Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Reichstag der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Anwesenheit der Frau in dem Reichstag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Parlamentarismus in der Weimarer Republik
2.1 Das Parlament
2.2 Die Weimarer Republik
2.3 Die Zusammensetzung und Veränderungen des Parlaments in der Weimarer Republik
3. Frauen in der Weimarer Republik
3.1 Frauen – Eine Definition
3.2 Veränderungen im Parlament durch die Frauen
3.3 Das Leben der Parlamentarierinnen
4. Möglichkeiten und Grenzen des politischen Einflusses der Frauen am Beispiel der SPD
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Reichstag der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frau. Ziel ist es, die Auswirkungen der Verfassung auf das Parlament sowie den spezifischen Beitrag von Frauen zu dessen Veränderung zu analysieren, wobei die Möglichkeiten und Grenzen politischer Teilhabe anhand des Beispiels der SPD-Frauen beleuchtet werden.
- Parlamentarismus und politische Strukturen in der Weimarer Republik
- Die Rolle und Definition der Frau im historischen und sozialen Kontext
- Einfluss von Frauen auf parlamentarische Abläufe und das Selbstverständnis des Reichstags
- Biografische und berufliche Hintergründe der Parlamentarierinnen
- Strukturelle Barrieren und politische Spielräume weiblicher Abgeordneter am Beispiel der SPD
Auszug aus dem Buch
3.2 Veränderungen im Parlament durch die Frauen
Die bedeutsamste Veränderung in dem Parlament war die Anwesenheit der Frauen. Doch liegt der Anteil der Frauen nie höher als bei 15,2 Prozent, wobei der Anteil an Frauen in den einzelnen Fraktionen in der SPD am höchsten ist. Dieser Anteil der Frauen in dem Reichstag stieg allerdings erst in den 80er Jahren an. Trotzdem muss gesagt werden, dass dieser kleine Anteil in dem Reichstag ein großer Fortschritt war, obwohl weibliche Abgeordnete noch lange Zeit als Fremdkörper im Reichstag betrachtet werden. Dies lag wohl daran, dass die Frauen das Selbstverständnis des Reichstages wesentlich verändern. Zum einem stilistisch aufgrund der veränderten Kleidung, zum anderen aufgrund der veränderten Stimmen und der weiblichen Körper eine sinnliche Veränderung.
Doch reagierten die Männer am auffälligsten auf die veränderte Stimmlage im Reichstag. So waren die Frauen gezwungen aufgrund der fehlenden technischen Anlagen ohne Verstärker zu sprechen und mussten deshalb ihre Stimmen erhöhen, um lauter und deutlich sprechen zu können. So werden die Stimmen der Frauen häufig als „kreischend“ und „hysterisch“ bezeichnet. An dieser Stelle muss allerdings auch gesagt werden, dass das „Kreischen“ hier für Hysterie steht. Dies ist im 19. Jahrhundert eine psychiatrische Diagnose, welche ganz typisch bei Frauen gestellt wird. Der Begriff der Hysterie wirft hier das Bild eines „Weibes“ auf, welches „oberflächlich [,] erhitzt und innerlich empfindungslos, hohl im Kopf, bösartig, verlogen und falsch in der Seele“ auftritt. Es werden also einige Frauen als hysterisch „abgestempelt“, wodurch jeder Widerstand, sei es in der Öffentlichkeit oder im privaten Bereich, als krankhaft gehalten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit führt in die Thematik des Reichstags der Weimarer Republik ein und legt dar, wie die Verfassung und die Präsenz von Frauen die Institution wandelten.
2. Parlamentarismus in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Parlamentarismus und untersucht die spezifischen Zusammensetzungsänderungen des Reichstags in der Weimarer Ära.
3. Frauen in der Weimarer Republik: Der Abschnitt befasst sich mit der Definition von Frauenrollen, den durch sie bewirkten Veränderungen im Parlament sowie den Lebensrealitäten der Parlamentarierinnen.
4. Möglichkeiten und Grenzen des politischen Einflusses der Frauen am Beispiel der SPD: Hier wird analysiert, in welchen Politikfeldern Frauen agierten und mit welchen strukturellen Schwierigkeiten sie, insbesondere bei der SPD, konfrontiert waren.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Frau im Reichstag als signifikanten Wandel zusammen und diskutiert die Vereinbarkeit von politischer Karriere und Familiengründung.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Reichstag, Parlamentarismus, Frauenwahlrecht, Geschlechterrollen, SPD, politische Teilhabe, Hysterie, Parlamentarierinnen, Sozialpolitik, Emanzipation, Verfassung, Novemberrevolution, parlamentarische Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle des Reichstags in der Weimarer Republik unter einem besonderen Fokus auf die politische Präsenz und den Einfluss von Frauen in dieser Institution.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die parlamentarische Kultur der Weimarer Zeit, die soziologische Zusammensetzung des Reichstags und die spezifischen Herausforderungen, denen sich Frauen in der Politik gegenübersahen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie sich der Reichstag durch die neue Verfassung wandelte und welchen Anteil die Frauen an dieser Veränderung hatten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische und politikwissenschaftliche Analyse unter Verwendung von Quellenmaterial, Fachliteratur und Fallbeispielen, insbesondere aus dem Umfeld der SPD.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen des Parlamentarismus, die demografischen Veränderungen der Abgeordneten, die Rolle der Frau als Parlamentarierin und die Grenzen politischer Teilhabe ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Weimarer Republik, Parlamentarismus, Frauenstimmrecht, Geschlechterrollen, politische Teilhabe und parlamentarische Kultur.
Warum wird im Text der Begriff der Hysterie im Kontext des Reichstags erwähnt?
Der Begriff wird erwähnt, um zu verdeutlichen, wie männliche Abgeordnete die ungewohnte neue Stimmlage von Frauen im Parlament diskreditierten, indem sie diese als pathologisch und „hysterisch“ stigmatisierten.
Inwieweit spielte das Beispiel der SPD eine Rolle?
Die SPD dient als Beispiel, um aufzuzeigen, dass Frauen zwar im sozialpolitischen Bereich sehr aktiv waren, in anderen politischen Feldern jedoch aufgrund struktureller Barrieren und Rollenbilder unterrepräsentiert blieben.
Welche Rolle spielte die familiäre Belastung für Frauen in der Politik?
Die Arbeit stellt heraus, dass die Zeit für eine politische Karriere durch die gesellschaftlich definierte Rolle der Frau als Mutter und Hausfrau stark begrenzt war, was eine zentrale strukturelle Hürde darstellte.
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- Claudia Löb (Author), 2009, Der Parlamentarismus der Weimarer Republik und die politische Rolle der Frau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168472