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Förderung moralischer Kompetenz durch Personalentwicklung

Title: Förderung moralischer Kompetenz durch Personalentwicklung

Term Paper , 2011 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marlene Schwegmann (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Die Debatte über Ethik und Moral hat Dauerkonjunktur. Kein Wunder, sorgen doch ständig wiederkehrende Unternehmensskandale für immer neuen Gesprächsstoff. Die Finanzkrise, die Ölpest im Golf von Mexiko, der Handel mit Gammelfleisch, der Spitzel- Skandal bei Lidl, Betrugs- und Korruptionsaffären bei Volkswagen und Siemens, die
hohe Selbstmordrate bei der France Télécom – die Liste an Beispielen, die auf einen gravierenden Werte- und Moralverlust in der Wirtschaft hindeuten, ließe sich beliebig fortsetzen. Die gesellschaftliche Akzeptanz und die gute Reputation der Unternehmen stehen auf dem Spiel – dabei sind diese Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen genauso wichtig wie die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Unternehmen beschäftigen sich deshalb zunehmend damit, wie sie Vertrauen zurückgewinnen und der Forderung nach mehr Anstand und Verantwortung gerecht werden können. An Bedeutung gewinnt ein ethisch orientiertes Management, das nach wie vor gewinnorientiert arbeitet, aber dabei die Belange aller von der Geschäftstüchtigkeit des Unternehmens betroffenen Anspruchsgruppen in fairer und ausgewogener Weise berücksichtigt. Nach Maak/Ulrich ist dafür „nicht nur ein adäquates Moralbewusstsein, sondern auch – besonders bei Verantwortungsträgern – die Bereitschaft und Flexibilität zur Weiterentwicklung des eigenen ethischen Horizonts“ erforderlich. Es gilt also, die moralische Kompetenz der Handelnden zu fördern,
um zu einem verantwortungsvollen, nachhaltig erfolgreichen Unternehmertum zurückzukehren.

Welchen Beitrag die Personalentwicklung als Träger der betrieblichen Weiterbildung leisten kann, um moralische Kompetenz zu fördern, steht im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, ob moralische Kompetenz überhaupt entwicklungsfähig ist. Andernfalls wären entsprechende Maßnahmen der Personalentwicklung obsolet. Welche Vielzahl an Teilkompetenzen sich hinter dem recht pauschalen Begriff „moralische Kompetenz“ verbirgt, wird im Anschluss aufgezeigt. Schließlich gilt es zu wissen, welche konkreten Kompetenzen gefördert werden sollen, um adäquate
Maßnahmen ergreifen zu können. Diese werden im darauffolgenden Abschnitt vorgestellt. Unter welchen Bedingungen sich die Maßnahmen wirksam entfalten und tatsächlich zur moralischen Kompetenzentwicklung beitragen können, wird abschließend dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen

3. Zur Entwicklungsfähigkeit moralischer Kompetenz

4. Elemente moralischer Kompetenz

4.1 Kognitive Kompetenzen

4.2 Behaviorale Kompetenzen

4.3 Management-Kompetenzen

5. Förderung moralischer Kompetenzentwicklung

5.1 Inhaltliche Anforderungen

5.2 Zielgruppen

5.3 Analyse des Bildungsbedarfs

5.4 Maßnahmen der Personalentwicklung

5.4.1 Maßnahmen im Überblick

5.4.2 Maßnahmen im Fokus: Ethik-Training

5.4.2.1 Zielsetzungen

5.4.2.2 Methoden

5.4.2.3 Ablauf

6. Bedingungen der moralischen Kompetenzentwicklung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag die Personalentwicklung als Träger der betrieblichen Weiterbildung leisten kann, um moralische Kompetenz bei Mitarbeitern und Führungskräften zu fördern, und unter welchen Bedingungen eine solche Kompetenzentwicklung in der Unternehmenspraxis nachhaltig gelingen kann.

