Wohnen im Alter - Analyse alternativer Wohnformen für Senioren


Projektarbeit, 2011
25 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Alt werden in Gemeinschaft - Wohnprojekte für Senioren in Dresden
2.1 Wohnprojekt „Braunsdorfer Strasse 125"
2.1.1 Wohnanlage
2.1.2 Wohnbereich
2.1.3 Analyse
2.2 Wohnprojekt „Döbelner Strasse 1"
2.2.1 Wohnanlage
2.2.2 Wohnbereich
2.2.3 Analyse
2.3 Wohnprojekt „Leipziger Strasse 89/91"
2.3.1 Wohnanlage
2.3.2 Wohnbereich
2.3.3 Analyse

3 Gemeinschaft Lebens(t)raum Jahnishausen
3.1 Wohnanlage
3.2 Wohnbereich
3.3 Projekte und Initiativen
3.4 Analyse

4 Vergleich der beiden Wohnformen

5 Fazit

6 Abbildungsnachweise

7 Quellenverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Wohnhaus „Braunsdorfer Straße 125"

Abb. 2: Grundriss und Raumaufteilung

Abb. 3: Frontansicht

Abb. 4: Rückseite mit Lift

Abb. 5: Grundriss der 2. Etage

Abb. 6: Entwurf des Wohnprojektes „Leipziger Straße 89/91"

Abb. 7: Grundriss der 1. Etage

Abb. 8: Frontansicht

1 EINLEITUNG

Bereits seit einigen Jahrzehnten gibt es Überlegungen zu alternativen Wohnformen für Senioren. Deutschlandweit wird mit verschiedenen Modellen experimentiert. Auch in Sachsen gibt es Versuche, Senioren für neue Wohnformen zu gewinnen. Mit zunehmendem Alter werden Senioren auch zunehmend abhängiger von ihren Kin­dern, Verwandten und Freunden. Viele leben nur noch allein oder zu zweit in einem viel zu großen Haus oder einer zu großen Wohnung. Ihnen fällt es aufgrund der Grö­ße der Wohnung und fehlender Unterstützung schwer, die alltäglichen Herausforde­rungen des Lebens zu meistern. Die meisten wollen jedoch in vertrauter Umgebung bleiben. Für ein Pflegeheim fühlen sich viele dennoch viel zu jung. Zudem haben vie­le Senioren in Pflegeheimen das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden und vom öffentlichen Leben weggeschlossen zu werden.

Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren den Trend, dass sich ältere Menschen in Wohngemeinschaften („WGs") organisieren, vergleichbar mit den Wohngemein­schaften, wie es junge Menschen häufig praktizieren, um Kosten zu sparen und nicht allein leben zu müssen. Bei älteren Menschen kommt jedoch, neben der Kostener­sparnis und der Gesellschaft anderer, noch die Hilfsbedürftigkeit hinzu. Dieser Fakt ist jedoch in manchen WGs bereits ein Ausschlusskriterium, da die anderen Mitbe­wohner zwar auch die Gesellschaft suchen, sich jedoch nicht zwangsläufig um ande­re Mitbewohner kümmern wollen oder können. Falls einer der Mitbewohner pflege­bedürftig würde, müsste er/sie sich selbst um eine Pflege kümmern.

Neueste Entwicklungen („Gemeinschaft Lebens(t)raum Jahnishausen" oder auch Projekt „Leipziger Straße 89/91") zeigen, dass sich Wohn- und Lebensgemeinschaf­ten immer häufiger generationsübergreifend zusammenfinden. Diese Form des Zu­sammenlebens, welches häufig genossenschaftlich organisiert ist, bündelt die Stär­ken aller zusammenlebenden Generationen und bildet eine sich gegenseitig unter­stützende Lebensgemeinschaft. Die nachfolgende Arbeit soll vier verschiedene, be­reits bestehende, Wohnalternativen für Senioren in Sachsen vorstellen und verglei­chend betrachten. Dabei werden sowohl Vor- als auch Nachteile der jeweiligen Wohnform aufgezeigt und ausführlich analysiert.

2 ALT WERDEN IN GEMEINSCHAFT - WOHNPROJEKTE FÜR SENIOREN IN DRESDEN

In Dresden gibt es seit 1996 den Verein „AWiG - Verein für gemeinschaftliches Wohnen e.V.". „AWiG" steht dabei für „Altwerden in Gemeinschaft". Diesem Mot­to hat sich der Verein voll und ganz verschrieben. Er ruft Wohngruppeninitiativen für Senioren ins Leben und unterstützt diese bei ihrer Verwirklichung. Auf diese Weise konnten seit 1998 bereits sechs derartige Projekte in Dresden initiiert werden.

