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Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe

Título: Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe

Tesis (Bachelor) , 2024 , 123 Páginas

Autor:in: Nicole Dilzer (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Die Leitfrage der Bachelorarbeit lautet: Wie stellen sich die momentanen Gegebenheiten der WDL Sinzheim zum Thema Gewaltschutz dar? Durch die Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren sollen dringliche Ansatzpunkte identifiziert, Ressourcen erkannt und demzufolge eine Handlungsempfehlung zur Erstellung eines einrichtungsbezogenen Gewaltschutzkonzeptes erarbeitet werden.

Ein entscheidender Beitrag zur Themenwahl war und ist die eigens erlebte Erfahrung der Autorin, welche Dynamik Tabuisierungen mit sich bringen können. Die Unfähigkeit, gewaltsame Phänomene zu benennen und reflektieren zu können, verhindert umfassend die Chance auf Veränderung und Aufarbeitung. Erst wenn Erlebtes ausgesprochen wird und Worte gefunden werden, können Probleme bewusst wahrgenommen werden, um eine Veränderung zu erzielen. Als weitere Motivation für diese wissenschaftliche Erhebung liegt ein selbst erlebtes Fallbeispiel der Autorin aus der WDL Sinzheim zugrunde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1 Einleitung
    • 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
    • 1.2 Themenmotivation – warum das Thema Gewalt?
    • 1.3 Vorgehensweise
  • 2 Unternehmensvorstellung
    • 2.1 Sozialer Leitgedanke
    • 2.2 Leitbild
  • 3 Projektvorstellung
  • 4 Begriffsklärungen
  • 5 Theoretische Betrachtungen von Gewalt
    • 5.1 Differenzierung der Formen von Gewalt
    • 5.2 Beispiele für Gewalt
      • 5.2.1 Personelle Gewalt
      • 5.2.2 Institutionelle Gewalt
      • 5.2.3 Strukturelle bzw. Indirekte Gewalt
      • 5.2.4 Sexuelle Gewalt
      • 5.2.5 Digitale Gewalt
    • 5.3 Allgemeine Ursachen für Gewalt
    • 5.4 Sanktionen von Gewalt
  • 6 Das Gewaltschutzkonzept
    • 6.1 Ziele des Gewaltschutzkonzeptes
    • 6.2 Gesetzliche Grundlagen
      • 6.2.1 Grundgesetz
      • 6.2.2 Behindertengleichstellungsgesetz
      • 6.2.3 Bundesteilhabegesetz
      • 6.2.4 Neuntes Sozialgesetzbuch
      • 6.2.5 Vereinte Nationen Behindertenrechtskonvention
    • 6.3 Gesetzlicher Schutzauftrag
    • 6.4 Situation der Menschen mit Behinderung
      • 6.4.1 Ursachen von Gewalt in der Eingliederungshilfe
      • 6.4.2 Mögliche Hinweise auf Gewaltvorfälle
      • 6.4.3 Gewaltprävention als Organisationsentwicklung
  • 7 Empirischer Teil anhand einer quantitativen Forschung
    • 7.1 Methodische Vorgehensweise
    • 7.2 Hypothesenbildung
    • 7.3 Fragebogenentwicklung
    • 7.4 Pretest
    • 7.5 Umfrage
    • 7.6 Ergebnisse der Untersuchung
  • 8 Ergänzung durch persönliche Meinungsabfrage
    • 8.1 Vorgehensweise
    • 8.2 Auswertung der persönlichen Meinungsabfrage
  • 9 Überprüfung der Hypothesen
  • 10 Diskussion
  • 11 Handlungsempfehlung
    • 11.1 Bausteine des Gewaltschutzkonzeptes
    • 11.2 Maßnahmen zur Umsetzung
  • 12 Fazit
  • Quellenverzeichnis
  • Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept einer Einrichtung der Eingliederungshilfe, der Werk- und Wohnstätte der Lebenshilfe (WDL) Sinzheim. Das primäre Ziel ist es, dringliche Ansatzpunkte zu identifizieren, Ressourcen zu erkennen und auf dieser Basis eine Handlungsempfehlung für die Erstellung eines einrichtungsbezogenen Gewaltschutzkonzeptes zu erarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie stellen sich die momentanen Gegebenheiten der WDL Sinzheim zum Thema Gewaltschutz dar?“

