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Analyse des Dramas "Die Bürger von Calais" von Georg Kaiser

Titre: Analyse des Dramas "Die Bürger von Calais" von Georg Kaiser

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 24 Pages , Note: 1,7

Autor:in: M. A. Bettina Henningsen (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Über die Uraufführung des Dramas "Die Bürger von Calais" vom 29. September 1919 in der Berliner Volksbühne schreibt der bekannte Kritiker Alfred Kerr folgendes:
Kaiser sei "mehr Gerüstmacher" als Poet, und das Stück sei ein "veredelter Rummelplatz". Im Hinblick auf die Erdverbundenheit und irdische Heiligkeit der Menschen des Standbilds von Auguste Rodin sei hingegen die Tiefe in Kaisers Stück allein durch einen großen Außenapparat verliehen worden. Das "Kugelspiel" trage nur zur Verwirrung bei, und der Selbstmord Eustaches diene allein Eustache selbst, da ein Zufall beim Laufen ihn vielleicht ausgespart hätte. Kurzum: Dem Problem von Außen würden die Seiten abgewonnen und das Stück sei daher ohne Tiefe und Dramatik.
Der erklärte Liebhaber der Hauptmann´schen Dramen macht durch seine Kritik eines deutlich: Wie konnte sich Georg Kaiser eines historischen Stoffes annehmen und ihn durch Hinzufügen eines siebten Freiwilligen verfälschen?
Die Abgrenzung des expressionistischen Dramas von dem der Naturalisten ist nur eines der Themen des Dramas "Die Bürger von Calais". Es zeigt vielmehr die Weltanschauung einer neuen "Generation": Der Wunsch, oder vielmehr, die Forderung nach einer Erneuerung der Menschheit, nach einer innerlichen Wandlung und nach der Unabhängigkeit vom historischen "Übervater". Es geht darum, dem Drama eine neue Funktion zu verleihen und der Kunst eine Mission. Doch was ist Ziel des „neuen“ Dramas?
In der folgenden Untersuchung der Theorien zum Expressionismus soll der Frage nachgegangen werden, welchen Intentionen Georg Kaiser beim Verfassen seines Dramas folgte. Was ist seine "Idee"? Lässt er sich in die Reihe der expressionistischen Dramatiker einreihen oder grenzt er sich von ihnen ab? Und wie setzt er seine Vorstellungen im Drama um?
Des weiteren wird es bei einer genauen Analyse des Dramas "Die Bürger von Calais" darum gehen, ob sich Kaiser einem bestimmten expressionistischen Programm unterwirft. Was unterscheidet seine Motive von denen des expressionistischen Programms?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quelle und Denkmal

3. „Die Bürger von Calais“ als Ideendrama

4. Der „Denkspieler“ Georg Kaiser

5. Die Figuren

6. Die Läuterung

7. Der Aufbruch

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Drama „Die Bürger von Calais“ von Georg Kaiser unter Berücksichtigung seiner expressionistischen Wurzeln und der Abgrenzung zu anderen zeitgenössischen Strömungen. Ziel der Untersuchung ist es, Kaisers Intentionen und die künstlerische Umsetzung seines „Ideendramas“ offenzulegen, insbesondere den Läuterungsprozess der Figuren und die Transformation vom „alten“ zum „neuen Menschen“.

  • Historischer Stoff und dessen transformation durch das Denkmal von Auguste Rodin
  • Die Konzeption als „Ideendrama“ und der „neue Mensch“
  • Kaisers Rolle als „Denkspieler“ innerhalb des Expressionismus
  • Symbolik und Funktion der Figuren sowie des Bürgervolkes
  • Der Läuterungsprozess und das Motiv des Aufbruchs

Auszug aus dem Buch

3. „Die Bürger von Calais“ als Ideendrama

Kaiser ging es nicht darum, ein historisches Schauspiel zu schaffen. Hätte er das beabsichtigt, hätten ihm sowohl die Chronik von Froissart als auch das Denkmal von Rodin genügend Vorlagen geliefert. Kaiser geht einen Schritt weiter: Er will den historischen Stoff, oder vielmehr das, was das Ereignis – der Opfergang – für ihn symbolisiert, ins Allgemeingültige „transportieren“. Um dieses Ziel, diese „Idee“, zu erreichen, bedarf es einiger notwendiger Änderungen gegenüber Quelle und Stoff: Kaiser gelingt diese Erhebung ins Allgemeingültige durch die Schaffung eines weiteren, des siebten Opferfreiwilligen.

Vergleicht man das Denkmal Rodins mit den sechs Opferfreiwilligen in Kaisers Drama, wird Folgendes deutlich: Bei Rodin gehen die sechs Freiwilligen eine Art Symbiose bei ihrem gemeinsamen Weg ein, wobei die einzelnen Charaktere dennoch sichtbar bleiben. Die Figuren bei Kaiser hingegen spielen eine untergeordnete Rolle. Es geht nicht darum, einen oder mehrere Helden und ihre Taten zu beschreiben, sondern vielmehr darum, ihren Weg hin zum freiwilligen Entschluss und somit ihre geistige Wandlung zu zeigen.

