Der Autor Bernd Roecks beginnt das Buch mit dem ersten Kapitel „Europas großes Gespräch“. Er zeigt die Grundthese des Buches sowie die Herangehensweise an die Renaissance als Epoche auf. Für Roeck ist die Renaissance weitaus mehr als ein reines Wiederaufleben der Antike, sondern als Epoche der Ideen, Kunstwerke und neuen Weltanschauungen.
Die Renaissance wird einerseits als eine Phase der Erneuerung betrachtet, andererseits aber auch als eine Epoche mit Kontinuität zur mittelalterlichen Welt. Roeck stellt sich gegen die allgemeine Sichtweise, dass die Renaissance ein plötzlicher kultureller Umbruch sei. Er beschreibt die Renaissance als Ergebnis eines Prozesses, der ihren Ursprung im Mittelalter hat und von äußeren vielfältigen Einflüssen geprägt war, wie beispielsweise die arabische Wissenschaft und die byzantinische Kultur.
Bernd Roeck nutzt den Begriff des „großen Gesprächs“ zum Beschreiben der Interaktionen zwischen verschiedenen Kulturen, Disziplinen und Akteuren und spielt in dem Kapitel eine entscheidende Rolle. Die Epoche der Renaissance gilt als Verbreiter von Wissen, Ideen und Kunstwerken weit über die geografischen und kulturellen Grenzen hinweg. Handelsformen spielten dabei eine zentrale Rolle sowie die Verbreitung von Skripten und der spätere Buchdruck, der entscheidend für den Austausch von Wissen war.
Des Weiteren ist der kulturelle Pluralismus in der Renaissance von großer Bedeutung. Städte wie Florenz, Rom und Venedig spielten eine zentrale Rolle, jedoch betont Roeck, dass die Epoche nicht nur auf Italien zu begrenzen ist. Er betont den regen Austausch mit dem Nahen Osten, Asiens und Nordafrika und zeigt damit die globale Dimension der Renaissance auf. Roecks Perspektive zeigt auf, dass das Lösen von einer eurozentrischen Sichtweise wichtig ist und der Fokus auf der globalen Vernetzung liegen sollte.
Der Autor verfolgt den Ansatz, die Kunst, Wissenschaft, Politik und Religion gleichermaßen zu berücksichtigen und beschreibt damit seine eigene methodische Herangehensweise. Die Renaissance soll nicht isoliert betrachtet werden, sondern in einen breiteren historischen Kontext eingebettet werden. Eine lineare Fortschrittserzählung lehnt Roeck ab. Stattdessen betont er, die Ambivalenzen und Widersprüche der Epoche aufzuzeigen.
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- Irena Konrad (Auteur), 2025, Zur Lektüre "Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance" von Bernd Roeck. Inhaltsanalyse und zentrale Thesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1684956