Im Rahmen dieser Studienarbeit, die als Hausarbeit eingereicht wurde, werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Konjunkturphänomens kurz und knapp erläutert bzw. dargestellt und anschließend sowohl die keynesianisch wie auch die (neo-)klassisch ausgerichtete Konjunkturpolitik vorgestellt. Die anhand der Darstellungen gewonnnen Ergebnisse werden abschließend kritisch betrachtet und schließlich zusammengeführt. Dadurch ensteht ein erster, aber bereits weitreichender Überblick über die Konjunkturpolitik, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. DIE KONJUNKTUR – EIN AKTUELLES THEMA
2. KONJUNKTUR, KONJUNKTURZYKLUS UND -POLITIK
2.1. DEFINITION KONJUNKTUR
2.2. DER KONJUNKTURVERLAUF UND DIE KONJUNKTURPHASEN
2.3. KONJUNKTURPOLITIK
3. DAS ZIELSYSTEM
3.1. DAS STABILITÄTS- UND WACHSTUMSGESETZ DER BRD
3.2. DAS MAGISCHE VIERECK
3.2.1. PREISSTABILITÄT
3.2.2. HOHER BESCHÄFTIGUNGSSTAND
3.2.3. AUßENWIRTSCHAFTLICHES GLEICHGEWICHT
3.2.4. STETIGES UND ANGEMESSENES WIRTSCHAFTSWACHSTUM
3.3. MAGISCHE VIELECKE – EINE ERGÄNZUNG
3.4. ZIELKONFLIKTE
4. ANGEBOTSORIENTIERTE ANSÄTZE – DIE NEOKLASSISCHE THEORIE
4.1. DAS SAYSCHE THEOREM – GRUNDGEDANKE DER ANGEBOTSORIENTIERUNG
4.2. GELDPOLITIK
4.3. FISKALPOLITIK
4.4. KRITISCHE BETRACHTUNG
5. NACHFRAGEORIENTIERTE ANSÄTZE – DIE KEYNESIANISCHE THEORIE
5.1. DIE BASISHYPOTHESEN NACH KEYNES
5.2. ANTIZYKLISCHE GELDPOLITIK
5.3. ANTIZYKLISCHE FISKALPOLITIK
5.4. TIME LAGS ALS WESENTLICHER KRITIKPUNKT
5.4.1. DEFINITION
5.4.2. AUSWIRKUNGEN ZEITLICHER VERZÖGERUNGEN
6. SYNOPSIS DER NEOKLASSISCHEN UND KEYNESIANISCHEN THEORIE
6.1. GELDPOLITIK
6.2. FISKALPOLITIK
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Instrumente und Wirkungsweisen konjunkturpolitischer Maßnahmen vor dem Hintergrund der neoklassischen und keynesianischen Theorie zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese theoretischen Ansätze zur Einordnung und Beurteilung aktueller wirtschaftspolitischer Instrumente beitragen können.
- Grundlagen der Konjunkturlehre und Phasenkonzepte
- Das System wirtschaftspolitischer Zielsetzungen (Magisches Viereck/Vielecke)
- Angebotsorientierte Theorieansätze (neoklassisch)
- Nachfrageorientierte Theorieansätze (keynesianisch)
- Vergleich der Instrumente von Geld- und Fiskalpolitik
- Kritische Würdigung der Zeitverzögerungen (Time Lags)
Auszug aus dem Buch
5.4. Time Lags als wesentlicher Kritikpunkt
Der englische Begriff ‚time lags‘ (Zeitverzögerungen) beschreibt vor dem konjunkturpolitischen Hintergrund Wirkungsverzögerungen.
Zunächst werden Innen- und Außenverzögerungen unterschieden. Während Außenverzögerungen jene Zeitspanne bezeichnen, die zwischen der politischen Durchsetzung einer Maßnahme und der Entfaltung ihrer Wirkung verstreicht, erstrecken sich die Innenverzögerungen über den politischen Entscheidungsprozess. ‚Recognition lags’ (Wahrnehmungsverzögerungen) umfassen den Zeitraum ab Eintritt einer Problemstellung (hier einer Schwankung) bis zu der Erkennung des Handlungsbedarfs. ‚Decision lags’ (Entscheidungsverzögerungen) bezeichnen die Verzögerung zwischen dem Erkennen und der Festlegung geeigneter Maßnahmen. Als ‚action lags’ (Handlungsverzögerungen) wird der Zeitablauf zwischen der politischen Entscheidung und ihrer Umsetzung definiert.
