyse der Gerichtsdarstellung in Kafkas Originalwerk, sowie die Untersuchung der Unterschiede und Neuerungen in der Comicadaption.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede in der Darstellung des Gerichtes zwischen Kafkas "Der Prozess" und der Comicadaption herauszuarbeiten und zu bestimmen, wie die mediale Transformation den Blick auf das Gericht vor dem Hintergrund der Kafka-Forschung beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine komparative Textanalyse, gestützt auf literaturwissenschaftliche Theorien wie die Adaptions- und Intermedialitätstheorie, um die Veränderungen bei der Überführung eines literarischen Werkes in ein visuelles Medium zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Darstellung des Gerichtes in Kafkas "Der Prozess" objektiv analysiert, gefolgt von einer detaillierten Herausarbeitung der Unterschiede und Veränderungen in der Darstellung des Gerichtes in der Comicadaption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Kafka, Der Prozess, Comicadaption, Adaptionstheorie, Intermedialitätstheorie, Gericht, Mediale Transformation, Interpretation, Bürokratie und Memento mori charakterisiert.

Welche Rolle spielen Skelettfiguren in der Comicadaption?

Die Comicadaption ergänzt den Roman durch leitmotivische Skelettfiguren, die als Memento mori-Symbolik fungieren und die Geschichte von K. als "Totentanz" inszenieren, wodurch eine existenzielle Bedrohung visuell stärker betont wird.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Gerichtswelt in Bezug auf Sexualität zwischen Roman und Comic?

Während Kafka sexuelles Begehren in der Gerichtswelt eher subtil andeutet, wird dies in der Comicadaption, beispielsweise durch die explizitere Darstellung der Gesetzbücher des Untersuchungsrichters als "viel eindeutiger erotisches Bild", deutlich stärker sexualisiert und visualisiert.

Welche drei Möglichkeiten der Befreiung werden im Roman genannt?

Im Roman werden von Maler Titorelli drei Möglichkeiten der Befreiung genannt: die wirkliche Freisprechung, die scheinbare Freisprechung und die Verschleppung des Gerichtsverfahrens.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Gericht im Wechsel der Medien
Untertitel
Eine Analyse der Darstellung des Gerichtes in Kafkas "Der Prozess" und der Comicadaption von Montellier und Mairowitz
Hochschule
Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Kafka intermedial
Note
2,7
Autor
Markus Göhler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
26
Katalognummer
V1681404
ISBN (PDF)
9783389169834
ISBN (Buch)
9783389169841
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kafka Der Prozess Comic Intermedialität Adaption
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Göhler (Autor:in), 2025, Das Gericht im Wechsel der Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1681404
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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