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Junge Frauen in der gewaltbereiten rechtsextremen Szene - Mitläuferinnen oder Täterinnen

Eine multiperspektivische Analyse und Diskussion des wissenschaftlichen Materials

Titre: Junge Frauen in der gewaltbereiten rechtsextremen Szene - Mitläuferinnen oder Täterinnen

Dossier / Travail , 2010 , 30 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Wagner (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das tradierte Bild des rechtsextremen, gewalttätigen Skinheads ist wohl eine der ersten Assoziationen, die der Begriff „Rechtsextremistische Gewalt“ in den Köpfen der breiten Öffentlichkeit hervorruft. Frauen spielen in diesem Zusammenhang sowohl medial, als auch in der Statistik kaum eine Rolle. Dass Frauen in der rechten Szene jedoch durchaus bedeutende Positionen, sowohl strategisch als auch als aktive politische Akteurinnen innehaben, wird auch im Jahre 2010 kaum beachtet, sondern diese werden oftmals lediglich als Mitläuferinnen tituliert und somit verharmlost.

Diese Hausarbeit soll aufzeigen, dass Frauen, wenn auch in quantitativ deutlich geringerer Anzahl als ihre männlichen Kameraden, durchaus politisch aktiv und gewalttätig innerhalb der rechtsextremen Szene agieren, diesen Tatbestand multiperspektivisch beleuchten und analysieren sowie die wissenschaftliche Diskussion zur Thematik in ihren Grundzügen darstellen. Ich lege dabei den Fokus besonders auf junge Frauen.

Ich werde zunächst im ersten Kapitel eine Begriffsbestimmung vornehmen und darlegen, von welchen Definitionen der Begrifflichkeiten Gewalt und Rechtsextremismus ich in dieser Hausarbeit ausgehe.
Anschließend wird das zweite Kapitel einen groben Überblick über das statistische Auftreten junger Frauen, ihre Organisationsformen und ihre verschiedenen Rollen bieten.
Basierend auf diesen Daten möchte ich mich im dritten Kapitel der Thematik aus feministischer Sichtweise nähern, rechtsextreme Frauenbilder näher beleuchten und die wissenschaftliche Diskussion verschiedener feministischer Strömungen skizzieren.
Das vierte Kapitel soll sich der Thematik aus dem biographischen Blickwinkel nähern und anhand einer Fallbeschreibung die Bedeutung biographischer Zäsuren für die Entwicklung rechtsextremer Einstellungen herausarbeiten.
Schlussendlich werde ich im fünften und letzten Kapitel die Soziale Arbeit in den Fokus stellen, „blinde Flecken“ bei der Arbeit mit rechtsextremen jungen Frauen aufweisen und präventive Handlungsvorschläge für die Praxis benennen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1. Begriffsbestimmungen

1.1. Gewalt

1.2. Rechtsextremismus

2. Frauen in der rechtsextremen Szene

2.1. quantitative Einordnung

2.2. Organisationsformen

2.3. Agitationsformen

3. Rechtsextreme Haltungen und feministische Forschung – Analyse unter dem Blickwinkel feministischer Forschungsansätze

3.1. Rechtsextreme Frauenbilder

3.2. Wissenschaftliche Erklärungsansätze

3.3. Anknüpfungspunkte zwischen Feminismus und rechtsextremen Haltungen

4. Die Bedeutung biographischer Zäsuren – Analyse unter dem biographischen Blickwinkel

4.1. Fallbeispiel: Alexandra Kranz

4.2. Theoretische Schlussfolgerungen

5. Prävention und Soziale Arbeit – Analyse unter dem Blickwinkel Sozialer Arbeit

5.1. Einschätzung der Zielgruppe durch PädagogInnen

5.2. Präventive Maßnahmen

Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle junger Frauen in der rechtsextremen Szene und hinterfragt das gängige Bild von Frauen als bloße Mitläuferinnen, indem sie aufzeigt, dass sie auch als aktive, politisch handelnde Täterinnen agieren. Das Ziel ist eine multiperspektivische Analyse, die soziologische, feministische und biographische Forschungsansätze integriert, um Handlungsbedarfe für die Soziale Arbeit in der Prävention zu identifizieren.

