Internes Finanzmanagement im Konzern


Seminararbeit, 2010

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Zur steigenden Bedeutung des internen Finanzmanagements in verbundenen Unternehmen

B. Grundlagen der finanzwirtschaftlichen Konzernführung
I. Zum Finanzierungsbegriff im Konzern
II. Welche finanzwirtschaftlichen Ziele werden innerhalb des Konzerns verfolgt?
III. Organisation der Finanzwirtschaft im Konzern
IV. Die Rolle von Finanzierungseffekten

C. Wie wird das interne Finanzmanagement im Konzern geregelt?
I. Zum Begriff des Finanzmanagements in der wissenschaftlichen Forschung
II. Das Aufgabenspektrum im Finanzmanagement
III. Ein Überblick über die Instrumente des finanziellen Managements
IV. Das Cash Pooling als ein beliebtes Instrument des konzernweiten Liquiditätsmanagements

D. Cash Pooling in der Krise

Literaturverzeichnis

A. Zur steigenden Bedeutung des internen Finanzmanagements in verbundenen Unternehmen

Mittlerweile existiert im Bereich Controlling kaum ein Themenfeld, welches nicht auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament fußt. Eine Ausnahme bildet hier das finanzwirtschaftliche Controlling. Über dieses Gebiet gibt es bisher nur vergleichsweise wenige wissenschaftliche Arbeiten. Eine der Kernaufgabe des Finanzcontrollings ist die Lösung finanzwirtschaftlicher Problemstellungen im Rahmen des Finanzmanage- ments (vgl. Prätsch/Schikorra/Ludwig [Finanzmanagement] 1).

Die Bedeutung des Finanzmanagements ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen (vgl. auch im Weiteren Müller [Finanzcontrolling] 1ff.). Dies gilt vor allem für Unternehmen und Unternehmensgruppen außerhalb des Finanzdienstleistungssektors. Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Zum einen rückt die Finanzwirtschaft auf Grund einer zunehmend finanzorientierten Unternehmensführung in den Mittelpunkt des Manager- interesses. Zum anderen wird immer weniger auf die angebotenen Dienstleitungen von Finanzinstituten zurückgegriffen. Die angesprochenen Veränderungen schlagen sich in einer steigenden Komplexität und Dynamik der im Finanzmanagement zu bewältigenden Aufgaben nieder. Dieser steigenden Komplexität und Dynamik wird das Finanzmanagement in Literatur und Unternehmenspraxis jedoch häufig nicht gerecht.

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über wichtige Charakteristika des internen Finanzmanagements zu geben. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen hierbei die Besonderheiten des finanziellen Managements von Konzernen.

B. Grundlagen der finanzwirtschaftlichen Konzernführung

I. Zum Finanzierungsbegriff im Konzern

Laut betriebswirtschaftlicher Definition umfasst die Finanzierung alle betrieblichen Prozesse, die mit der Bereitstellung und Rückzahlung finanzieller Mittel zu tun haben (vgl. auch im Weiteren Perridon/Steiner/ Rathgeber [Finanzwirtschaft] 6ff.). Überträgt man den Begriff der Finanzierung auf den Konzern, so müssen einige Besonderheiten beachtet werden.

Zum einen bezieht sich die Kapitalbeschaffung im Konzern nun nicht mehr lediglich auf ein einzelnes Unternehmen. Vielmehr muss die Kapital- beschaffung aller Konzerngesellschaften parallel betrachtet werden, was der Konzernführung zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Bei- spielsweise kann durch eine interne Verteilung von Kapital zwischen einzelnen Konzernunternehmen eine zusätzliche Finanzierungsform initiiert werden. Durch diese finanziellen Verflechtungen kann die Lage einer einzelnen Gesellschaft nicht mehr nur isoliert betrachtet werden.

Zum anderen muss die Finanzierung durch die Konzernleitung koordiniert und organisiert werden. Dazu gehören Aufgaben wie die Allokation des begrenzten Kapitals, also die Ausstattung der einzelnen Konzernunternehmen mit Eigen- und Fremdkapital.

