Richtig essen und trinken bei Hämochromatose

Diätetik und Ernährungstherapie bei Hämochromatose / Eisenspeicherkrankheit


Ensayo, 2005
9 Páginas

Extracto

Inhalt

Hämochromatose aus ernährungsmedizinischer und diätetischer Sicht
Hämochromatose: Wenn die Leber zuviel Eisen speichert
Eisenspeicherkrankheit - Hämochromatose
Richtig essen und trinken bei Hämochromatose
Eisenarme und eisenfreie Lebensmittel
Ernährung im Umfeld des Aderlasses
Ideale Flüssigkeitsaufnahme
Alkohol schädigt die Leber und ist ungeeignet bei Hämochromatose
Ein wichtiges Spurenelement: Eisen
Gesunde Ernährung
Ernährungsregeln bei Hämochromatose im Überblick:
Literatur:

Hämochromatose aus ernährungsmedizinischer und diätetischer Sicht

von Sven-David Müller, M.Sc.

Hämochromatose: Wenn die Leber zuviel Eisen speichert

Die Hämochromatose ist eine seltene Erkrankung des Eisenstoffwechsels. Sie führt zu krankhaften Einlagerungen von Eisen in die Leber und andere Organe. An einer Hämochromatose leiden allein in Deutschland schätzungsweise zwei- bis vierhunderttausend Personen. Damit zählt die sogenannte Eisenspeicherkrankheit zu den häufigsten genetischen Erkrankungen. Auf diesen Seiten zeigen wir Ihnen, was die Hämochromatose kennzeichnet und wie sie bereits im Frühstadium erkannt werden kann. Die Diagnose wird in der Regel zwischen dem 40. Und 60. Lebensjahr gestellt. Die primäre Hämochromatose ist vererbt und die sekundäre Form der Eisenspeicherkrankheit tritt bei Bluterkrankungen auf. Die Patienten leiden unter einer besonderen Form des Diabetes mellitus und einer dunklen Hautpigmentierung (Bronzediabetes) sowie Leberzirrhose. Dazu kommen noch Störungen im Hormonhaushalt, Herzerkrankungen und andere Veränderungen. Bei den Patienten ist das Serumeisen sowie der Serumferrinspiegel erhöht. Die Therapie besteht in Aderlässen. Zudem sollten extreme Eisenbelastungen über die Ernährung ausgeschlossen werden. Eine eisenreduzierte kann dabei die Aderlasstherapie nicht ersetzen. Die tägliche Fleisch- und Wurstmenge sollte 120 Gramm nicht überschreiten. Innereien sind prinzipiell zu meiden und es ist sinnvoll, Käse statt Wurst zu verzehren.

Die Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit), die im Jahr 1889 zum erstenmal beschrieben wurde, ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, von der Männer 10mal häufiger betroffen sind als Frauen. Bei dieser Erkrankung kommt es aufgrund einer erhöhten Eisenaufnahme im Darm zu einer Erhöhung des Gesamteisengehalts des Menschen von ca. 4-5 g im Normbereich auf bis zu 80 g. Die Erkrankung bricht frühestens nach dem 20., meist aber zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr aus. Frauen erkranken meist nach der Menopause, also nach dem Ende ihrer Regelblutungen Die Folgen einer unbehandelten Hämochromatose sind starke Ermüdungserscheinungen, Gelenkprobleme, ein Diabetes, Hautpigmentierungen, Herzprobleme, Hormonstörungen, eine Leberzirrhose bis hin zum Leberkrebs. Als Therapie wird eine regelmäßige Blutabnahme in der Art eines Aderlasses durchgeführt. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie ist die Lebenserwartung und -qualität kaum beeinträchtigt.

Die Hämochromatose ist in Europa eine der häufigsten Erbkrankheiten. Sie ist durch eine erhöhte Eisenaufnahme aus dem Darm ins Blut gekenn zeichnet, von wo das Eisen in verschiedene Organe transportiert und abgelagert wird. Eisen ist in richtiger Menge u.a. für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin erforderlich. In zu hoher Menge im Blut führt es durch Ablagerungen in zahlreichen Organen zu teilweise erheblichen Schäden.

Normal ist eine Eisenmenge von ca. 4-5 g im Körper des Menschen. Bei der Hämochromatose beträgt der Gesamteisengehalt des Körpers dagegen 20-80 g. Ein Labor-Parameter ist eine über 60Prozenttige Erhöhung der Transferrinsättigung. Der Begriff der Transferrinsättigung ist unter Eisen im Körper erläutert. Ohne Therapie, die in einer regelmäßigen Blutabnahme (Aderlass) besteht, führt diese Erkrankung zu erheblichen Folgen mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität und -dauer. Die Krankheit bricht selten vor dem 20. Lebensjahr aus, meist aber zwischen dem 40. bis 60. Lebensjahr. Die Hämochromatose ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit. Autosomal bedeutet, dass der entsprechende Gen-Defekt nicht auf einen Geschlechtschromosom liegt. Rezessiv bedeutet, dass der jeweilige Träger, bei dem der Schaden nur auf einem Chromosom liegt, selber nicht erkrankt. Damit die Nachkommen erkranken, müssen beide Eltern Träger des Merkmals sein. Das für diese Krankheit verantwortliche Gen liegt auf dem Chromosom 6, wobei dieses Gen als HFE 1 bezeichnet wird. Dabei stammt das H von Hämo und FE ist das chemische Zeichen für Eisen. Es sei erwähnt, dass es noch die Gene HFE 2 und HFE 3 gibt, die für sehr seltene spezielle Arten dieser Erkrankung verantwortlich sind. Männer erkranken etwa 10mal häufiger als Frauen, da Frauen wegen ihrer Monatsblutungen sozusagen natürlicherweise therapiert werden. In den Anfängen gibt es meist keine merkbaren Symptome. Den betroffenen Menschen ist ihre Krankheit daher oft nicht bekannt. Die ersten Anzeichen treten frühestens nach dem 20., meist aber erst zwischen dem 40. Und 60. Lebensjahr auf. Wie erwähnt, erkranken Frauen fast immer erst nach der Menopause. Bei einem Gesamteisengehalt von weniger als 10-15 g sind noch keine Symptome zu erwarten. Man spricht dann von einer latenten Hämochromatose. Eine histologische, also feingewebliche, Untersuchung des Lebergewebes zeigt aber bereits eine Eisenüberladung der Zellen.

Nimmt der Gesamteisenbestand weiter zu, treten die folgenden Symptome bzw. Beschwerden auf:

Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Unwohlsein

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Hautverfärbungen

Gewichtsabnahme

Libidoverlust, Impotenz

Leibschmerzen

Kurzatmigkeit

Gelenkbeschwerden

Leberzirrhose bis hin zum Leberkrebs

Herzbeschwerden

Für eine erfolgreiche Therapie ist eine rechtzeitige Diagnose dringend erforderlich. Die durch den Eisenüberschuss hervorgerufenen Schäden wie Herzschäden, Gelenkschäden, Diabetes oder eine Leberzirrhose können in der Regel trotz intensiver Therapie nicht mehr zurückgebildet werden. Die Therapie besteht in der sehr alten Methode einer Blutabnahme, also eines Aderlasses. Dabei wird dem Patienten anfangs 1- 2 mal pro Woche ca. 500 ml Blut, abgenommen. Mit 1- 2 Aderlässen von je 500 ml pro Woche können ca. 200 bis 400 mg Eisen entfernt werden. Diese Aderlässe werden von den Patienten im allgemeinen problemlos vertragen. Zur Kontrolle des Therapieerfolges sollten regelmäßig die Eisenwerte bestimmt werden. Hat sich der Gesamteisenbestand aufgrund der Therapie wieder normalisiert, so sind lebenslang etwa 4 bis 6 Aderlässe pro Jahr erforderlich. Als Blutspender kommen diese Patienten allerdings nicht in Frage, da ihr Blut nicht den Normwerten entspricht. Medikamente werden nur sehr selten verwendet.

Eisenspeicherkrankheit - Hämochromatose

Bei der Eisenspeicherkrankheit oder Hämochromatose handelt es sich um eine der häufigsten erblichen Stoffwechselstörungen. Knapp Vi Mio. Menschen in Deutschland leiden an dieser Krankheit, ca. 5 -10% der mitteleuropäischen Bevölkerung sind potentielle Überträger des Gendefekts auf ihre Kinder. Dieser Gendefekt führt - wenn er von Vater und Mutter übertragen wurde - zu einer erhöhten Eisenaufnahme aus der Nahrung durch eine Störung im Dünndarm. Dieses Eisen kann sich in verschiedenen Organen ablagern (s.Graphik). In der Folge kommt es in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination zu folgenden Symptomen:

Müdigkeit, Leistungsabfall, depressive Verstimmung, Konzentrationsstörungen

Krämpfe im Oberbauch, unregelmäßige Herzschläge, Kurzatmigkeit,

Gelenkschmerzen (besonders: Knie, Hüfte, Finger, Großzehe),

nachlassende Libido, Impotenz, Unregelmäßigkeit oder Ausbleiben der Monatsblutung, graubraune Haut (evtl. Bronzetönung).

