Um das angestrebte Ziel, die Erläuterung des Dekurionenproblems, darzustellen, ist es unerlässlich, einige Vorkenntnisse zu schaffen und Sachlagen zu erläutern. Dies liegt zum einen daran, dass Problemlagen immer eine Offenbarung gegenüber den Gegebenheiten sind, aus denen sie entsprangen und zum anderen, an der Tatsache, dass sie immer am Ende eines Wandels stehen. Aus diesem Grund beginnt der betrachtete Zeitraum im ausgehenden ersten Jahrhundert nach Christus. Der Arbeitsschwerpunkt liegt naturgemäß auf dem Dekurionenproblem selbst, auf den Ursprüngen und Gegebenheiten, die dieses herausforderte. So sei verhältnismäßig knapp deren Definition, Aufgaben und Privilegien geschildert. Freilich ist an dieser Stelle Präzision und abgewogene Kürze gefragt. Nichtsdestotrotz sind diese Aspekte des Amtes Ausgangspunkte des problematischen Wandels, welchen es in dieser Arbeit zu thematisieren gilt. Und nicht zuletzt sind sie für mancherlei Beweisführung unerlässlich. Wie also konnte aus einem solch erstrebenswerten Amt, welches dem Andrang unterlag, ein von Anwärterschwund geprägtes, unseliges Schicksal werden, dessen man sich durch Flucht zu entreißen gedachte? Welche Fluchtmöglichkeiten standen offen und wie gedachte man staatlicherseits diesem Trend Herr zu werden? Dies sind nur einige Fragen, die am Ende der Arbeit Beantwortung finden sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fragestellung und Schwerpunkte der Arbeit
- Ordo Decurionum
- Versuch einer Definition
- Kennzeichnung des Amtes
- Privilegien
- Aufgaben und Pflichten
- Voraussetzungen zum Dekurionat
- Das Dekurionenproblem
- Allgemeine Voraussetzungen
- Auswirkungen auf das Decurionat
- Flucht vor dem Amt
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Dekurionenproblem und seinen Ursachen im römischen Reich. Sie untersucht den Wandel des Dekurionats von einem erstrebenswerten Ehrenamt zu einem gefürchteten und gemiedenen Amt.
- Die Entstehung und Entwicklung des Ordo Decurionum
- Die Privilegien und Aufgaben der Dekurionen
- Die sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für das Dekurionat
- Die Ursachen für das Dekurionenproblem
- Die Reaktionen des Staates auf den Schwund an Dekurionen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung erläutert die Fragestellung der Arbeit und die Schwerpunkte, die im Fokus stehen. Dabei wird die Bedeutung des Dekurionenproblems im Kontext des römischen Reichs hervorgehoben.
Ordo Decurionum
Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung und Entwicklung des Ordo Decurionum, eines Senats vergleichbaren Gremiums in römischen Städten. Es werden die Privilegien, Aufgaben und Pflichten der Dekurionen sowie die Voraussetzungen für die Ausübung des Amtes beleuchtet.
Das Dekurionenproblem
In diesem Kapitel werden die Ursachen für den Wandel des Dekurionats von einem erstrebenswerten zu einem gefürchteten Amt analysiert. Die Auswirkungen auf die römische Gesellschaft und die Reaktionen des Staates auf den Schwund an Dekurionen werden beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt das Dekurionenproblem im römischen Reich, fokussiert auf den Wandel des Dekurionats und seine Auswirkungen auf die römische Gesellschaft. Zu den wichtigsten Schlüsselbegriffen gehören: Ordo Decurionum, Privilegien, Aufgaben, Pflichten, Voraussetzungen, Dekurionenproblem, Flucht vor dem Amt, römische Städte, Steuerlast, römische Verwaltung, römische Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was war der "Ordo Decurionum"?
Der Ordo Decurionum war der Stadtrat in den Städten des Römischen Reiches, bestehend aus lokalen Honoratioren, die für die Verwaltung verantwortlich waren.
Welche Aufgaben und Pflichten hatten die Dekurionen?
Sie waren für die öffentliche Ordnung, die Finanzverwaltung der Stadt und insbesondere für die Einziehung der staatlichen Steuern verantwortlich.
Was versteht man unter dem "Dekurionenproblem"?
Es beschreibt den Wandel des Amtes von einem erstrebenswerten Ehrenamt zu einer schweren Last, da Dekurionen mit ihrem Privatvermögen für Steuerausfälle haften mussten.
Warum kam es zur "Flucht vor dem Amt"?
Aufgrund der hohen finanziellen Risiken und der steigenden Steuerlast versuchten viele Anwärter, dem Dekurionat durch Flucht in das Militär, die Kirche oder den Staatsdienst zu entgehen.
Wie reagierte der römische Staat auf den Schwund an Dekurionen?
Der Staat erließ Zwangsgesetze, die das Amt erblich machten und die Fluchtmöglichkeiten drastisch einschränkten, um die Steuererhebung sicherzustellen.
- Arbeit zitieren
- F. S. (Autor:in), 2004, Das Dekurionenproblem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168311