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Der Denkmalstreit in Düsseldorf und seine Gründe

Title: Der Denkmalstreit in Düsseldorf und seine Gründe

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Robert Meyer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Heinrich Heine gilt als einer der bekanntesten Dichter und Journalisten im 19. Jahrhundert. Von so vielen wurde er geliebt, von nicht weniger Menschen gehasst. Heines Schaffen war schon zu Lebzeiten äußerst umstritten. Für die einen war er der große Dichter, für die anderen ein Verräter am deutschen Volke. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, warum Heinrich Heine erst lange nach seinem Ableben die Ehrung zuteil wurde, welche ihm zustand. Eine Statue sollte es sein, ein Erinnerungsstück in seiner Geburtsstadt Düsseldorf. Doch der Dichter und sein Erbe waren besonders für Konservative, Nationalisten und Antisemiten ein Graus. Deshalb setzen sie nach jahrelanger Diskussion durch, dass Heine kein Denkmal in Düsseldorf geschaffen werden sollte. Mit der nun folgenden Hausarbeit möchte ich einen Blick auf die Frage werfen, warum Heine bis heute zu einem der umstrittensten Dichter und Denker seiner Zeit gehört, was seine Gegner gegen ihn aufbrachte, welche Überzeugungen er vertrat und wieso das alles dazu führte, dass Heine erst mehrere Jahrzehnte nach seinem Tode in Deutschland geehrt wurde. Hierzu ist es notwendig einige ausgewählte Werke des Dichters heranzuziehen, denn diese spiegeln in einer vortrefflichen Art und Weise Heines Denken und Weltanschauungen wieder. Auch ein kurzer Blick in Heines wechselhafte Biografie ist für diese Arbeit notwendig. Was verband den Dichter mit den kommunistischen Ideen von Karl Marx und Friedrich Engel? Und waren es nicht genau diese politischen Prägungen und Einflüsse, welche Heines Ehrung in einem Deutschland des endenden 19. Jahrhunderts unmöglich machten? Kritiker hatte er zu Lebzeiten und auch postum genug. Zu den bekanntesten zählt der Literaturkritiker Adolf Bartels, welcher die Idee zu einer Gedenkstatue in Düsseldorf in seinem Aufsatz „Heinrich Heine. Auch ein Denkmal“ als „Kotau vor dem Judentum“ bezeichnete. Heine selbst wurde von Bartels als „Decadence-Juden“ verunglimpft. Heines Gegner setzen vor allem an dessen jüdischer Herkunft an, worunter der Dichter zeitlebens zu leiden hatte, obwohl er sich im Jahre 1825 in Heiligenstadt protestantisch taufen ließ.
Dass Heine zu Lebzeiten leider viel zu oft verkannt wurde und sein wahres Schaffen erst lange nach seinem Tod deutlich wurde, beweißt ein Zitat des Literaturkritikers Marcel Reich Ranicki, aus seinem Werk „Der Fall Heine“. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Denkmalstreit

2.1 Das Kunstwerk im Detail

2.2 Die drei Figuren

2.2.1 Die Lyrik

2.2.2 Die Satire

2.2.2 Die Melancholie

3. Heine und seine Kritiker

4. Heine und die Politik

4.1. „Deutschland ein Wintermärchen“

4.2. „Die schlesischen Weber“

5. Das Ende des Denkmalstreites

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Gründe für den erbitterten Widerstand gegen die Errichtung eines Denkmals für Heinrich Heine in seiner Geburtsstadt Düsseldorf. Dabei wird analysiert, wie Heines politische Überzeugungen, seine jüdische Herkunft und sein ambivalentes Verhältnis zu Religion und Staat seine posthume Wahrnehmung und die Ablehnung durch konservative sowie nationalistische Kreise beeinflussten.

  • Analyse des künstlerischen Aufbaus des Heine-Denkmals und dessen Symbolik
  • Untersuchung der Rolle von Antisemitismus und Nationalismus in der Heine-Rezeption
  • Politische Einordnung von Heines Hauptwerken "Deutschland ein Wintermärchen" und "Die schlesischen Weber"
  • Reflexion über Heines gespaltenes Verhältnis zur Idee des Kommunismus
  • Dokumentation des Scheiterns der Denkmal-Pläne in Deutschland und der erfolgreichen Umsetzung in den USA

Auszug aus dem Buch

4.2 „Die schlesischen Weber“

Ein nicht weniger starkes Werk bildet Heinrich Heines Gedicht „Die schlesischen Weber“ vom Juni 1844 wieder. Auch in diesem Werk schafft es der Dichter Politik, Religion und Gesellschaft in einen treffenden Zusammenhang zu verpacken. Es heißt:

(1) Im düstern Auge keine Thräne,

(2) sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne;

(3) Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch.

