Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München 1972

Die Folgen für deutsch-israelisch-arabische Beziehungen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

8 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Stimmung bei Olympischen Spielen

2. Die Geiselnahme

3. Versuch der Geiselbefreiung und das Schicksal der überlebenden Geiselnehmer

4. Folgen für deutsch-israelische Beziehungen

5. Folgen für deutsch-arabische Beziehungen

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

In our assessment, and in light of the result, we have made one of the best achievements of Palestinian commando action. A bomb in the White House, a mine in the Vatican, the death of Mao Tsetung, an earthquake in Paris could not have echoed through the consciousness of every man in the world like the operation at Munich. The Olympiad arouses the people's interest and attention more than anything else in the world. The Choice of the Olympics, from the purely propagandistic view-point, was 100 per cent successful. It was like painting the name of Palestine on a mountauin that can be seen from the four corners of the earth.[1]

Das beeindruckende Zitat beschreibt sehr gut die Absicht der Hintermänner der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München 1972. Sie wollten die Aufmerksamkeit der Welt auf Palästina lenken. In dieser Hausarbeit geht es um den Anschlag auf die israelischen Sportler bei den XX. Olympischen Spielen in München 1972 und dessen politische Folgen. Erstens, soll die Stimmung und die Sicherheitsbedingungen bei der Olympiade beschrieben werden. Zweitens, werden die Geiselnahme, der Versuch der Geiselbefreiung und das Schicksal der überlebenden Terroristen geschildert. Drittens sollen die Folgen für die deutsch-israelischen und die deutsch-arabischen Beziehungen genannt und ausführlich erläutert werden.

1. Stimmung bei Olympischen Spielen

Die Olympischen Spiele in München 1972 trugen das Image von 'heiteren Spielen'. Der Sinn der Spiele war der Welt zu zeigen, dass Deutschland sich seit dem II. Weltkrieg und seit Olympia 1936, das von Nazi-Propaganda geprägt war, komplett verändert hat. Offen, freundlich, modern und von der Vergangenheit abgelöst, diesen Eindruck wollte man hinterlassen. Die Sicherheit hat eine untergeordnete Rolle gespielt. Im Olympischen Dorf wurden beispielsweise weder Polizei- noch spezielle Sicherheitskräfte eingesetzt, sondern einfache Ordnungsbeamte. Diese waren in modische hellblaue Uniformen gekleidet und nur mit Walkie-Talkies 'bewaffnet'. Sie präsentierten die Offenheit der Spiele. Über 4000 Journalisten und mehr als 2000 Fernsehleute waren in die bayerische Landeshauptstadt angereist. Sie konnten sich praktisch frei im Olympischen Dorf bewegen. Es gab zwar Eingangskontrollen und die Tore wurden nachts abgeschlossen. Allerdings hatten die Sportler die Gewohnheit nach durch gefeierter Nacht über den zwei Meter hohen Zaun zu klettern, was vom Ordnungspersonal geduldet wurde.[2]

2. Die Geiselnahme

Um 4.10 Uhr am Morgen des 5. September 1972 klettern acht Terroristen der Organisation 'Schwarzer September' über den Zaun ins Olympische Dorf. Sie bewegen sich zum Appartement der israelischen Olympiamannschaft in der Connollystr. 31.[3] Wegen der niedrigen Sicherheitsbedingungen waren die Türen des Appartements nicht abgeschlossen. Die mit Kalaschnikows bewaffneten Männer können daraufhin die Sportler leicht überwältigen. Sie nehmen elf Geiseln, von denen zwei gleich zu Beginn schwer verwundet werden.[4] Wegen fehlender ärztlicher Behandlung erliegen die beiden Israelis bald an ihren Verletzungen. Die Attentäter stellen ihre erste große Forderung: bis neun Uhr morgens sollen 232 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen freigelassen werden. Nach Verhandlungen wird das Ultimatum mehrfach bis zum späten Nachmittag verlängert. Israel lehnt die Forderung jedoch strikt ab.[5]

3. Versuch der Geiselbefreiung und das Schicksal der überlebenden Geiselnehmer

Nach der negativen Antwort der israelischen Regierung fordern die palästinensischen Terroristen mit den Geiseln nach Kairo ausgeflogen zu werden. Die deutsche Seite gibt vor zuzustimmen. Zwei Hubschrauber bringen die Attentäter und die Sportler zum Militärflughafen Fürstenfeldbrück. Dort wartet eine Boeing 727 vollgetankt und abflugbereit. In der Zwischenzeit sendet die deutsche Regierung eine Anfrage um Hilfestellung nach Ägypten. Nach drei Stunden erhält man eine knappe Antwort: „we do not want to get involved“[6]. Die deutschen Behörden müssen die Angelegenheit deshalb vor Ort regeln.

Der Plan der Polizeibehörden sieht einen Angriff direkt am Flughafen vor. Bei der Einsatzplanung werden folgende schwere Fehler begangen:

a) Es werden nur fünf Scharfschützen eingesetzt, da mit fünf statt acht Terroristen gerechnet wurde. Beteiligte an der Operation gehen in späteren Interviews davon aus, dass auf jeden Palästinenser zwei Scharfschützen eingeteilt werden mussten[7]
b)Statt ausgebildeten Präzisionsschützen wurden einfache Polizeibeamte mit Scharfschützengewehren ausgewählt
c) Die Scharfschützen hatten kein Funkkontakt zueinander

[...]


[1] Teil eines Kommuniques, vermutlich verfasst von Führungskräften des 'Schwarzen September'. Veröffentlicht in der Beiruter Zeitung Al-Sayad, eine Woche nach dem Anschlag. In: Ulrike Draesner: Spiele. München 2005. S. 5.

[2] S. Reeve: Ein Tag im September. Hintergrundbericht zum 21-stündigen Geiseldrama in München 1972. S. 10-17.

[3] Reeve, 17-20.

[4] Einer der Sportler hat versucht zu fliehen, ein anderer kämpfte mit einem der Attentäter. Sie wurden deshalb angeschossen. Die Geiseln zu erschießen gehörte nicht zu den Aufgaben der Palästinenser. Reeve, 23ff.

[5] M. Dahlke: Der Anschlag auf Olympia '72. Die politischen Reaktionen auf den internationalen Terrorismus in Deutschland. München 2006. S. 11.

[6] Dahlke, 15.

[7] Interview mit Ulrich Wegener, BGS-Verbindungsoffizier beim Bundesinnenminister 1972. http://www.olympia72.de/interviews-video.html (23.12.2010)

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München 1972
Untertitel
Die Folgen für deutsch-israelisch-arabische Beziehungen
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Deutsch-israelische Beziehungen
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V168156
ISBN (eBook)
9783640850969
ISBN (Buch)
9783640851294
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
attentat, sportler, olympischen, spielen, münchen, folgen, beziehungen
Arbeit zitieren
Nikita Iagniatinski (Autor:in), 2011, Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München 1972, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168156

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