Der Schöpfer Moses in Thomas Manns Novelle "Das Gesetz"


Hausarbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thematik und Zielsetzung

2. Zum Begriff des Genies

3. Zu den Begriffen des Künstlerischen und Schöpferischen

4. Zu den Begriffen der Ästhetik und des Schönen

5. Der Schöpfer Moses
5.1 Der metzende Künstler
5.2 Schöpfer des Bundes
5.3 Erfinder der Schrift
5.4 Schöpfer der Gesetze

6. Der Schöpfer Thomas Mann

7. Schlussbetrachtungen

Genie ist die Berührung eines

Menschen mit der Sonne.

Verbrennung ist unvermeidlich.

Peter Bares, Komponist

1. Thematik und Zielsetzung

Im vorliegenden Essay werden die genialischen Züge der Hauptfigur der Novelle »Das Gesetz« von Thomas Mann, des Moses, näher untersucht und es wird der Frage nachgegangen, warum Mann seinem Moses diese Züge verleiht. Denn es fällt im Vergleich auf, dass der Moses der Bibel nicht solche Züge hat; Moses ist dort Mittler zwischen Gott und dem Volk, er ist Befreier, moralischer Lehrer und Lenker. Aber das alles hat keine Züge von Genialität, eher tritt die Person Moses in der Bibel hinter ihren Taten zurück. Moses bleibt der Mann und das Werkzeug Gottes und seine konkrete Individualität verbleibt im Text der Heilsgeschichte eher schemenhaft.

Mann hingegen begreift seinen Moses als die überragende Kulminationsfigur der Gesetzgebung und Religionsstiftung, als Genie höchsten Ranges, das am Beginn eines mächtigen Stromes dreier Weltreligionen und der Grundsetzung allen moralischen menschlichen Handelns schlechthin stehen muss. Dies soll näher betrachtet werden.

Zunächst aber sollen die wichtigsten verwendeten Begriffe nachfolgend näher gefasst werden.

2. Zum Begriff des Genies

In Metzlers Lexikon »Literatur« ist unter dem Schlagwort »Genie« ausgeführt, dass darunter eine Person zu verstehen sei, die über den Genius, der ein »beigegebener göttlicher Geist« sei, oder eine angeborene Befähigung »zu außergewöhnlichem schöpferischen, erfinderischen Handeln« verfügt und dies auch nutzt (vgl. Burdorf et al. 2007, S. 274f).

Während der erste Ansatz ein metaphysisches Wirken annimmt, so von der griechischen Antike bis in die Romantik vertreten, sucht der zweite, aufklärerische Ansatz das Geniale natürlich und rational zu fassen. Beiden Ansätzen ist die Betonung des Schöpferischen und Außergewöhnlichen eigen. Vor allem Künstler und Philosophen werden mit dem Begriff des Genies bedacht, da der schöpferische Prozess und seine außergewöhnlichen Ergebnisse gerade im Bereich der Kunst, aber auch im Bereich der Philosophie anzutreffen sind.

Es ist allgemeiner Konsens, Künstler wie Michelangelo, Beethoven und Goethe als Genies zu bezeichnen, auch mag dies noch für Philosophen wie Platon und Kant gelten; weniger eindeutig und zulässig scheint schon die Zuweisung für bedeutende Wissenschaftlern, wie für Newton, Einstein oder James Watson (Entdecker der DNA), oder herausragende Wirtschaftslenker wie Ludwig Erhard zu sein.

In seiner »Kritik der ästhetischen Urteilskraft« versteht Kant den Begriff »Genie« im aufklärerischen Sinne als »die angeborene Gemütsanlage (ingenium), durch welche die Natur der Kunst die Regel gibt« (Kant 2008, S. 950). Er unterscheidet Genie als das gänzlich entgegen Gesetzte vom in der Nachahmung Lernenden, Gelehrten, der, auch wenn er neues erfinde und als oftmals großer Kopf gelte, nicht »ein Genie zu nennen [sei]: weil eben das auch hätte können gelernt werden, [...] und von dem, was durch Fleiß vermitteltes der Nachahmung erworben werden kann, nicht spezifisch unterschieden ist« (ebda. S. 951). Der entscheidende Unterschied liege darin, dass Erlernbares »ganz anschaulich und zur Nachfolge bestimmt [vorgemacht werden] könnte« (ebda.). Fantasiereiche, gedankenvolle Ideen aber, die ein Künstler aus sich hervorbringe, entzögen sich (in ihrem Entstehungsprozess) seinem eigenen Bewusstsein, und so könne er sie auch nicht lehren.

