Die Verwendung der V2-Stellung in WEIL-Sätzen


Hausarbeit, 2007

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Werdegang der WEIL-V2 Satze

3. Verwendungsweisen derV2-Stellung in WEIL-Satzen
3.1 Sprechakt-Qualifikationen
3.2 Epistemizitat
3.3 FaktischeWEIL-Satze
3.4 Weil+V2 Stellung als konversationelles Fortsetzungsmittel

4. Verwendungsweisen derVE-Stellung in WEIL-Satzen

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit soil gezeigtwerden, aufwelche Art und Weise die WEIL+V2-Stellung in Nebensatzen zu verwenden ist. Mit einem kurzen geschichtlichen Uberblick, der das Aufkommen der WEIL-V2 Satze und deren Verbreitung beleuchtet, soll in dieses Thema eingefuhrtwerden. Darauffolgen die verschiedenen Verwendungsarten derWEIL+V2 Stellung. DieserTeil orientiert sich hauptsachlich an dem Text von Susanne Gunthner aus dem Jahre 1993, da dieserText Grundlage des, im Seminar gehaltenen, Referates war. In dem darauffolgendem Kapitel werden noch dieVerwendungsweisen der altbekannten WEIL-VE Satze behandelt. Dies dient dazu, um deutlich zu machen, wozu welche Variante in der gesprochenen Sprache verwendet wird. Zum Schluss werden wesentliche Punkte noch einmal zusammengefasst und ein Ausblick gegeben

2. Der Werdegang der WEIL-V2 Satze

Die Problematik der WEIL-V2 Satze, ist keinesfalls nur eine des 21. Jahrhunderts. Sie wurden zum Beispiel schon Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts von Arndt erwahnt. Er zahlte diese Konstruktion zu den Mundarten beziehungsweise dem „Auslander-Deutsch“ (vgl. Arndt 1959: 408). Andere hielten die weil-Satze mit V2-Stellung fur ein Spezifikum der suddeutschen Dialekte (vgl. Bottcher/Sitta 1979: 141). Jedoch niewurde mehr dazu gesagt. Erst in den 80er Jahren wurde sich auch sprachwissenschaftlich mit dem Thema auseinander gesetzt. Im Jahre 1984 machte Ulrike Gaumann dieses Thema zum Gegenstand ihrer Dissertation (vgl. Kang 2001: 275). Trotz dieser Dissertation tat sich lange nichts in der Sprachwissenschaft. Die V2- Stellung wurde zwar hier und da mal am Rande erwahnt, aber so richtig beschaftigt damit wurde sich erst in den 90er Jahren. Es konnte daran liegen, dass sich im Laufe der 80er und 90er Jahre der Gebrauch von WEIL-V2 Satze im Gesamtdeutschen Raum vermehrte. Er war also nicht mehr auf das suddeutsche Gebiet beschrankt, was Bottcher und Sitta 1972 behaupteten (vgl. Kang 2001: 275). Es waren jedoch nicht nur Sprachwissenschaftler, die sich damit beschaftigten, denn auch die Grammatiken behandelten dieses Thema. Die Grammatiken hatten die WEIL-V2 Satze eine lange Zeit ignoriert. Der Duden zum Beispiel uberging dieses Thema bis zum Jahr 1984 immerwieder. (vgl. Kang 2001: 275). Helbig/Buscha erwahnen 1988 die WEIL-V2 Satze, ebenfalls nurkurz, ohne naherdaraufeinzugehen (vgl. Kuper 1991: 135). Engel sagt 1988 uber die weil-Satze mit V2-Stellung dies: „So kommen sie [.. ,]nurin ,salopper Umgangssprache‘ vor, und er legt Wert auf die Feststellung, ,daR die Verwendung solcher Satze in der Standartsprache als unkorrekt gilt‘“ (Kuper 1991: 135). Ca. im Jahre 1995 hatten sich die WEIL-V2 Satze in der mundlichen Kommunikation der Standartsprache durchgesetzt. Auch wenn sie in der Schriftsprache als fehlerhaft galten so wurden sie 1995 vom Duden, der bis dahin immer kritisch ihnen gegenuber war, als eine akzeptable Form (vgl. Kang 2001: 276) ,,in gesprochener Sprache“ (Duden-Grammatik 1995: 761) eingestuft. Inzwischen werde WEIL-V2 Satze sogar in Deutschlehrbuchern fur Auslander behandelt. Eins dieser Bucher erschien 1998 unter dem Namen ,,Einblicke. Ein deutscher Sprachkurs“. Es war vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben worden und von Klaus Vorderwulbecke produziert worden. In diesem Lehrbuch treten an mehreren Stellen WEIL-V2 Satze zu Tage (vgl. Kang 2001: 276). Dadurch, dass WEIL-V2 Satze nun schon im Deutschunterricht gelehrt werden, kann man sie als in der deutschen Gegenwartssprache angenommen betrachten.

