Flexionsverhalten des Adjektivs und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Versuch einer Definition

3. Flexion im Vergleich
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Flexionsverhalten des Adjektivs

4. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau A2

5. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau B1

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Adjektiv, so Eisenberg in seinem Werk „Das Wort - Grundriss der deutschen Grammatik“, weist zwei bemerkenswerte Besonderheiten hinsichtlich seines Fle- xionsverhaltens auf (Eisenberg 2006, 177). Zum einen „wird es nicht nur dekli- niert, sondern auch kompariert“ (ebd., 177), das heißt es existieren Steigerungs- formen, „die es nur beim Adjektiv gibt“ (ebd., 177). Zum anderen und dieser Um- stand soll für die vorliegende Hausarbeit von Relevanz sein, folgen Adjektive „nicht einem, sondern mehreren Flexionsmustern, wobei die Wahl des Musters von der syntaktischen Umgebung abhängt“ (ebd., 177).

Diese Seminararbeit wird sich in drei wesentlichen Schritten mit dem sprachli- chen Phänomen der Flexion des Adjektivs auseinandersetzen. In einem ersten Schritt soll dabei der Versuch einer Definition des Terminus Adjektiv unternom- men werden, da nur eine enge Eingrenzung des Begriffs zielführend erscheint. Allein die Tatsache, dass das Adjektiv in verschiedenen Grammatiken unter- schiedlich definiert wird, macht diesen Schritt notwendig. Im Anschluss daran widmet sich die Arbeit dem unterschiedlichen Flexionsverhalten des Adjektivs. Dabei soll auf die unterschiedlichen Sichtweisen mehrerer Grammatiken zurück- gegriffen werden. Um ein möglichst breites Spektrum an Meinungen abzubilden, basiert diese Seminararbeit daher auf den jeweiligen Grammatiken von Eisenberg (2006), Engel (2004), Helbig/Buscha (2005) , Weinrich (2005), Flämig (1991) sowie auf einem Aufsatz von Eichinger (2007), welcher sich ebenfalls mit der Thematik auseinandersetzt.

In einem dritten Schritt werden die zuvor gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Frage überprüft, inwieweit dass in den Grammatiken verschieden beschriebene Flexionsverhalten von Adjektiven Einzug in aktuelle Lehrwerke für den Deutsch als Fremdsprache (DaF) Unterricht gefunden hat. Dabei wird zum einen ein Lehrwerk untersucht, welches sich an Lerner der Grundstufe richtet (Niveau A2 nach dem europäischen Referenzrahmen). Zum anderen wird ein Lehrbuch verwendet, welches sich an erwachsene Lerner der Mittelstufe richtet (Niveau B1 nach dem europäischen Referenzrahmen).

An das Ende der Seminararbeit schließt sich eine kurze Zusammenfassung des Erarbeiteten sowie ein kurzes Fazit an.

2. Versuch einer Definition

Ein Blick in die einschlägigen Grammatiken zur deutschen Sprache zeigt, dass sich Sprachwissenschaftler mit einer einheitlichen Definition des Terminus Ad- jektiv sichtlich schwer tun. Engel sieht Adjektive beispielsweise als „genusvariab- le Wörter, die immer zwischen Determinativ und Nomen stehen können“ (Engel 2004, 335) und weist dann auf zwei andere gängige Definitionen hin, welche er jedoch kritisch betrachtet und daher in ihrer Form als ungeeignet ablehnt. Seiner Ansicht nach zielen semantische Definitionen darauf ab, „Adjektive als Wörter aus[zu]sondern, die Eigenschaften bezeichnen und damit Größen qualifi- zieren“ (ebd., 335). Jedoch weist Engel richtigerweise darauf hin, dass auch ande- re Wörter und Wortgruppen Eigenschaften bezeichnen (vgl. ebd., 335) und gleich- zeitig „die Mehrheit der gemeinhin als Adjektive anerkannten Wörter eben keine Eigenschaften“ (ebd., 335) bezeichnen.