  • Analyse der aktuellen Situation und des Verständnisses von Gewalt in der Eingliederungshilfe.
  • Definition und Differenzierung verschiedener Formen von Gewalt sowie deren Ursachen und Sanktionen.
  • Darstellung der gesetzlichen Grundlagen und des Schutzauftrags im Kontext von Menschen mit Behinderung.
  • Empirische Untersuchung mittels quantitativer Forschung und qualitativer Meinungsabfrage zur Erfassung der Schutz- und Risikofaktoren.
  • Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen und Bausteine für ein umfassendes Gewaltschutzkonzept.
  • Betonung der Bedeutung von Prävention, Sensibilisierung und Partizipation aller Beteiligten.

Auszug aus dem Buch

5 Theoretische Betrachtungen von Gewalt

Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) ist ein Auskunftssystem für den Wortschatz der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart an der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Wertungsfrei betrachtet hat der Begriff Gewalt seinen Ursprung in dem Wort ‚walten‘. Ein Synonym dazu ist ‚etwas bewirken können‘ und ist demzufolge weder positiv noch negativ belegt. Konträr zu anderen Sprachen ist der Begriff der Gewalt in der deutschen Sprachanwendung überwiegend negativ belegt. Der Begriff umfasst diverse, schwer abzugrenzende inhaltliche Abstufungen, wie etwa physische, psychische und strukturelle Gewalt. Im Vergleich dazu wird beispielsweise im Lateinischen (‚violentia‘ und ‚potestas‘) und im Englischen (‚violence‘ und ‚power‘) eine negative und eine positive Form von Gewalt differenziert. Allgemein kann Gewalt als physisches oder psychisches Einwirken auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Gegenstände beschrieben werden. Die Gewalterleidenden werden in ihrer körperlichen Integrität verletzt bzw. in Situationen gezwungen, welche nicht ihrem Willen entspringen. Zahlreiche Analysen des Gewaltbegriffes brachten über die Jahrhunderte keine zufrie denstellende Erkenntnis. Diverse Versuche, den Begriff einzugrenzen, können demzufolge niemals die absolute Antwort auf die Begriffsunklarheit liefern. Die Betrachtungen dazu können gewinnbringend das grundsätzliche Sichtfeld erweitern und das Verständnis dieses Paradigmas steigern. Laut dem DWDS können Substantive wie Macht und Bestimmungsbefugnis oder rohe und rücksichtslose Kraftanwendung den Begriff Gewalt erläutern. Darüber hinaus finden sich auch die Wörter Zwang, Stärke oder Reichweite in den Überlegungen zur Bedeutung wieder. Der Etymologie zufolge ist die Wertung und Einschätzung von Gewalt und deren Formen schon immer von der individuellen oder politischen Wahrnehmung, Rechtsprechung, Kultur oder Religion abhängig.

Gewalt zeigt viele Gesichter, Facetten und Variationen. Laut Gansche ist jedes Erscheinungsbild anders, dramatisch und immer im individuellen Erlebensfall zu betrachten bzw. zu beurteilen. Keine Gewaltausübung gleicht der anderen. Gewalt auf personeller Ebene ist meist manifest, individuell, gezielt und illegal. Dagegen ist Gewalt auf institutionalisierter Ebene meist verborgen, kollektiv, strukturell und legal.

