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Hermann Hesses "Demian" und "Der Steppenwolf". Eine vergleichende Stilanalyse

Titre: Hermann Hesses "Demian" und "Der Steppenwolf". Eine vergleichende Stilanalyse

Dossier / Travail , 2015 , 24 Pages , Note: 2

Autor:in: Sascha Grylicki (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Stil Hermann Hesses scheint, während seiner Entwicklung, einen gewissen Stilwert gewonnen zu haben, der bei Kritikern als vorbildhaft galt. Ob jene Stilwerte von Hermann Hesse selbst stammen, oder ob bestehende, bereits anerkannte Stilwerte von ihm eingehalten wurden, wird nicht eindeutig ersichtlich. Worin aber genau der Stil Hesses als Autor besteht, weshalb er mit ihm „hohe Stilwerte vertritt“, bleibt bei all dem völlig offen. Hermann Hesse hat keinen Interpretationsschlüssel für seinen Stil hinterlassen, wie etwa Friedrich Dürrenmatt seine Dramentheorie, oder Ernest Hemingway sein Eisberg-Modell. Somit gestaltet es sich um einiges schwieriger, einen „Hesse'schen Stil“ aus seinen Werken „herauszufiltern“. Eine solche Hilfe stellt einzig seine umfangreiche Korrespondenz mit Lesern, Verlegern und anderen Autoren dar, in der er oft Einsicht in den Stil seines Werks gibt, aber auch Rezensionen seiner Zeitgenossen geben zum Teil Aufschluss darüber.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • I. Jeder Stil hat seinen Preis
  • II. Der Künstler lebt von seinen Krisen
    • II. I. Hermann Hesse – Leben und Werk in Kürze
    • II. II. Demian – Identität im Untergang
    • II. III. Der Steppenwolf – Überwindung einer Dualität
    • II. IV. Wie Emil Sinclair zu Harry Haller wurde
  • III. Hesse'scher Rundfunk
  • IV. Quellen- und Literaturverzeichnis
    • IV. I. Quellenverzeichnis
    • IV. II. Literaturverzeichnis
      • IV. II. I. Primärliteratur
      • IV. II. II. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit einer vergleichenden Stilanalyse der Romane "Demian" (1919) und "Der Steppenwolf" (1927) von Hermann Hesse. Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich die literarische Darstellung in Bezug auf stilistische Elemente in diesen beiden Werken verändert oder konstant bleibt und welche Funktionen diese stilistischen Entscheidungen erfüllen.

  • Die Stilistik und Stilwerte Hermann Hesses in seinen Werken.
  • Die literarische Verarbeitung persönlicher Krisen in "Demian" und "Der Steppenwolf".
  • Die Entwicklung der Identität der Protagonisten in Relation zu Hesses Biografie.
  • Analyse von Erzählperspektive, Zeitformen und Figurenrede.
  • Besondere Stilfiguren und Neologismen in den Romanen.
  • Die Rolle von Autobiografie und Authentizität in Hesses Erzählstil.

