In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob der jüdische Erzählwitz tatsächlich „ausgestorben“ ist, oder ob er nicht stattdessen in den modernen Medien weiterleben kann. Ist eine Adaption des traditionellen Erzählwitzes im modernen Spielfilm in einer anderen Form möglich? Kann der jüdische Humor aus den traditionellen Erzählwitzen durch moderne Methoden im Spielfilm Ausdruck finden? Um diese Frage zu beantworten, muss die Struktur und der Kontext des jüdischen Erzählwitzes genauer untersucht werden. Es gilt, die Technik des Witzes, die Philosophie dahinter sowie die Gedanken und Lebenswirklichkeit des Judentums seiner Entstehungszeit zu analysieren.
Zunächst wird sich mit den Definitionen von Humor, Witz und Komik beschäftigt und diese voneinander differenziert. Es werden Humortheorien betrachtet und der Begriff „jüdischer Witz“ durch seine Begriffshistorie definiert. Da die meisten jüdischen Witze ohne Autoren überliefert sind, wird ein stark autobiografischer Interpretationsansatz literarischer Texte verfolgt, wobei jüdische Autoren des 20. Jahrhunderts, die für ihre Komik bekannt wurden, herangezogen werden. Ihr Humor und ihre Textmotive werden auf Gemeinsamkeiten untersucht und ein Transfer zu den anonymen jüdischen Erzählwitzen hergestellt. Dabei werden die Motive des jüdischen Witzes herausgearbeitet und ein psychoanalytischer sowie philosophischer Ansatz verfolgt. Moderne Pendants zu den jüdischen Erzählwitzen aus modernen Spielfilmen werden herangezogen. Als roter Faden dient Sigmund Freud, der sich intensiv mit der technischen Analyse jüdischer Witze beschäftigt hat. Es wird untersucht, wie seine Ergebnisse als technisches Abbild der jüdischen Gedanken und Lebenswirklichkeit interpretiert werden können. Anschließend wird der moderne Spielfilm näher definiert und der jüdische Witz am Beispiel des Spielfilms „Annie Hall“ untersucht. Zum Schluss folgt eine kurze Erläuterung der praktischen Arbeit.
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- Anonym (Autor), 2024, Jüdischer Humor. Wie findet der jüdische Witz Eingang in den modernen Spielfilm?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1687238