Time lags gelten als Hauptkritikpunkt an der keynesianischen Theorie aufgrund ihrer möglichen Auswirkungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DIE KONJUNKTUR – EIN AKTUELLES THEMA: Einleitung in die Relevanz der Konjunkturpolitik im Kontext der globalen Finanzkrise ab 2008 und Zielsetzung der Arbeit.
2. KONJUNKTUR, KONJUNKTURZYKLUS UND -POLITIK: Definition zentraler Begrifflichkeiten, Erläuterung des Konjunkturverlaufs in vier Phasen und Einführung in die Aufgaben der Konjunkturpolitik.
3. DAS ZIELSYSTEM: Vorstellung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes sowie der quantitativen Ziele des magischen Vierecks, ergänzt um Zielkonflikte.
4. ANGEBOTSORIENTIERTE ANSÄTZE – DIE NEOKLASSISCHE THEORIE: Darstellung der neoklassischen Sichtweise mit Fokus auf das Saysche Theorem, potenzialorientierte Geld- und Fiskalpolitik sowie eine kritische Würdigung.
5. NACHFRAGEORIENTIERTE ANSÄTZE – DIE KEYNESIANISCHE THEORIE: Analyse der keynesianischen Theorie mit Fokus auf antizyklische Maßnahmen und die Problematik von Zeitverzögerungen.
6. SYNOPSIS DER NEOKLASSISCHEN UND KEYNESIANISCHEN THEORIE: Synoptischer Vergleich der beiden Theorierichtungen hinsichtlich ihrer geld- und fiskalpolitischen Handlungsempfehlungen.
7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung beider Theorieansätze und Einordnung in das aktuelle wirtschaftspolitische Geschehen im Jahr 2010.
Schlüsselwörter
Konjunkturpolitik, Konjunkturzyklus, Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, Magisches Viereck, Preisstabilität, Beschäftigungsstand, Angebotsorientierung, Nachfrageorientierung, Keynesianismus, Neoklassik, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Time Lags, Crowding-out, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und Instrumente der Konjunkturpolitik mit einem Fokus auf den Vergleich zwischen angebotsorientierten (neoklassischen) und nachfrageorientierten (keynesianischen) Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definition von Konjunkturphasen, das staatliche Zielsystem, die Wirkungsweise der Geld- und Fiskalpolitik in verschiedenen Theorien sowie die Problematik von Zeitverzögerungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser ein Verständnis für die theoretischen Hintergründe konjunkturpolitischer Maßnahmen zu vermitteln, um aktuelle Instrumente der Wirtschaftspolitik besser einordnen und beurteilen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale ökonomische Theorien und deren Anwendung auf die Konjunkturpolitik systematisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Zielsystems, die Erläuterung der angebots- sowie nachfrageorientierten Ansätze inklusive ihrer Instrumente (Geld- und Fiskalpolitik) und deren kritische Reflexion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konjunkturzyklus, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Neoklassik, Keynesianismus, Preisstabilität und Time Lags charakterisiert.
Was versteht man in der Arbeit unter dem "Magischen Viereck"?
Es bezeichnet ein wirtschaftspolitisches Zielsystem, das Preisstabilität, einen hohen Beschäftigungsstand, ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht sowie stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum umfasst.
Warum sind "Time Lags" ein wichtiger Kritikpunkt an der keynesianischen Theorie?
Sie stellen ein Problem dar, weil die Zeit zwischen dem Erkennen eines konjunkturellen Bedarfs und der tatsächlichen Wirkung staatlicher Maßnahmen so groß sein kann, dass die Interventionen prozyklisch wirken und die Konjunkturschwankungen eher verstärken als dämpfen.
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- Stefan Rodemann (Autor), 2010, Instrumente und Wirkungsweise der Konjunkturpolitik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168281