Im Wissenschaftlichen also ist der größte Erfinder vom mühseligsten Nachahmer und Lehrlinge nur dem Grade nach, dagegen von dem, welchen die Natur für die schöne Kunst begabt hat, spezifisch unterschieden (ebda.).

Die naturgegebene Regel der schönen Kunst schließlich könne »in keiner Formel abgefasst zur Vorschrift dienen« (ebda. S. 952) und müsse vom künstlerischen Produkt als Muster zur Nachahmung durch andere unterschieden werden. Diese Muster als Träger genialer Ideen sind »die einzigen Leitungsmittel« (ebda.) (Vermittler) dieser Regel.[1]

Eine informative, knappe Zusammenfassung der seit Beginn des 18. Jh. aufkommenden, z.T. sehr kontroversen Genie-Theorien bietet Lange-Eichbaum (Lange-Eichbaum 1956, S. 33–41). Er wählt im Kapitel »Genie als Problem« neben dem metaphysischen und aufklärerischen noch einen dritten, neuen, den soziopsychologischen Ansatz mit der Frage:

Was geht in den Seelen der Millionen Menschen vor, wenn sie einen aus ihrer Mitte als Genie auf den Schild heben? Warum erweisen sie eine solche Ehrung gerade dem einen, und vielleicht einem anderen geistig ebenso Bedeutenden nicht? (ebda. S. 47f).

Er kommt zu dem Schluss, dass das Genie Produkt seiner Umwelt sei und nicht für sich losgelöst von ihr betrachtet werden könne. Es gebe keine absoluten Werte, die einem Genie früher beigemessen worden seien, da »Wert [...] ganz essenziell ein Relationsbegriff« (ebda. S. 48) sei. Lange-Eichbaum hebt hier insbesondere auf das Genieverständnis zwischen Mitte des 18. Jh. und Mitte des 19. Jh. ab (Schopenhauer, Nietzsche) (vgl. ebda. S. 47-48). Er untersucht in Zusammenhang mit seinem soziopsychologischen Ansatz darauf die Genie-Problematik in Hinblick auf das Schöpferische, das Archaische, das Kollektiv, Traum, Intention, Inspiration, Talente, Erbe und Rasse (vgl. ebda. S. 48-113).

Er setzt sich schließlich auch mit dem Aspekt des religiösen Genieerlebens auseinander, das auch in Manns Novelle eine gewichtige Rolle spielt. Dieses Erleben unterscheide Genie vom (nur) Talent, nicht als dessen Steigerung, sondern kopple die Höchstbegabung an »etwas Rätselhaftes, Vulkanisches, Dämonisches, Mystisches. Die Unbegreiflichkeit [...] gehört zu seinem [des Genies] übernatürlichen Wesen, ebenso seine Wildheit, Regellosigkeit, Urwüchsigkeit« (ebda. S. 43).

Genau diese intrapsychischen Komponenten finden wir in der Person des Moses bei Thomas Mann geschildert: die emotionalen Ausbrüche bis hin zum Totschlag, die Furcht, die die Hebräer vor ihm empfinden, das Mystische, das ihn umgibt, etwa wenn er 40 Tage von der Wolke umhüllt auf dem Sinai verbringt, schließlich das Dämonische im Sinne von Göttlichem, das bei den Hebräern dauernd eine unscharfe oder mangelnde Trennung zwischen Jehova und Moses verursacht.