Ein Paradigma mit multiplen Bedeutungen – so muss dieses Wort betrachtet werden. Zum einen ist das Wort laut Meßelken nicht eindeutig eingrenzbar, denn je nach sozialem Hintergrund wird weltweit die Definition und Grenze von Gewalt unterschiedlich gezogen. Zum anderen sind unterschiedliche Personengruppen betroffen. Neben der Bedeutung wird zugleich auch die Bewertung wichtig. Meßelken betont hier, dass Gewalt je nach Tradition oder Hintergrund unterschiedlich gewichtet wird. Selbst im Jahr 2024 gibt es noch staatlich etablierte Rechtssysteme wie die islamische Scharia, die weitgehend auf körperlicher Gewalt basieren. Gewalt ist somit ein Begriff, der sowohl der Legitimierung als auch der Verurteilung von Systemen und Verhaltensweisen dient.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Gewalt bei Menschen mit Behinderung ein und legt die Problemstellung sowie die Ziele der Bachelorarbeit dar, die auf der Notwendigkeit eines selbstbestimmten und gewaltfreien Lebens basiert.

2 Unternehmensvorstellung: Hier wird die Lebenshilfe Baden-Baden Bühl Achern (LH BBA) als Einrichtung der Eingliederungshilfe vorgestellt, einschließlich ihrer sozialen Leitgedanken und ihres Leitbilds.

3 Projektvorstellung: Das Kapitel erläutert das Gewaltschutzkonzept-Projekt und die konkrete Rolle der Autorin bei der Erhebung von Schutz- und Risikofaktoren.

4 Begriffsklärungen: Es werden zentrale Begriffe wie Behinderung, Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Gewalt, Selbstbestimmung, Schutz- und Risikofaktoren sowie Leichte Sprache für ein besseres Verständnis definiert.

5 Theoretische Betrachtungen von Gewalt: Dieses Kapitel vertieft die Analyse des Gewaltbegriffs, untersucht verschiedene Formen von Gewalt, deren Ursachen und die rechtlichen Sanktionen.

6 Das Gewaltschutzkonzept: Es werden die Ziele eines Gewaltschutzkonzeptes erläutert und die relevanten gesetzlichen Grundlagen wie Grundgesetz, BGG, BTHG und die UN-BRK ausführlich beschrieben.

7 Empirischer Teil anhand einer quantitativen Forschung: In diesem Abschnitt wird die methodische Vorgehensweise der quantitativen Forschung, die Hypothesenbildung, die Fragebogenentwicklung, der Pretest und die Umfrage durchgeführt und ihre Ergebnisse präsentiert.

8 Ergänzung durch persönliche Meinungsabfrage: Die empirische Forschung wird durch eine qualitative Meinungsabfrage ergänzt, deren Vorgehensweise und Auswertung dargestellt werden, um tiefergehende, subjektive Erkenntnisse zu gewinnen.

9 Überprüfung der Hypothesen: Die zuvor aufgestellten Hypothesen werden anhand der erhobenen quantitativen und qualitativen Ergebnisse überprüft und als verifiziert oder falsifiziert eingeordnet.

10 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Forschungsergebnisse, identifiziert zentrale Schutz- und Risikofaktoren und beleuchtet die Notwendigkeit einer Kultur des Hinsehens und einer professionellen Aufarbeitung von Gewaltvorkommnissen.

11 Handlungsempfehlung: Aufbauend auf den theoretischen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen werden konkrete Bausteine und Maßnahmen zur Implementierung eines wirksamen und lebendigen Gewaltschutzkonzeptes vorgestellt.

