Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts

Verortung der bei Cohen auftretenden Paradoxie der synthetischen Einheit Kants

Der Versuch eines Aufschlusses über das Verhältnis der synthetischen Einheit zur Kategorie bei Cohen und Kant

Titel: Verortung der bei Cohen auftretenden Paradoxie der synthetischen Einheit Kants

Hausarbeit , 2010 , 14 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Mirko Wulf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zuerst möchte ich darstellen, welche Mehrdeutigkeit der Begriff der synthetischen Einheit bei Cohen inne trägt. Spezifisch geht es um das mysteriöse Verhältnis zwischen synthetischer Einheit und Kategorie. Nach Cohens Darstellung bedingt mal das eine das andere, mal umgekehrt und mal sind sie ihrer Schnittmenge nach identisch. Dem Leser kommt es so vor, als zirkuliere dieses Verhältnis zwischen jenen Bedingtheiten. Die Frage nach Antezedens und Konsequenz ist ambivalent beantwortet, besonders wenn er beide Gegenstände zu Beginn ihrer Erwähnung gleich setzt. Auf diese Ambiguität eine Dialektik im Sinne des Deutschen Idealismus anzuwenden ist eine Option, aber nicht dann, wenn es um Kant geht, auch dann nicht, wenn die Lösung attraktiv scheint. Ich werde bzgl. dessen, was Kants synthetische Einheit nach Cohens mehrdeutigen Definitionen anbelangt, drei konträre Thesen aufstellen und sie anhand des Textes belegen.
Dann möchte ich diesbezüglich bei Kant selbst nachschlagen und mir gezielt Passagen aus der KrV herausgreifen und zusätzlich mithilfe aktueller Sekundärliteratur so gut es geht zu einem eigenen Ergebnis kommen.
Schlussendlich werde ich mein Ergebnis mit den drei Thesen Cohens abgleichen und sehen, worin ich ihn aufgrund meiner Unwissenheit eventuell falsch verstanden oder was ich ihm zurecht als konträr analysiert unterstellt haben könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Erörterung der Problemstellung

2. Drei mögliche Thesen über die Bedeutung der synthetischen Einheit Kants bei Cohen

A. Die synthetische Einheit bedingt die Kategorie

B. Die synthetische Einheit und die Kategorie sind identisch

C. Die Kategorie bedingt die synthetische Einheit

Vermengungen

3. Versuch einer Klärung des Begriffs der synthetischen Einheit bei Kant

4. Verortung der Problemstellung bei Kant und Rückbezug auf Cohen

5. Quellenangabe

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht kritisch das von Hermann Cohen in seinem Werk "Kants Theorie der Erfahrung" (1871) behandelte Verhältnis zwischen der synthetischen Einheit und den Kategorien. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Cohens Darstellung dieses Verhältnisses aufgrund seiner Ambiguität eine zirkuläre Argumentation aufweist, indem die gegenseitige Bedingtheit der Entitäten als logisches Paradoxon identifiziert wird.

  • Kritische Analyse von Hermann Cohens Interpretation der Kantschem Kategorienlehre
  • Untersuchung der "synthetischen Einheit" als zentralem, aber vage definiertem Fachterminus
  • Aufstellung und Prüfung dreier konträrer Thesen zum Verhältnis von synthetischer Einheit und Kategorie
  • Rekonstruktion und Klärung des Begriffs der ursprünglich-synthetischen Einheit der Apperzeption bei Immanuel Kant
  • Reflexion über die zirkuläre Argumentationsweise in erkenntnistheoretischen Rechtfertigungskontexten

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung und Erörterung der Problemstellung

Grundlage dieser Arbeit ist ein von mir am 02.11.09 gehaltenes Referat über das achte Kapitel Hermann Cohens Kants Theorie der Erfahrung. Gegenstand dieses Kapitels, welches Die Kategorien als Formen des Denkens heißt, ist der Versuch einer Beweisführung zur Gewährleistung der Aprioritäten bei Kant. Aprioritäten speziell in diesem Kapitel bezieht sich auf Kants transzendentale Logik, genauer auf seine Kategorien und besonders auf den Begriff der synthetischen Einheit. Es ist für Cohen diese ursprüngliche Synthesis, welche die Gewähr für Aprioritäten begründen soll, da sie in ihrer Mediumartigkeit notwendig vor aller Erkenntnis als Prädikat möglicher Erkenntnis fungiert. Somit argumentiert er gegen den naturalistischen Einwand, Kants Kategorien(tafel) sei nicht das Produkt transzendentaler, sondern empirischer oder psychologischer Deduktion, sei also nicht apriorisch, sondern aposteriorisch gewonnen worden. Wie er genau für seinen Standpunkt argumentiert sei jedoch problematisiert.

