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Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule

Title: Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule

Seminar Paper , 2002 , 8 Pages

Autor:in: Kristin Jankowsky (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Im alltäglichen Gebrauch wird der Begriff Behinderung klar und eindeutig verwendet. Eine Person gilt als „behindert“, wenn sie „normale“ Tätigkeiten nur beeinträchtigt ausführen kann, sei es durch Schädigungen körperlicher (z.B. Blindheit, Lähmung, Fehlen eines oder mehrerer Gliedmaßen) oder geistiger Art (z.B. schwere Beeinträchtigung mentaler Funktionen). In der Alltagssprache wird deshalb auch zwischen „körperlicher“ und „geistiger“ Behinderung unterschieden.
Behinderung gilt im Allgemeinen als etwas Unumkehrbares, was nur in Ausnahmefällen beseitigt werden kann (z.B. durch medizinische Eingriffe). Allerdings wird eine Person, die bspw. an einer Hirnhautentzündung leidet, während des Krankheitsprozesses nicht als „behindert“, sondern als „krank“ bezeichnet. Die Folgen der Krankheit können sich allerdings bspw. durch mentale und motorische Beeinträchtigungen äußern und erst dann wird die Person als „behindert“ bezeichnet. So wird eine Krankheit wohl als etwas gesehen, was von „außen“ über den Organismus gekommen ist und eine Behinderung als etwas, was „drinnen“ im Organismus liegt.
Auch deutet das Wort „Behinderung“ auf eine Art „Schande“ hin, besonders wenn sie von Geburt an besteht. So wurde in der Vergangenheit eine Behinderung mit dem Versteckthalten desjenigen, oder gar mit Ermordung und Unfruchtbarkeit „entgegengewirkt“. Kranke hingegen genossen bzw. genießen der Anteilnahme der sie umgebenden Menschen. Deshalb bezeichnen heute Familienangehörige eines geistig „zurückgebliebenen“ Kindes dieses nicht als „behindert“, sondern als „krank“.
Im wissenschaftlichen Bereich wird dieser Begriff eher auf einer sozialen bzw. soziologischen Ebene betrachtet, wobei der Begriff Behinderung als Erschwerung oder die Unmöglichkeit, eine „normale“ Rolle auszuführen, verstanden wird. (WHO 1980)
1986 wird erstmals ein ökosystemischer Behinderungsbegriff (A. Sander/ H. Bach u.a.) definiert: „Behinderung liegt vor, wenn ein Mensch aufgrund einer Schädigung oder Leistungsminderung ungenügend in sein vielschichtiges Mensch- Umfeld- System integriert ist“. So erhielt der Begriff Behinderung mit der Zeit nicht mehr diesen negativen „Beigeschmack“. Allerdings wird im Alltäglichen dieser Begriff oft noch als „Annormalität“ mißverstanden.
Sind dann alle Menschen ohne eine erkennbare „Behinderung“ normal?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriff Behinderung/ Normalität

2. Ziele der Integration

3. Beurteilung der Wirksamkeit von Integration

4. Schulpolitische und didaktische Voraussetzungen für eine Schule ohne Aussonderung

5. Quellenangabe

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Implementierung des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Behinderung im Grundschulbereich, wobei das übergeordnete Ziel die Etablierung einer inklusiven Schule ohne Aussonderung ist.

  • Historische und soziale Bedeutung des Behinderungsbegriffs und dessen Wandel hin zum ökosystemischen Verständnis.
  • Visionen für eine inklusive Gesellschaft, in der "Normalität" durch Vielfalt und Akzeptanz definiert wird.
  • Analyse der sozialen und kognitiven Wirksamkeit von Integrationsklassen auf Basis empirischer Studien.
  • Identifikation notwendiger schulpolitischer und didaktischer Rahmenbedingungen für gelungene Inklusion.

Auszug aus dem Buch

1. Begriff Behinderung/ Normalität

Im alltäglichen Gebrauch wird der Begriff Behinderung klar und eindeutig verwendet. Eine Person gilt als „behindert“, wenn sie „normale“ Tätigkeiten nur beeinträchtigt ausführen kann, sei es durch Schädigungen körperlicher (z.B. Blindheit, Lähmung, Fehlen eines oder mehrerer Gliedmaßen) oder geistiger Art (z.B. schwere Beeinträchtigung mentaler Funktionen). In der Alltagssprache wird deshalb auch zwischen „körperlicher“ und „geistiger“ Behinderung unterschieden.

