Umnutzung von Kirchen allgemein und am Beispiel des Bistums Hildesheim


Seminararbeit, 2008

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Bistum Hildesheim
2.1 Die Geschichte des Bistums Hildesheim
2.2 Gründe für die Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim
2.3 Die Zukunft der Kirche im Bistum Hildesheim

3. Umnutzung von Kirchen
3.1 Probleme der Kirchen
3.2 Wahrnehmungen der Kirchenräume
3.3 Grundlegende Aspekte
3.4 Verschiedene Möglichkeiten bei der Problembewältigung
3.4.1 Das Kirchengebäude bleibt im Besitz der Kirche
3.4.2 Das Kirchengebäude wird verkauft
3.4.3 Das Kirchengebäude wird abgerissen

4. Analyse und Einschätzung der Situation

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Diese Arbeit behandelt das Thema der Umnutzung von Kirchen.

Hierbei wird zunächst ein konkretes Beispiel erläutert. So können erste Probleme und Schwierigkeiten der Kirchen geklärt werden. Auch werden schon Lösungswege angerissen.

Im Weiteren beschäftigt sich die Arbeit mit den allgemeinen Problemen der Kirchen in Deutschland. Auch hier werden Lösungswege erläutert, sodass deutlich wird, wie mit den Problemen umgegangen werden kann.

Es wird versucht die Frage zu klären, wieso es zu einer Umnutzung der Kirchen kommt und wie eine solche Umnutzung aussehen kann.

2. Das Bistum Hildesheim

2.1 Die Geschichte des Bistums Hildesheim

Am 26. März 1824 kam es zu einer Neuorganisation des Bistums Hildesheim durch die päpstliche Bulle „Impensa Romanorum Pontificum“. Außerdem wurde das Bistum durch den hannoverschen König Georg IV. genehmigt. Dies geschah am 20. Mai 1824.[1] Am 26.3.1829 wurde schließlich Godehard Joseph Osthaus, welcher bis dato das Amt des Domdechanten besaß, zu dem ersten Bischof des Bistums ernannt.

Die kirchlichen Entwicklungen des Bistums waren jedoch über Jahre hinweg an wirtschaftliche, demographische und politischen Rahmenbedingungen gebunden. Ebenfalls waren die Möglichkeiten der Entwicklungen innerhalb des Bistums stark an die hannoversche Verfassung gebunden.[2] Dies änderte sich in den Jahren 1966/67. In diesen Jahren kam es zu einer preußischen Verfassung, durch welche das Bistum einen größeren Freiraum bekam.[3]

1966 bestand das Bistum noch aus zwei kleinen katholischen Kernregionen, doch entstanden 1914 auch in den größeren Gebieten, wie Hannover, Linden, Harburg und Wilhelmsburg Pfarreien. Dies ist durch einen natürlichen Bevölkerungsanstieg, durch Zuwanderung während es Zweiten Weltkriegs und industriellen und wirtschaftlichen Binnenwanderungen zu erklären.[4] Dieser erhebliche Anwachs an Katholiken im Bistum von 263.000 Katholiken zu 662.000 Katholiken entsprach einem Bevölkerungsanteil von ca. 13.2 Prozent.[5] Durch diesen Anstieg bekommt das Bistum Hildesheim neue Aufgaben. Durch die Errichtung neuer Kirchen, die Restaurierung alter Kirchen, die Einrichtung neuer Sozialeinrichtungen und durch das katholische Schulwesen entstanden jedoch Kosten, welche das Bistum selbst nicht tragen konnte. So war das Bistum schnell auf Unterstützung von außen angewiesen.[6] Eine große Unterstützung war hierbei der Bonifatiusverein. Auch konnte die finanzielle Situation durch das Kirchensteuergesetz von 1948 verbessert werden.[7]

Es kam also im Bistum Hildesheim nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Neuorientierung und Vergrößerung des Bistums. Dies hatte auch finanzielle Folgen.

2.2 Gründe für die Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim

Durch die Geschichte des Bistums Hildesheim wird deutlich, dass nach dem Zweiten Weltkrieg neue Kirchen gebaut wurden, da es zu einem erheblichen Anstieg der Katholiken im Bistum kam. Ebenfalls wird deutlich, dass es dem Bistum durch weitere Erneuerungen im seelsorgerischen und schulischen Bereich an genügend Finanzmittel fehlte.

