Im Rahmen dieser Arbeit werde ich am Beispiel der Französischen Revolution bestimmen, inwiefern die Begriffe Revolution und Volkssouveränität nach Rousseau miteinander zusammenhängen, indem ich Spuren der These Rousseaus in den Ursachen der Französischen Revolution untersuche und die Umstände in den Jahren vor der Französischen Revolution analysiere. Dabei ist es notwendig zu betonen, dass die Gedanken Rousseaus heutzutage immer noch von linken Regierungen für die Lösung politischer und gesellschaftlicher Probleme in defekten Demokratien – vor allem in Lateinamerika – als Vorbild genommen werden. Die Fragestellungen, die hier behandelt werden, lauten: Haben die Ideen Rousseaus tatsächlich zu den Ereignissen der Französischen Revolution geführt? Inwiefern hat der Begriff der Volkssouveränität die revolutionäre Bewegung geprägt? Wurden die Lehren Rousseaus von den französischen Revolutionären wirklich befolgt?
Zu diesem Zweck werde ich beide Definitionen ausführlich erläutern. Anschließend werde ich Argumentationen von Geschichtsforschern einbeziehen, die den Einfluss Rousseaus auf die Französische Revolution untersucht haben. In diesem Zusammenhang spielt die Bedeutung der politischen Literatur Rousseaus vor der Revolution eine entscheidende Rolle. Ich konzentriere mich auf die Aussagen Rousseaus bezüglich der Volkssouveränität und deren Auswirkung auf die Epoche der Aufklärung, die anschließend zur Umwälzung der absolutistischen Struktur in Frankreich geführt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN VOLKSSOUVERÄNITÄT UND REVOLUTION
2.1 Zum Begriff Volkssouveränität nach Rousseau
2.2 Zum Begriff Revolution
2.3 Revolutionäre Theorie der Volkssouveränität
3 ROUSSEAU UND DIE FRANZÖSISCHE REVOLUTION
3.1 Verbreitung der politischen Theorie Rousseaus bis 1791
3.2 Auswirkung der Rousseauschen Ideen auf die Französische Revolution
4 SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den theoretischen und praktischen Zusammenhang zwischen den Konzepten der Volkssouveränität nach Jean-Jacques Rousseau und den Ereignissen der Französischen Revolution. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Rousseaus Thesen die revolutionäre Bewegung beeinflusst haben und ob seine Lehren in der politischen Praxis der Akteure tatsächlich Anwendung fanden.
- Analyse des Rousseauschen Begriffs der Volkssouveränität und des Gemeinwillens
- Definition des soziologischen Revolutionsbegriffs
- Untersuchung der Verbreitung politischer Literatur vor 1791
- Vergleich zwischen den Theorien Rousseaus und der tatsächlichen Regierungsform der Revolution
- Beurteilung der Rolle von Rousseaus Schriften als Inspirationsquelle für revolutionäre Prozesse
Auszug aus dem Buch
3.2 Auswirkung der Rousseauschen Ideen auf die Französische Revolution
Der tatsächliche Einfluss Rousseaus auf die Französische Revolution ist noch heutzutage von den Historikern umstritten. Dieser Einfluss lässt sich anhand der verschiedenen Schriften, welche die Anführer der revolutionären Bewegung publiziert haben und der Handlungen der Mitglieder der Nationalversammlung, die Rousseaus politische Theorie vertreten haben, untersuchen. Nach Durchsicht dieser Schriften ergibt sich, dass die Lehren Rousseaus von den Revolutionären im Grunde genommen nicht in ihrem vollen Ausmaß umgesetzt wurden. Sie beruhen auf der Grundlage der absoluten Volkssouveränität und der direkten politischen Beteiligung aller Bürger. Es gilt die Tatsache, dass die Revolutionäre dem Gesellschaftsvertrag untreu geworden sind. Sie haben von 1789 bis 1800 nach der Schaffung eines repräsentativen Regimes gestrebt, genau jener Regierungsform, die Rousseau für verderbt erklärt hatte, da der Wille der individuellen Vertragsteilnehmer nicht vertreten werden kann. Ferner lehnte Rousseau ebenso die Montesquieusche Gewaltenteilung ab und forderte stattdessen die unmittelbare Machtausübung durch das Volk. Diesbezüglich wurden die Lehren Rousseaus jedoch nicht befolgt, da die Volksversammlung die Gewaltenteilung einführte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Rousseau als zentralen Denker der Französischen Revolution zu verstehen, und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN VOLKSSOUVERÄNITÄT UND REVOLUTION: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Volkssouveränität bei Rousseau und der Revolution im soziologischen Kontext, um die theoretische Basis für die Analyse zu legen.
3 ROUSSEAU UND DIE FRANZÖSISCHE REVOLUTION: Hier wird der historische Einfluss Rousseaus untersucht, wobei sowohl die Verbreitung seiner Schriften als auch die tatsächliche Umsetzung seiner Ideen durch die französischen Revolutionäre kritisch hinterfragt wird.
4 SCHLUSSBEMERKUNG: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Rousseaus Bedeutung für den Liberalismus und spätere politische Bewegungen ein.
Schlüsselwörter
Volkssouveränität, Jean-Jacques Rousseau, Französische Revolution, Gesellschaftsvertrag, Gemeinwille, Aufklärung, Politische Theorie, Absolutismus, Repräsentation, Demokratie, Revolutionstheorie, Gewaltenteilung, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der politischen Theorie von Jean-Jacques Rousseau, insbesondere seinem Konzept der Volkssouveränität, und den Ereignissen der Französischen Revolution.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Volkssouveränität, die Voraussetzungen für das Entstehen von Revolutionen sowie die Rezeptionsgeschichte der Schriften Rousseaus im 18. Jahrhundert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und inwiefern die Ideen Rousseaus die Französische Revolution tatsächlich mitgeprägt haben und ob die Akteure seiner Zeit seine politischen Forderungen konsequent umsetzten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine literatur- und ideengeschichtliche Analyse, indem er Schriften Rousseaus den historischen Ereignissen der Revolutionsjahre gegenüberstellt und dabei verschiedene zeitgenössische sowie moderne Forschungspositionen einbezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Fundament von Rousseaus Volkssouveränität, dem soziologischen Revolutionsbegriff und der empirischen Untersuchung, wie sehr Rousseaus Literatur die politische Einstellung in Frankreich vor 1791 beeinflusste.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Volkssouveränität, Gemeinwille, Absolutismus, Aufklärung und Revolution bestimmt.
Inwieweit vertrat Rousseau laut der Arbeit liberale Positionen?
Laut der im Text zitierten Ansicht von Iring Fetscher wird Rousseau als Vordenker des Liberalismus eingestuft, wobei betont wird, dass er die Entstehung einer Gesellschaft begleitete, in der liberale Gedanken an Bedeutung gewannen.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis der Revolutionäre zu Rousseaus Lehren?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Revolutionäre Rousseaus Lehren nicht in ihrem vollen Ausmaß umsetzten, da sie beispielsweise ein repräsentatives System und eine Gewaltenteilung einführten, was im Widerspruch zu Rousseaus Forderung nach direkter Machtausübung durch das Volk stand.
- Arbeit zitieren
- Fidel Farias (Autor:in), 2005, Volkssouveränität und Revolution bei Jean-Jacques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168732