Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit der Einsatz eines Ein-Personen-Rollenspiels bei der Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung förderlich sein kann. Zu Beginn wird der Begriff des Ein-Personen-Rollenspiels geklärt. Ein Fokus wird dabei insbesondere auf die Geschichte, zentrale Elemente und die Ziele der therapeutischen Maßnahme gelegt. Anschließend wird der Fokus auf die histrionische Persönlichkeitsstörung gelegt. Im Mittelpunkt stehen hierbei vor allem die Diagnose, Symptome und zentrale Elemente der psychischen Erkrankung. Im Anschluss wird der Einsatz des Ein-Personen-Rollenspiels bei einer histrionischen Persönlichkeitsstörung genauer betrachtet. Nach der Darstellung des möglichen Einsatzes des therapeutischen Rollenspiels in der Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung wird ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Ein-Personen-Rollenspiel als therapeutischer Ansatz
- 2.1 Ablauf und Hintergründe
- 2.2 Strategien
- 2.3 Vorteile in der therapeutischen Behandlung
- 3. Ein-Personen-Rollenspiel bei einer histrionischen Persönlichkeitsstörung
- 3.1 histrionische Persönlichkeitsstörung
- 3.2 Wirksamkeit von Ein-Personen-Rollenspielen bei histrionischen Persönlichkeitsstörungen
- 4. Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht, inwieweit der Einsatz des Ein-Personen-Rollenspiels förderlich für die therapeutische Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung sein kann, um einen Erfolg in der Therapie zu erzielen.
- Das Ein-Personen-Rollenspiel als therapeutischer Ansatz
- Die histrionische Persönlichkeitsstörung: Definition, Symptomatik und Diagnose
- Wirksamkeit von Ein-Personen-Rollenspielen bei der Behandlung histrionischer Persönlichkeitsstörungen
- Strategien und Vorteile des Ein-Personen-Rollenspiels in der Psychotherapie
- Durchbrechen dysfunktionaler Verhaltensmuster und Förderung der Selbstreflexion
Auszug aus dem Buch
Ein-Personen-Rollenspiel in der therapeutischen Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung
Ihren Ursprung hat die histrionische Persönlichkeitsstörung Ende des 19. beziehungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem sogenannten Hysteriekonzept (Lammers et al., 2020, S. 435). Lange Zeit war diese Art von Persönlichkeitsstörung unter dem Begriff der Hysterie als reine Frauenerkrankung anerkannt. Die Bezeichnung Hysterie lässt sich vom griechischen Wort Hystera ableiten, welches mit Gebärmutter übersetzt werden kann (Mentzos, 2009, S.31-33). Die Ursprünge der Hysterie reichen bis in die Antike zurück, da bereits hier die alten Ägypter und Griechen den Grund für das Leiden vieler Frauen in der Verschiebung der Gebärmutter sahen (Novais et al., 2015, S. 1). Im Laufe der Entwicklung bis hin zur modernen Diagnostik zeigte sich, dass es sich eben nicht nur um eine Erkrankung der weiblichen Psyche handelt, sondern Patienten jedes Geschlechts von der psychischen Störung betroffen sein können. Bereits im 17. Jahrhundert wurde bekannt, dass auch Männer Symptome einer Hysterie aufweisen können, diese Anzeichen wurden allerdings unter dem Ausdruck der Hypochondrie gefasst (Sulz, 2010, S. 879f.). Ein Unterschied in der Auftrittswahrscheinlichkeit der histrionischen Persönlichkeitsstörung zwischen den Geschlechtern ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht vorhanden (Falkai & Wittchen, 2018, S. 916).
In der Bevölkerung liegt die Prävalenzrate bei etwa 2 Prozent, in klinischen Stichproben allerdings bei 24 Prozent und damit deutlich über der Rate in der Gesamtbevölkerung (Sachse et al., 2021, S. 13). Gekennzeichnet ist eine histrionische Persönlichkeitsstörung durch eine starke Emotionalität, kontaktfreudiges Auftreten, Suchen nach Aufmerksamkeit, oberflächliches Handeln und ein hohes Maß an Manipulation (Sachse et al., 2021, S. 10f.). Betroffene, die sich therapieren lassen möchten, klagen über Stimmungsschwankungen, Konflikte im nahen Umfeld, Gefühle eines Kontrollverlustes, Beharren auf unverzügliche Bedürfnisbefriedigung, Wut und Frustration (Horowitz & Lerner, 2013, S. 287). Eine Diagnose der histrionischen Persönlichkeitsstörung erfolgt anhand der Verhaltensmuster der Patienten und welche Verhaltensweise sie beispielsweise zeigen, um sich wieder in den Mittelpunkt des Geschehen zu rücken, wenn Sie keine Aufmerksamkeit erhalten (Zimmermann, 2021, o.S.).