Weitere Probleme sind die gestiegenen Energiekosten und Unterhaltungskosten für andere kirchliche Gebäude.

Das aktuelle Problem jedoch ist der rapide Abfall der Anzahl an Katholiken im Bistum und Deutschland allgemein.[8] Außerdem gibt es zu wenig Priester, da der „Nachwuchs“ an Priestern immer geringer wird.

Hohe Kosten entstehen auch durch die Domsanierung des Hildesheimer Doms St. Mariä Himmelfahrt. Dieser muss jedoch erhalten werden, da der Dom zu dem UNESCO Kulturerbe gehört. Dies Kosten lassen sich also nicht reduzieren.

Es wird deutlich, dass das Bistum Hildesheim hohe Kosten tragen muss, welche es eigenständig nicht halten kann. Durch diese Kosten und den immer weniger werdenden Katholiken, müssen Kirchen und andere kirchliche Gebäude reduziert werden.

2.3 Die Zukunft der Kirche im Bistum Hildesheim

Das Bistum Hildesheim ist aufgrund der hohen Kosten und dem Rückgang der Katholiken dazu gezwungen auf allen Ebenen zu sparen. Dies macht einen Finanzplan notwendig, welcher am 15. Dezember 2003 veröffentlicht wird. Dieser bischöfliche Finanzplan „Eckpunkte 2020“ hat das Ziel, Immobilien zu reduzieren und Pfarrgemeinden zusammenzuführen.[9] In dem Finanzplan wird deutlich, dass die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen nicht ausreichend vorhanden sind. Ebenfalls würden die Finanzmittel auch nicht ausreichen, um den Wert der vorhandenen Gebäude zu erhalten. Hiermit sind allerdings nicht nur die Kirchen selbst gemeint, sondern auch andere Gebäude, welche sich im Besitz des Bistums befinden.[10]

Auch die Renovierungskosten der Kirchengebäude, welche nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurden, sind sehr hoch, da es sich hierbei nicht um oberflächliche Reparaturen handelt, weil schon die Bausubstanz betroffen ist.[11]

Wie kann es jedoch aufgrund dieser finanziellen Misere eine Zukunft der Kirchen im Bistum Hildesheim geben?

Zunächst einmal wird durch den Finanzplan deutlich gemacht, dass das Bistum sparen muss. Dies solle allerdings lieber durch das Schließen von Gebäuden geschehen, jedoch nicht durch den Abbau von Personal.[12]

Soweit die Möglichkeit bestehe, sollen auch die Gebäude erhalten werden, durch Reparaturen und andere Investitionen. Ist dies finanziell jedoch nicht möglich, so sollen die kirchlichen Gebäude abgerissen werden. Auch spielt ein weiterer Aspekt eine große Rolle, wenn es um die Zukunft der Kirche im Bistum Hildesheim geht: die Zusammenlegung von Gemeinden. Der Generalvikar Dr. Werner Schreer sieht dies positiv und sogar als eine Chance für eine Gemeinde, die so wieder stärker zusammenfinden kann.[13]

Doch gibt es noch weitere Überlegungen, um das Bistum und seine Gebäude zu erhalten, in denen es um Hilfe von außen geht. Hier werden Initiativen von Gemeinden, Sponsoren, Kommunen und Ländern erhofft, um weitere finanzielle Unterstützungen zu bekommen.