II. Welche finanzwirtschaftlichen Ziele werden innerhalb des Konzerns verfolgt?

Das wichtigste finanzwirtschaftliche Ziel stellt regelmäßig die langfristige Existenzsicherung der Konzernobergesellschaft und des Konzerns dar, da dies Voraussetzung zur Erreichung aller anderen Ziele ist (vgl. Mensch [Finanz-Controlling] 8). Die Sicherung der Existenz jeder einzelnen Konzerngesellschaft ist dabei nur sekundär (vgl. Scheffler [Konzern- management] 33, 43). Darüber hinaus existieren einige finanzwirt- schaftliche Entscheidungskriterien, die sowohl für einzelne Unternehmen wie auch für Konzerne gleichermaßen gelten (vgl. u.a. Perridon/Steiner/ Rathgeber [Finanzwirtschaft] 11ff.; Hormuth [Cash Management] 28):

- Rentabilitäten/Gesamtwertgrößen: Im Rahmen des wertorientierten Managements wird aus Konzernsicht häufig das Ziel gesetzt, den Shareholder-Value der Anteilseigner der Konzernobergesellschaft zu maximieren (vgl. Perlet/Müller [Konzerncontrolling] 1027). Es wäre jedoch ebenso denkbar, dass gewisse Ausprägungen von Renta- bilitätskennzahlen angestrebt werden. „Die Rentabilität einer finanz- wirtschaftlichen Maßnahme drückt ihren Erfolg im Verhältnis zum eingesetzten Kapital aus“ (von Hormuth [Cash Management] 28).
- Liquidität: Eine notwendige Voraussetzung für die fortlaufende Unter- nehmensexistenz ist die permanente Sicherstellung der Zahlungs- fähigkeit (vgl. Perridon/Steiner/Rathgeber [Finanzwirtschaft] 13f.).
- Sicherheit: Die Sicherheit von finanzwirtschaftlichen Entscheidungen ergibt sich aus den Risiken, welche deren Umsetzung beinhalten (vgl. auch im Weiteren Hormuth [Cash Management] 29). Um ein be- stimmtes Sicherheitsniveau gewährleisten zu können, muss eine Analyse über die vorherrschenden Risiken durchgeführt werden. Im Anschluss müssen geeignete Maßnahmen zur Begrenzung dieser Risiken definiert werden.
- Unabhängigkeit: „Die unternehmerische Dispositionsfreiheit und Flexi- bilität kann durch zusätzliche Kapitalaufnahme rechtlich oder faktisch beschränkt werden“ (von Hormuth [Cash Management] 30).

In der Praxis wird das Rentabilitätsziel häufig als die zu maximierende Größe angesehen, unter Berücksichtigung eines gewissen Mindestmaßes der drei anderen Zielinhalte (vgl. Troßmann [Investition] 19).

III. Organisation der Finanzwirtschaft im Konzern

Im Allgemeinen wird zwischen einer zentralen und einer dezentralen Organisation der Finanzwirtschaft unterschieden (vgl. auch im Weiteren Theisen [Konzern] 440ff.). Bei der zentralen Variante werden alle benötigten Finanzmittel des Konzerns zentral durch die Konzernspitze beschafft und entsprechend der Plandaten auf die Tochterunternehmen verteilt. Die Konzernspitze kann dabei auch eine eigene Finanzierungs- gesellschaft einbeziehen. Bei der dezentralen Alternative bestehen auf jeder Konzernstufe eigenständige Verbindungen mit Finanzdienst- leistungsinstituten. Investitionen und Aktivitäten werden dementsprechend eigenständig finanziert. Im Idealfall bestimmt die Konzernführung hier lediglich die Ausstattung mit Eigenkapital und die Gewinnverwendung der Tochterunternehmen. Darüber hinaus sollte die Konzernführung auch den Verschuldungsgrad des Gesamtkonzerns kontrollieren, um das Finan-zierungsrisiko im Auge zu behalten (vgl. auch im Weiteren Scheffler [Konzernmanagement] 236). Sie sollte des Weiteren die Liquiditätslage der einzelnen Konzerngesellschaften beobachten, wodurch unerwartete Liquiditätsengpässe frühzeitig erkannt werden können. Je früher Gegen-maßnahmen eingeleitet werden, umso wahrscheinlicher ist es, dass eine Schieflage des Gesamtkonzerns verhindert werden kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Internes Finanzmanagement im Konzern
Hochschule
Universität Hohenheim  (Lehrstuhl Controlling)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V168425
ISBN (eBook)
9783640854257
ISBN (Buch)
9783640854332
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internes, finanzmanagement, konzern
Arbeit zitieren
Jens Merkle (Autor), 2010, Internes Finanzmanagement im Konzern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168425

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