Change Management bedeutet Wandel und Veränderung. Es bedeutet also Veränderung der strategischen Ausrichtung durch planvolle Anpassung einzelner Prozessschritte unter Anwendung unterschiedlicher Methoden von einem Ausgangszustand X zu einem Zielzustand Y. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze diese Veränderungen auszugestalten. Einerseits den radikalen Wandel, der geprägt von einschneidenden und impulsiven Vorgängen ist und andererseits der inkrementale Wandel, welcher schrittweise und evolutionär einhergeht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 CHANGE MANAGEMENT - 2 METHODEN IM ÜBERBLICK
- 2.1 INKREMENTALER ANSATZ
- 2.2 RADIKALER ANSATZ
- 2.3 INKREMENTALER WANDEL VOR RADIKALEM ANSATZ
- 2.4 RADIKALER WANDEL VOR INKREMENTALEM ANSATZ
- 2.5 PRÄFERENZ D. AUTORS
- 2.6 FAZIT D. AUTORS
- 3 ERFOLGS- UND FINANZPLANUNG IM UNTERNEHMEN
- 3.1 PLANPERIODE IM UNTERNEHMEN LONGE LIVE LEARNING
- 3.1.1 Plan Gewinn- und Verlustrechnung
- 3.1.2 Plan-Geldflussrechnung
- 3.1.3 Plan-Bilanz
- 3.2 INTERPRETATIONEN
- 3.2.1 Was sagt das EBIT aus? Ist die errechnete Quote vorteilhaft?
- 3.2.2 Was bedeutet die Veränderung der liquiden Mittel von der Eröffnungsbilanz zur Plan-Bilanz?
- 3.2.3 Was ist der Unterschied zwischen dem Cashflow aus der Geschäftstätigkeit und der Finanzierung? Hat das Unternehmen gut gewirtschaftet?
- 3.2.4 Fazit zu den Interpretationen
- 3.1 PLANPERIODE IM UNTERNEHMEN LONGE LIVE LEARNING
- LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Modulseminararbeit befasst sich mit dem Change Management und der Gegenüberstellung von radikalem und inkrementalem Wandel. Das primäre Ziel ist es, diese beiden Ansätze detailliert zu beleuchten und ihre Anwendung im Kontext von Unternehmenserfolgs- und Finanzplanung zu analysieren, um so eine fundierte Basis für strategische Entscheidungen zu liefern.
- Definition und Konzepte des Change Managements
- Vergleich von radikalem und inkrementalem Wandel
- Einfluss des menschlichen Faktors auf Veränderungsprozesse
- Praktische Anwendungsbeispiele der Wandlungsansätze
- Grundlagen der Erfolgs- und Finanzplanung im Unternehmen
- Interpretation relevanter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen wie EBIT und Cash Ratio
Auszug aus dem Buch
Inkrementaler Wandel vor radikalem Ansatz
Der Mensch steht im Mittelpunkt der Veränderungen. Change Management ist also überall dort mit besonderem Feingefühl anzuwenden, wo Menschen anzutreffen sind. Würden ausschließlich Maschinen zu steuern sein, so wären die aufwändigen Change Management Ansätze, um die menschliche Führungskomponente samt sozialer Ebene zu kürzen. „Managers have to get to the ground, they have to see, live and experience what's going on there. “5 Der vorstehende Ansatz vom kanadischen Professor für Betriebswirtschaftslehre und Management lässt zu Beginn dieser Ausführung erkennen, weshalb der inkrementale Ansatz dem radikalen Ansatz eindeutig vorzustellen ist. Führungskräfte müssen nahbar, sie sollen vor Ort und am Boden der menschlichen Realität sein. Um die Veränderung voranzutreiben ist es also zwingend notwendig, dass die betroffenen Menschen einen gestalterischen Teil einnehmen dürfen. Nachdem beim radikalen Ansatz Menschen eine untergebene, ausführende Rolle einnehmen und von der hierarchischen Spitze des Unternehmens abwärts mit Druck die zu erledigenden Aufgaben durchführen müssen, entsteht ein hohes Potential an Mitarbeiterfluktuation. Diese kann unter Umständen dazu führen, dass zwar ein theoretischer, planerischer Ansatz durch diese radikale Vorgehensweise die elementarischen Veränderungen in kurzer Zeit abbildet, jedoch wird dieser theoretische Ansatz von der betrieblichen Praxis eingeholt. Denn eine derart revolutionäre Vorgehensweise sorgt bei den beschäftigten Mitarbeitern mangels Nachvollziehbarkeit und Gefühl der Minderwertigkeit für derart Unstimmung, dass mit dem Kollateralschaden der Massenkündigung von den guten Mitarbeitern zu rechnen ist. Bisher geleistete Beiträge zu einer positiven Teamkultur werden dadurch völlig durcheinandergebracht.
Der inkrementale Ansatz dient als Verbesserung eines vorhandenen Systems, an welchem gemeinsam mit den Mitarbeitern Stufe für Stufe daran gearbeitet wird. Sie werden Teil der Veränderung, Teil der Bewegung.
