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Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Therapie und »Nihilierung«?

Zu Berger/Luckmanns "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit"

Title: Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Therapie und »Nihilierung«?

Essay , 2010 , 5 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Katharine Pusch (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Erwachsene haben häufig Probleme Kindern die Welt zu erklären, besonders, wenn es um Sitten, Regeln und „vernünftige“ oder „anständige“ Verhaltensweisen geht. Vor allem, wenn sich die Kleinen nicht mehr mit den einfachsten Legitimationen zufrieden geben: Berger/Luckmann nennen hier zum Beispiel „So ist es eben“ und „Das macht man so“ . Abels nennt in seinem Werk „Wirklichkeit“ das Beispiel der Regel des „Nicht-in-die-Schüssel-fassen-Dürfens“ , das Eltern ihren Zöglingen erklären müssen. Wenn kein Lob für „richtiges“ Betragen und keine Drohung mit dem Zeigefinger mehr helfen, dann kann der Erwachsene sich noch auf die höchste Legitimationsebene, die der symbolischen Sinnwelten, zurückziehen. Die genannte Aussage „Das macht man so“ könnte dann durch die Formulierung „Weil wir in einer zivilisierten, westlichen Kultur leben“ ergänzt werden. Ganz schwierig wird es, wenn auch dieses Argument auf Widerrede stößt und die sichere symbolische Sinnwelt so angekratzt wird. Denn warum sollen Kinder zu Hause nicht in die Schüssel fassen, wohingegen sie im Lieblings-Fast-Food-Restaurant durchaus mit den Fingern essen und im Kino in den gemeinsamen Popcorn-Eimer greifen dürfen? Für solche Fälle, in denen „eine symbolische Sinnwelt zum Problem wird“ , gibt es so genannte Stützkonzeptionen, die helfen, damit die „schützenden Dächer über der institutionalen Ordnung und über dem Einzelleben“ nicht in sich zusammenfallen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen?

1.1 Stützkonzeptionen symbolischer Sinnwelten

1.2 Therapie und Nihilierung als Legitimationsstrategien

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert auf Basis der sozialkonstruktivistischen Theorie von Berger und Luckmann, warum symbolische Sinnwelten Stützkonzeptionen benötigen und welche spezifischen Funktionen Therapie und Nihilierung in diesem Kontext bei der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Konstruktionen einnehmen.

  • Sozialkonstruktivistische Perspektiven auf Wissen und Sinnwelten
  • Die Notwendigkeit von Stützkonzeptionen bei Legitimationskrisen
  • Therapie als Instrument zur Rückführung in offizielle Wirklichkeitsbestimmungen
  • Nihilierung als Strategie der negativen Legitimation und Abgrenzung
  • Interdisziplinäre Anwendung soziologischer Theorien auf populärkulturelle Narrative (Beispiel: "Avatar")

Auszug aus dem Buch

Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen?

Erwachsene haben häufig Probleme Kindern die Welt zu erklären, besonders, wenn es um Sitten, Regeln und „vernünftige“ oder „anständige“ Verhaltensweisen geht. Vor allem, wenn sich die Kleinen nicht mehr mit den einfachsten Legitimationen zufrieden geben: Berger/Luckmann nennen hier zum Beispiel „So ist es eben“ und „Das macht man so“. Abels nennt in seinem Werk „Wirklichkeit“ das Beispiel der Regel des „Nicht-in-die-Schüssel-fassen-Dürfens“, das Eltern ihren Zöglingen erklären müssen. Wenn kein Lob für „richtiges“ Betragen und keine Drohung mit dem Zeigefinger mehr helfen, dann kann der Erwachsene sich noch auf die höchste Legitimationsebene, die der symbolischen Sinnwelten, zurückziehen. Die genannte Aussage „Das macht man so“ könnte dann durch die Formulierung „Weil wir in einer zivilisierten, westlichen Kultur leben“ ergänzt werden. Ganz schwierig wird es, wenn auch dieses Argument auf Widerrede stößt und die sichere symbolische Sinnwelt so angekratzt wird. Denn warum sollen Kinder zu Hause nicht in die Schüssel fassen, wohingegen sie im Lieblings-Fast-Food-Restaurant durchaus mit den Fingern essen und im Kino in den gemeinsamen Popcorn-Eimer greifen dürfen? Für solche Fälle, in denen „eine symbolische Sinnwelt zum Problem wird“, gibt es so genannte Stützkonzeptionen, die helfen, damit die „schützenden Dächer über der institutionalen Ordnung und über dem Einzelleben“ nicht in sich zusammenfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen?: Das Kapitel erläutert die soziologische Notwendigkeit von Legitimationshilfen, wenn einfache Alltagserklärungen zur Rechtfertigung gesellschaftlicher Regeln nicht mehr ausreichen. Es wird aufgezeigt, wie symbolische Sinnwelten als theoretische Konstrukte fungieren, die den Zusammenhalt der Alltagswirklichkeit gegen Zweifel schützen.

