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Philosophische Grundlage Heinrich Rickerts

Title: Philosophische Grundlage Heinrich Rickerts

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Fidel Farias (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

In der modernen Wissenschaftsgeschichte steht im Mittelpunkt der theoretischen Auseinandersetzungen die Frage nach der Beziehungsform zwischen Naturwissenschaft und Geschichtswissenschaft. In diesem Sinne wird in dieser Arbeit die Intention Rickerts behandelt, welche in der Bestimmung von jeglichen subjektiven und formalen Bedingungen des Geschichtlichen, um ein Gegenstand der Erkenntnis zu werden, liegt. Die frühe Anwendung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von reinen epistomologischen naturwissenschaftlichen Methoden auf die Gewinnung von geschichtlicher Erkenntnis erwies sich als problematisch, da die naturwissenschaftliche Interpretation der geschichtlichen Ereignisse als unsystematisch und unvollständig erschien. Daraufhin kristalsierte sich die wissenschaftliche Herausforderung heraus, dass die Geschichte eine eigenständige Form der Erkenntnisgewinnung für sich beansprucht und benötigt. Diese Erkenntnisgewinnung lässt sich dem logischen Wesen nach von den Verfahren der Naturwissenschaft grundlegend differenzieren. Dabei steht das Ideal der Objektivität im Zentrum der philosophischen und soziologischen Anstrengungen, nämlich um das Fundament zu legen, welches die Geschichtwissenschaft als eine begründete Wissenschaft zu legitimieren versucht. Auf dieser Basis aufbauend entsteht die Möglichkeit von Geschichte als Wissenschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS HETEROLOGISCHE DENKPRINZIP

2.1 Grundlage der Philosophie Rickerts

3 NATURWISSENSCHAFT UND KULTURWISSENSCHAFT

3.1 Unterscheidung zwischen naturwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Begriffsbildung nach Rickert

3.2 Wesentlichen und Unwesentlichen im Wirklichen

4 GRUNDLEGENDE ZIELE DER WISSENSCHAFT

4.1 Begriffsbildung

4.2 Wissenschaftliche Begriffbildung im Neukantianismus

4.2.1 Generalisierende Begriffsbildung

4.2.2 Individualisierende Begriffsbildung

4.3 Das Leitprinzip der theoretischen Wertbeziehung

4.3.1 Wissenschaftliche Methode der individualisierenden und wertbeziehenden Geschichte

5 EINFLUSS DER RICKERTSCHEN ERKENNTNIS- UND BEGRIFFSTHEORIE AUF DIE METHOLOGISCHE SOZIOLOGIE MAX WEBERS

5.1 Max Webers Idealtypus

5.2 Webers Objektivitätsbegriff

5.3 Das heterologische Denkprinzip Heinrich Rickerts und seine Bedeutung für das Werk Max Webers

6 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen Heinrich Rickerts und deren maßgeblichen Einfluss auf das methodologische Werk von Max Weber. Ziel ist es, die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen der Kulturwissenschaft, insbesondere die Unterscheidung zwischen generalisierender und individualisierender Begriffsbildung sowie das Leitprinzip der theoretischen Wertbeziehung, herauszuarbeiten und ihre Bedeutung für Webers soziologische Methodik zu erläutern.

  • Grundzüge der Rickertschen Philosophie und das heterologische Denkprinzip.
  • Differenzierung zwischen Naturwissenschaft und Kulturwissenschaft.
  • Die Methoden der generalisierenden und individualisierenden Begriffsbildung.
  • Das Verfahren der theoretischen Wertbeziehung zur Objektivierung historischer Analyse.
  • Transfer der Rickertschen Erkenntnistheorie auf Max Webers soziologische Ansätze.

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Individualisierende Begriffsbildung

Rickert versucht, auf der Methoden der Naturwissenschaft beruhend, die geschichtlichen Ereignisse wissenschaftlich und objektiv zu fundieren. Dabei setzt er an dem methodologischen Befund einer individualisierenden Begriffsbildung an. Die individualisierende Variante zielt nicht auf das verschiedene Objekten Gemeinsame. Statt dessen hebt sie das einzelnen Gegenständen, Vorgängen oder Lebewesen Eigentümliche hervor, wobei diese eine besondere Relevanz als einzigartige, in ihrer Eigenheit zu erhaltende „In-dividuen“ bekommen. Ihr Vorgehen ist dadurch gekennzeichnet, dass die individualisierende Begriffsbildung die mannigfaltige Wirklichkeit mit Rücksicht auf das „Besondere“ darzustellen sucht. Da das „Besondere“, „allein das (ist), was wirklich geschieht“, stellt die Geschichte die Wirklichkeit an sich dar. Somit definiert Rickert die Geschichte als eine „eigentliche Wirklichkeitswissenschaft“. In diesem Sinne richtet die Geschichte ihre Aufmerksamkeit auf die Elemente, welche in ihrer Gegebenheit für die Darstellung eines gegenständlich gegebenen Phänomens als eines einzigartigen ausschlaggebend sind.

