Das Adjektiv, so Eisenberg in seinem Werk „Das Wort – Grundriss der deutschen Grammatik“, weist zwei bemerkenswerte Besonderheiten hinsichtlich seines Flexionsverhaltens auf (Eisenberg 2006, 177). Zum einen „wird es nicht nur dekliniert, sondern auch kompariert“ (ebd., 177), das heißt es existieren Steigerungs-formen, „die es nur beim Adjektiv gibt“ (ebd., 177). Zum anderen und dieser Um-stand soll für die vorliegende Hausarbeit von Relevanz sein, folgen Adjektive „nicht einem, sondern mehreren Flexionsmustern, wobei die Wahl des Musters von der syntaktischen Umgebung abhängt“ (ebd., 177).
Diese Seminararbeit wird sich in drei wesentlichen Schritten mit dem sprachlichen Phänomen der Flexion des Adjektivs auseinandersetzen. In einem ersten Schritt soll dabei der Versuch einer Definition des Terminus Adjektiv unternommen werden, da nur eine enge Eingrenzung des Begriffs zielführend erscheint. Allein die Tatsache, dass das Adjektiv in verschiedenen Grammatiken unterschiedlich definiert wird, macht diesen Schritt notwendig. Im Anschluss daran widmet sich die Arbeit dem unterschiedlichen Flexionsverhalten des Adjektivs. Dabei soll auf die unterschiedlichen Sichtweisen mehrerer Grammatiken zurück-gegriffen werden. Um ein möglichst breites Spektrum an Meinungen abzubilden, basiert diese Seminararbeit daher auf den jeweiligen Grammatiken von Eisenberg (2006), Engel (2004), Helbig/Buscha (2005), Weinrich (2005), Flämig (1991) sowie auf einem Aufsatz von Eichinger (2007), welcher sich ebenfalls mit der Thematik auseinandersetzt.
In einem dritten Schritt werden die zuvor gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Frage überprüft, inwieweit dass in den Grammatiken verschieden beschriebene Flexionsverhalten von Adjektiven Einzug in aktuelle Lehrwerke für den Deutsch als Fremdsprache (DaF) Unterricht gefunden hat. Dabei wird zum einen ein Lehrwerk untersucht, welches sich an Lerner der Grundstufe richtet (Niveau A2 nach dem europäischen Referenzrahmen). Zum anderen wird ein Lehrbuch verwendet, welches sich an erwachsene Lerner der Mittelstufe richtet (Niveau B1 nach dem europäischen Referenzrahmen).
An das Ende der Seminararbeit schließt sich eine kurze Zusammenfassung des Erarbeiteten sowie ein kurzes Fazit an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Versuch einer Definition
3. Flexion im Vergleich
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Flexionsverhalten des Adjektivs
4. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau A2
5. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau B1
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Flexionsverhalten des deutschen Adjektivs und analysiert, wie diese grammatikalischen Strukturen in aktuellen Lehrwerken für den Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (DaF) aufbereitet und vermittelt werden.
- Theoretische Auseinandersetzung mit der Definition des Terminus Adjektiv.
- Vergleich verschiedener sprachwissenschaftlicher Modelle zur Adjektivflexion (starke, schwache, gemischte Deklination).
- Analyse der didaktischen Vermittlung der Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken der Stufe A2.
- Analyse der didaktischen Vermittlung der Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken der Stufe B1.
- Bewertung der Praxistauglichkeit und des methodischen Aufbaus der untersuchten Lehrwerke.
Auszug aus dem Buch
3.2 Flexionsverhalten des Adjektivs
Eisenberg merkt an, dass Adjektive nicht einem, sondern mehreren Flexionsmustern folgen, „wobei die Wahl des Musters von der syntaktischen Umgebung abhängt“ (Eisenberg 2006, 177). Er selbst unterscheidet drei Flexionsmuster, welche sich in eine starke, schwache und eine gemischte Deklination unterscheiden lassen (vgl. ebd., 177). Dabei stellt Eisenberg für jedes Flexionsmuster gewisse Grundregeln fest. Wenn ein Adjektiv ohne Artikel beim Substantiv steht, so dekliniert es stark. Ein Beispiel hierfür sind „heißer Tee“, „heißes Wasser“, „heiße Suppe“ und „heiße Suppen“ (vgl. ebd., 178).
