The Decision To Go Public


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Entscheidungssituation
2.1. Unternehmensanalyse
2.1. Lageanalyse

3. Analyse der Konsequenzen des Börsengangs
3.1. Chancen des Börsengangs
3.2. Risiken des Börsengangs
3.3. Beurteilung der Chancen und Risiken

4. Empirische Untersuchungen zu den Motiven von Börsengängen
4.1. Die Untersuchung von Langemann (1999)
4.2. Die Untersuchung von Pagano/Panetta/Zingales (1998)

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Neuemissionen am deutschen Aktienmarkt finden seit etwa Mitte der 1990er Jahre ein breites öffentliches Interesse. Auslöser dieses Interesses waren zum einen der Börsengang der Deutschen Telekom AG im Herbst 1996 sowie die Eröffnung des Neuen Marktes als neues Handelssegment der Frankfurter Wertpapierbörse im Frühjahr 1997.[1] Insbesondere die Emission der Deutschen Telekom AG stellte nach deutschen Maßstäben nicht nur ein Rekordvolumen dar, sondern wurde in einem Ausmaß von Public-Relations begleitet, dass man in Deutschland bislang nicht kannte und in der breiten Öffentlichkeit das Interesse an dem Anlageinstrument Aktei weckte.[2]

Die breite Öffentlichkeit diskutiert Neuemissionen zumeist aus der Sicht der Kapitalanleger, wobei die zeitweilig exorbitant hohen Zeichnungsrenditen („Underpricing“) besondere Aufmerksamkeit erlangten. Die Frage nach den Motiven des Börsengangs wird dagegen nur selten gestellt, obwohl eine Untersuchung der Entscheidungsgrundlagen der Unternehmen auch für die individuellen Anlageentscheidungen von großer Bedeutung wäre.[3] Ziel dieser Untersuchung ist es, die Entscheidung bzw. den Entscheidungsprozess für ein Going Public zu analysieren.

Hierzu wird zunächst im nachfolgenden Abschnitt 2 die Entscheidungssituation von Unternehmen skizziert, die sich mit einem Börsengang auseinandersetzen. Nach der Ermittlung der für das Unternehmen zur Verfügung stehenden Alternativen ist der Entscheidungsprozess gekennzeichnet durch die Analyse der Konsequenzen eines Börsengangs. Dieser Analyse, die in einer Beurteilung der Chancen und Risiken eines Börsengangs mündet, ist Gegenstand des 3. Abschnitts. Damit folgt die Untersuchung dem Ansatz von Pagano, Panetta und Zingales, die feststellen, dass die Entscheidung des Börsengangs letztlich beeinflusst wird von den „ex ante characteristics of the companies that go public and the ex post consequences of this decision“[4] Um den bis dahin eher theoretischen Überlegungen auch die praktische Sichtweise gegenüberzustellen werden im 4. Abschnitt zwei empirische Untersuchungen zu den Motiven von Börsengängen kurz vorgestellt. Mit einer Zusammenfassung in Abschnitt 5 wird die Arbeit abgeschlossen.

Unter dem Begriff „Going Public“ wird in Folgenden „die Platzierung von Aktien einer Aktiengesellschaft bei außenstehenden Anlegern sowie die anschließende Einführung dieser Aktien an einer Aktienbörse“[5]. Synonym werden hier die Begriffe „Börsengang“, „Neuemission“ und „Publikumsöffnung“ verwendet.

2. Analyse der Entscheidungssituation

Die Publikumsöffnung eines Unternehmens ist eine bedeutende Veränderung im Leben eines Unternehmens. Der Entscheidungsprozess[6] ist daher sorgsam zu strukturieren und beginnt in der Regel mit einer Situationsanalyse, die eine Unternehmens- und eine Lageanalyse umfasst.[7]

2.1. Unternehmensanalyse

Eine Unternehmensanalyse in dem hier verstandenen Sinne hat zum einen die externen Erfolgspotenziale des Unternehmens auf den relevanten Märkten und zum anderen die internen Erfolgspotenziale, also die unternehmensspezifischen Stärken und Schwächen zu umfassen.[8] Im Einzelnen ist in diesem Rahmen für die Entscheidung über einen Börsengang die Ermittlung des Kapitalbedarfs, die Kapitalmarktfähigkeit und das Branchen- und Wettbewerbsumfeld von besonderer Bedeutung.[9]

Grundlage für die Entscheidung über einen Börsengang ist die Ermittlung des Kapitalbedarfs. Kapitalbedarf entsteht durch das zeitliche Auseinanderfallen von Kapitalbindung (Investition) und Kapitalfreisetzung (Einzahlungen aus der Investition).[10] Kapitalbedarf entsteht dabei insbesondere aus der Notwendigkeit von Unternehmen ihre internen Erfolgspotenziale weiterzuentwickeln, wie z.B. durch die Veränderung und Verbesserung der innerbetrieblichen Prozesse, dem Ausbau der Wettbewerbsposition, einer strategischen Neuausrichtung oder einer Erhöhung der Innovationsfähigkeit, mit dem Ziel die Unternehmensrentabilität zu verbessern. Sind die Innenfinanzierungsmöglichkeiten erschöpft, ist die Erschließung externer Kapitalquellen erforderlich.[11]