Ziel der Projekte ist, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ein Leben in Gemeinschaft UND in Selbstständigkeit zu ermöglichen. Die Bewohner sollen sich in der Gemeinschaft geborgen fühlen, ohne sich jedoch gegenseitig zur Last zu fallen. Die AWiG-Wohnungen sind daher immer so eingerichtet, dass jeder Bewohner in seiner eigenen, abgeschlossenen Wohnung lebt, darüber hinaus aber auch die zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsflächen nach Belieben nutzen kann. Die Be­wohner können sich also stets in ihre privaten Räumlichkeiten zurückziehen, wenn ihnen nach Ruhe zumute ist. Da die AWiG-Wohnungen auf Selbstständigkeit ausge­legt sind, werden in die Wohnungsgemeinschaften bevorzugt Personen auf­genommen, die noch weitestgehend selbstständig ihren Lebensalltag meistern kön­nen. Dennoch können auch Pflegedienste zur Haushaltsunterstützung beauftragt werden, so wie dies zum Beispiel in der AWiG-Wohnung „Braunsdorfer Straße 125" der Fall ist. Die Wohnungen sind alle senioren- und rollstuhlgerecht eingerichtet, so dass auch bei körperlichen Beschwerden die weitgehende Selbstständigkeit erhalten bleibt, ohne die anderen Mitbewohner um pflegerische Leistung bitten zu müssen. Gleichzeitig ist durch die Gemeinschaft ein hoher Sicherheitsfaktor zum einen ge­genüber Kriminellen, aber auch bei eventuellen Notfällen gegeben. Bei allen AWiG- WGs gibt es eine zentrale Ansprechperson, welche die Kommunikation der WG nach außen übernimmt. Die Person wird durch die WG bestimmt.

In den folgenden Abschnitten sollen die Wohnprojekte „Braunsdorfer Straße 125", Döbelner Straße 1" und „Leipziger Straße 89/91" detailliert analysiert und Mei­nungen der Bewohner aufgezeigt werden.

2.1 WOHNPROJEKT „BRAUNSDORFER STRASSE 125“

2.1.1 WOHNANLAGE

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Wohnhaus „Braunsdorfer Straße 125“ (Quelle: Zuk 2010)

Dresdens erste Senioren-WG wurde 1998 in dem Mehrfamilienwohnhaus „Brauns- dorfer Straße 125" (Abb. 1) im Ortsteil Gorbitz ge­gründet. „WG" steht in diesem Zusammenhang nicht für „Wohngemeinschaft", sondern für „Wohnungsgemeinschaft", da alle Bewohner in einem jeweils eigenständigen Apartment leben, in das sie sich nach Bedarf zurückziehen können.

Diese Senioren-WG startete 1998 als Pilotprojekt und war das erste derartige Projekt in Sachsen. Mit großer Aufmerksamkeit wurde damals die Entwicklung der Wohnungsgemeinschaft beo­bachtet und auch durch verschiedene Medien ver­folgt. Die Wohnungsgemeinschaft befindet sich altengerecht zugänglich im Erdgeschoss des mehrstöckigen Wohnhauses. Der Zu­gang zum Wohngebäude ist tagsüber durch einen Pförtner gesichert. Hinter dem Haus befindet sich ein kleines Gartengrundstück, welches ausschließlich für die Be­wohner der Senioren-WG zur Verfügung steht.

Der Garten ist direkt über den Gemeinschaftsraum und von außen her zugänglich. Die WG ist nicht nur im Sinne der Einrichtung altengerecht, sondern auch durch die Nähe der Einkaufsmöglichkeiten und der Zugänglichkeit zum ÖPNV. Der nächste Einkaufsmarkt befindet sich nur etwa drei Gehminuten vom Gebäude entfernt. Hal­tepunkte mehrerer Straßenbahn- und Buslinien, sowie Ärzte sind ebenfalls in ein bis fünf Minuten fußläufig zu erreichen.

2.1.2 WOHNBEREICH

Die erste WG des AWiG-Vereins (Abb. 2) besteht aus sechs Apartments, dem Ge­meinschaftsraum und einer Gemeinschaftsküche. Die Gesamtfläche des Wohn- bereichs beträgt 267 m2, wovon 88 m2 als Gemeinschaftsfläche zu betrachten sind. Der Flurbereich macht dabei mit 39 m2 fast die Hälfte der Gemeinschaftsfläche aus. Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsraum beanspruchen 36 m2. Die restlichen 13 m2 entfallen auf Bad (8 m2) und Wäscheraum (5 m2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Grundriss und Raumaufteilung (Quelle: AWiG 2011)

Bei den Apartments selbst handelt es sich zumeist um Einraumwohnungen, welche zwischen 25 m2 und 27 m2 groß sind. Eine Wohnung (Wohnung 0103) hat zwei Räume und ist 48 m2 groß. Alle Wohnungen sind mit einer Kochnische und einem Bad mit bodengleicher Duschzelle ausgestattet, wodurch die Selbstständigkeit der Bewohner sichergestellt ist.