An dieser Stelle sei im Nebengedanken darauf verwiesen, dass auch in der Person Hitlers, der am Schluss der Mann'schen Novelle als quasi »apokalyptischer Antichrist« erscheint, diese Elemente auszumachen sind und dass über die Frage, ob dieser ein Genie gewesen sei oder/und ein Paranoider, vielfach gestritten wurde (vgl. das Kap. »Pathographie Hitler« ebda. S. 315-320). Er wird von Grau (Grau 1947, S. 228) beschrieben als »Beherrscher der Zauberkraft des gesprochenen Wortes [...] und unter skrupelloser Ausnutzung seiner massenpsychologischen Demagogik zum Führer seines kranken Volkes aufgestiegen« (zitiert nach Lange-Eichbaum 1956, S. 317). Mann schreibt in seinem Essay »Bruder Hitler« u.a.:

Wenn Verrücktheit zusammen mit Besonnenheit Genie ist (und das ist eine Definition!), so ist der Mann ein Genie. [...] aber muß man nicht, ob man will oder nicht, in dem Phänomen eine Erscheinungsform des Künstlertums wiedererkennen? (Mann 1995, S. 306–308).

Es ist bemerkenswert, dass unmittelbar nach Fertigstellung der Novelle Das Gesetz Thomas Mann seinen Doktor Faustus beginnt mit einer prologartigen Reflektion seines Erzählers Serenus Zeitblom über den »musikalischen Genius meines verewigten Freundes« (Mann 1966, S. 10) Adrian Leverkühn.[2]

Fasste Kant wie dargelegt das Genie als angeborene Befähigung[3] auf, so ist es im Doktor Faustus der Geniebegriff, der sich aus metaphysischem Wirken ableitet, obzwar es sich nicht um ein »von Gott geschenktes oder auch verhängtes Genie handelt« (ebda. S. 11), sondern im Fall Leverkühn »um ein akquiriertes und verderbliches [Genie], um den sünd- und krankhaften Brand natürlicher Gaben, die Ausübung eines grässlichen Kaufvertrages...« (ebda.) (Teufelspakt).

Wenig später nennt Zeitblom dies »den Unterschied zwischen lauterem und unlauterem Genie« (ebda.), also den Unterschied zwischen der von Gott kommenden Gabe und den dem Teufel abgekauften Talenten. Es ist »das Genie und seine jedenfalls dämonisch beeinflusste Natur« (ebda. S. 12).

Dieser Rückgriff auf das der Novelle folgende Werk Doktor Faustus wird nötig, um die Position Manns zum Geniebegriff durch zur Novelle zeitnahe Zitate zu erhellen. Es ist nämlich so, dass in der Novelle selbst weder die Begriffe »Genie« oder »genial« noch »Künstler« oder »künstlerisch« ein einziges Mal vorkommen! Diese Begriffe erschließen sich auf Moses angewendet in der Novelle, wie zu zeigen sein wird, nur indirekt.

3. Zu den Begriffen des Künstlerischen und Schöpferischen

Unter Kunst wird im üblichen Sinne das ästhetische Können verstanden und die daraus entstandenen Produkte als Kunstwerke bezeichnet, die von den Produkten der Wissenschaft, des Handwerks und der Technik unterschieden sind (vgl. Schischkoff 1961, S. 324f).

Das Künstlerische ist die einem Menschen innewohnende Eigenschaft, die ihn befähigt, Kunst zu schaffen, oder aber die Eigenschaft, die ein Kunstwerk auszeichnet um es als Kunstwerk erscheinen zu lassen. Dabei ist die Verwirklichung des Ideals vom Schönen die teleologische Bestimmung des Künstlers in seinem jeweiligen schöpferischen Prozess.

Der schöpferische Prozess ist gekennzeichnet als Produkt des fantasievollen Geistes, der im schöpferischen Akt Neues schafft. So gesehen scheint die Schöpfung angesichts des Neuen, des nie Dagewesenen und im Neuen an sich einen Wert darzustellen. Lange-Eichbaum jedoch bemerkt zu Recht, dass das geschaffene Neue erst in seiner Bedeutung und Wirklichkeit, die es affektiv für die Rezipienten habe, und in dem Maße auf seinen Schöpfer als Genie rückverweist. Es sei nicht die Bedeutung der Erfindung an sich, sondern wie sehr sie affektiv zu berühren vermag, dass sie ihren Urheber als Genie erscheinen lässt. »Die Menschen wollen in den tiefen Schichten des Gefühls angerührt werden, sie verlangen Affektives« (vgl. Lange-Eichbaum 1956, S. 51–53).