  • Statistische Einordnung der Frauenpräsenz in rechtsextremen Strukturen
  • Analyse rechtsextremer Frauenbilder und deren Verhältnis zum Feminismus
  • Untersuchung der Bedeutung biographischer Zäsuren für rechtsextreme Einstellungen
  • Evaluierung der Wahrnehmung rechtsextremer Mädchen durch SozialarbeiterInnen
  • Ableitung präventiver Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis

Auszug aus dem Buch

1.1. Gewalt

Der Begriff Gewalt ist ein komplexes und ein in hohem Maße subjektiven Beurteilungskriterien unterliegendes Sujet, weshalb eine eindeutige und allgemeingültige Begriffsdefinition nahezu ausgeschlossen scheint. Die „Unabhängige Regierungskommission zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt“ beschreibt Gewalt als „zielgerichtete, physische Schädigung von Menschen durch Menschen“ (Schwindt / Baumann 1990 in Heytmeier / Schröttle 2006, 15).

Diese Begriffsbestimmung verdeutlicht jedoch vielmehr die Schwierigkeit, die der Thematik innewohnt, da sowohl „zielgerichtet“ als auch „physische Schädigung“ individuell unterschiedlich gedeutet und ausgelegt werden können. Auch die Ansicht darüber, welche Erscheinungsform von Gewalt als illegitim und welche als legitim eingestuft wird, variiert von Person zu Person, sowie auch die Frage, welche Ursachen Gewalterscheinungen zu Grunde liegen können. Die Geschichte betrachtend lässt sich darüber hinaus festhalten, dass Gewaltdefinitionen eine starke historische Prägung erfahren (z.B. Gewalt gegen Kinder) und somit einem stetigen geschichtlichen Wandel unterlegen sind. So sind begriffliche Annäherungsversuche neben ihrer Festlegung in den Bereichen der Sozial- und Rechtswissenschaft auch immer Gegenstand gesellschaftlicher und sozialer Aushandlungsprozesse (vgl. Heitmeyer / Schröttle 2006, 15f).

In Bezug auf die Erscheinungsformen von Gewalt unterscheidet die Gewaltforschung im Wesentlichen drei Unterkategorien von Gewalt. Zunächst die direkte interpersonale Gewalt, die ein Mensch gegen einen anderen Menschen ausübt; als zweite Kategorie wird die Gewalt gegen oder durch Institutionen festgelegt und als dritte Unterscheidungsform wird die strukturelle Gewalt, welche durch soziale bzw. staatlich konstruierte Ungleichheitsgefüge hervorgerufen wird, benannt. Festzuhalten ist darüber hinaus, dass Gewaltphänomene stets in einem engen Kontext ungleicher Macht-, Geschlechter- oder sozialer Verhältnisse zu sehen sind (vgl. Heitmeyer / Schröttle 2006, 16).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsbestimmungen: Definiert die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere die problematische Definition von Gewalt sowie den Begriff des Rechtsextremismus im wissenschaftlichen Kontext.

2. Frauen in der rechtsextremen Szene: Bietet einen Überblick über die quantitative Beteiligung von Frauen, deren Organisationsformen und ihre agitativen Rollen in der rechten Szene.

3. Rechtsextreme Haltungen und feministische Forschung – Analyse unter dem Blickwinkel feministischer Forschungsansätze: Analysiert rechtsextreme Frauenbilder und untersucht wissenschaftliche sowie feministische Erklärungsansätze für die Hinwendung von Frauen zum Rechtsextremismus.

