Diese Arbeit präsentiert eine Fallstudie aus dem sonderpädagogischen Kontext mit Fokus auf die Schnittstelle von emotional-sozialer Entwicklung (ESG) und schulischer Lernmotivation. Im Zentrum steht die diagnostisch fundierte Analyse eines Kindes mit ausgewiesenem sonderpädagogischem Förderbedarf, ergänzt durch Beobachtungen zur Lernsituation, zur Selbstregulation sowie zu motivationalen Merkmalen im Unterrichtsalltag. Auf Basis etablierter diagnostischer Verfahren und eines strukturierten Vorgehensmodells werden Förderhypothesen abgeleitet, ein umsetzbarer Förderplan entwickelt und konkrete Fördermaßnahmen einschließlich Lernprozessbegleitung beschrieben. Die Arbeit ordnet die Befunde theoriegeleitet ein und reflektiert die Förderung im Sinne einer evidenzorientierten, individuellen Unterstützungsplanung innerhalb schulischer Rahmenbedingungen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Schulkontext
- 2.1 Portrait Till..
- 2.2 Sonderpädagogischer Förderbereich emotionale soziale Entwicklung mit Bedarf an Unterstützung im Bereich Lernen...
- 2.3 Bedeutung von Motivation in Hinblick auf einen kombinierten Förderbedarf ESE und Lernen
- 3. Diagnostik (Ist-Zustand).
- 3.1 Weitere Beobachtungen zur schulischen Lernsituation..
- 3.2 SELLMO
- 3.3 Förderhypothesen.
- 4. Förderung
- 4.1 Förderplan (Soll-Zustand).
- 4.2 Konkrete Fördermaßnahmen.
- 4.3 Lernprozessbegleitung.
- 5. Evaluation
- 6. Reflexion und Fazit
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Fallstudie untersucht die Förderung der Selbstregulation bei einem Kind mit kombiniertem sonderpädagogischem Förderbedarf (Emotionale und Soziale Entwicklung sowie Lernen), um dessen intrinsische Motivation bei mathematischen Aufgaben zu stärken. Das primäre Ziel ist es, ein individuelles Förderkonzept zu entwickeln und dessen Wirksamkeit zu evaluieren, um Till zu befähigen, Aufgaben selbstständiger und motivierter zu erledigen.
- Fallstudien in der Förder- und Sonderpädagogik
- Sonderpädagogischer Förderbedarf Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE)
- Sonderpädagogischer Förderbedarf Lernen
- Intrinsische und extrinsische Motivation
- Selbstregulation und Selbstwirksamkeit
- Diagnostische Verfahren (SELLMO)
Auszug aus dem Buch
Förderung der Selbstregulation in Hinblick auf die Förderung intrinsischer Motivation bei der Erledigung mathematischer Aufgaben
Während des Praktikums ist ein Kind, welches neben dem sonderpädagogischen Förderbedarf¹ Emotionale und Soziale Entwicklung² auch den SPF Lernen hat, besonders aufgefallen. Dieses Kind wird im Sinne der Fallstudie im Fokus der Arbeit stehen. Aus vertraulichen und datenschutzrechtlichen Gründen werde der ordnungsgemäße Name des Kindes sowie der Schule nicht erwähnt. Das Kind wird für ein besseres Leseverständnis Till genannt. Die Daten und Informationen entstammen der Schülerakte des Kindes sowie aus eigenen Beobachtungen und diagnostischen Verfahren. Till kann nur mühsam und nur mit Unterstützung beginnen, seine Aufgaben zu erledigen. Dies ist besonders häufig in Mathematik der Fall und es kam die Annahme auf, dass Till nicht sonderlich motiviert zu sein scheint, seine Aufgaben ordentlich und gewissenhaft zu erledigen. Daraus ergab sich der thematische Schwerpunkt der Arbeit, welcher sich in den Entwicklungsbereich Lern- und Leistungsmotivation einordnen lässt. Dass dieser Entwicklungsbereich die Förderschwerpunkte Lernen und ESE eng miteinander verknüpft, führt dazu, dass beide Förderschwerpunkte auch im Zusammenhang betrachtet werden müssen. Nähere Erläuterungen dazu erfolgen in Kapitel 2.2 und 2.3.
„Motivationale Merkmale von Schülerinnen und Schülern nehmen einen hohen Stellenwert für das Lernen im schulischen Kontext ein, da sie nicht nur für die aktuelle Lernbereitschaft, sondern auch für bildungsrelevante Entscheidungen und Bildungsverläufe bedeutsam sind“ (Lepper et al., 2020, S. 126). Lepper et al. betonen in dem angeführten Zitat, dass die Motivation eines Kindes auf vielen verschiedenen Ebenen von besonderer Bedeutung ist. Gemeint ist beispielsweise, dass ein Kind, dass sich in der Grundschule bereits sehr motiviert zeigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen größeren Lernerfolg hat (vgl. Bosch, 2015, S. 5). Aus diesem Grund ist die Unterstützung der Kinder bei der Entwicklung intrinsischer Motivation von klein auf von großer Bedeutung (vgl. Lepper et al., 2020, S. 127). Ganz besonders betroffen davon sind Kinder mit den SPF Lernen und/oder ESE (vgl. Bosch, 2015, S. 4ff.), da sie allgemein eine Vielzahl von Herausforderungen bewältigen müssen, für die ein gutes Selbstkonzept, zu dem intrinsische Motivation maßgeblich beiträgt, essenziell ist. Da Till beide SPF zugewiesen sind, bietet sich eine individuelle und gezielte Förderung besonders an. Um gezielt zu erfassen, welche Art der Lernmotivation bei Till (nicht) vorliegt, wurde sich bewusst für eine Diagnostik mit dem SELLMO³ entschieden. Dadurch soll ersichtlich werden, welche Zielorientierung bei Till vorliegt und ob diese eher extrinsisch oder intrinsisch geprägt ist (vgl. Spinath et al., 2012). Der SELLMO hat sich seit Erscheinen in der Individualdiagnostik etabliert (vgl. ebd., S. 7) und, da es sich bei Motivation um die individuelle Wahrnehmung des Individuums handelt und die eigene Motivation nach persönlichen Werten, Emotionen, Überzeugungen, Zielen und Erfahrungen beurteilt wird (vgl. Bosch, 2015), genügt dieses Testverfahren zur diagnostischen Absicherung des bei Till beobachteten Verhaltens aus. Die beobachteten Verhaltensweisen werden in dieser Arbeit mit den theoretischen Kapiteln verknüpfend aufgeführt und der diagnostischen Absicherung vorangestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Fallstudie vor, begründet ihre Relevanz in der Förderpädagogik und führt den Fall von "Till" ein, dessen Motivationsprobleme im Mathematikunterricht thematisiert werden.