Behinderung gilt im Allgemeinen als etwas Unumkehrbares, was nur in Ausnahmefällen beseitigt werden kann (z.B. durch medizinische Eingriffe). Allerdings wird eine Person, die bspw. an einer Hirnhautentzündung leidet, während des Krankheitsprozesses nicht als „behindert“, sondern als „krank“ bezeichnet. Die Folgen der Krankheit können sich allerdings bspw. durch mentale und motorische Beeinträchtigungen äußern und erst dann wird die Person als „behindert“ bezeichnet. So wird eine Krankheit wohl als etwas gesehen, was von „außen“ über den Organismus gekommen ist und eine Behinderung als etwas, was „drinnen“ im Organismus liegt.

Auch deutet das Wort „Behinderung“ auf eine Art „Schande“ hin, besonders wenn sie von Geburt an besteht. So wurde in der Vergangenheit eine Behinderung mit dem Versteckthalten desjenigen, oder gar mit Ermordung und Unfruchtbarkeit „entgegengewirkt“. Kranke hingegen genossen bzw. genießen der Anteilnahme der sie umgebenden Menschen. Deshalb bezeichnen heute Familienangehörige eines geistig „zurückgebliebenen“ Kindes dieses nicht als „behindert“, sondern als „krank“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriff Behinderung/ Normalität: Dieses Kapitel erörtert die alltägliche und wissenschaftliche Begriffsbestimmung von Behinderung und hinterfragt die damit verbundenen gesellschaftlichen Normvorstellungen.

2. Ziele der Integration: Hier werden die Visionen einer inklusiven Bildung beschrieben, die über den Schulalltag hinausgehen und Behinderung als einen natürlichen Teil gesellschaftlicher Normalität etablieren wollen.

3. Beurteilung der Wirksamkeit von Integration: Das Kapitel analysiert empirische Studien aus den 80er Jahren hinsichtlich der sozialen und kognitiven Entwicklung von Kindern in Integrationsklassen im Vergleich zu Regelklassen.

4. Schulpolitische und didaktische Voraussetzungen für eine Schule ohne Aussonderung: Hier werden konkrete Anforderungen an die Lehrerausbildung, Unterrichtsformen und die schulische Organisation formuliert, um eine erfolgreiche Inklusion zu ermöglichen.

5. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Integration, Inklusion, Behinderung, Normalität, Grundschule, Integrationspädagogik, Schulpolitik, soziale Entwicklung, kognitive Entwicklung, Lernumfeld, Differenzierung, Egalisierungspädagogik, zieldifferentes Lehren, Behindertenwerkstätten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert das Konzept des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Behinderung und untersucht dessen theoretische Grundlagen sowie praktische Umsetzungsmöglichkeiten in der Grundschule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Behinderung, der Zielsetzung der Integration, der Evaluation der Wirksamkeit inklusiven Unterrichts sowie den erforderlichen bildungspolitischen und didaktischen Veränderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine konsequente schulische Integration und die Überwindung traditioneller Aussonderungsprozesse eine Gesellschaft gefördert werden kann, in der Vielfalt als Normalität begriffen wird.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die insbesondere Untersuchungen aus den 1980er und 1990er Jahren zur Wirksamkeit von Integrationsklassen auswertet und fachdidaktische Argumente zur Unterrichtsgestaltung synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Wandel des Behinderungsbegriffs, die Ziele der Integrationsbewegung, die empirische Bilanz schulischer Integration sowie die notwendigen didaktischen Voraussetzungen für eine Schule ohne Aussonderung detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Inklusion, Integrationspädagogik, Normalität, Egalisierungspädagogik, zieldifferentes Lehren und soziale Entwicklung.

Welche Rolle spielt die Gesellschaft für den Behinderungsbegriff laut Autor?

Der Autor argumentiert, dass Normen maßgeblich gesellschaftlich geprägt sind und Behinderung häufig fälschlicherweise als "Annormalität" missverstanden wird, anstatt sie als Teil der menschlichen Normalität zu akzeptieren.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Stand der Integrationsforschung?

Der Autor weist darauf hin, dass viele Studien aus den 80er Jahren ein teils geschöntes Bild zeichnen und betont die Notwendigkeit, auch Negativbeispiele zu dokumentieren, um Verbesserungen im Integrationskonzept zu erreichen.

Warum wird das Konzept der "Egalisierungspädagogik" kritisiert?

Die Egalisierungspädagogik, charakterisiert durch Jahrgangsklassen und Frontalunterricht, wird als hinderlich für eine Schule ohne Aussonderung angesehen, da sie nicht der Vielfalt der individuellen Lernwege gerecht wird.

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Details

Title
Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule
College
Humboldt-University of Berlin  (Pädagogik)
Course
Integration von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule
Author
Kristin Jankowsky (Author)
Publication Year
2002
Pages
8
Catalog Number
V16870
ISBN (eBook)
9783638215893
Language
German
Tags
Gemeinsames Lernen Kindern Grundschule Integration Kindern Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Jankowsky (Author), 2002, Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16870
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