Folgeschäden bei langfristiger Eisenvergiftung können bei unbehandelten Patienten sein: Leberzirrhose, Diabetes mellitus, Hormonstörungen, Herzschwäche, -rhythmusstörungen, Arthropathie, erhöhtes Risiko für Leberkarzinom.

Zur diagnostischen Abklärung der Krankheit wird die Transferrinsättigung mit Eisen und das Ferritin (Speichereisen) im Blut untersucht. Bei Erhöhung dieser Werte sollte der Gentest durchgeführt werden, der in 80-100% der Fälle die typische Mutation auf dem mütterlichen und väterlichen Chromosom 6 zeigt. Bei unklaren Fällen ist manchmal eine Leberpunktion notwendig. Die Therapie der Eisenspeicherkrankheit besteht in regelmäßigen, lebenslänglichen Aderlässen, um die Eisenspeicher zu entleeren. Wenn wegen Blutarmut oder anderen Gründen Aderlässe nicht möglich sind, kann das Medikament Desferoxamin (Desferal) angewandt werden. Eisenarme Ernährung unterstützt die Behandlung, alleine ist sie aber nicht ausreichend. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Aderlasstherapie können Folgeschäden vermieden werden und die Lebenserwartung ist normal.

Richtig essen und trinken bei Hämochromatose

Die Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose gehört nicht zu den ernährungbedingten Krankheiten. Trotzdem profitieren Hämochromatose-Patienten von einer ausgewogenen Ernährungsweise, die nicht zuviel Eisen enthalten sollte. Außerdem sollten sie einige Ernährungsregeln im Umfeld der Aderlässe beachten. Es ist nicht sinnvoll, wenn HämochromatosePatienten reichlich Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Das trifft insbesondere dann zu, wenn dieses Eisen noch gut vom Körper aufgenommen werden kann. Das ist beispielsweise bei Fleisch und Wurst gegeben. Vollig vermeiden sollten Eisenspeicherkranke die Einnahme von Multivitaminmineralstoff-Präparaten, da diese in der Regel auch Eisen enthalten. Zudem fördert das in der Regel enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Lebensmittel verzehren, die mit Eisen angereichert sind. Eine Anreicherung ist auf der Verpackung gekennzeichnet. Während Vitamin C die Eisenaufnahme fördert, hemmt die Gerbsäure aus Schwarztee, Kalzium aus Milchprodukten, Ballaststoffe wie Pektin oder Phytate aus Vollkornprodukten die Eisenaufnahme. Zur Vorbeugung und Behandlung einer sich entwickelnden Hämochromatose könnte eine diätetische Eisenverminderung der Nahrung sinnvoll sein. Es ist empfelenswert, wenn Menschen, die unter Hämochromatose leiden eine eisenreduzierte gesunde Mischkost einhalten. Die Einnahme von Zink-Tabletten ist sinnvoll, da diese die Eisenaufnahme hemmen.

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Detalles

Título
Richtig essen und trinken bei Hämochromatose
Subtítulo
Diätetik und Ernährungstherapie bei Hämochromatose / Eisenspeicherkrankheit
Autor
Año
2005
Páginas
9
No. de catálogo
V168206
ISBN (Ebook)
9783640851553
ISBN (Libro)
9783640851652
Tamaño de fichero
1141 KB
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hämochromatose, Eisenspeicherkrankheit, Ernährungstherapie, Eisen, Kupfer, Zink, Sven-David Müller, Ernährungsberatung, Diätberatung, Diätassistent, Diät bei Hämochromatose, Diät bei Eisenspeicherkrankheit, Ernährung bei Hämochromatase, was darf ich bei Hämochromatose essen, Eisengehalt von Lebensmitteln, eisenarme Ernährung, eisenarme Diät
Citar trabajo
M.Sc. Sven-David Müller (Autor), 2005, Richtig essen und trinken bei Hämochromatose, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168206

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