2. Schulkontext: Beschreibt das schulische Umfeld von Till, porträtiert Till selbst und erläutert die sonderpädagogischen Förderbedarfe Emotionale und Soziale Entwicklung sowie Lernen im Kontext der Motivationsförderung.
3. Diagnostik (Ist-Zustand): Erläutert die eingesetzten diagnostischen Verfahren (insbesondere SELLMO), stellt die Beobachtungen zu Tills Lernsituation dar und leitet daraus Förderhypothesen ab.
4. Förderung: Präsentiert den Förderplan für Till (Soll-Zustand) basierend auf SMART-Kriterien und beschreibt die konkreten Fördermaßnahmen zur Stärkung der Selbstregulation und intrinsischen Motivation, einschließlich der Lernprozessbegleitung.
5. Evaluation: Analysiert die Entwicklung der Zielerreichung und Motivation Tills anhand von Feedback-Skalen und einem Post-Test mit dem SELLMO, um die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen zu beurteilen.
6. Reflexion und Fazit: Fasst die Ergebnisse der Fallstudie zusammen, reflektiert den Förderprozess und dessen Optimierungsmöglichkeiten und zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich Tills Motivationslage.
Schlüsselwörter
Selbstregulation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Mathematische Aufgaben, Fallstudie, Sonderpädagogischer Förderbedarf (SPF), Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE), Lernen, SELLMO, Förderplan, Selbstwirksamkeit, Operante Konditionierung, Leistungsbereitschaft, Lernprozessbegleitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit handelt von einem Fallstudienbericht über die Förderung der Selbstregulation zur Steigerung der intrinsischen Motivation bei einem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Mathematik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Lern- und Leistungsmotivation, Selbstregulation, sonderpädagogische Förderbedarfe im Bereich Emotionale und Soziale Entwicklung sowie Lernen, und die Entwicklung zielgerichteter Fördermaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Selbstregulation eines Schülers (Till) zu fördern, damit dieser selbstständiger und motivierter mathematische Aufgaben erledigt, und ein passendes Förderkonzept zu entwickeln und zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudie, einer in der Förder- und Sonderpädagogik etablierten Methode, ergänzt durch diagnostische Verfahren wie den SELLMO.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Schulkontext, ein Portrait des Schülers, die Diagnostik des Ist-Zustandes, die Formulierung von Förderhypothesen, die konkrete Gestaltung und Durchführung der Fördermaßnahmen sowie die Lernprozessbegleitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Selbstregulation, intrinsische Motivation, Fallstudie, sonderpädagogischer Förderbedarf, Mathematik, Diagnostik, Förderplan, Selbstwirksamkeit.
Wie wurde Tills Lernmotivation diagnostiziert?
Tills Lernmotivation wurde hauptsächlich mittels des diagnostischen Verfahrens SELLMO (Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation) sowie durch detaillierte Beobachtungen seiner schulischen Lernsituation diagnostiziert.
Welche spezifischen Fördermaßnahmen wurden für Till angewandt?
Spezifische Fördermaßnahmen umfassten positive Verstärkung, das Setzen und Symbolisieren von Aufgabenzielen (z.B. mit einer Leiter), das Schaffen von Erholungs- und Belohnungszeiten (z.B. zusätzliche iPad-Zeit) und regelmäßige Reflexionsgespräche mit Till.
Was waren die Hauptergebnisse der Evaluation?
Die Evaluation zeigte, dass sich Tills Motivationslage hinsichtlich der Aufgabenerledigung sichtbar verbessert hat, seine echte Lernzeit sich erhöhte und er zunehmend mehr Aufgaben bearbeitete, um sich von den Lehrkräften zu lösen.
Welche Rolle spielte Tills familiäres Umfeld während der Förderung?
Tills familiäres Umfeld spielte eine Rolle durch die Dokumentation des Verhaltens im Mitteilungsheft und die Bereitschaft des Vaters zur Diagnostik und zum Austausch. Allerdings gab es auch Herausforderungen, wie das Absetzen von Medikamenten ohne Rücksprache, die das Verhalten Tills beeinflussten.
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- Anonym (Autor), 2024, Förderung der Selbstregulation in Hinblick auf die Förderung intrinsischer Motivation bei der Erledigung mathematischer Aufgaben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1688350