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Zugeständnis an den theoretisch freien Menschen

Ein Versuch

Titel: Zugeständnis an den theoretisch freien Menschen

Seminararbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sebastian Veit (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Eine seit Jahrhunderten diskutierte Frage der Philosophie und anderer Wissenschaften ist, ob der Mensch ein freies Wesen mit freiem Willen, oder das Kind seiner Gesellschaft und der damit verbundenen Struktur ist. Kann der Mensch überhaupt nur theoretisch frei sein? Und ist der Mensch faktisch in der Lage freie, d.h. von ihm selbst erzeugte, Entscheidungen zu treffen?
Viele Wissenschaften versuchen Antworten auf diese Fragen zu finden: Die Philosophie, die Soziologie, die Neurowissenschaften, die Psychologie etc. Die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen.
In dieser Arbeit wird, mithilfe Pierre Bourdieus Habitus-Konzept, eine Antwort auf diese Frage gesucht. Innerhalb dieser Arbeit werden neben dem Habitus-Konzept Bourdieus, verschiedene wissenschaftliche Disziplinen (Soziologie, Philosophie, Neurowissenschaft, Politische Wissenschaft) herangezogen, um eine, von vielen Perspektiven betrachtete, treffende Antwort auf die o.g. Frage zu formulieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abgrenzung des Begriffs der Freiheit zum Determinismus

2.1 Freiheit

2.2 Determinismus

3. Habitus

3.1 Entstehung des Bourdieu’schen Habitus-Konzepts

3.2 Habitus-Konzepts Bourdieus

3.3 Der Habitus: freiheitsschaffend oder deterministisch?

4. Freiheit des Einzelnen oder ein in Ketten gelegtes Wesen?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende philosophische und soziologische Fragestellung, ob der Mensch ein frei handelndes Subjekt ist oder in seinem Verhalten durch gesellschaftliche Strukturen determiniert wird. Dabei wird insbesondere das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu analysiert, um zu klären, ob es Spielräume für individuelle Freiheit lässt oder eine rein deterministische Sichtweise auf das menschliche Handeln nahelegt.

  • Phänomenologische Abgrenzung der Begriffe Freiheit und Determinismus
  • Analyse des Bourdieu’schen Habitus-Konzepts als Bindeglied zwischen Struktur und Handlung
  • Einfluss von Existenzbedingungen und Klassenzugehörigkeit auf die individuelle Handlungsfreiheit
  • Interdisziplinärer Vergleich mit neurobiologischen und philosophischen Erkenntnissen

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Habitus: freiheitsschaffend oder deterministisch?

Nach den erklärenden Worten über den Habitus, stellt sich nun die Frage, ob das System der dauerhaften und übertragbaren Dispositionen die eigene Freiheit ermöglicht bzw. begünstigt, oder gar die Möglichkeiten des Menschen limitieren.

Wie schon angesprochen, werden über den Habitus, bzw. über die Klasse Konditionierungen vermittelt, die ein sich zurechtfinden innerhalb einer sozialen Gruppe ermöglichen. Da der Habitus gleichbleibend rekonstruiert wird, stimmen sich die Mitglieder einer sozialen Gruppe unbewusst kollektiv aufeinander ab, „ohne aus dem ordnenden Handeln eines Dirigenten hervorgegangen zu sein.“ Das könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass sich das Kollektiv selbst bestimmt, ohne das ein ordnender Dritter von außen diesen Prozess mitbestimmt.

Und dennoch sprechen wir von Konditionierungen, die einem von Geburt an aufgezwungen werden. Die Struktur wacht über jeden Sprössling einer Klasse. Dieser wird den Klassenhabitus seiner Vorgänger auferlegt bekommen, indem ihm Praktiken vorgelebt werden, die ihn, um mit den Bourdieu’schen Begriffstermini zu arbeiten, in die Welt seiner Klasse zwingen.

