Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Medien auf die affektive Polarisierung und deren Folgen für die demokratische Öffentlichkeit. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Plattformen nicht nur neue Räume politischer Kommunikation eröffnen, sondern den Diskurs aufgrund ökonomischer Zielsetzungen verändern. Theoretisch stützt sich die Analyse auf Zuboffs Konzept des Überwachungskapitalismus, van Dijcks Plattformgesellschaft sowie die deliberative Demokratietheorie von Jürgen Habermas.
Am Beispiel der US-Präsidentschaftswahl 2016 werden Mechanismen wie Microtargeting, Fake News, Echokammern und algorithmische Selektion untersucht. Die Untersuchung zeigt, dass soziale Medien Inhalte mit hohem emotionalem Potenzial bevorzugen, affektive Feindbilder verstärken und Diskursräume fragmentieren. Insgesamt belegt die Arbeit, dass digitale Plattformen keine neutralen Kommunikationsräume darstellen, sondern durch Logiken gesteuert werden, die eine Polarisierung der Gesellschaft begünstigen. Zwar erleichtern soziale Medien die politische Partizipation, zugleich gefährden sie jedoch Rationalität, Meinungsvielfalt und Inklusivität – Kernbestandteile demokratischer Öffentlichkeit.
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- Anonym (Auteur), 2025, Die Rolle sozialer Medien bei der politischen Polarisierung am Beispiel der US-Präsidentschaftswahl 2016, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683659