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Die Suche nach einem neuen Bildungskonzept in Spätantike und Frühem Mittelalter

Titre: Die Suche nach einem  neuen Bildungskonzept  in Spätantike und Frühem Mittelalter

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 16 Pages , Note: 1

Autor:in: Regina Steinbügl (Auteur)

Musicologie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Menschen machen Musik, seit es sie gibt. Zwar unterscheidet sich die „Musik“ der vorgeschichtlichen Völker und Stämme weit von der, die wir heute als solche verstehen. Doch lassen sich selbst Laute oder Schreie, mit denen in den Frühkulturen kommuniziert wurde, als Musik bezeichnen. So entwickelte sich aus rituellen Gesängen und Tänzen, Klageliedern usw. nach und nach unsere heutige Musik, deren Entwicklung noch längst nicht stillsteht.
Fast genauso alt wie die Musik selbst ist die Musikerziehung und die Suche nach einem dafür geeigneten Bildungskonzept. Erste Aussagen darüber lassen sich in der Antike feststellen, die „neben dem Christentum als der bedeutendste Pfeiler europäisch-abendländischer Kultur“ gilt (Ehrenforth 2005, S.41). Die wichtigsten Personen sind Pythagoras, Platon, Aristoteles und Boethius. Das Bildungskonzept orientierte sich an den „Septem Artes Liberales“, die sich aufteilen in „Quadrivium“ (arithmetica, geometrica, astronomia, musica) und „Trivium“ (grammatica, rethorica, dialectica).
Mit dem aufkommenden Christentum wurde dieses traditionelle Konzept der Antike in Frage gestellt und man machte sich auf die Suche nach einem „christlich geprägten“ Bildungskonzept. Dabei drehte stellte man sich vor allem zwei wesentlichen Fragen:
1. Welche Bedeutung hat das Bildungskonzept der Antike weiterhin? 2. Welche Rolle spielt die Musik in der Bildung? (Ehrenforth 2005, S.112)
Den scheinbaren Widerspruch zwischen fides (Glaube, Gottvertrauen) und ratio (Vernunft, Verstand, Wissenschaft) galt es außerdem zu erklären und zu beheben.
Im Zeitraum vom 2. bis 9. Jahrhundert nach Christus suchten vor allem die Kirchenväter und Gelehrte nach Lösungen und fanden verschiedenste Ansätze. Diese werden im Folgenden dargestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Verschiedene Ansätze der Kirchenväter

1 Übersicht: 2. bis 4. Jahrhundert

1.1 Clemens von Alexandrien (um 140–215 n.Chr.)

1.2 Tertullian (um 160–220 n.Chr.)

1.3 Origines (um 185-254 n.Chr.)

1.4 Basilius der Große (um 329-379 n.Chr.)

2 Ambrosius von Mailand (um 339-397 n.Chr.)

2.1 Ambrosianischer Gesang

2.2 Instrumentenverdikt

3. Augustinus von Hippo (354-430 n.Chr.)

3.1 De Musica

3.2 De doctrina christiana

3.3 Enarrationes in psalmos

3.4 Integration der Musik in die christliche Bildung

4. (Heiliger) Benedikt von Nursia (um 480-547 n.Chr.)

5. Gregor der Große (um 540-604 n.Chr.)

6. Abt Alkuin (735-804 n.Chr.)

6.1 Gründung einer „schola palatina“

6.2 Wunsch nach weiterer Vereinheitlichung der Liturgie

III Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung eines christlich geprägten Bildungskonzepts zwischen dem 2. und 9. Jahrhundert und analysiert dabei insbesondere die Rolle der Musik sowie das Spannungsverhältnis zwischen Glauben (fides) und Vernunft (ratio).

  • Die Transformation antiker Bildungstraditionen durch die Kirchenväter.
  • Die Rolle der Musik als Instrument des Gotteslobes und Teil der Liturgie.
  • Die pädagogischen Ansätze und die Bedeutung von Wissensvermittlung in Klöstern.
  • Die institutionelle Verankerung von Bildung durch Reformen unter Karl dem Großen.
  • Der Wandel von der mündlichen Überlieferung hin zu ersten schriftlichen Notationsformen.

Auszug aus dem Buch

3.1 De Musica

„De Musica“ ist ein Lehrbuch über die Musiktheorie im damals üblichen dialogischen Stil in sechs Büchern.

In Buch I wird der Musikbegriff definiert: „Musica est bene modulandi scientia.“ – Musik ist die Kenntnis vom rechten Maß, oder freier: Musik ist die Kenntnis von der rechten Gestaltung. Man könnte sogar noch weitergehen und den Satz auf das Leben übertragen: Musik als Kunst, das Leben gut und schön zu gestalten (komponieren). Dennoch wird die Musik als „Fachdisziplin“ angesehen, die eine seriöse Wissenschaftlichkeit verlangt.

Buch II bis V behandelt recht ausführlich und kompliziert die Metrik und Rhythmik in der Musik. Hierbei wird auch ein Zusammenhang zwischen den Zeitgesetzen der Musik und der Zeitlichkeit in der christlichen Theologie aufgestellt. Augustinus wird unter Anderem wegen dieser These auch als erster „Philosoph der Zeit“ angesehen.