„Als einverleibte, zur Natur gewordene und damit vergessene Geschichte, ist der Habitus wirkende Präsenz der gesamten Vergangenheit, die ihn erzeugt hat. Deswegen macht gerade er die Praktiken relativ unabhängig von den äußeren Determiniertheiten der unmittelbaren Gegenwart.“ Hier sieht man, dass Bourdieu durchaus von Determiniertheiten spricht, und macht damit deutlich, dass die Struktur eine enorme Wirkung auf Menschen hat (die über den Habitus vermittelt wird), ihre Genese aber in der Vergangenheit liegt und das somit aktuelle Handlungen nicht aus der Gegenwart her erklärt werden können, sondern nur wenn man die gesellschaftlichen Bedingungen aus der Vergangenheit und Gegenwart zueinander ins Verhältnis setzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kontroverse zwischen Willensfreiheit und Determinismus ein und stellt die Relevanz der Untersuchung für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen dar.

2. Abgrenzung des Begriffs der Freiheit zum Determinismus: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Freiheit und Determinismus, wobei verschiedene historische und soziologische Perspektiven beleuchtet werden.

3. Habitus: Hier wird das Bourdieu’sche Konzept eingehend analysiert, seine Entstehung durch Feldforschungen erläutert und die theoretische Frage nach seiner deterministischen Natur diskutiert.

4. Freiheit des Einzelnen oder ein in Ketten gelegtes Wesen?: In diesem Teil werden weitere philosophische und neurobiologische Ansätze hinzugezogen, um die Frage nach der menschlichen Freiheit über Bourdieu hinaus zu ergänzen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Mehrheit der betrachteten Theorien den Menschen als durch Strukturen oder neuronale Prozesse determiniert betrachtet.

Schlüsselwörter

Freiheit, Determinismus, Habitus, Pierre Bourdieu, Struktur, Soziale Praxis, Klassengesellschaft, Handlungsspielraum, Willensfreiheit, Neurobiologie, Benjamin Libet, Konditionierung, Soziales Handeln, Existenzbedingungen, Aristoteles

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, ob der Mensch als freies Wesen agiert oder ob sein Handeln durch gesellschaftliche und strukturelle Bedingungen vorbestimmt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Philosophie der Freiheit, soziologische Strukturtheorien (insbesondere der Habitus nach Bourdieu) und aktuelle Ergebnisse aus der Neurobiologie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, ob Bourdieu’s Theoriekonzept dazu beitragen kann, das Dilemma zwischen Freiheit und Determinismus aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und einem Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Positionen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Konzept des Habitus, die Rolle der Klassenzugehörigkeit und die Bedeutung des sozialen Raums sowie ergänzende Ansätze von Denkern wie Spinoza, Libet und Planck diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Freiheit, Determinismus, Habitus, Bourdieu, Struktur und soziale Praxis.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Habitus und Freiheit?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der Habitus zwar theoretische Spielräume ermöglicht, den Menschen faktisch jedoch in seinen Handlungen determiniert, da er durch die eigene Klassengeschichte geprägt ist.

Welche Rolle spielen die neurobiologischen Experimente, etwa von Benjamin Libet?

Diese Experimente dienen als Beleg für die deterministische Sichtweise, indem sie zeigen, dass neuronale Prozesse der bewussten Entscheidung vorausgehen und Freiheit somit als Illusion erscheinen lassen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zugeständnis an den theoretisch freien Menschen
Untertitel
Ein Versuch
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Politisches Denken bei Pierre Bourdieu
Note
2,0
Autor
Sebastian Veit (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V168186
ISBN (eBook)
9783640851102
ISBN (Buch)
9783640851355
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freiheit Determinisums Bourdieu Pierre Politik politische Theorie frei Erlangen Philosophie theorie Habitus Zugeständnis Mensch unfrei Versuch Soziologie Neurowissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Veit (Autor:in), 2010, Zugeständnis an den theoretisch freien Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168186
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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