2.1.3 ANALYSE

Im Gespräch mit den Bewohnern der WG (Dezember 2010) stellte sich heraus, dass alle Bewohner sehr begeistert von dieser neuartigen Form des Wohnens sind und sich derzeit keine bessere Wohnform vorstellen könnten.

Die derzeit fünf Bewohner im Alter von 68 bis 90 Jahren können ihren Lebensalltag noch alle sehr gut allein meistern. Keiner von ihnen ist auf häusliche Pflege angewie­sen. Von den Erstbeziehern aus dem Jahr 1998 wohnen nur noch zwei Personen in der WG. Die anderen Mitbewohner sind entweder wieder ausgezogen oder verstor­ben. Immer wenn eine Wohneinheit frei wird, wird diese neu ausgeschrieben (Inter­net, Zeitung, Aushang). Potentielle Interessenten werden eingeladen und anschlie­ßend wird durch die WG selbst ein neuer „Mitbewohner" ausgewählt. Die Senioren- WG wurde deutschlandweit bekannt, so dass sie inzwischen sogar einen gebürtigen Essener als Mitbewohner zählt. In der WG ist den Bewohnern sehr wichtig, dass trotz eines engen Zusammenlebens, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit eines jeden Bewohners gewahrt bleibt. Dennoch werden natürlich auch gemeinsame Un­ternehmungen geplant. Jede Woche mittwochs findet um 15 Uhr beispielsweise eine Kaffeerunde statt, zu der alle Bewohner der WG eingeladen sind.

VORTEILE

- Alten- und behindertengerecht, sowie gut an ÖPNV angebunden
- lebendige Lebens- und Wohngemeinschaft
- Hoher Sicherheitsstandard im Wohngebäude (Portier) und Gartenbereich
- Geringe Mietkosten (295 € für ca. 110 m2 nutzbare Wohnfläche plus Garten)
- Jeder Bewohner hat eigenen Mietvertrag (Selbstständigkeit bleibt gewahrt)
- Wohnen in einem gewöhnlichen Wohnhaus (nicht „abgeschoben sein")
- Günstige Anmietung von Räumen für Übernachtungsgäste möglich (16 €/Tag) NACHTEILE
- Apartments mit einem Raum etwas zu klein (besser wären min. 1,5 Räume)
- Probleme Nachmieter zu finden
- Kosten der Minderbelegung zulasten des Hausverwalters (aus Kulanz)
- Hohe Zusatzkosten für Gemeinschaftsräume (plus 60 €/Monat)

2.2 WOHNPROJEKT „DÖBELNER STRASSE 1“

2.2.1 WOHNANLAGE

Das Wohnprojekt „Döbelner Straße 1" im Dresdner Stadtteil Trachenberge wurde durch zwei junge Unternehmer ins Leben gerufen, die den AWIG-Verein um Unter­stützung bei der Verwirklichung eines seniorengerechten und auf gemeinschaftliches Wohnen ausgerichtetes Wohnhaus gebeten haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Frontansicht (Quelle: Zuk 2010)

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass dabei keine Betreuung der Bewohner vorgesehen ist. Das Gründerzeitgebäude (Abb. 3) liegt direkt an der Kreuzung Döbel­ner Straße/Maxim-Gorki-Straße. Das Haus ÖPNV-technisch gut angebunden. Bushal­testellen befinden sich in fußläufiger Entfernung (ca. 4 Minuten). Die nächste Stra­ßenbahn-Haltestelle befindet sich zu Fuß ca. 8 Minuten entfernt vom Haus (Trachenberger Platz). Die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen sind ebenfalls seniorenfreundlich per Fuß erreichbar (Hubertusplatz & Trachenberger Platz). Zum Grundstück gehört auch ein ca. 15 m x 15 m großer Gartenbereich, wel­cher durch die Bewohner v.a. im Sommer rege für Grill- und Spielabende genutzt wird.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wohnen im Alter - Analyse alternativer Wohnformen für Senioren
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Lehrstuhl für Raumentwicklung)
Veranstaltung
Projekt: Zukunft von Regionen und Städten
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V168666
ISBN (eBook)
9783640869053
ISBN (Buch)
9783640869442
Dateigröße
1057 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
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Arbeit zitieren
B.Sc. David Zuk (Autor), 2011, Wohnen im Alter - Analyse alternativer Wohnformen für Senioren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168666

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