Auszug aus dem Buch

II. III. Der Steppenwolf – Überwindung einer Dualität

Der Roman unterscheidet sich im Format nicht von Demian und umfasst circa 250 Seiten. Es existiert keine herkömmliche Kapiteleinteilung, voran steht ein ungefähr 30 Seiten langes "Vorwort des Herausgebers", wobei es sich um die fiktive Figur des Neffen und ersten Ich-Erzählers handelt. Heraus gibt er wiederum "Harry Hallers Aufzeichnungen", eine umfangreiche Binnenerzählung¹⁵ und der eigentliche Roman, in welchem der Protagonist Harry Haller den, wie der fiktive Herausgeber warnt, unzuverlässigen zweiten Ich-Erzähler darstellt. Innerhalb dieser Binnenerzählung existiert eine dritte Binnenerzählung, der sogenannte "Steppenwolf-Tractat", von dem Harry Haller behauptet, er sei ihm "zugesteckt" worden, was an die angebliche "Zettelbotschaft" Demians an Sinclair erinnert (Pfeifer, 1990, S. 169). Zur stilistischen Unterstreichung besaß der Tractat in der Originalausgabe sogar eine eigene Seitenzählung (Pfeifer, 1990, S. 226). Darin kommt ein "Erzähler-Kollektiv" zu Wort, das sich selbst als "Die Unsterblichen" bezeichnet. Da innerhalb des Tractats die Person Harry Haller eindeutig geschildert wird, muss er entweder selbst der Verfasser sein, oder diesen Namen, unter dem er ja dem Herausgeber seiner Aufzeichnungen bekannt ist, als Pseudonym angenommen haben.¹⁶ Möglich wäre höchstens, dass der Tractat von jenem Kollektiv, dessen Identität die ganzen Aufzeichnungen über im Verborgenen bleibt, den Protagonisten jedoch stets zu beobachten scheint, absichtlich auf die Person Harry Haller “zugeschnitten” wurde. Dem widerspricht jedoch, dass sich “Harry Haller” mit keiner Zeile über das Vorkommen seines Namens im Tractat verwundert, wobei dies im Kontext des Romans kein unerschütterliches Indiz darstellen muss, wie sich noch zeigen wird. Neben dem Tractat findet sich auch erstmals „eingeschobene Lyrik“ im Steppenwolf (Steppenwolf, S. 87-88), was bei Hesse eher selten vorkommt. Allerdings entspricht es sehr seinem Stil, Kunstwerke wie Gemälde oder Bildhauerkunst und Schnitzerei literarisch darzustellen (Roßhalde; Narziß und Goldmund). Letztlich gelingt es Hermann Hesse mit seinem funktionalstilistischen Vorgehen, Verwirrung zu stiften und die Glaubwürdigkeit seines Protagonisten, wie schon vom ersten Ich-Erzähler prophezeit wurde, zu untergraben. Der damit generierte Effekt auf den Leser ist der, mit geschärfter Aufmerksamkeit und Misstrauen an den Roman heranzugehen und sich somit mehr auf die übergeordnete Bedeutung der Handlung zu konzentrieren, als darauf, wie viel von ihr überhaupt authentisch sein kann. Man könnte dies als einen großangelegten Stileffekt bezeichnen, der begleitend über allen anderen steht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Jeder Stil hat seinen Preis: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, diskutiert die Schwierigkeit der Stildefinition bei Hermann Hesse und begründet die Beschränkung der Arbeit auf die vergleichende Stilanalyse von "Demian" und "Der Steppenwolf".

II. Der Künstler lebt von seinen Krisen: Dieser Hauptteil beleuchtet die biografischen und werkspezifischen Hintergründe von Hermann Hesse, insbesondere seine Lebenskrisen als Inspirationsquelle für die beiden analysierten Romane.

II. I. Hermann Hesse – Leben und Werk in Kürze: Hier wird ein kurzer Überblick über Hermann Hesses Leben und Werk gegeben, wobei auf prägende Einflüsse und wiederkehrende "geistige Komponenten" in seinem Stil eingegangen wird.

II. II. Demian – Identität im Untergang: In diesem Abschnitt wird "Demian" als Dokument einer Lebenskrise des Autors analysiert, wobei der Fokus auf dessen Entstehungsgeschichte, autobiografischen Bezügen und stilistischen Merkmalen liegt.

II. III. Der Steppenwolf – Überwindung einer Dualität: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von "Der Steppenwolf", beleuchtet dessen Entstehung während einer persönlichen Krise und untersucht die vielschichtige Erzählstruktur sowie spezifische Stileffekte wie Neologismen und Personifikationen.

II. IV. Wie Emil Sinclair zu Harry Haller wurde: In diesem vergleichenden Abschnitt wird die stilistische Entwicklung zwischen "Demian" und "Der Steppenwolf" betrachtet, wobei trotz grundsätzlicher Kontinuität subtile Veränderungen in der Komplexität der Erzählstruktur und der Darstellung der Authentizität der Figuren festgestellt werden.