Schwach dekliniert wird ein Adjektiv hingegen, wenn es nach einem bestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit steht. Beispiele hier sind „der heiße Tee“, „das heiße Wasser“, „die heiße Suppe“ und „die heißen Suppen“ (vgl. ebd., 178).
Zu einer dritten Gruppe gehören Adjektive nach einem unbestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit. Diese wird nach Eisenberg als gemischte Deklination bezeichnet. Beispiele hierfür sind „kein heißer Tee“, „kein heißes Wasser“, „keine heiße Suppe“ und „keine heißen Suppen“ (vgl. ebd., 178).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die grammatikalischen Besonderheiten des Adjektivs ein und definiert das Ziel, die Vermittlung der Flexionsregeln in DaF-Lehrwerken kritisch zu beleuchten.
2. Versuch einer Definition: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Ansätze zur Definition des Adjektivs und beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen wissenschaftlichen Bestimmung.
3. Flexion im Vergleich: Es werden die verschiedenen theoretischen Modelle zur Adjektivflexion gegenübergestellt, wobei insbesondere zwischen zwei- und dreiteiligen Systemen unterschieden wird.
3.1 Allgemeine Merkmale: Hier werden grundlegende Aspekte der attributiven, prädikativen und adverbialen Verwendung des Adjektivs erläutert.
3.2 Flexionsverhalten des Adjektivs: Dieses Kapitel detailliert die von Eisenberg beschriebene starke, schwache und gemischte Deklination anhand von Tabellen und Beispielen.
4. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau A2: Die Analyse eines Lehrwerks für Anfänger untersucht, wie die Adjektivflexion didaktisch eingebettet und in Übungen angewendet wird.
5. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau B1: Hier wird ein Mittelstufen-Lehrwerk hinsichtlich seiner tabellarischen Übersicht und Übungsgestaltung zur Adjektivflexion analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sich das dreiteilige Modell in der DaF-Didaktik als geeigneter für den Lernerfolg erwiesen hat.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Adjektivflexion, DaF-Unterricht, starke Deklination, schwache Deklination, gemischte Deklination, Lehrwerkanalyse, Grammatikvermittlung, Sprachniveau A2, Sprachniveau B1, Morphologie, Deutsch als Fremdsprache, Adjektivdeklination, Didaktik, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen grammatikalischen Modellen zur Flexion des deutschen Adjektivs und untersucht deren praktische Vermittlung in Lehrbüchern für Deutsch als Fremdsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die morphologische Theorie der Adjektivdeklination und die didaktische Aufbereitung dieser Regeln für Lernende unterschiedlicher Niveaustufen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, wie die komplexe Adjektivflexion sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann und welche grammatikalischen Modelle sich dabei in der Praxis als besonders verständlich erweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine vergleichende Analyse von Fachgrammatiken sowie eine qualitative Untersuchung von didaktischen Materialien (Lehr- und Arbeitsbüchern) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Flexionsmuster und eine anschließende Prüfung dieser Muster in konkreten DaF-Lehrwerken der Grund- und Mittelstufe.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adjektivdeklination, Flexionsmuster, DaF-Didaktik und Lehrwerkanalyse charakterisiert.
Warum bevorzugt der Autor das dreiteilige Flexionsmodell gegenüber anderen Ansätzen?
Der Autor argumentiert, dass das dreiteilige Modell – bestehend aus starker, schwacher und gemischter Deklination – für Lernende eindeutigere Strukturen bietet und somit mehr Klarheit schafft als zweiteilige Modelle.
Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Niveaustufen bei der Analyse?
Die Niveaustufen A2 und B1 dienen dazu, den methodischen Unterschied in der Einführung grammatikalischer Inhalte zu zeigen: Während das A2-Lehrwerk eher induktiv und abwechslungsreich vorgeht, setzt das B1-Lehrwerk verstärkt auf tabellarische Übersichten.
Wie unterscheidet sich die Vermittlung der Adjektivflexion in den untersuchten Lehrwerken konkret?
Ein Lehrwerk führt die Deklinationen nacheinander über verschiedene Lektionen ein und nutzt vielfältige Übungsformen, während das andere Lehrwerk primär mit Tabellen arbeitet und den Fokus stärker auf schriftliche Übungen legt.
- Citar trabajo
- Robert Meyer (Autor), 2010, Flexionsverhalten des Adjektivs und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168412