Stützkonzeptionen symbolischer Sinnwelten: Hier werden mythologische, theologische und wissenschaftliche Ansätze als Stütze vorgestellt, illustriert durch das Beispiel des Films "Avatar", um den Zusammenprall konkurrierender Sinnwelten und deren Verteidigung zu verdeutlichen.

Therapie und Nihilierung als Legitimationsstrategien: Dieser Abschnitt analysiert die Funktionsweise von Therapie als Integrationswerkzeug für Abweichler sowie die Rolle der Nihilierung als Mittel der negativen Legitimation, um fremde Wirklichkeiten abzuwerten und die eigene Dominanz zu sichern.

Schlüsselwörter

Berger und Luckmann, Sozialkonstruktivismus, symbolische Sinnwelten, Stützkonzeptionen, Therapie, Nihilierung, Wirklichkeitskonstruktion, Legitimationsstrategien, Alltagswirklichkeit, soziale Kontrolle, Identität, Wissenssoziologie, gesellschaftliche Ordnung, Abweichler, Avatar.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Theorie von Berger und Luckmann zur gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit und konzentriert sich darauf, wie symbolische Sinnwelten durch Stützkonzeptionen und spezifische Strategien stabilisiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Legitimation von Alltagswissen, die Funktion von Stützkonzeptionen (wie Wissenschaft oder Mythologie) sowie die Machtmechanismen von Therapie und Nihilierung innerhalb von Sinnwelten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum und wie Gesellschaften ihre symbolischen Konstrukte gegen Zweifel absichern und welche Rolle Therapie und Nihilierung spielen, um abweichende Wirklichkeitsansprüche zu neutralisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Grundlagen und wendet diese exemplarisch auf eine filmische Analyse des Werkes "Avatar" an, um die theoretischen Konzepte greifbar zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entstehung von Stützkonzeptionen bei Legitimationskrisen, die Notwendigkeit der Verteidigung eigener Sinnwelten bei Kontakt mit fremden Kulturen und die Anwendung von Therapie und Nihilierung als Mittel zur Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialkonstruktivismus, symbolische Sinnwelten, Stützkonzeptionen, Therapie, Nihilierung, Legitimation und Wirklichkeitskonstruktion.

Welche Rolle spielt der Film "Avatar" in der Analyse?

Der Film dient als konkretes Fallbeispiel für den Zusammenstoß zweier inkompatibler Gesellschaften, um die abstrakten soziologischen Konzepte der Stützkonzeptionen, Therapie und Nihilierung anschaulich zu demonstrieren.

Wie definiert die Autorin den Begriff der "Nihilierung"?

Nihilierung wird als Form negativer Legitimation beschrieben, bei der alles Außenstehende bzw. Abweichende geleugnet oder abgewertet wird, um die Gefahr für die eigene symbolische Sinnwelt zu neutralisieren.

Was ist das Ziel der "Therapie" im Kontext von Berger und Luckmann?

Therapie dient dazu, abweichendes Bewusstsein in die "richtigen" offiziellen Wirklichkeitsbestimmungen zurückzuführen und den Patienten wieder in die bestehende, akzeptierte Sinnwelt einzugliedern.

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Details

Title
Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Therapie und »Nihilierung«?
Subtitle
Zu Berger/Luckmanns "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit"
College
Leuphana Universität Lüneburg
Course
"Ich weiß was, was du nicht weißt" - Sozialkonstruktivistische Perspektiven zu Wissen und Kommunikation
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Katharine Pusch (Author)
Publication Year
2010
Pages
5
Catalog Number
V168461
ISBN (eBook)
9783640872299
ISBN (Book)
9783640872961
Language
German
Tags
Therapie Berger Luckmann Sinnwelten Symbolisch Konstruktion Wirklichkeit Zivilisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Katharine Pusch (Author), 2010, Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Therapie und »Nihilierung«?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168461
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