Als positives Beispiel sei hier der deutsche Automobilhersteller Volkswagen bei der Elektrifizierung der in der Vergangenheit meistverkauften Modellserie Golf erwähnt. Bereits seit 1974 produziert Volkswagen das Modell Golf als Hersteller mit deutschem Qualitätsversprechen und Konzernmarktanteilsführer in Europa. Die gesetzlichen Erfordernisse aufgrund der Klimaziele machten es jedoch unumstößlich, dass auch Volkswagen an die Elektrifizierung seiner Flotte denken musste. Nachdem die europäische Bevölkerung seit Jahrzehnten aber mit den herkömmlichen Verbrennungsmotoren vertraut waren und Menschen bekanntlich auf Vertrautes setzen, hat sich Volkswagen zum Ziel gemacht, in einem herkömmlichen Modell Golf einen batterieelektrischen Antrieb zu vertrauen. Man ist also seiner grundsätzlichen Modellpolitik treu geblieben und hat im Change Management im Interesse aller Stakeholder und unter Einbindung der Mitarbeiter 40 Jahre nach dem Golf der ersten Generation den Golf in der 7. Generation elektrifiziert. Durch die Konzentration der Kernkompetenz, die Entwicklung eines Kraftfahrzeuges deutscher Handwerksqualität, konnten die Synergieeffekte der Entwicklungskosten durch das inkrementale Change Management im Rahmen gehalten werden. Das Ziel des elektrifizierten Fahrzeugs wurde erreicht, Kundenerwartungen wurden übertroffen, da durch die Weiterentwicklung eines bewährten Fahrzeugs eine niedere Schwelle für die Akzeptanz einer neuen Technologie erreicht wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Change Management ein und stellt die beiden grundlegenden Ansätze des radikalen und inkrementalen Wandels vor, die in der Arbeit beleuchtet werden.
2 Change Management - 2 Methoden im Überblick: Hier werden der inkrementale und der radikale Ansatz des Wandels detailliert beschrieben, ihre Merkmale verglichen und es wird dargelegt, wann welcher Ansatz, unter Berücksichtigung des menschlichen Faktors, vorzuziehen ist.
3 Erfolgs- und Finanzplanung im Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Finanzplanung und stellt dies am Beispiel des Unternehmens „Long Live Learning“ dar, inklusive einer detaillierten Analyse und Interpretation zentraler Finanzkennzahlen wie der Gewinn- und Verlustrechnung, der Geldflussrechnung, der Bilanz, des EBIT und des Cash Ratios.
Schlüsselwörter
Change Management, radikaler Wandel, inkrementaler Wandel, Erfolgsplanung, Finanzplanung, EBIT, Cashflow, Liquidität, Unternehmenskultur, Strategie, Transformation, Mitarbeiterbeteiligung, Krisenmanagement, Unternehmensführung, betriebswirtschaftliche Kennzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema Change Management, insbesondere die Gegenüberstellung von radikalem und inkrementalem Wandel, und analysiert deren Auswirkungen auf die Erfolgs- und Finanzplanung in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und die Methoden des Change Managements, die zwei Hauptansätze des Wandels (radikal vs. inkremental) und die Anwendung finanzplanerischer Instrumente zur Steuerung von Unternehmensveränderungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die zwei grundlegenden Methoden des Change Managements – radikaler und inkrementaler Wandel – zu vergleichen und zu bewerten, wann welcher Ansatz am besten angewendet werden sollte, sowie deren Implikationen für die Unternehmensplanung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Konzepte zur Analyse und Interpretation von Unternehmensdaten im Rahmen der Erfolgs- und Finanzplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte: Zuerst wird ein umfassender Überblick über die zwei Methoden des Change Managements gegeben, inklusive ihrer Vor- und Nachteile sowie Anwendungsbeispiele. Danach folgt eine detaillierte Darstellung und Interpretation der Erfolgs- und Finanzplanung am Beispiel eines fiktiven Unternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Change Management, radikaler Wandel, inkrementaler Wandel, Erfolgsplanung, Finanzplanung, EBIT, Cashflow, Liquidität und Unternehmenskultur charakterisiert.
Warum bevorzugt der Autor in bestimmten Situationen den inkrementalen Wandel?
Der Autor bevorzugt den inkrementalen Wandel, wenn es um die Entwicklung einzelner Prozessschritte geht, die ein hohes Maß an Einbindung der Mitarbeiter erfordern und deren Erfahrungen berücksichtigt werden sollen, da dieser Ansatz die Akzeptanz fördert und weniger Mitarbeiterfluktuation verursacht.
Welche Rolle spielen Finanzkennzahlen wie EBIT und Cash Ratio bei der Beurteilung des Unternehmenserfolgs?
Finanzkennzahlen wie das EBIT geben Aufschluss über das operative Ergebnis eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern, während das Cash Ratio die Liquidität ersten Grades misst. Beide sind entscheidend für die Beurteilung der Rentabilität und der finanziellen Stabilität und dienen als Basis für strategische Entscheidungen.
Gibt es ein konkretes Beispiel für inkrementalen Wandel im Buch?
Ja, als positives Beispiel für inkrementalen Wandel wird die Elektrifizierung der Modellserie Golf durch den Automobilhersteller Volkswagen genannt, bei der bewährte Modelle schrittweise an neue Technologien angepasst wurden.
Wie unterscheidet sich der Cashflow aus Geschäftstätigkeit von dem aus Finanzierung?
Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit zeigt die Mittel an, die aus dem gewöhnlichen, operativen Geschäft erwirtschaftet wurden. Der Cashflow aus Finanzierung hingegen bildet die Geldmittelflüsse ab, die die Kapitalstruktur des Unternehmens verändern, wie zum Beispiel die Aufnahme oder Rückzahlung von Kapital oder Dividendenausschüttungen.
- Citar trabajo
- Benjamin Zeilinger (Autor), 2023, Change Management. Gegenüberstellung von radikalem und inkrementalem Wandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1683998