Es kamen bei der Textanalyse viele Ungereimtheiten aufgrund erheblicher Verständnisschwierigkeiten auf. Das Kapitel ist inkohärent formuliert, d.h. es muss kreuz und quer gelesen werden, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie der Argumentationsstrang verläuft. Beispielsweise prätendiert Cohen in einem Abschnitt, eine wichtige Antwort zu geben, setzt einen Doppelpunkt, stellt aber dem ungeachtet eine Frage, um diese zwei Seiten später zu wiederholen. Dies ist paradigmatisch für seine Art der Beweisführung. Inhaltlich bleibt der Kernbegriff synthetische Einheit sehr vage, obwohl gerade mit diesem die Argumentation verständlich werden soll. Ihr Verhältnis zur Kategorie bleibt mysteriös, da darüber paradoxerweise drei mögliche Thesen gleichzeitig zulässig sind. Ob die Argumentation im Übrigen diejenige Cohens ist oder von Kant selbst stammt ist schwer zu erfassen, insofern Cohen nicht augenscheinlich Kant zitiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Erörterung der Problemstellung: Der Autor erläutert den Anlass der Arbeit, motiviert durch ein Referat über Cohens Interpretation von Kant, und legt die Problematik der unklaren Begriffsdefinitionen im untersuchten Kapitel dar.

2. Drei mögliche Thesen über die Bedeutung der synthetischen Einheit Kants bei Cohen: Es werden drei konträre Interpretationsmöglichkeiten zum Verhältnis von synthetischer Einheit und Kategorie bei Cohen vorgestellt und die daraus resultierende argumentative Zirkularität kritisiert.

3. Versuch einer Klärung des Begriffs der synthetischen Einheit bei Kant: Zur Lösung des Paradoxons wird direkt auf Kants "Kritik der reinen Vernunft" zurückgegriffen, um den Ursprung der ursprünglich-synthetischen Einheit der Apperzeption zu rekonstruieren.

4. Verortung der Problemstellung bei Kant und Rückbezug auf Cohen: Der Autor führt die Analyse zusammen und bestätigt den Vorwurf der zirkulären Argumentation sowohl bei Cohen als auch teilweise bei Kant selbst, wodurch das Erkenntnisparadoxon weiter vertieft wird.

5. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hermann Cohen, Kants Theorie der Erfahrung, synthetische Einheit, Kategorien, Apperzeption, Transzendentale Logik, Erkenntnistheorie, Apriorität, Synthese, Kant, Kritik der reinen Vernunft, zirkuläre Argumentation, Ontologie, Epistemologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch Hermann Cohens Interpretation der Kantschem Kategorienlehre in seinem Werk "Kants Theorie der Erfahrung" und thematisiert dabei die begriffliche Unschärfe und die daraus resultierende argumentative Problematik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der synthetischen Einheit und der Kategorien sowie deren wechselseitiges, von Cohen diffus beschriebenes Verhältnis innerhalb der transzendentalen Logik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Mehrdeutigkeit der Cohen’schen Ausführungen aufzuzeigen, indem drei sich widersprechende Thesen zum Verhältnis von synthetischer Einheit und Kategorie aufgestellt und anhand des Originaltextes geprüft werden.

Welche methodische Vorgehensweise wählt der Autor?

Der Autor wählt einen vergleichenden Ansatz: Erst erfolgt die textanalytische Dekonstruktion von Cohens Argumentation, danach ein direkter Rückbezug auf die Primärquellen von Immanuel Kant, um die theoretische Haltbarkeit der Thesen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstellung der drei Thesen, die kritische Diskussion ihrer Vermengungen sowie die Rückführung der Problematik auf Kants eigene Terminologie zur Apperzeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie synthetische Einheit, Kategorien, Apperzeption, transzendentale Logik und zirkuläre Argumentation definiert.

Warum wird Cohens Darstellung der synthetischen Einheit als "paradox" bezeichnet?

Das Paradoxon entsteht dadurch, dass Cohen drei Thesen zulässt, die sich wechselseitig ausschließen könnten – nämlich dass die synthetische Einheit die Kategorie bedingt, beide identisch sind oder die Kategorie die synthetische Einheit bedingt –, ohne eine klare Hierarchie zu etablieren.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich der zirkulären Argumentation?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sowohl bei Cohen als auch bei Kant eine ontologische Wechselseitigkeit vorliegt, die bei fehlender epistemischer Klärung in einem zirkulären Argumentationsgang mündet.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verortung der bei Cohen auftretenden Paradoxie der synthetischen Einheit Kants
Untertitel
Der Versuch eines Aufschlusses über das Verhältnis der synthetischen Einheit zur Kategorie bei Cohen und Kant
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie: Von Kant zum Neukantianismus
Note
1.3
Autor
Mirko Wulf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V168763
ISBN (eBook)
9783640867332
ISBN (Buch)
9783640867943
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verortung cohen paradoxie einheit kants versuch aufschlusses verhältnis einheit kategorie cohen kant
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirko Wulf (Autor:in), 2010, Verortung der bei Cohen auftretenden Paradoxie der synthetischen Einheit Kants , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168763
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum