Der Text setzt sich mit der Entwicklung und Sozialisation im Jugendalter auseinander und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf schulische Leistungsschwächen. Anhand der Beispiele ADHS und LRS werden typische Ursachen, Erscheinungsformen und Diagnosekriterien erläutert sowie Möglichkeiten der schulischen Förderung aufgezeigt. Darüber hinaus wird eine Unterrichtsstunde analysiert, um die professionelle Wahrnehmung von Unterricht, den methodischen Aufbau und den Umgang mit Störungen zu reflektieren. Abschließend fasst die Arbeit zentrale Erkenntnisse zusammen und verdeutlicht, welche Bedeutung ein sensibler und gut strukturierter Umgang mit den individuellen Bedürfnissen von Schüler*innen für erfolgreiches Lehrerhandeln hat.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Ausgewählte Seminarinhalte
- 2.1 ADHS (Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung)
- 2.1.1 Dokumentation des Themeninhalts
- 2.1.2 Beschreibung des Themeninhalts
- 2.1.3 Reflexion des Themeninhalts
- 2.2 LRS (Lese- und Rechtschreibschwäche/ -störung)
- 2.2.1 Dokumentation des Themeninhalts
- 2.2.2 Beschreibung des Themeninhalts
- 2.2.3 Reflexion des Themeninhalts
- 2.1 ADHS (Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung)
- 3. Professionelle Unterrichtswahrnehmung
- 3.1 Thema der Stunde und Einordnung in Unterrichtseinheit
- 3.2 Beschreibung der Schulklasse
- 3.3 Ablauf des Stundenausschnitts
- 3.4 Reflexion
- 3.4.1 Arbeitsanweisungen
- 3.4.2 Visualisierungen
- 3.4.3 Unterrichtsstörungen
- 4. Fazit
- 5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Schulleistungsschwächen, deren Ursachen, Erscheinungsformen, Fördermöglichkeiten und Maßnahmen im schulischen Kontext. Das Hauptziel ist es, angehende Lehrkräfte auf den Umgang mit betroffenen Schüler*innen vorzubereiten und ihnen fundiertes Wissen sowie praxisnahe Förderansätze an die Hand zu geben, um individuelle Bedürfnisse gezielt zu adressieren und chancengleiches Lernen zu ermöglichen.
- Analyse und Darstellung von Ursachen und Erscheinungsformen von Schulleistungsschwächen.
- Detaillierte Untersuchung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung).
- Detaillierte Untersuchung von LRS (Lese- und Rechtschreibschwäche/-störung).
- Erörterung von Fördermöglichkeiten und pädagogischen Maßnahmen für ADHS und LRS.
- Professionelle Unterrichtswahrnehmung und Reflexion einer Unterrichtseinheit.
- Beleuchtung von Aspekten der Unterrichtsgestaltung wie Arbeitsanweisungen, Visualisierungen und Umgang mit Störungen.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Beschreibung des Themeninhalts
Eine ADHS ist eine Teilleistungsstörung ohne Einfluss auf die Intelligenz. Die biologischen Ursachen liegen in einer beeinträchtigten Aktivierungssteuerung durch zu viele Dopaminrücktransporter im Frontalhirn, was zu Problemen bei der Reizselektion, Aufmerksamkeits- und Impulssteuerung führt. Die Aufmerksamkeit und Konzentration sind geprägt durch Reizselektion, das heißt, die auf uns einwirkenden Reize werden entsprechend sortiert und nach Relevanz gefiltert. Dieser Prozess ist bei einer vorliegenden ADHS beeinträchtigt. Hieraus resultiert auffälliges Verhalten, etwa in Form von Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Impulsivität, teilweise Überaktivität und Trödeln. Die Umwelt reagiert darauf oft mit ungünstigen Verstärkern und fehlender positiver Anleitung. In der Folge können sich Lernstörungen, oppositionelles Trotzverhalten sowie soziale Beeinträchtigungen entwickeln. Die Verhaltensauffälligkeiten müssen in mehreren Lebensbereichen auftreten und in drei spezifische Symptomgruppen fallen, damit eine ADHS festgestellt werden kann. Zu diesen zählen Unaufmerksamkeit (mangelnde Stetigkeit und Zielgerichtetheit), Impulsivität (Ungeduld und Unbedachtheit) und Hyperaktivität. Diese kommen jedoch grundsätzlich auch bei Personen (v. a. Kindern) ohne ADHS vor, nicht zuletzt, da unsere biologische Aufmerksamkeitsspanne zeitlich stark begrenzt ist. Im Fall einer vorliegenden ADHS ist jedoch die symptomatische Ausprägung so stark, dass keine soziale Eingliederung möglich ist (mind. zwei Standardabweichungen vom Mittelwert der Standardgruppe). Für eine offizielle ADHS-Diagnose müssen folgende Kriterien gemäß der aktuellen internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) vorliegen: Mindestens sechs Symptome der Aufmerksamkeit, drei Symptome der Überaktivität und ein Symptom der Impulsivität müssen festgestellt werden. Gleichzeitig muss die Symptomatik bereits vor dem Erreichen des siebten Lebensjahres, also noch vor der Einschulung, erkennbar gewesen sein und in mindestens zwei verschiedenen Lebensbereichen auftreten. Zudem ist die Behandlungsbedürftigkeit nachzuweisen, das heißt, es muss eine deutliche Beeinträchtigung vorliegen. Auch eine tiefgreifende entwicklungspsychologische oder psychische Störung ist vor einer Diagnosestellung auszuschließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Schulleistungsschwächen ein und beleuchtet die Ursachen, Erscheinungsformen und Fördermöglichkeiten, mit speziellem Fokus auf ADHS und LRS als relevante Störungen im schulischen Kontext.
2. Ausgewählte Seminarinhalte: Hier werden zwei spezifische Schulleistungsschwächen, ADHS und LRS, detailliert vorgestellt, inklusive ihrer Dokumentation, Beschreibung der Symptomatik und reflexiver Betrachtung der pädagogischen Implikationen für Lehrkräfte.
2.1 ADHS (Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung): Das Kapitel behandelt die Definition von Aufmerksamkeit, das Erscheinungsbild von ADHS, Diagnosekriterien nach ICD-10, häufige Zusatzprobleme sowie Maßnahmen und Verstärkerpläne zur Unterstützung betroffener Schüler*innen im Schulalltag.
2.2 LRS (Lese- und Rechtschreibschwäche/-störung): Dieser Abschnitt differenziert zwischen Lese-Rechtschreib-Störung und -Schwäche, erläutert Diagnosekriterien und die „Münsteraner Rechtschreibanalyse“ als Förderdiagnostik-Verfahren sowie generelle Grundsätze und konkrete Beispiele der Förderung.
3. Professionelle Unterrichtswahrnehmung: Dieses Kapitel fokussiert auf eine Unterrichtsbeobachtung, analysiert das Thema einer Deutschstunde, beschreibt die Schulklasse und den Ablauf eines Stundenausschnitts, um anschließend eine detaillierte Reflexion über Arbeitsanweisungen, Visualisierungen und Unterrichtsstörungen zu geben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Planung und Durchführung guten Unterrichts zusammen, betont die Bedeutung von Fachwissen, Praxis-Know-how und Engagement bei der Förderung individueller Schüler*innen, insbesondere im Umgang mit Schulleistungsstörungen.
Schlüsselwörter
Schulleistungsschwächen, ADHS, LRS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Lese-Rechtschreib-Störung, Unterrichtswahrnehmung, Fördermaßnahmen, Unterrichtsgestaltung, Inklusion, Differenzierung, Diagnostik, Lernstrategien, Reflexion, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich grundlegend mit dem Thema Schulleistungsschwächen, deren Ursachen, Erscheinungsformen und den Möglichkeiten zur Förderung und Unterstützung betroffener Schüler*innen im Schulkontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die detaillierte Betrachtung von ADHS und LRS, professionelle Unterrichtswahrnehmung sowie die Reflexion von pädagogischen Maßnahmen und Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, angehende Lehrkräfte auf den Umgang mit Schüler*innen mit Schulleistungsschwächen vorzubereiten, indem sie Wissen über Diagnostik, Fördermöglichkeiten und bewusste Unterrichtsgestaltung vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Analyse von Fachliteratur zu den Themen ADHS und LRS sowie der Auswertung einer konkreten Unterrichtsbeobachtung zur professionellen Wahrnehmung und Reflexion pädagogischer Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die ausgewählten Seminarinhalte zu ADHS und LRS (jeweils Dokumentation, Beschreibung und Reflexion der Themeninhalte) sowie eine detaillierte professionelle Unterrichtswahrnehmung mit Beschreibung einer Schulklasse, eines Stundenausschnitts und umfassender Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Schulleistungsschwächen, ADHS, LRS, Fördermaßnahmen, Unterrichtsgestaltung, Diagnostik, Reflexion und professionelle Unterrichtswahrnehmung charakterisieren die Arbeit.
Warum werden ADHS und LRS in dieser Arbeit besonders hervorgehoben?
ADHS und LRS werden hervorgehoben, weil sie in der schulischen Praxis besonders häufig diagnostiziert werden, den Unterrichtsverlauf maßgeblich beeinflussen und für angehende Lehrkräfte von großer Bedeutung sind, um Schüler*innen gezielt zu unterstützen.
Welche konkreten Strategien zur Unterrichtsgestaltung werden für Schüler*innen mit ADHS vorgeschlagen?
Vorgeschlagene Strategien umfassen die bewusste Steuerung der Hintergrundaufmerksamkeit, das Ignorieren unangemessenen Verhaltens, gezielte positive Verstärkung, eine gut strukturierte und reizreduzierte Lernumgebung sowie individuelle Förderpläne mit realistischen Zielen.
Was ist die "Münsteraner Rechtschreibanalyse" und welche Rolle spielt sie in der LRS-Diagnostik?
Die "Münsteraner Rechtschreibanalyse" ist ein standardisiertes Verfahren zur Unterstützung der Rechtschreibdiagnostik und -förderung, das auf realen Fehleranalysen basiert und zur Erstellung individueller Förderpläne dient.
Welche Aspekte der professionellen Unterrichtswahrnehmung werden im Rahmen der Arbeit reflektiert?
Im Rahmen der professionellen Unterrichtswahrnehmung werden die Arbeitsanweisungen, Visualisierungen (z.B. Tafelbild, Kärtchen) und das Management von Unterrichtsstörungen detailliert reflektiert und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
- Arbeit zitieren
- Judith Ständer (Autor:in), 2025, Entwicklung und Sozialisation im Jugendalter. Schulleistungsschwächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1689055