In dieser Hausarbeit soll gezeigt werden, auf welche Art und Weise die WEIL+V2-Stellung in Nebensätzen zu verwenden ist. Mit einem kurzen geschichtlichen Überblick, der das Aufkommen der WEIL-V2 Sätze und deren Verbreitung beleuchtet, soll in dieses Thema eingeführt werden. Darauf folgen die verschiedenen Verwendungsarten der WEIL+V2 Stellung. Dieser Teil orientiert sich hauptsächlich an dem Text von Susanne Günthner aus dem Jahre 1993, da dieser Text Grundlage des, im Seminar gehaltenen, Referates war. In dem darauf folgendem Kapitel werden noch die Verwendungsweisen der altbekannten WEIL-VE Sätze behandelt. Dies dient dazu, um deutlich zu machen, wozu welche Variante in der gesprochenen Sprache verwendet wird. Zum Schluss werden wesentliche Punkte noch einmal zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Werdegang der WEIL-V2 Sätze
3. Verwendungsweisen der V2-Stellung in WEIL-Sätzen
3.1 Sprechakt-Qualifikationen
3.2 Epistemizität
3.3 Faktische WEIL-Sätze
3.4 Weil+V2 Stellung als konversationelles Fortsetzungsmittel
4. Verwendungsweisen der VE-Stellung in WEIL-Sätzen
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die syntaktische Besonderheit der V2-Stellung in mit "weil" eingeleiteten Nebensätzen in der gesprochenen deutschen Sprache. Ziel ist es, auf Basis linguistischer Literatur aufzuzeigen, in welchen Kontexten diese Konstruktion jenseits der normativen Standardsprache verwendet wird und welche kommunikativen Funktionen sie erfüllt.
- Historische Entwicklung und Verbreitung von WEIL-V2-Konstruktionen
- Abgrenzung von Sprechakt-Qualifikationen und epistemischen Verknüpfungen
- Analyse faktischer WEIL-Sätze und deren syntaktische Autonomie
- Die Funktion von WEIL-V2-Sätzen als konversationelles Fortsetzungsmittel
- Kontrastierung der V2-Stellung mit der standardsprachlichen VE-Stellung
Auszug aus dem Buch
3. Verwendungsweisen der V2-Stellung in WEIL-Sätzen
Nachdem der Werdegang aufgezeigt ist, will ich nun auf den WEIL-V2 Satz selber eingehen. Die folgenden Punkte zeigen auf, wie die WEIL+V2 in Sätzen benutzt werden. Auch sei noch anzumerken, dass im Weiteren nur auf die gesprochene Sprache eingegangen wird. Dies wird durch Beispiele aus Transkriptionen zum Teil verdeutlicht werden. Die Sprechakt-Qualifikationen und die Epistemizität ordnet Günthner zu den Nicht-faktischen WEIL-Sätzen. Die losen Anbindungen an Teilsätze und die parenthetischen Einschränkungen zählt sie zu den faktischen WEIL-Sätzen. Die WEIL+V2-Stellung als konversationelles Fortsetzungsmittel ist ein eigener Bereich.
3.1 Sprechakt-Qualifikationen
Günthner führt zu Beginn an, dass sich bei den „Sprechaktqualifikationen der WEIL-Satz nicht etwa auf den Sachverhalt der Bezugsäußerung [wie es bei den herkömmlichen Kausalbeziehungen der Fall ist, S.W.], sondern auf die Sprechhandlung selbst, die der/die SprecherIn soeben ausgeführt hat, bezieht.“ (Günthner 1993: 40f). Wegener erläutert es folgendermaßen. Der Sprecher gibt nicht eine Ursache für den Sachverhalt an, sondern setzt die Folge mit der Ursache in Beziehung. Sie nennt es deswegen sprechaktbezogen und macht noch einmal deutlich, dass WEIL-V2 Sätze eine Selbstständigkeit gegenüber der illokutiven Kraft haben (vgl. Wegener 1993: 296). Das bedeute, dass sie auch alleine stehen könnten, sprich auch alleine geäußert einen Sinn ergeben sind. Günthner führt in dem Zusammenhang noch an, dass Fragen, Bitten, Forderungen und Beschimpfungen, Lesarten von Sprechaktqualifikationen sind (vgl. Günthner 1993: 41). Es folgt ein Beispiel für eine Bitte:
KAFFEKLATSCH
24S: hol - hol mir bitte die Kanne da runter.-
25 weil - ich kann grad nicht aufstehen(Günthner 1993: 41)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die syntaktische Verwendung von WEIL-V2-Sätzen in der gesprochenen Sprache anhand theoretischer Literatur zu beleuchten.
