Was, wenn der Mensch nicht nur in Begriffen, sondern ebenso in Bildern denkt – und Symbole nicht Überreste vergangener Zeiten sind, sondern Werkzeuge, mit denen Bewusstsein sich selbst ordnet? "Zwischen Göttern und Dämonen" liest Mythen, Rituale und Zeichen nicht als Aberglauben, sondern als psychologische Topologie: „Götter“ als Chiffren für Orientierung, Sinn und Bindung, „Dämonen“ als Kräfte von Zwang, Angst, Schatten und Fragmentierung. So entsteht ein Zugang zu jenen inneren Spannungen, die sich oft präziser in Bildern zeigen als in Definitionen. Von den ersten Spuren symbolischer Setzung in der Frühgeschichte über Höhlenkunst, Ordnungsmotive und Archetypen bis zu Alchemie, Traum, Selbstnarrativ und Initiation verfolgt das Buch eine Leitfrage: Wie wird Erleben zu Bedeutung – und wie stabilisiert Kultur die Tiefe des Menschen? Der Bogen reicht bis in die Gegenwart, in der Daten, Algorithmen und KI unsere Wahrnehmung formen. Gerade hier fragt das Buch, ob Symbolbildung eine Schutzfunktion haben könnte: als präzise Form der Selbstbeobachtung, die Mehrdeutigkeit aushält und Gegensätze integrierbar macht.
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- Stefan Ruchti (Autor), 2026, Zwischen Göttern und Dämonen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684161