3. Verwendungsweisen derV2-Stellung in WEIL-Satzen

Nachdem der Werdegang aufgezeigt ist, will ich nun auf den WEIL-V2 Satz selber eingehen. Die folgenden Punkte zeigen auf, wie die WEIL+V2 in Satzen benutzt werden. Auch sei noch anzumerken, dass im Weiteren nur auf die gesprochene Sprache eingegangen wird. Dies wird durch Beispiele aus Transkriptionen zum Teil verdeutlicht werden. Die Sprechakt-Qualifikationen und die Epistemizitat ordnet Gunthner zu den Nicht-faktischen WEIL-Satzen. Die losen Anbindungen an Teilsatze und die parenthetischen Einschrankungen zahlt sie zu den faktischen WEIL-Satzen. Die WEIL+V2-Stellung als konversationelles Fortsetzungsmittel ist ein eigener Bereich.

3.1 Sprechakt-Qualifikationen

Gunthnerfuhrt zu Beginn an, das sich bei den ,,Sprechaktqualifikationen der WEIL-Satz nicht etwa auf den Sachverhalt der BezugsauRerung [wie es bei den herkommlichen Kausalbeziehungen der Fall ist, S.W.], sondern aufdie Sprechhandlung selbst, die der/die SprecherIn soeben ausgefuhrt hat, bezieht." (Gunthner 1993: 40f). Wegener erlautert es folgendermaRen. Der Sprecher gibt nicht eine Ursache fur denn Sachverhalt an, sondern er setzt die Folge mit der Ursache in Beziehung. Sie nennt es deswegen sprechaktbezogen und macht noch einmal deutlich, dass WEIL-V2 Satze eine Selbststandigkeit gegenuber der illokutiven Kraft haben (vgl. Wegener 1993: 296). Das bedeute, dass sie auch alleine stehen konnten, sprich auch alleine geauRert einen Sinn ergeben sind. Gunthnerfuhrt in dem Zusammenhang noch an, dass Fragen, Bitten, Forderungen und Beschimpfungen, Lesarten von Sprechaktqualifikationen sind (vgl. Gunthner 1993: 41). Es folgt ein Beispiel fur eine Bitte:

KAFFEKLATSCH

24S: hol - hol mir bitte die Kanne da runter.-

25 weil - ich kann grad nicht aufstehen(Gunthner 1993: 41)

Keller nennt ahnliche Lesarten, jedoch halt er es fur unangemessen dies als eine weitere Variante zu bezeichnen (Keller 1993: 7).

3.2 Epistemizitat

Hier geht es um die epistemische Bedeutung derWEIL-Verknupfung. Wenn eine epistemische WEIL-Verknupfung vorliegt heiRt das, dass mein Wissen oder meine Erfahrung, welches derWEIL-Satzteil beinhaltet, zu dem in der BezugsauRerung dargelegten Fazit fuhrt (Gunthner 1993: 42). Hier wieder ein Beispiel zurVerdeutlichung:

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Verwendung der V2-Stellung in WEIL-Sätzen
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V168789
ISBN (eBook)
9783640865901
ISBN (Buch)
9783640866007
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Verb, WEIL-Sätze, Epistemizität, Sprechakt-Qualifikationen, Verbzweitstellung, Günthner, Linguistik, Susanne
Arbeit zitieren
Stephan Winkler (Autor), 2007, Die Verwendung der V2-Stellung in WEIL-Sätzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168789

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