In der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation wird die histrionische Persönlichkeitsstörung als eine „Persönlichkeitsstörung, die durch oberflächliche und labile Affektivität, Selbstinszenierung, einen theatralischen, übertriebenen Ausdruck von Gefühlen, durch Suggestibilität, Egozentrik, Genusssucht, Mangel an Rücksichtnahme, erhöhte Kränkbarkeit und ein dauerndes Verlangen nach Anerkennung, äußeren Reizen und Aufmerksamkeit“ (Dilling & Freyberger 2019, S. 242) definiert. Sachse et al. (2020, S. 60) untergliedern die histrionische Persönlichkeitsstörung zudem in zwei Untertypen. Diese umfassen zum einen die sogenannten erfolgreichen und zum anderen die erfolglosen Histrioniker, welche sich gegenseitig aber nicht ausschließen. Bei einer erfolgreichen Ausprägung handeln die Betroffenen vorwiegend mit positiven Strategien. Zusätzlich zum Image können erfolgreiche Histrioniker auch positive Appelle in einer Interaktion vermitteln. Diese Aufforderungen sollen den Interaktionspartner dazu bringen seine Aufmerksamkeit gerne auf den Histrioniker zu richten. Eine weitere Vorgehensweise wäre eine positive manipulative
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten des Rollenspiels ein, beleuchtet dessen Ursprünge und stellt das Ein-Personen-Rollenspiel als spezifische Therapiemethode vor, die auf die Behandlung histrionischer Persönlichkeitsstörungen fokussiert wird.
2. Ein-Personen-Rollenspiel als therapeutischer Ansatz: Hier werden der Ablauf, die Hintergründe, die verschiedenen Strategien (kognitiv, affektiv, motivational) und die therapeutischen Vorteile des Ein-Personen-Rollenspiels detailliert erläutert, insbesondere dessen Potenzial zur emotionalen Aktivierung und Förderung der Selbstreflexion.
3. Ein-Personen-Rollenspiel bei einer histrionischen Persönlichkeitsstörung: Dieses Kapitel widmet sich der histrionischen Persönlichkeitsstörung, beschreibt deren historische Entwicklung, Symptomatik und die Herausforderungen ihrer Behandlung, und diskutiert, wie das Ein-Personen-Rollenspiel spezifisch zur Bearbeitung der dysfunktionalen Verhaltensmuster eingesetzt werden kann.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Vielseitigkeit des Ein-Personen-Rollenspiels als Therapieansatz für die histrionische Persönlichkeitsstörung, weist jedoch auf die mangelnde aktuelle Evidenz und Forschungsinteresse in diesem spezifischen Bereich hin.
Schlüsselwörter
Rollenspiel, Ein-Personen-Rollenspiel, histrionische Persönlichkeitsstörung, Psychotherapie, therapeutische Behandlung, dysfunktionale Verhaltensmuster, Selbstreflexion, Emotionsregulation, kognitive Strategien, affektive Strategien, Moreno, Hysteriekonzept, Aufmerksamkeitsbedürfnis, ICD-10
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und den Nutzen des Ein-Personen-Rollenspiels in der Psychotherapie, insbesondere bei der Behandlung von histrionischen Persönlichkeitsstörungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind das Ein-Personen-Rollenspiel als therapeutischer Ansatz, die histrionische Persönlichkeitsstörung sowie die Analyse der Wirksamkeit dieser Methode zur Bearbeitung dysfunktionaler Verhaltensmuster.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit der Einsatz des Ein-Personen-Rollenspiels bei der Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung förderlich sein und zu einem Therapieerfolg beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert und fasst bestehende Literatur und theoretische Konzepte zum Ein-Personen-Rollenspiel und zur histrionischen Persönlichkeitsstörung zusammen, um die Fragestellung zu beantworten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Ein-Personen-Rollenspiel mit seinem Ablauf, seinen Strategien und Vorteilen sowie die histrionische Persönlichkeitsstörung detailliert beschrieben und anschließend die Wirksamkeit der Methode bei dieser spezifischen Störung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Rollenspiel, Ein-Personen-Rollenspiel, histrionische Persönlichkeitsstörung, Psychotherapie, therapeutische Behandlung und dysfunktionale Verhaltensmuster charakterisiert.
Was ist der historische Ursprung des Rollenspiels in der Therapie?
Das Rollenspiel hat seinen Ursprung im Jahre 1921 durch Jacob Levy Morenos „Stegreiftheater“ und wurde später in der Verhaltenstherapie in den 60er-Jahren durch Lazarus etabliert.
Welche Rolle spielt der Therapeut im Ein-Personen-Rollenspiel?
Der Therapeut fungiert im Ein-Personen-Rollenspiel als Supervisor, leitet den Prozess und gibt dem Patienten in dessen Therapeutenrolle Anregungen, um eigene Lösungsansätze zu entwickeln.
Warum ist die Diagnose der histrionischen Persönlichkeitsstörung oft schwierig?
Die Diagnose ist oft schwierig aufgrund der geringen Kooperations- und Änderungsbereitschaft der Patienten sowie ihrer starken Vermeidungshaltung und Misstrauen gegenüber dem Therapeuten.
Warum gibt es nur wenig aktuelle Forschung zum Ein-Personen-Rollenspiel bei histrionischen Persönlichkeitsstörungen?
Mögliche Gründe sind, dass das Ein-Personen-Rollenspiel eher eine Verbindung verschiedener Therapiemethoden darstellt, der Fokus der Forschung auf einzelne Techniken liegt und Therapeuten primär kognitive Verfahren bevorzugen.
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- Tim Hügerich (Author), 2024, Ein-Personen-Rollenspiel in der therapeutischen Behandlung einer histrionischen Persönlichkeitsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683239