4. Zu den Begriffen der Ästhetik und des Schönen

Das Künstlerische und Schöpferische ist stets eng mit dem Begriff der Ästhetik gekoppelt.

Die klassische Ästhetik, die im wesentlichen von Kant und Hegel bestimmt ist, löst die seit der griechischen Antike als Wissenschaft der Literatur maßgebende Rhetorik/Regelpoetik im 18. und 19. Jh. ab. Für die bildenden Künste und die Musik dagegen waren stets die Fragen nach dem Schönen und dem Sinnlichen die ausschlaggebenden und sinnstiftenden, wenngleich auch zwischen griechischer Antike und der Zeit der Aufklärung von schwankender Gewichtung und auch erst zuletzt mit dem Begriff Ästhetik belegt. Mit Nietzsche erfährt die Ästhetik im ausgehenden 19 Jh. eine Ausweitung bzw. Entgrenzung in Hinblick auf eine allgemeine Ästhetik des Daseins. Mit Philosophen wie Adorno richtet sich der Focus ästhetischer Reflexionen auf die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft. Im 20. Jh. schließlich werden ästhetische Fragen losgelöst von der Kunst auf diverse Lebensbereiche schlechthin gerichtet. So weit gefasst wird die Wissenschaft vom Schönen (oder Sinnlichen) immer unschärfer (vgl. hierzu auch Geisenhanslüke 2007, S. 17ff),

...denn einerseits gewinnt die Ästhetik durch ihre Entgrenzung auf alle Lebensbereiche an Umfang, andererseits ist sie gerade durch die Tendenz zu einer Entgrenzung ihres eigenen Gegenstandes [nämlich der Kunst] nicht länger sicher (ebda. S. 18).

Unter der klassischen Sichtweise der Ästhetik, die bis ins 19. Jh. reicht, soll das geniale und künstlerische der Figur Moses im Folgenden betrachtet werden. Diese historische Zuordnung wird auch dadurch gerechtfertigt, dass Thomas Mann seinem Moses Züge von Michelangelo verleiht.[4]

Schließlich soll auch der Gegenstand der klassischen Ästhetik, das Schöne, differenziert werden. Das Schöne und in Opposition dazu das Hässliche als Abwesenheit des Schönen haben für sich keine teleologische Bestimmung. Etwas wird als schön bezeichnet (beurteilt), wenn seine Teile in uns Empfindungen von Harmonie, Ausgewogenheit, Natürlichkeit hervorrufen.

Das damit einhergehende reine Geschmacksurteil vom Schönen »als Objekt eines allgemeinen Wohlgefallens« (Kant 2008, S. 866) ist für Kant kein Erkenntnisurteil, sondern ein ästhetisches und damit zwar subjektiv, da es aber, im Gegensatz zum Wohlgefallen am Angenehmen oder Guten, »ohne alles [eigene] Interesse« (ebda. S. 867) sei, sei das Gefühl von Lust und Unlust am Schönen ein allgemeines »freies Wohlgefallen« (ebda. S. 871), das nicht der Begierde unterliege (vgl. auch Schischkoff 1961, S. 516), und so von allgemeiner Gültigkeit. »Das subjektive Prinzip der Beurteilung des Schönen wird als allgemein, d.i. für jedermann gültig [...] vorgestellt« (Kant 2008, S. 987).

5. Der Schöpfer Moses

Moses als die alles überragende, zentrale Gestalt der Novelle tritt in verschiedenen Rollen auf,

- als Anführer des Exodus und geistiger Führer seines Volkes,
- als enger Vertrauter Gottes und Religionsstifter, worin die Einzigartigkeit des »Erz-Propheten« (Golka 2007, S. 68) gegenüber allen anderen Propheten liegt; Gott und er kennen sich von Angesicht,
- als Schöpfer des Bundes in deutlicher Aufwertung der biblischen Mittlerfunktion zwischen Jahwe und seinem Volk
- als höchste Instanz von Legislative, Judikative und Exekutive als den drei Bund-tragenden Säulen in Personalunion
- in der Priesterrolle beim Kampf gegen Amalek und bei der Durchführung der Brandopfer,
- als Erfinder und Gestalter der hebräischen Schrift, ohne dass es eine Entsprechung dazu im Bibeltext gäbe,
- schließlich als Steinmetz beim Herstellen der Gesetzestafeln und als Metz, der dem rohen Block seines Volkes in »wohlmeinender Erziehungsdiktatur« (Golka 2007, S. 16) sittliche Form zu geben sucht.

Jede einzelne dieser Rollen wäre bereits eines Genies würdig wie etwa Napoleon, Lao-Tse, Perikles als Befreier, Religionsstifter oder Staatsmann. In der Figur Moses jedoch sind all die eben genannten Rollen gebündelt. Und wenn auch Thomas Mann seinem Moses Michelangelos Züge verleiht, ein Mann von eher kleinem, bäuerlichen Wuchs, so steht doch auch dessen gewaltige Moses-Skulptur[5] vor unserem geistigen Auge, muskulös, willensstark, scharfen Blicks, die Sitzhaltung eher zum Sprung geformt.

»Um Mose rein geistlich zu zeichnen und ihn von den anscheinend nötigen Gewalttaten zu entlasten« (Golka 2007, S. 84) setzt Mann »Joshua, den militärischen Führer« (ebda.) bereits bei der 10. Plage ein im Gegensatz zur Bibel, wo dieser erstmalig nach Kadesch genannt wird.

Mann zeichnet bewusst nicht nur den künstlerischen Moses mit starken Gelenken, gleich denen eines Steinmetzen, der »Lust hat zu dem ungestalten Block« (Mann 2005, S. 840). Die künstlerischen Prozesse spiegeln sich in den pädagogischen, erzieherischen und gesetzgebenden Akten wider.

Mann legt darüber hinaus den Akzent auf die schöpferischen Aktivitäten Moses als Gesetzgeber und Religionsstifter. Moses und Gott erscheinen in diesen Schöpfungsakten identisch. (Vgl. auch Lorenzen-Peth 2008, S. 334). Der schöpferisch tätige Künstler erfährt so eine personale Überhöhung mit göttlichen Zügen.

Die Frage nach dem Wohlgelingen des Werkes, sei es die Schrift, das Gesetz oder der sittliche Bildungsprozess an seinem Volk, ist je auch eine ästhetische Fragestellung. Die personale Überhöhung der Figur Moses wird auf das Werk tradiert, auf dass es den geschichtlichen Stellenwert erhalte, der ihm gebührt.

[...]


[1] Lange-Eichbaum vertritt die Auffassung: »Kant ist in der Genielehre nicht originell, in seiner Ästhetik subjektivistisch […]«. Lange-Eichbaum 1956, S. 35.

[2] Den Roman wertet Harpprecht als Nietzsche-Roman und als Auseinandersetzung Manns mit dem Gedankengut dieses Genies und Antichristen. Vgl. dazu Harpprecht 1996, S. 1485. Interessant in diesem Zusammenhang erscheint mir die Frage, inwieweit der Schluss-Fluch in Das Gesetz nicht auch als Antwort Manns auf Nietzsches Der Antichrist – Fluch auf das Christentum (Nietzsche 2008) gesehen werden kann.

[3] Lange-Eichbaum bestreitet die Möglichkeit von Angeborensein: »Niemand wird […] als Genie geboren: daher ist Genie auch niemals vererbbar.« Lange-Eichbaum 1956, S. 46.

[4] Vgl. auch die Briefe Manns u.a. vom 18.04., 28.08. und 26.10.1944. Mann 1979, S. 644–646.

[5] Der »Moses« von Michelangelo ist Mittelteil des Grabmals für Papst Julius II. in St. Peter in Ketten, Rom.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der Schöpfer Moses in Thomas Manns Novelle "Das Gesetz"
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V168345
ISBN (eBook)
9783640853076
ISBN (Buch)
9783640853274
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann, Exilliteratur, Moses, Genie, Gesetz, Zehn Gebote, Hitler, NS-Regime
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor), 2009, Der Schöpfer Moses in Thomas Manns Novelle "Das Gesetz", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168345

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