III. Hesse'scher Rundfunk: Das Fazit der Arbeit stellt fest, dass es keine signifikanten stilistischen Unterschiede zwischen den Werken gibt, Hesse jedoch seinem Stil und seinen Grundthemen treu bleibt, was den anhaltenden Erfolg seiner Werke erklärt.

Schlüsselwörter

Hermann Hesse, Stilanalyse, Demian, Der Steppenwolf, Literatur, Krise, Identität, Dualität, Stilistik, Erzählperspektive, Autobiografie, Romantik, Psychoanalyse, Neologismen, Funktionalstilistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht vergleichend den sprachlichen Stil in Hermann Hesses Romanen "Demian" und "Der Steppenwolf", um Gemeinsamkeiten und Entwicklungen in seiner literarischen Darstellung aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Stilistik Hermann Hesses, die literarische Verarbeitung persönlicher Lebenskrisen, die Identitätsfindung der Protagonisten, Dualität von Verstand und Trieb sowie die Rolle autobiografischer Einflüsse im Werk.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, eine vergleichende Stilanalyse durchzuführen, um zu identifizieren, wie sich Hesses literarische Darstellung in den Romanen "Demian" und "Der Steppenwolf" hinsichtlich stilistischer Elemente verändert oder erhalten bleibt und welche Funktionen diese Stilmerkmale erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet Methoden der Textstilistik, wie sie von Barbara Sandig und Hans-Werner Eroms vorgestellt wurden, um makro- und mikrostilistische Analysen der Texte durchzuführen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Leben und Werk Hermann Hesses kurz umrissen, gefolgt von detaillierten Stilanalysen der Romane "Demian" und "Der Steppenwolf", wobei deren Entstehungskontexte und spezifische stilistische Merkmale untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Hermann Hesse, Stilanalyse, Demian, Der Steppenwolf, Krise, Identität, Dualität, Stilistik, Erzählperspektive und Funktionalstilistik.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Krise in "Demian" und "Der Steppenwolf"?

In "Demian" ist die Krise primär durch äußere Faktoren bedingt und wird als "Identität im Untergang" verarbeitet, während in "Der Steppenwolf" die Krise eher innerlich ist, als "Überwindung einer Dualität" dargestellt wird und stärker auf Selbstheilung abzielt.

Welche Rolle spielen Erzählperspektive und Authentizität in Hesses Stil?

Hesse nutzt ein stilistisches Spiel mit Erzählperspektive und Tempus, um die Geschichte dem Leser nahe zu bringen. Im "Demian" wird eine künstliche Authentizität angestrebt, während die Authentizität des Geschehens im "Steppenwolf" durch komplexe Binnenerzählungen und den unzuverlässigen Erzähler bewusst in Zweifel gezogen wird.

Welche besonderen Stilfiguren verwendet Hesse im "Steppenwolf"?

Im "Steppenwolf" fallen Neologismen mit dem Präfix "Halbundhalb-", Personifikationen (z.B. des Tages) und kunstvolle Euphemismen für Selbstmord auf, die Harry Hallers Exzentrizität unterstreichen.

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Résumé des informations

Titre
Hermann Hesses "Demian" und "Der Steppenwolf". Eine vergleichende Stilanalyse
Université
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Cours
Stil und Stilistik
Note
2
Auteur
Sascha Grylicki (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
24
N° de catalogue
V1681726
ISBN (PDF)
9783389170199
ISBN (Livre)
9783389170205
Langue
allemand
mots-clé
Hermann Hesse Der Steppenwolf Demian Stil Stilistik
Sécurité des produits
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Citation du texte
Sascha Grylicki (Auteur), 2015, Hermann Hesses "Demian" und "Der Steppenwolf". Eine vergleichende Stilanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1681726
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Extrait de  24  pages
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