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Die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel der Laodike III.

Mächtige Frauen oder Herrschaftsinstrumente mächtiger Männer?

Titre: Die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel der Laodike III.

Dossier / Travail , 2022 , 27 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sinja Köhne (Auteur)

Histoire globale - Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Da bisher die Frauengeschichte allerdings vernachlässigt wurde, soll in dieser Arbeit untersucht werden, inwiefern hellenistische Herrscherinnen als mächtige und politisch aktive Frauen oder eher als passive Herrschaftsinstrumente ihrer mächtigen Männer einzuordnen sind. Die Untersuchung wird am Beispiel der Laodike III. – Königin des Seleukidenreiches nach ihrer Heirat mit Antiochos III. im Jahr 222 vor Christus – erfolgen.
Dazu wird Laodike III. eingangs vorgestellt und eingeordnet. In den anschließenden Kapiteln wird die Rolle der Königin in einer auf ihre Macht bezogenen klimaxartigen Struktur analysiert: Die Herrscherin als Ehefrau, Politikerin und schließlich Göttin. Für die Königin als Ehefrau stehen die Legitimation der Dynastie und Themen der Heirats- und Bündnispolitik im Vordergrund. Als Politikerin übernimmt sie durch die Interaktion mit Städten und das Verfügen über eigene finanzielle Mittel eine aktive Rolle. Hierbei wird primär auf die Inschriften von Briefen der Laodike an die Städte Sardeis und Iasos eingegangen, da sich die Reaktion der Städte auch für das folgende Kapitel eignet. Denn beide Städte richten einen Kult für die Herrscherin ein. Der Unterschied zwischen den beiden Kulten besteht in der Fragestellung zur Divinisierung der Königin. Dies und inwiefern Laodike neben ihrem Ehemann im Mittelpunkt des für den Hellenismus typischen Herrscherkultes steht, wird im letzten Kapitel zur Königin als Göttin geklärt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • I. Einleitung.
  • II. Einordnung der Laodike III.
  • III. Herrscherin als Ehefrau.
  • IV. Herrscherin als Politikerin
    • IV.1. Wohltaten für die Stadt Sardeis
    • IV.2. Wohltaten für die Stadt Iasos.
  • V. Herrscherin als Göttin
    • V.1. Kult in Sardeis..
    • V.2. Kult in Iasos und Teos.
    • V.3. Staatskult.
  • VI. Fazit
  • VII. Quellen- und Literaturverzeichnis
    • VII.1. Quellen
    • VII.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Dieser wissenschaftliche Beitrag untersucht die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel von Laodike III., um zu klären, ob sie als mächtige, politisch aktive Frauen oder eher als passive Herrschaftsinstrumente ihrer mächtigen Männer zu betrachten sind. Die Arbeit analysiert dies anhand ihrer Funktionen als Ehefrau, Politikerin und Göttin im Seleukidenreich.

  • Rolle hellenistischer Königinnen
  • Laodike III. als Fallstudie
  • Dynastische Legitimation und Heiratspolitik
  • Politische Aktivität und Einfluss auf Städte
  • Kultische Ehrungen und Divinisierung von Königinnen
  • Kritische Analyse männlich-zentrierter Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

IV.1. Wohltaten für die Stadt Sardeis

Das dreiteilige Dossier an Briefen der Laodike und der Stadt Sardeis wurde in der Synagoge der Stadt auf einem Marmorblock gefunden und ist auf das Jahr 213 v. Chr. datiert. Zu dieser Zeit hat Antiochos die Stadt bereits erobert und geplündert. Sartre erklärt die Situation der Stadt wie folgt: „Sardeis war infolge der Usurpation des Achaios schwer mitgenommen und bestraft worden. Dieser hatte dort Zuflucht gefunden, bevor er gefangen genommen und exekutiert worden war.“ Dem zu untersuchenden Brief geht ein Briefwechsel zwischen dem König und der Stadt voraus, in dem Antiochos zum Beispiel den Aufbau der Stadt mit Holz anordnet und den Bewohnern die Benutzung des Gymnasions zugesteht. Daraufhin sendet die Stadt Botschafter zum Königshof und nimmt so einen diplomatischen Austausch auf, der durch den in Inschriften festgehaltenen Briefwechsel nachvollziehbar ist. Errington hebt die Bedeutung dieser Veröffentlichung der Briefwechsel hervor: „[I]ts permanent publication by the city authorities of Sardeis suggest that both sides recognized the need to restore a certain measure of mutual respect at the level of visible public communication.“

Laodike beginnt ihren Brief mit der folgenden Grußformel: „Königin Laodike sendet Rat und Volk der Sardeianer ihren Gruß.“ Für die Bezeichnung ihrer eigenen Person nutzt sie hier den Königinnentitel. Sie agiert demzufolge nicht als Privatperson, sondern als Teil des Königshauses und als Herrscherin. Außerdem bezeichnet sie ihren Ehemann als Bruder. Diese Art der Geschwisterehe wurde bereits erläutert. Dennoch sollte die Funktion dieser Bezeichnung hier herausgestellt werden: „[T]he bond between the king and his principal consort is emphasised by the queen's designation of her husband as 'brother' [...].“ Jones trifft eine ähnliche Aussage und fügt hinzu: „"[S]ister queen" is not a fixed title of Laodice, but appears only in those texts, [...] which emphasize their mutual collaboration and devotion.“ Weiter geht sie auf den – dem Brief vorhergegangenen – Besuch der Botschafter aus Sardeis und deren Vorschlag ein, kultische Ehrungen für sie selbst, ihren Mann und ihre Kinder einzurichten. Laodike nimmt die Einrichtung des Kultes an, lobt „den Eifer des Volkes“ und sichert den Sardeianern den Versuch zu, ebendiesen „allzeit [...] einen Vorteil zu verschaffen.“ Die Königin reagiert hierbei so, wie es die Stadt laut Ma intendiert hat: „[The] local initiative [...] allowed the Sardians to approach the ruler (or his wife) in the euergetic register, start a diplomatic exchange [...] and [...] to invite the ruling power to respond in the same language of euergetism [...].“ Ebenso hebt Errington die Art der Sprache hervor: „The language of discourse is patronal [...].“ Außerdem habe vor allem dieser letzte Satz eine besänftigende Wirkung auf das Volk von Sardeis gehabt, da dieses erst kurz zuvor eine gewaltvolle Behandlung im Zuge der Eroberung der Stadt durch Antiochos erfahren hatten. Die Botschafter der Stadt bereiteten dann allerdings mit ihrem diplomatischen Besuch den Aufbau einer Wohltäterschaft bzw. einer euergetischen Beziehung mit dem Königshaus auf, indem sie das Etablieren eines Kultes vorschlugen. Der Euergetismus gehört zu den Eigenschaften eines idealen Herrschers im Hellenismus: Der „König als Wohltäter der Menschen und Sicherer ihres Wohlergehens [...].“ Nach der Definition von Schmitt beginnt der Aufbau dieses Verhältnis zwischen Herrschenden und Beherrschten eher von ersteren aus, wobei sie sich durch „große Schenkungen und Stiftungen [...] Prestige und ggf. polit. Gefolgschaft versprechen [...].“ Als Reaktion der beschenkten Städte seien Ehrenbeschlüsse üblich, womit wiederum zu neuen Schenkungen aufgefordert werde. Im untersuchten Fall sichert Antiochos der Stadt unter anderem Holz zum Aufbau zu – nachdem er die Stadt erobert und somit in sein Herrschaftsgebiet integriert hat, scheint es sinnvoll, sich die Gefolgschaft der Stadt zu sichern. Die Stadt reagiert mit einem diplomatischen Besuch bei Laodike und der Ankündigung eines Ehrenbeschlusses. Wie bereits erwähnt befand Antiochos sich von 212 bis 205 v. Chr. auf der Orientexpedition – es kann folglich davon ausgegangen werden, dass er nicht am Hof anwesend war. Das aus der Definition ersichtliche Schema des Euergetismus wird eingehalten, da Laodike eine vertretende Rolle einnimmt: Sie akzeptiert die Einrichtung des Kultes und sichert der Stadt Versprechungen für die Zukunft zu.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Forschungsfrage ein, die die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel Laodikes III. untersucht, und skizziert die methodische Herangehensweise, die auf eine Analyse ihrer Rollen als Ehefrau, Politikerin und Göttin abzielt.

II. Einordnung der Laodike III.: Hier wird Laodike III. anhand antiker Quellen vorgestellt und ihre primär passive Darstellung im Zusammenhang mit Männern (Vater, Ehemann, Kinder) kritisch beleuchtet, wobei auf die Forschungslücken bei der Betrachtung weiblicher Herrscher hingewiesen wird.

III. Herrscherin als Ehefrau: Dieses Kapitel analysiert Laodikes Rolle als Ehefrau, die für dynastische Legitimation und Bündnispolitik durch Heirat und Kinder von zentraler Bedeutung war, und diskutiert die "Schwester"-Bezeichnung als eine Form der Enthierarchisierung innerhalb des Königspaares.

IV. Herrscherin als Politikerin: Es wird untersucht, inwiefern Laodike III. eine aktive politische Rolle einnahm, insbesondere durch ihre Korrespondenz mit Städten wie Sardeis und Iasos und die Nutzung eigener finanzieller Mittel, oft während der Abwesenheit ihres Ehemanns.

V. Herrscherin als Göttin: Dieses Kapitel widmet sich den kultischen Ehrungen und der Divinisierung Laodikes III. in verschiedenen Städten (Sardeis, Iasos, Teos) und im Rahmen eines staatlichen Kultes, wobei die politischen Hintergründe und die Unterschiede in der Ausführung beleuchtet werden.

VI. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Laodikes Rolle facettenreich war, zwischen passiver Instrumentalisierung und aktiver politischer Gestaltung, und hebt die Notwendigkeit hervor, die Forschung zu hellenistischen Königinnen zu intensivieren, um eine gleichberechtigtere Geschichtsschreibung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Hellenismus, Königin, Laodike III., Seleukidenreich, Antiochos III., Herrscherkult, Euergetismus, Frauengeschichte, Antike, Politik, Dynastie, Sardeis, Iasos, Göttin, Herrschaftsinstrument.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle hellenistischer Königinnen, speziell am Beispiel der Laodike III., um zu bestimmen, ob sie als mächtige, politisch aktive Frauen oder eher als passive Herrschaftsinstrumente ihrer Männer fungierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die dynastische Legitimation durch Heirat und Nachkommenschaft, die politische Aktivität hellenistischer Königinnen, die Einrichtung von Herrscherkulten und die Divinisierung sowie die kritische Betrachtung der männlich-zentrierten Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern hellenistische Herrscherinnen wie Laodike III. als mächtige und politisch aktive Frauen oder als passive Herrschaftsinstrumente mächtiger Männer einzuordnen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine Fallstudie, die auf einer tiefgehenden Analyse antiker Quellen, insbesondere Inschriften von Briefen und historischen Darstellungen, basiert, um die verschiedenen Rollen der Laodike III. zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Laodikes Rolle als Ehefrau (Legitimation der Dynastie), als Politikerin (Interaktion mit Städten, eigene finanzielle Mittel, Briefwechsel) und als Göttin (Einrichtung von Kulten zu ihren Ehren in Städten und als Staatskult).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Hellenismus, Königin, Laodike III., Seleukidenreich, Herrscherkult, Euergetismus, Frauengeschichte, Politik und Dynastie.

Inwiefern unterscheidet sich der Kult für Laodike in Sardeis von dem in Iasos?

In Sardeis erhielt Laodike kultische Ehrungen, wurde aber nicht persönlich divinisiert oder mit einer bestimmten Göttin gleichgesetzt. In Iasos hingegen wurde Laodike als Göttin der Ehen divinisiert und mit Aphrodite gleichgesetzt, was ihre Rolle für den Fortbestand der Familien und der Stadt betonte.

Warum war die Bezeichnung "Schwester" für Laodike von Bedeutung?

Die Bezeichnung "Schwester" für Laodike, insbesondere in Inschriften, kann als eine Form der Enthierarchisierung zwischen König und Königin gedeutet werden, die der Königin eine aktivere Rolle ermöglichte und ihre Verbindung zum Königshaus betonte, ohne sie nur auf ihre Funktion als Ehefrau zu reduzieren.

Welche Rolle spielte der Euergetismus für die Königin?

Der Euergetismus (Wohltätigkeit) war für Laodike ein zentrales Mittel, um politische Macht auszuüben und ihre Position zu festigen. Durch Schenkungen und die Reaktion der Städte mit Ehrungen konnte sie Prestige gewinnen und die Loyalität der Bevölkerung sichern, besonders in Zeiten der Abwesenheit des Königs.

Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Erforschung hellenistischer Königinnen?

Die Forschung zu hellenistischen Königinnen ist durch eine primär männlich-zentrierte Geschichtsschreibung und Forschung erschwert, was zu einer Dezimierung des Quellenmaterials und einer oberflächlicheren Erforschung vorhandener Quellen führt, im Vergleich zur intensiven Erforschung männlicher Herrscher.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel der Laodike III.
Sous-titre
Mächtige Frauen oder Herrschaftsinstrumente mächtiger Männer?
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Cours
Hauptseminar zur Alten Geschichte: „Antiochos III. und seine Inschriften“
Note
1,0
Auteur
Sinja Köhne (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
27
N° de catalogue
V1689057
ISBN (PDF)
9783389173480
ISBN (Livre)
9783389173497
Langue
allemand
mots-clé
Laodike III. Antiochos III. hellenistische Königinnen Diadochenreiche
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sinja Köhne (Auteur), 2022, Die Rolle hellenistischer Königinnen am Beispiel der Laodike III., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1689057
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Extrait de  27  pages
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