Um die Zukunft der Kirchen und der kirchlichen Gebäude im Bistum zu sichern werden 438 Kirchen geprüft. Mindestens 197 Kirchen sollen gehalten werden, doch liegt die Hoffnung bei 350 Kirchen.[14]

Allerdings werden die Kirchen des Bistums nicht willkürlich geschlossen. Für die betreffenden Orte werden die pastoralen Perspektiven erfasst und beschrieben. Hierbei werden die Kirchen in verschiedenen Kategorien eingeordnet. In dieser Kategorisierung kommt es zu einer Priorisierung nach pastoralen Schwerpunkten, damit Investitionen in ohnehin geschwächten Orten vermieden werden können. Dies ist eine Möglichkeit, um möglichst viele Kirchen zu erhalten.[15]

3. Umnutzung von Kirchen

Das Bistum Hildesheim ist nur ein Beispiel für die verschiedenen Probleme in den Bistümern Deutschlands. Um Bistümer zu retten, werden Kirchen nicht nur abgerissen, sonder sie werden auch verkauft. Der eigentliche Zweck der Kirchen verändert sich dann jedoch. Warum es zu einer Umnutzung von Kirchen kommt und wie genau eine Umnutzung aussehen kann, wird im Folgenden geklärt.

3.1 Probleme der Kirchen

Die Probleme der Kirchen sind sehr vielfältig.

Ein großes Problem ist der Rückgang an Kirchenbesuchern seit den 1950er Jahren, welcher zu einem Nachdenken über dem Bedarf an Kirchenräumen anregte,[16] denn es handelt sich um einen Rückgang von ca. 8 Millionen Besuchern. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Besucherzahlen in den Gottesdiensten abhängig sind von den gottesdienstlichen Nutzungen der Kirchen. So steigen die Besucherzahlen beispielsweise bei Familiengottesdiensten, Trauungen und Beerdigungen.[17] Trotzdem bleibt die Situation angespannt. Dies liegt auch an den Verkleinerungen der Gemeinden und an der geringen Zahl an Priestern, was zwangsweise zu einem neuem Seelsorgekonzept führen wird. Auf dies Weise werden „lebensfähige Gemeinden“[18] erhalten. Somit werden Kirchenräume in den Gemeinden abgeschafft, in denen es nur einen geringen Bedarf des liturgischen Gottesdienstes gibt.

[...]


[1] Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Kirchenführung, Organisation, Gemeindeleben, Hannover 1995, S.15.

[2] Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Kirchenführung, Organisation, Gemeindeleben, Hannover 1995, S.18.

[3] Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Kirchenführung, Organisation, Gemeindeleben, Hannover 1995, S.609.

[4] Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Kirchenführung, Organisation, Gemeindeleben, Hannover 1995, S.609.

[5] Renate Kumm: Das Bistum Hildesheim in der Nachkriegszeit. Untersuchung einer Diaspora-Diözese vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1645 bis 1965), Hannover 2002, S.319.

[6] Thomas Scharf-Wrede: Das Bistum Hildesheim 1866-1914. Kirchenführung, Organisation, Gemeindeleben, Hannover 1995, S.609.

[7] Renate Kumm: Das Bistum Hildesheim in der Nachkriegszeit, S.321.

[8] www.bistum-hildesheim.de, Klassifizierung und Schließung von Kirchen im Bistum Hildesheim. Argumentarium.

[9] www.bistum-hildesheim.de, Zur Zukunft der Kirchen im Bistum Hildesheim.

[10] www.bistum-hildesheim.de, Zur Zukunft der Kirchen im Bistum Hildesheim.

[11] Ebenda.

[12] Ebenda.

[13] www.bistum-hildesheim.de, Nachrichten vom 01.02.2008: Wirken des Heiligen Geistes spürbar.

[14] www.bistum-hildesheim.de, Nachrichten vom 18.01.2008: Aufbruch und Abbruch.

[15] www.bistum-hildesheim.de, Zur Zukunft der Kirchen im Bistum Hildesheim.

[16] Umnutzung von Kirchen. Beurteilungskriterien und Entscheidungshilfen, in: Arbeitshilfen 175, hrsg. von dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2003, S.9.

[17] Edenda.

[18] Umnutzung von Kirchen. Beurteilungskriterien und Entscheidungshilfen, in: Arbeitshilfen 175, hrsg. von dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2003, S.9.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Umnutzung von Kirchen allgemein und am Beispiel des Bistums Hildesheim
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V168471
ISBN (eBook)
9783640854691
ISBN (Buch)
9783640854950
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umnutzung, kirchen, beispiel, bistums, hildesheim
Arbeit zitieren
Claudia Löb (Autor), 2008, Umnutzung von Kirchen allgemein und am Beispiel des Bistums Hildesheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168471

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