Der eigentliche dramatische Prozess ist also nicht das Opfer an sich, sondern die Läuterung der Freiwilligen und das Selbstopfer Eustaches de Saint Pierre, denn: „Die kräftigste Darstellung von Energie ist der Mensch [...] Der Mensch ist auf dem Weg!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die kritische Rezeption des Dramas vor und definiert die Fragestellung bezüglich Kaisers Intentionen im Vergleich zum expressionistischen Programm.

2. Quelle und Denkmal: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge bei Jean Froissart sowie den prägenden Einfluss des Denkmals von Auguste Rodin auf Kaisers Dramenentwurf.

3. „Die Bürger von Calais“ als Ideendrama: Hier wird analysiert, wie Kaiser durch die Einführung einer siebten Figur und die Fokussierung auf geistige Wandlung das historische Ereignis ins Allgemeingültige erhebt.

4. Der „Denkspieler“ Georg Kaiser: Dieser Abschnitt charakterisiert Kaiser als „Denkspieler“, der die Form des Dramas nicht auflöst, sondern als logisches Konstrukt zur Entfesselung von Gedankenspielen nutzt.

5. Die Figuren: Die Analyse zeigt auf, dass die Figuren bei Kaiser keine individuellen Charaktere, sondern symbolische Typen darstellen, die den Prozess der Wandlung verkörpern.

6. Die Läuterung: Das Kapitel beschreibt den zentralen Prozess der Läuterung der Freiwilligen, der über das reine Opfer hinaus als Zielsetzung des Dramas fungiert.

7. Der Aufbruch: Der „Aufbruch“ wird als ständiger, spiralförmiger Prozess interpretiert, in dem die Figuren durch Entscheidungszwänge zur Unbedingtheit gelangen.

8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Thesen und bestätigt Kaisers Sonderstellung im Expressionismus durch seine spezifische Form der Ideendarstellung.

Schlüsselwörter

Georg Kaiser, Die Bürger von Calais, Expressionismus, Ideendrama, neuer Mensch, Läuterung, Denkspieler, Opfergang, Auguste Rodin, Jean Froissart, Geisteswandlung, Dramaturgie, Symbolik, Identität, Aufbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Drama „Die Bürger von Calais“ von Georg Kaiser und analysiert, wie der Autor historische Stoffe in ein „Ideendrama“ transformiert, um die expressionistische Idee der menschlichen Läuterung darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Wandlung vom „alten“ zum „neuen Menschen“, die Funktion der Kunst als missionarisches Werkzeug sowie die Abgrenzung Kaisers gegenüber anderen Strömungen des Expressionismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Georg Kaiser durch dramaturgische Eingriffe, wie die Einführung eines siebten Freiwilligen, den Fokus vom historischen Ereignis auf einen universellen Prozess der geistigen Läuterung verlagert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine interpretative Textanalyse, gestützt auf zeitgenössische Sekundärliteratur und dramentheoretische Ansätze, um die Struktur und die philosophische Aussage des Dramas zu ergründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Genese des Stoffes, zur Charakterisierung der Figuren als Typen, zur Rolle des „Denkspiels“ und zum prozesshaften Charakter von Läuterung und Aufbruch im Drama.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wesentlichen Begriffe umfassen den „neuen Menschen“, das „Ideendrama“, das „Denkspiel“, die „Läuterung“ und die „Symbolik“, da diese Kaisers einzigartigen Stil treffend beschreiben.

Welche Bedeutung hat das „Kugelspiel“ für die Figuren?

Das „Kugelspiel“ im zweiten Akt dient als Katalysator, der die innere Zerrissenheit und die unreifen Beweggründe der Freiwilligen offenlegt und sie zur bewussten Auseinandersetzung mit ihrer Willensfreiheit zwingt.

Wie unterscheidet sich Kaisers „neuer Mensch“ von anderen expressionistischen Visionen?

Während viele Expressionisten den „Schrei“ oder die emotionale Auflösung der Form suchten, definiert Kaiser den neuen Menschen durch intellektuelle Klarheit, logische Strukturierung und die konsequente Ausrichtung auf ein geistiges Ziel.

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Résumé des informations

Titre
Analyse des Dramas "Die Bürger von Calais" von Georg Kaiser
Université
Free University of Berlin  (Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften/Deutsche Philologie)
Cours
Vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit
Note
1,7
Auteur
M. A. Bettina Henningsen (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
24
N° de catalogue
V168340
ISBN (ebook)
9783640853045
ISBN (Livre)
9783640853465
Langue
allemand
mots-clé
Expressionismus Neue Sachlichkeit Georg Kaiser Die Bürger von Calais Drama Idee Neuer Mensch
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M. A. Bettina Henningsen (Auteur), 2002, Analyse des Dramas "Die Bürger von Calais" von Georg Kaiser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168340
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Extrait de  24  pages
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