Buch VI unterscheidet sich von den ersten fünf Büchern durch einen Perspektivenwechsel und einen anderen Sprachstil. Die alte Frage über die Vereinigung von fides und ratio, Glaube und Verstand, wird behandelt. Augustinus nimmt hier eine pythagoreische Theorie wieder auf, nämlich die sogenannte „kosmische Ordnungstheorie“, und versucht diese mit dem christlichen Gottesbild zu vereinen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ursprünge der Musikerziehung und die Herausforderung, ein christliches Bildungskonzept in der Antike zu etablieren.

II Verschiedene Ansätze der Kirchenväter: Dieser Teil analysiert theoretische Positionen bedeutender Gelehrter wie Clemens von Alexandrien, Tertullian, Origines und Basilius dem Großen zur Musik und Bildung.

2 Ambrosius von Mailand (um 339-397 n.Chr.): Der Fokus liegt auf dem ambrosianischen Gesang und seiner ablehnenden Haltung gegenüber Instrumenten in der Liturgie.

3. Augustinus von Hippo (354-430 n.Chr.): Untersuchung von Augustinus' musikalischem Verständnis, insbesondere in seinen Werken "De Musica" und "Confessiones".

3.1 De Musica: Analyse des Lehrbuchs zur Musiktheorie und der Verbindung von Musik, Zahlensymbolik und christlichem Glauben.

3.2 De doctrina christiana: Erläuterung der Bedeutung der Artes Liberales für das Verständnis der Heiligen Schrift.

3.3 Enarrationes in psalmos: Darstellung der Musik als wichtigstes Medium des Gotteslobes und die Zulassung von Instrumenten bei Augustinus.

3.4 Integration der Musik in die christliche Bildung: Fazit zur Rolle der Musik als Symbiose zwischen Religion und Bildung.

4. (Heiliger) Benedikt von Nursia (um 480-547 n.Chr.): Betrachtung der Bedeutung von Musikerziehung und Regelwerk in benediktinischen Klöstern.

5. Gregor der Große (um 540-604 n.Chr.): Analyse der liturgischen Reformen und der Gründung der Schola Cantorum.

6. Abt Alkuin (735-804 n.Chr.): Untersuchung der karolingischen Bildungsreform und der Etablierung der Palastschule.

6.1 Gründung einer „schola palatina“: Beschreibung der Lehrpläne und der Verbreitung von Bildung im fränkischen Reich.

6.2 Wunsch nach weiterer Vereinheitlichung der Liturgie: Darstellung der Bemühungen zur Vereinheitlichung des Kirchengesangs durch päpstliche Unterstützung.

III Zusammenfassung: Resümee über die gelungene Synthese von fides und ratio sowie den Weg hin zu einem neuen Musik- und Bildungsverständnis.

Schlüsselwörter

Musikpädagogik, Kirchenväter, Christentum, Spätantike, Mittelalter, Artes Liberales, Liturgie, Gotteslob, Augustinus von Hippo, Bildung, fides, ratio, Gregorianischer Gesang, Scholastik, Instrumentenverdikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische Suche nach einem christlichen Bildungskonzept zwischen dem 2. und 9. Jahrhundert und analysiert dabei die Stellung der Musik innerhalb der christlichen Lehre.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der christlichen Erziehung, die Integration der antiken "Septem Artes Liberales", die musikalische Praxis in der Liturgie sowie die Rolle bedeutender Kirchenväter und Gelehrter.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit sucht Antworten auf die Fragen, welche Bedeutung das antike Bildungskonzept im Christentum weiterhin hat und welche spezifische Rolle der Musik in diesem Prozess zukommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die theologische und musikpädagogische Schriften sowie Quellen zur Kirchengeschichte auswertet, um Theorien über Bildung und Musik in jener Zeit darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu den Kirchenvätern (u.a. Ambrosius, Augustinus), dem benediktinischen Mönchtum, den Reformen Gregors des Großen und den Bildungsreformen am Hof Karls des Großen unter Abt Alkuin.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe "fides" (Glaube), "ratio" (Vernunft), "Artes Liberales", "Liturgie" und die "Symbiose von Musik und Religion" definiert.

Welche besondere Bedeutung kommt Augustinus von Hippo in dieser Untersuchung zu?

Augustinus wird als zentrale Figur hervorgehoben, der die antike Musiktheorie (Artes Liberales) mit der christlichen Theologie verband und die Musik als unverzichtbares Mittel zum Gotteslob und zum Verständnis der Bibel definierte.

Wie bewertet die Arbeit den "Widerspruch" zwischen Glauben und Vernunft?

Die Arbeit zeigt auf, dass Kirchenväter und Gelehrte versuchten, diesen scheinbaren Widerspruch aufzuheben, indem sie die Wissenschaft und den Verstand als notwendige Vorbereitung (praeparatio evangelica) auf den Glauben integrierten.

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Résumé des informations

Titre
Die Suche nach einem neuen Bildungskonzept in Spätantike und Frühem Mittelalter
Université
LMU Munich  (Musikpädagogik)
Cours
Historische Musikpädagogik
Note
1
Auteur
Regina Steinbügl (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
16
N° de catalogue
V168503
ISBN (ebook)
9783640855810
ISBN (Livre)
9783640856107
Langue
allemand
mots-clé
suche bildungskonzept spätantike frühem mittelalter Musikpädagogik Musikerziehung Musik
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Citation du texte
Regina Steinbügl (Auteur), 2010, Die Suche nach einem neuen Bildungskonzept in Spätantike und Frühem Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168503
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Extrait de  16  pages
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