Die hier behandelten Gestaltungen sind keine konkrete der Wissenschaftspraxis, sondern Gestaltungen des Historikers, indem das vorausgesetzte Verhältnis von Begriff und Wirklichkeit gilt. Die individualisierende Begriffsbildung „konstitutiert die Form individueller Einmaligkeit und erzeugt dadurch eine »qualitative« - jedoch nichtsdestoweniger begriffliche – Individualität, die sich durch das Prinzip ihrer methodischen Formierung klar von der (...) allgemeine(n) »Gesetzmäßigkeit«“ trennt. Die Kulturwissenschaft erforscht einzelne Gegenstände, die sich auf ein für jede Erfahrung unbeherrschbares – insofern irrationales – „heterogenes Kontinuum“ von Wirklichkeit bezieht. Die zu untersuchenden Objekte lassen sich durch ein historisch individualisierendes Merkmal kennzeichnen, das sinn- und wertbehaftet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die wissenschaftshistorische Debatte um die Abgrenzung von Natur- und Geschichtswissenschaft und führt in die zentrale Fragestellung zur Bedeutung Rickerts für Max Weber ein.

2 DAS HETEROLOGISCHE DENKPRINZIP: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Philosophie Rickerts, insbesondere sein heterologisches Denkprinzip als Basis für eine objektive Erkenntnistheorie.

3 NATURWISSENSCHAFT UND KULTURWISSENSCHAFT: Hier wird die fundamentale Unterscheidung zwischen der generalisierenden Naturwissenschaft und der individualisierenden Kulturwissenschaft hinsichtlich ihrer Begriffsbildung und Erkenntnisziele dargelegt.

4 GRUNDLEGENDE ZIELE DER WISSENSCHAFT: Das Kapitel detailliert die wissenschaftlichen Zielsetzungen, insbesondere die Bedeutung der Begriffsbildung im Neukantianismus sowie das Prinzip der theoretischen Wertbeziehung zur Objektivierung historischer Analysen.

5 EINFLUSS DER RICKERTSCHEN ERKENNTNIS- UND BEGRIFFSTHEORIE AUF DIE METHOLOGISCHE SOZIOLOGIE MAX WEBERS: Hier wird der theoretische Transfer von Rickerts Überlegungen auf Webers soziologische Methodik und seinen Objektivitätsbegriff analysiert.

6 FAZIT: Das Fazit fasst die methodologischen Ableitungen zusammen und reflektiert die Bedeutung der Rickertschen Philosophie für das Werk Webers.

Schlüsselwörter

Heinrich Rickert, Max Weber, Kulturwissenschaft, Naturwissenschaft, Erkenntnistheorie, Individualisierende Begriffsbildung, Generalisierende Begriffsbildung, Wertbeziehung, Neukantianismus, Wirklichkeitswissenschaft, Objektivität, Sinnzusammenhang, Methodologie, Wertfreiheitspostulat, Heterologisches Denkprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der erkenntnistheoretischen Philosophie Heinrich Rickerts und der Frage, wie diese die methodologische Fundierung der Sozial- und Geschichtswissenschaften bei Max Weber beeinflusst hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Logik der Begriffsbildung, die Abgrenzung zwischen Natur- und Kulturwissenschaft, der Begriff der Wertbeziehung sowie die methodische Ausrichtung der verstehenden Soziologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die erkenntnistheoretischen Konzepte Rickerts – insbesondere das heterologische Denkprinzip – zu rekonstruieren und deren direkte Auswirkungen auf Webers wissenschaftliche Theoriebildung nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und theoretische Analyse, die primär auf der Auswertung der philosophischen Hauptwerke von Heinrich Rickert sowie deren Rezeption durch Max Weber basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Rickerts Kategorien der Begriffsbildung (generalisierend vs. individualisierend) und die Bedeutung der theoretischen Wertbeziehung analysiert, bevor diese Erkenntnisse auf Webers soziologische Methodik angewandt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kulturwissenschaft, Wertbeziehung, Neukantianismus, Erkenntnistheorie, Objektivität und die methodologische Verknüpfung von Sinn und Wirklichkeit.

Warum spielt das "heterologische Denkprinzip" eine besondere Rolle?

Es dient als logische Basis für Rickerts gesamte Erkenntnistheorie und erklärt, wie das menschliche Denken aus einer Vielfalt heterogener Elemente eine Ganzheit konstruiert, was für die soziologische Kategorienbildung bei Weber von Bedeutung ist.

Wie unterscheidet Rickert zwischen Natur- und Kulturwissenschaft?

Die Unterscheidung erfolgt nicht primär über die Objektbereiche, sondern über die methodische Vorgehensweise: Naturwissenschaften streben nach generalisierenden Gesetzesbegriffen, während Kulturwissenschaften das Einzigartige und Individuelle durch Wertbeziehung erfassen.

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Details

Title
Philosophische Grundlage Heinrich Rickerts
College
University of Potsdam
Course
Der Begriff des Gesetzes in den Sozialwissenschaften
Grade
1,3
Author
Fidel Farias (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V168726
ISBN (eBook)
9783640866656
ISBN (Book)
9783640866571
Language
German
Tags
Das heterologische Denkprinzip Max Weber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fidel Farias (Author), 2009, Philosophische Grundlage Heinrich Rickerts , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168726
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