4. Die Bedeutung biographischer Zäsuren – Analyse unter dem biographischen Blickwinkel: Beleuchtet anhand einer Fallrekonstruktion die Rolle individueller Krisen und Erlebnisse bei der Entwicklung rechtsextremer Einstellungen.

5. Prävention und Soziale Arbeit – Analyse unter dem Blickwinkel Sozialer Arbeit: Untersucht die Einschätzung der Zielgruppe durch pädagogische Fachkräfte und leitet daraus notwendige Ansätze für die präventive Soziale Arbeit ab.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Junge Frauen, Täterinnen, Mitläuferinnen, Feminismus, Gewaltforschung, Biographieforschung, Soziale Arbeit, Prävention, Frauenbilder, Politisch motivierte Kriminalität, Sozialisation, Identitätsbildung, Rechtsextreme Szene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle junger Frauen in der gewaltbereiten rechtsextremen Szene und hinterfragt, ob diese lediglich als Mitläuferinnen oder als eigenständige Täterinnen zu betrachten sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die statistische Präsenz von Frauen in der rechten Szene, die Analyse rechtsextremer Frauenbilder, der Zusammenhang zwischen Feminismus und rechter Ideologie sowie präventive Ansätze in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Tatbestand rechtsextremer Aktivitäten junger Frauen multiperspektivisch zu beleuchten, die wissenschaftliche Diskussion darzustellen und Wege für eine effektivere Prävention in der Jugendhilfe aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine multiperspektivische Analyse, die Literaturrecherche und die Auswertung bestehender empirischer Daten sowie biographischer Fallrekonstruktionen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, eine statistische und organisatorische Einordnung von Frauen in der Szene, eine feministische Analyse rechtsextremer Frauenbilder, eine biographische Fallanalyse und eine Diskussion der präventiven Ansätze in der Sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsextremismus, junge Frauen, Täterinnen, Feminismus, Soziale Arbeit, Prävention und Biographieforschung sind die Kernbegriffe.

Wer ist Alexandra Kranz und warum ist sie für die Arbeit wichtig?

Alexandra Kranz ist ein Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin illustriert, wie traumatische biographische Zäsuren und familiäre Vorprägungen die Entwicklung rechtsextremer Einstellungen bei jungen Frauen begünstigen können.

Welche "blinden Flecken" stellt die Autorin bei Pädagogen fest?

Die Autorin kritisiert, dass viele Sozialarbeiter junge Frauen in der Szene häufig unterschätzen oder verharmlosen, indem sie ihnen jede politische Eigenständigkeit absprechen und sie nur als Anhängsel männlicher Kameraden sehen.

Wie unterscheidet sich die Rolle der "eindeutig Zugehörigen" von den "Unscheinbaren"?

Während die "eindeutig Zugehörigen" durch ihre Optik und ihr Auftreten klar als rechtsextrem erkennbar sind, agieren "Unscheinbare" zurückhaltend und defensiv, wodurch sie für Außenstehende oft nicht als Anhängerinnen der rechten Ideologie identifizierbar sind.

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Résumé des informations

Titre
Junge Frauen in der gewaltbereiten rechtsextremen Szene - Mitläuferinnen oder Täterinnen
Sous-titre
Eine multiperspektivische Analyse und Diskussion des wissenschaftlichen Materials
Université
University of Applied Sciences Esslingen  (Fakultät SAGP)
Cours
Entwicklung unter Risikobedingungen
Note
1,7
Auteur
Jessica Wagner (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
30
N° de catalogue
V168434
ISBN (ebook)
9783640855391
ISBN (Livre)
9783640855100
Langue
allemand
mots-clé
junge frauen szene mitläuferinnen täterinnen eine analyse diskussion materials rechtsextrem
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jessica Wagner (Auteur), 2010, Junge Frauen in der gewaltbereiten rechtsextremen Szene - Mitläuferinnen oder Täterinnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168434
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Extrait de  30  pages
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