2. Der Werdegang der WEIL-V2 Sätze: Dieses Kapitel skizziert die historische Wahrnehmung der Konstruktion von einer abwertenden Beurteilung („Ausländer-Deutsch“) hin zur sprachwissenschaftlichen und lehrbuchbezogenen Akzeptanz.
3. Verwendungsweisen der V2-Stellung in WEIL-Sätzen: Der Hauptteil analysiert verschiedene funktionale Einsatzbereiche der V2-Stellung, darunter Sprechakt-Qualifikationen, epistemische Verknüpfungen und faktische Zusammenhänge.
4. Verwendungsweisen der VE-Stellung in WEIL-Sätzen: Dieses Kapitel stellt die standardsprachlich korrekte VE-Stellung der V2-Variante gegenüber und verdeutlicht deren unterschiedliche syntaktische Anbindung.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die zukünftige Entwicklung der WEIL-V2-Sätze im Spannungsfeld zwischen gesprochener und geschriebener Sprache.
Schlüsselwörter
WEIL-V2-Sätze, gesprochene Sprache, Syntax, Sprechakt-Qualifikationen, Epistemizität, Kausalbeziehungen, linguistische Analyse, Sprachwandel, Satzstellung, Illokution, Diskurspragmatik, Standarddeutsch, Nebensatzstellung, Konversation, Verbzweitstellung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Phänomen der Verbzweitstellung (V2) in mit „weil“ eingeleiteten Nebensätzen, die primär in der gesprochenen Sprache auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die historische Einordnung, die Abgrenzung zu standardsprachlichen Konstruktionen sowie die funktionale Analyse dieser Satzstruktur in kommunikativen Zusammenhängen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Verwendung und die syntaktische sowie pragmatische Funktion von WEIL-V2-Konstruktionen auf Basis existierender linguistischer Fachliteratur zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, bei der vorliegende theoretische Ansätze und Transkriptionsbeispiele (insbesondere von Günthner und Wegener) interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Sprechakt-Qualifikationen, epistemischen Verknüpfungen, faktischen WEIL-Sätzen und der Funktion der Konstruktion als Mittel zur Fortführung eines Gesprächs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind WEIL-V2-Sätze, Syntax, gesprochene Sprache, Diskurspragmatik, Sprechakt-Qualifikationen und Sprachwandel.
Was unterscheidet WEIL-V2-Sätze von WEIL-VE-Sätzen in Bezug auf die Sprechhandlung?
Während WEIL-VE-Sätze meist einen Sachverhalt begründen, beziehen sich WEIL-V2-Sätze bei Sprechakt-Qualifikationen auf die Sprechhandlung selbst (z. B. eine Bitte oder Forderung) und besitzen eine höhere syntaktische Eigenständigkeit.
Welche Rolle spielen Pausen bei der Verwendung von WEIL-V2 als Fortsetzungsmittel?
Pausen und Zögerungspartikel deuten darauf hin, dass die WEIL-Struktur vom Sprecher als nachträglicher Einschub zur Gesprächssteuerung ("floor-holding") genutzt wird und nicht als vorab geplante kausale Einheit.
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- Stephan Winkler (Autor), 2007, Die Verwendung der V2-Stellung in WEIL-Sätzen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168789