Unter der Kapitalmarktfähigkeit (Börsenreife) ist neben der Erfüllung der börsenrechtlichen Kriterien die Erfüllung der Anforderungen zu verstehen, die von den Kapitalmarktinvestoren bzw. von den Emissionsbanken an potenzielle Emittenten stellen. Demnach sollten potenzielle Börsenkandidaten über ein überzeugendes Unternehmenskonzept mit entsprechend guten Zukunftsperspektiven verfügen. Ein solches Konzept muss in der Lage sein, die (Kurs-)Phantasie der Anleger nachhaltig anzuregen. Dabei werden klare Angaben zu den Zukunftsaussichten des Unternehmens sowie seiner Dividendenpolitik vorausgesetzt.[12]

Auch das Branchen- und Wettbewerbsumfeld ist im Rahmen der Unternehmensanalyse von Bedeutung. Dort liegen die externen Erfolgspotenziale. Gerade Unternehmen aus stark wachsenden Branchen (u.a. Telekommunikation, Informationstechnologie und Multimedia) haben in der letzten Zeit erfolgreiche Börsengänge vollzogen.[13]

2.1. Lageanalyse

Im Rahmen der Lageanalyse werden Einflussfaktoren untersucht, die sich einer direkten Beherrschung durch das Unternehmen entziehen.[14] Drei wesentliche nicht direkt beherrschbare Faktoren sind die Börsensituation, die Banken sowie die steuer- und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.[15]

Hinsichtlich der Börsensituation kann davon ausgegangen werden, dass eine positive Grundstimmung an der Börse für Neuemissionen unabdingbare Voraussetzung ist. Diese Stimmung wird insbesondere durch das konjunkturelle und das allgemeine wirtschaftliche Klima geprägt werden.[16] Der erst vor kurzem verschobene Börsengang der Deutschen Post AG zeigt die Abhängigkeit von der Börsensituation ganz deutlich. Ein Börsengang in einer Finanzkrise ist nicht sinnvoll, da die zu erzielenden Ausgabekurse der Neuemission weit hinter den Möglichkeiten bei positiver Börsensituation bleiben.

Für die Banken bedeuten Neuemissionen eine beachtliche Ertragsquelle. Allerdings unterliegen die Banken auch einem Reputationsrisiko, da fehlgeschlagene Börsengänge dem Image einer Bank langfristig schaden können.[17] Mithin gewinnt vor diesem Hintergrund die oben angesprochene Börsenreife eine besondere Bedeutung. Ohne eine positive Beurteilung der Ertragsaussichten wird sich keine Emissionsbank finden.

Steuer- und gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen bestimmen die Entscheidungssituation ganz wesentlich. Eine Neuemission führt dazu, dass sich das Unternehmen für fremde Kapitalgeber öffnet und diese als (Mit-Eigentümer) akzeptieren muss. Damit verbunden ist die unabdingbare Bereitschaft zu einer regelmäßigen umfassenden Information über die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens sowie die Akzeptanz fremder Einflüsse und Interessen. Steuerlich können durch den Börsengang beträchtliche Besteuerungsunterschiede ergeben, die sich sowohl auf das Unternehmen, als auch auf die Eigentümer auswirken können.[18]

[...]


[1] Vgl. Fischer (2002), S. 17.

[2] Vgl. Schanz (2000), S. 2.

[3] Vgl. Fischer (2002), S. 17.

[4] Pagano/Panetta/Zingales (1998), S. 28.

[5] Hohla (2001), S. 11.

[6] Vgl. zur Entwicklung theoretischer Entscheidungsmodelle im Rahmen des Going Public Chemmanur/Fulghieri (1999), S. 249 ff.

[7] Vgl. Brauchlin (1990), S. 1 ff.

[8] Vgl. Drobeck/Sander (2000), S. 51.

[9] Vgl. Kramer (2000), S. 159.

[10] Vgl. Boemle (1998), S. 34 f.

[11] Vgl. Kramer (2000), S. 159.

[12] Vgl. ebenda, S. 160 f.

[13] Vgl. ebenda, S. 162.

[14] Vgl. Brauchlin (1990), S. 46.

[15] Vgl. Kramer (2000), S. 163.

[16] Vgl. Wolff (1994), S. 61.

[17] Vgl. Kramer (2000), S. 164.

[18] Vgl. Gerke (1995), S. 93.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
The Decision To Go Public
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V168385
ISBN (eBook)
9783640854226
ISBN (Buch)
9783640854448
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
decision, public
Arbeit zitieren
Natela Kakhabrishvili (Autor), 2009, The Decision To Go Public, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168385

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: The Decision To Go Public



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden