Diese Arbeit richtet sich an Pflegefachpersonen und Teilnehmende der Weiterbildung zum Wundexperten. Sie vermittelt strukturierte Grundlagen des modernen Wundmanagements und behandelt die Versorgung chronischer und komplexer Wunden wie Dekubitus, Ulcus cruris und diabetisches Fußsyndrom. Zentrale Inhalte sind Wundassessment, Dokumentation, leitlinienorientierte Therapie sowie pflegerische Entscheidungsprozesse im klinischen und außerklinischen Setting. Die Arbeit dient als fachliche Orientierungs- und Lernhilfe sowie als Beispiel für den Aufbau und die inhaltliche Ausarbeitung einer pflegefachlichen Haus- oder Facharbeit.
Inhaltsverzeichnis
- Beschreibung der Hospitationsstelle
- Falldarstellung
- Therapieplan
- Begleittherapie
- Ausblick
- Evaluation der Hausarbeit
- Literaturnachweis
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit dokumentiert die Erfahrungen und Erkenntnisse aus einer Hospitation in einem ambulanten Pflegedienst, mit dem primären Ziel, einen tieferen Einblick in die fachkundige Wundversorgung im ambulanten Bereich zu erhalten und die eigenen Kernaufgaben individueller und zielgerichteter durchführen zu können. Der Fokus liegt auf der Analyse eines konkreten Patientenfalls zur Veranschaulichung der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte.
- Ambulante Wundversorgung und Pflegedienststrukturen
- Detaillierte Falldarstellung eines Dekubitus-Patienten
- Therapieplanung und -durchführung bei chronischen Wunden
- Begleittherapeutische Maßnahmen, insbesondere bei Diabetes Mellitus Typ II
- Herausforderungen in der interprofessionellen Kommunikation und Dokumentation
- Reflexion der Umsetzung theoretischer Grundlagen in den Praxisalltag
Auszug aus dem Buch
Falldarstellung
Die Patientin Frau S. ist 41 Jahre alt und wurde mir im Rahmen meiner Hospitation beim ambulantem Fachpflegedienst Wiesbaden vorgestellt. Frau S. wurde vom St. Josefs-Hospital in Wiesbaden im September 2020 ins häusliche Umfeld entlassen. Frau S. ist seit vielen Jahren an einer geistigen Behinderung und an einem insulinpflichtigen Diabetes Mellitus Typ II erkrankt. Frau S. ist seit ihrem viertem Lebensjahr immobil und auf einen Rollstuhl angewiesen. Frau S. gibt an das die Wunde im Kreuzbeinbereich durch lange Liegezeiten entstanden sei. Der Zeitpunkt der Erstdiagnose lässt sich weder aus den vorliegenden Unterlagen noch vom Patienten selbst eruieren. Die Regelmäßigen gemessenen Blutzuckerwerte von ein bis drei mal täglich befinden sich in den Bereichen von 102 – 275mg%. Ein ärztlich verordnetes Insulin-Therapieschema zur individuellen Insulindosierung liegt vor. Frau S. leidet an einem Dekubitus im Kreuzbeinbereich mit einer Taschenbildung auf 12 Uhr.
Es liegen keine weiterführenden ärztlichen Berichte oder Befunde zur Gradeinteilung nach European Pressure Ulcer Advisory Panel (EPUAP) vor. Diagnostiziert wurde eine Neuropathie. Befunde der neurologischen Untersuchung liegen nicht vor und lassen somit keinen weiterführenden Schluss auf die Qualität und Quantität der Störung zu. Optische und strukturelle Hautveränderungen mit einer Taschenbildung hingegen finden sich im Kreuzbeinbereich wieder. Dieser ist vollständig bis auf Subkutanes Fett sichtbar zerstört. Der Beckenboden erscheint optisch seitengleich.
Nach einem Krankenhausaufenthalt im September 2020 ist eine Wunde beschrieben und dokumentiert: Das Kreuzbein weist eine 4 cm lange, 4 cm breite und 2,5cm tiefe Wunde auf. Der Wundrand erscheint trocken mit leichter Hyperkeratose. Die Wundumgebung ist stark gerötet. Der Wundgrund ist fibrinbelegt. Es befindet sich eine Tasche bei 12 Uhr. Wundgeruch soweit beurteilbar ist vorhanden. Das Wundexsudat ist mäßig serös. Der weitere Befund zeigt das Schmerzen nicht vorhanden sind. Es liegen keine weiterführenden Befunde, wie beispielsweise ein Erregernachweis oder eine Stellungnahme eines Dermatologen vor.
Die Mobilität von Frau S ist aufgrund von Kraftverlust und geistiger Behinderung im häuslichen Umfeld eingeschränkt. Die Wundsituation und die Maßnahmen zur Wundbehandlung nehmen derzeit kein Einfluss auf die Mobilität von Frau S. bei.
Zusammenfassung der Kapitel
Beschreibung der Hospitationsstelle: Der Autor beschreibt den Ort und Zeitraum seiner Hospitation in einem ambulanten Pflegedienst in Wiesbaden, legt dar, warum dieser Pflegedienst gewählt wurde und welche Rolle er dort einnehmen konnte, um Einblicke in die ambulante Wundversorgung zu gewinnen.
Falldarstellung: Eine detaillierte Patientenvorstellung von Frau S. wird gegeben, einschließlich ihrer Krankengeschichte, aktuellen Diagnose eines Dekubitus im Kreuzbeinbereich und der physischen sowie sozialen Umstände.
Therapieplan: Dieser Abschnitt erläutert die konkreten Maßnahmen zur Wundversorgung, einschließlich Wundreinigung, Verbandswechsel mit spezifischen Materialien wie Hydrofaser und Polyurethanschaum, sowie Hautpflege und Lagerung zur Druckentlastung.
Begleittherapie: Beschreibt die unterstützenden Therapien für Frau S., insbesondere die Insulintherapie für den Diabetes Mellitus Typ II und Maßnahmen zur Druckentlastung zur Vorbeugung weiterer Dekubitalgeschwüre.
Ausblick: Der Autor bewertet den bisherigen Therapieverlauf, äußert Hoffnungen für die vollständige Abheilung der Wunde und schlägt weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen zur Optimierung der Versorgung vor.
Evaluation der Hausarbeit: Eine Reflexion über die Hospitation, die Schwierigkeiten in der Umsetzung theoretischer Grundlagen in die Praxis, insbesondere im Bereich der Kommunikation und Dokumentation, sowie die persönlichen Lernerfahrungen des Autors.
Literaturnachweis: Listet die Quellen und Referenzen auf, die für die Erstellung der Hausarbeit verwendet wurden.
Schlüsselwörter
Wundexperte, ambulante Pflege, Dekubitus, Wundversorgung, Diabetes Mellitus Typ II, Patientenfall, Therapieplan, Druckentlastung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Wundheilung, Hausarbeit, ICW, Wiesbaden, Pflegedienst, chronische Wunden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die Beschreibung einer Hospitation in einem ambulanten Pflegedienst mit Fokus auf die Falldarstellung und den Therapieplan einer Patientin mit Dekubitus und Diabetes Mellitus Typ II.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die ambulante Wundversorgung, das Management von Dekubitus und Diabetes, die Zusammenarbeit im Pflegedienst sowie die Herausforderungen der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel war es, durch eine Hospitation tiefere Einblicke in die fach- und sachkundige tägliche Pflege im ambulanten Bereich zu erhalten und die eigene Kompetenz in der individuellen und zielgerechten Durchführung von Kernaufgaben zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudie im Rahmen einer Hospitation, kombiniert mit einer strukturierten Darstellung von Beobachtungen und angewandten Therapien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird detailliert die Falldarstellung einer Patientin, Frau S., mit ihren Vorerkrankungen und dem aktuellen Dekubitus beschrieben, gefolgt von einer umfassenden Erläuterung des Therapieplans und der Begleittherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind: Wundexperte, ambulante Pflege, Dekubitus, Wundversorgung, Diabetes Mellitus Typ II, Patientenfall, Therapieplan, Druckentlastung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Wundheilung.
Welche Rolle spielt die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen bei der Wundversorgung?
Laut der Evaluation der Hausarbeit ist eine unzureichende Kommunikation zwischen Bezugspflegekräften, Wundexperten und Hausärzten ein grundlegendes Hindernis für die Qualität der Versorgung und die Heilungsprognose.
Welche spezifischen Materialien werden für den Primärverband des Dekubitus bei Frau S. eingesetzt?
Für den Primärverband wird eine Hydrofaser mit Alginatanteil verwendet, die entzündungshemmende, autolytische und granulationsfördernde Eigenschaften besitzt und das Wundexsudat vertikal aufsaugt.
Welche Empfehlungen werden im Ausblick zur weiteren Optimierung der Versorgung gegeben?
Es wird empfohlen, den Status der Mikrozirkulation und die Keimbesiedelung abzuklären, eine Gradeinteilung nach EPUAP vorzunehmen, die Mobilisation durch Sitzkissen zu verbessern und die Stoffwechselsituation mittels HBA1c-Bestimmung zu überprüfen.
Wie beeinflusst die Einstellung der Patientin ihre Lebensqualität?
Frau S. empfindet bei Verbandswechseln keine Schmerzen und fühlt sich durch ihre Einschränkungen, Erkrankung oder die Wunde weder in ihren Alltagsaktivitäten noch in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, da sie die Situation für sich selbst angenommen hat.
- Arbeit zitieren
- Dennis Kandzia (Autor:in), 2020, Wundexperte ICW. Dekubitus Kreuzbein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1685378