Lichtenberg war der erste katholische Geistliche, der gegen die Gräueltaten des nationalsozialistischen Staates protestierte. Untersucht werden in dieser Arbeit die zwei wesentlichen Schriftstücke, die schließlich zu seiner Verhaftung im Jahre 1941 und seinem Tode führten. Es handelt sich um seinen Brief an den damaligen preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring von 1935 sowie das Schreiben an Leonardo Conti, so genannter Reichsgesundheitsführer, im Jahre 1941. Überdies ist es von Bedeutung, seine Handlungen in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen, da bereits vor der Verbreitung der päpstlichen Enzyklika 1937, die von deutschen Bischöfen veranlasst wurde, einige katholische Bischöfe erkannt hatten, welchen Weg die nationalsozialistische Führung einschlug und auf welche Weise Regimegegner und Andersgläubige verfolgt wurden. Die Haltung seiner „Vorgesetzten“, und ob Lichtenberg davon beeinflusst wurde, steht ebenfalls im Blickfeld dieser Untersuchung. Die Reduzierung auf zwei „Schlaglichter“ seines priesterlichen Wirkens während der Nazidiktatur hängt mit der Bedeutung dieser Handlungen für ihn selbst, aber auch für seine Gemeinde und seine Glaubensbrüder zusammen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die im Abschnitt drei thematisierten Predigten entscheidend zur Verhaftung beigetragen haben.
- Arbeit zitieren
- Stephan Porwol (Autor:in), 2007, Der Priester Bernhard Lichtenberg und sein Widerstand gegen den Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1688469