(4) Wir weben hinein den dreyfachen Fluch --

(5) Wir weben, wir weben!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Heines umstrittene Stellung im 19. Jahrhundert und die daraus resultierende Schwierigkeit, ihm in Düsseldorf ein Denkmal zu errichten.

2. Denkmalstreit: Dieses Kapitel beschreibt das geplante Heine-Denkmal von Ernst Herter und interpretiert die allegorische Bedeutung der Nixenfiguren sowie der Reliefs.

3. Heine und seine Kritiker: Hier werden die ideologischen Gründe für die Ablehnung Heines durch konservative Gruppen, Studentenverbindungen und Antisemiten dargestellt.

4. Heine und die Politik: Dieses Kapitel analysiert anhand der Gedichte „Deutschland ein Wintermärchen“ und „Die schlesischen Weber“ Heines Gesellschaftskritik und seine politische Positionierung.

5. Das Ende des Denkmalstreites: Das Kapitel schildert den gescheiterten Prozess zur Aufstellung des Denkmals in deutschen Städten und die schließlich erfolgreiche Umsetzung in New York.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Heines politische Fortschrittlichkeit und seine jüdische Herkunft in einem damals nationalistisch geprägten Deutschland zu seinem Ausschluss aus der nationalen Erinnerungskultur führten.

Schlüsselwörter

Heinrich Heine, Denkmalstreit, Deutschland ein Wintermärchen, Die schlesischen Weber, Antisemitismus, Nationalismus, Literaturgeschichte, 19. Jahrhundert, Ernst Herter, politische Lyrik, Vormärz, Gesellschaftskritik, kulturelle Identität, Exil, Heine-Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Kontroverse um die Errichtung eines Denkmals für Heinrich Heine in Düsseldorf und den tieferliegenden gesellschaftspolitischen Gründen für dessen Ablehnung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Heine-Rezeption im 19. Jahrhundert, den zeitgenössischen Antisemitismus, die Rolle des Nationalismus sowie Heines politische Lyrik und dessen Verhältnis zu Staat und Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum Heinrich Heine als "umstrittener" Dichter wahrgenommen wurde und welche ideologischen Barrieren seine Ehrung im Deutschen Kaiserreich verhinderten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von Heines Werken sowie eine historische Auswertung von zeitgenössischen Quellen und Dokumentationen zum Denkmalstreit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation des Denkmals, die Darstellung der Kritik an Heines Person sowie die politische Analyse seiner Werke in Bezug auf Religion und Revolution.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Denkmalstreit, Antisemitismus, Deutschlandbild, politische Lyrik und der Konflikt zwischen Individuum und nationalistisch geprägtem Staat.

Warum lehnte der Düsseldorfer Stadtrat das Heine-Denkmal trotz ursprünglicher Zusage ab?

Die Ablehnung erfolgte primär aufgrund des massiven öffentlichen Drucks konservativer Kreise sowie durch ein verändertes politisches Klima, das Heine als "unpatriotisch" diskreditierte.

Welche Rolle spielte das Ausland für die Heine-Ehrung?

Da Deutschland eine Ehrung verweigerte, übernahmen deutsche Einwanderer in den USA die Initiative und setzten schließlich im Jahr 1899 in New York das Denkmal um.

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Details

Title
Der Denkmalstreit in Düsseldorf und seine Gründe
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Germanistik, Medien-, Technik- und Interkulturelle Kommunikation)
Course
Seminar: Heinrich Heine
Grade
2,7
Author
Robert Meyer (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V168405
ISBN (eBook)
9783640854509
ISBN (Book)
9783640854844
Language
German
Tags
Heinrich Heine Denkmalstreit Düsseldorf Die schlesischen Weber Deutschland ein Wintermärchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Meyer (Author), 2008, Der Denkmalstreit in Düsseldorf und seine Gründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168405
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