Als zweite gängige Variante beschreibt Engel eine flexivische Definition, welche Adjektive nach ihrer Fähigkeit zur Steigerung klassifizieren will (vgl. ebd., 335). Diese lehnt er jedoch mit dem Verweis darauf ab, dass sich nur ein relativ kleiner Teil der Adjektive überhaupt steigern lässt und sich beispielsweise die große Gruppe der Zahlwörter einer Steigerung gänzlich widersetzen (vgl. ebd., 335). Weinrichs Definition wiederum fällt unter keine der von Engel benannten beiden Varianten. Er definiert Adjektive folgendermaßen: „Adjektive sind Sprachzei- chen, die vorwiegend der Determination anderer Sprachzeichen dienen. Das kön- nen Nomina, Verben und andere Adjektive sein“ (Weinrich 2005, 477). Weiterhin fügt er hinzu, dass Adjektive als Prädikamente bei der Kopula-Prädikation wirken (vgl. ebd., 477) und je nachdem, ob sie selbst determinierend wirken oder deter- miniert werden, haben sie „die semantischen Merkmale [BESTIMMEND] oder [BESTIMMBAR] (ebd., 477). Im Schul- bzw. DaF-Unterricht spielen derartige Unterscheidungen nur eine untergeordnete Rolle, wie ein Nachschlagewerk für Studenten zeigt, welche den eigentlichen Deutschunterricht bereits hinter sich haben. Dort heißt es: „Das Adjektiv kennen Sie vielleicht auch als Eigenschafts- wort oder Wiewort. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf seine Funktion: Das Adjektiv beschreibt, wie etwas ist“ (Hoffmann 2005, 30, Hervorhebungen im Text). Nimmt man jetzt die zuvor eingeführte Definition bzw. Kritik von Engel zur Hand, stellt sich schnell heraus, dass die im Unterricht verwendete Definition zwar unscharf, jedoch für den Lernenden als ausreichend zu betrachten ist.

3. Flexion im Vergleich

3.1 Allgemeine Merkmale

Im Folgenden widmet sich diese Seminararbeit den verschiedenen Ansätzen zum Flexionsverhalten des Adjektivs. Dazu werden die Standpunkte, der in der Einlei- tung erwähnten Sprachwissenschaftler, miteinander verglichen. Zuvor werden jedoch einige allgemein anerkannte Merkmale des Flexionsverhaltens von Adjek- tiven kurz erläutert.

Laut Eichinger werden nur jene Adjektive flektiert, welche links vom Nomen attributiv verwendet werden (vgl. Eichinger 2007, 144). Nicht flektiert werden hingegen Adjektive, welche eine prädikative und adverbiale Verwendung finden (ebd., 145). Nach Eichinger gibt es einige prototypische Adjektive, welche sowohl attributiv, als auch prädikativ oder adverbial verwendet werden können (vgl. ebd., 145), was folgendes Beispiel belegen soll:

1. Das seien gute Waffen
2. Und sie seien gut, aber billig seien sie nicht
3. Der Hund sei bissig und rieche nicht gut

Beispiel 1 zeigt eine attributive Verwendung, Beispiel zwei eine prädikative und Beispiel 3 eine adverbiale Verwendung des Adjektivs gut (vgl. ebd., 145). Eichin- ger liefert eine kurze, wenn auch nur sehr oberflächliche Begründung für die Flek- tion bzw. die merkmalslose Verwendung von Adjektiven, indem er anmerkt:

„Die strikte Verwendung der Adjektivflexion auf die attributive Position links vom Nomen, und die formale Merkmallosigkeit aller anderen Verwendungen ist ein Ergebnis grammatischer Reorganisation in neuhochdeutscher Zeit. Sie betrifft die Verteilung der flexivischen Information in der Nominalgruppe ebenso, wie den Verzicht auf die im Mittelhochdeutschen noch gängige formale Kennzeich- nung der adverbialen Verwendung, wie sie die europäischen Nachbarstaaten noch heute kennen“ (ebd., 145).

Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass es für weiterführende Untersuchungen eine interessante Fragestellung sein könnte, weshalb es zu einer Reorganisation der Adjektivflexion in der neuhochdeutschen Zeit kam.

Im folgenden Kapitel wird sich nun der unterschiedlichen Einschätzung des Flexionsverhaltens gewidmet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Flexionsverhalten des Adjektivs und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Germanistik, Medien-, Technik- und Interkulturelle Kommunikation)
Veranstaltung
Morphologie für DaFZ
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V168412
ISBN (eBook)
9783640854530
ISBN (Buch)
9783640854868
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flexion, Adjektive, Lehrwerke, Deutsch als Fremdsprache
Arbeit zitieren
Robert Meyer (Autor), 2010, Flexionsverhalten des Adjektivs und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168412

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