12 Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung eines einrichtungsbezogenen Gewaltschutzkonzeptes zur Sensibilisierung und Sicherung der Rechte von Menschen mit Behinderung.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Eingliederungshilfe, Menschen mit Behinderung, Gewaltschutzkonzept, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Selbstbestimmung, quantitative Forschung, qualitative Meinungsabfrage, Verfahrensanweisungen, sexuelle Bildung, Diskriminierung, Organisationsentwicklung, Betreuung, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erhebung und Analyse von Schutz- und Risikofaktoren im Rahmen eines Gewaltschutzkonzepts für eine Einrichtung der Eingliederungshilfe, um eine Handlungsempfehlung für dessen Erstellung zu erarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Formen von Gewalt, gesetzliche Grundlagen des Gewaltschutzes, die Situation von Menschen mit Behinderung im Kontext von Gewalt, empirische Forschungsmethoden und die Entwicklung von Gewaltschutzkonzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept einer Einrichtung der Eingliederungshilfe zu identifizieren und darauf basierend Handlungsempfehlungen für ein einrichtungsbezogenes Gewaltschutzkonzept zu entwickeln. Die Forschungsfrage lautet: "Wie stellen sich die momentanen Gegebenheiten der WDL Sinzheim zum Thema Gewaltschutz dar?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine quantitative Forschungsmethode mittels eines mehrseitigen Online-Fragebogens, ergänzt durch eine qualitative, offene Meinungsabfrage, um umfassende Daten zu sammeln und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unternehmensvorstellung, Begriffsklärungen zu Gewalt und Behinderung, theoretische Betrachtungen von Gewaltformen und -ursachen, die detaillierte Beschreibung des Gewaltschutzkonzepts und seiner gesetzlichen Grundlagen sowie den gesamten empirischen Forschungsprozess inklusive Hypothesenbildung und Ergebnisdarstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gewaltprävention, Eingliederungshilfe, Menschen mit Behinderung, Gewaltschutzkonzept, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Selbstbestimmung, quantitative Forschung, qualitative Meinungsabfrage, Verfahrensanweisungen, sexuelle Bildung, Diskriminierung, Organisationsentwicklung, Betreuung, Partizipation.

Welche Rolle spielen bauliche Gegebenheiten bei Gewaltvorfällen laut der Umfrage?

Laut der Umfrage stellen bauliche Gegebenheiten des betagten Gebäudes, wie uneinsehbare Räume, Flure und Keller sowie unbeleuchtete Bereiche und das Außengelände, hohe Risikofaktoren für Gewaltvorfälle dar. Abschließbare Räumlichkeiten (außer Sanitäranlagen) spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Welche Arten von Gewalt treten laut Umfrage am häufigsten auf?

Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass psychische und körperliche Gewaltvorfälle in der Einrichtung regelmäßig, oft wöchentlich oder täglich, vorkommen. Sexualisierte Gewaltvorfälle werden demgegenüber seltener eingeschätzt.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Umsetzung eines Gewaltschutzkonzepts?

Wesentliche Herausforderungen sind fehlendes Wissen und Unsicherheit bei Angestellten bezüglich der Definition und Handhabung von Gewalt, mangelnde Handlungssicherheit im Akutfall, unzureichende Kommunikation über Verfahrensanweisungen, Tabuisierung von Vorfällen und strukturelle Gegebenheiten wie Gruppenzusammensetzung und Rückzugsmöglichkeiten.

Warum ist die Erarbeitung eines Gewaltschutzkonzepts in der Eingliederungshilfe besonders relevant?

Die Relevanz ergibt sich aus der Vulnerabilität der Menschen mit Behinderung, den gesetzlichen Verpflichtungen gemäß SGB IX und UN-BRK, den vorherrschenden ungleichen Machtverhältnissen in Einrichtungen und der Notwendigkeit, Selbstbestimmung und Gewaltfreiheit zu gewährleisten.

Final del extracto de 123 páginas  - subir

Detalles

Título
Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe
Autor
Nicole Dilzer (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
123
No. de catálogo
V1684262
ISBN (PDF)
9783389172001
ISBN (Libro)
9783389172018
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gewalt Gewaltschutzkonzept Risikofaktoren Eingliederungshilfe Schutzauftrag Behinderung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nicole Dilzer (Autor), 2024, Erhebung der Schutz- und Risikofaktoren im Gewaltschutzkonzept in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684262
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