  • Theoretische Grundlagen zur moralischen Entwicklungsfähigkeit
  • Klassifizierung moralischer Teilkompetenzen
  • Methodische Ansätze der Personalentwicklung (u.a. Ethik-Training, Coaching, Volunteering)
  • Systemische Rahmenbedingungen für ethisches Verhalten im Unternehmen

Auszug aus dem Buch

4.1 Kognitive Kompetenzen

Die Förderung kognitiver Kompetenzen dient dazu, ethisch relevante Problemstellungen im Unternehmen zu identifizieren und sie analysieren, bewerten und beurteilen zu können. Unter den kognitiven Kompetenzen werden folgende Fähigkeiten subsumiert:

a) Moralisches Bewusstsein („moral awareness“) Um die ethischen Dimensionen wirtschaftlichen Handelns erkennen zu können, muss ein entsprechendes Bewusstsein entwickelt werden. Dieses beinhaltet ein Verständnis für die moralischen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten, die mit wirtschaftlicher Tätigkeit einhergehen sowie ein dazugehöriges Bewusstsein für die üblichen moralischen Fragen und Dilemmata, die in diesem Rahmen auftauchen.

b) Moralisches Verständnis („moral understanding“) Für den Umgang mit ethischen Fragestellungen bedarf es eines intellektuellen Instrumentariums aus Theorien, Modellen und Konzepten, das das Wissen und das Vokabular für den moralischen Diskurs liefert.

c) Moralische Urteilskraft („moral reasoning“) Um verschiedene ethische Sichtweisen vergleichen, abwägen und bewerten zu können, ist die Fähigkeit zu einer unabhängigen und begründeten Stellungnahme mit Hilfe des genannten intellektuellen Instrumentariums erforderlich. Mit der Fähigkeit, ein moralisches Urteil fällen zu können, wird die Teilnahme am kritischen moralischen Diskurs erst möglich.

d) Moralische Entscheidungsfindung („moral decision-making“) Diese Fähigkeit umfasst das Verstehen von Prozessen und Problemen, die mit moralischen Entscheidungen verknüpft sind. Dies erfordert auch das Verstehen, um welche Art ethischer Konflikte es sich handelt, und die Kenntnis von Ansätzen, Verfahren und Techniken, die zur moralischen Entscheidungsfindung eingesetzt werden können.

e) Moralische Toleranz („moral tolerance“) Moralische Unklarheiten und moralische Sichtweisen, die von der eigenen abweichen, aushalten zu können, ist eine weitere Kompetenz. Diese Fähigkeit hängt nicht nur von dem eigenen Wissen über Ethik ab, sondern erfordert auch die Entwicklung der Eigenschaft, weiterhin nach moralischer Klarheit trotz Unklarheiten und anscheinend nicht vergleichbarer moralischer Konflikte zu suchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Ethik in der Wirtschaft vor dem Hintergrund zahlreicher Unternehmensskandale und begründet die Notwendigkeit der Förderung moralischer Kompetenz.

2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Moral, Ethik und Kompetenz, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.

3. Zur Entwicklungsfähigkeit moralischer Kompetenz: Hier wird anhand des Stufenmodells von Lawrence Kohlberg erläutert, dass moralische Entwicklung über die Kindheit hinaus im Erwachsenenalter möglich ist.

4. Elemente moralischer Kompetenz: Das Kapitel strukturiert die Vielfalt moralischer Kompetenzen in kognitive, behaviorale und Management-Kompetenzen.

5. Förderung moralischer Kompetenzentwicklung: Hier werden konkrete Anforderungen, Zielgruppen und Instrumente der Personalentwicklung wie Ethik-Trainings oder Mentoring vorgestellt.

6. Bedingungen der moralischen Kompetenzentwicklung: Dieses Kapitel betont, dass Weiterbildung allein nicht ausreicht, sondern durch entsprechende organisationale Rahmenbedingungen und eine ethische Unternehmenskultur ergänzt werden muss.

7. Fazit: Das Fazit schlussfolgert, dass Personalentwicklung nur im Zusammenspiel mit einer ethisch orientierten Geschäftsführung nachhaltig zur Unternehmensethik beitragen kann.

Schlüsselwörter

Personalentwicklung, Moralische Kompetenz, Unternehmensethik, Ethik-Training, Moralbewusstsein, Führungskräfteentwicklung, Sozial-moralische Kompetenz, Wertemanagement, Organisationskultur, Moralische Urteilskraft, Verantwortung, Business Ethics

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten und Grenzen der gezielten Förderung moralischer Kompetenz bei Mitarbeitern und Führungskräften durch personalentwicklerische Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die moralische Entwicklungspsychologie, die Kategorisierung ethischer Teilkompetenzen sowie die praktische Implementierung von Ethik-Trainings und unterstützenden Rahmenbedingungen im Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Personalentwicklung dazu beitragen kann, das moralische Urteils- und Handlungsvermögen in Organisationen zu verbessern, um eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (z. B. Kohlbergs Stufenmodell) mit praxisorientierten Ansätzen der Personalentwicklung und Organisationsgestaltung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, welche spezifischen kognitiven, behavioralen und Management-Fähigkeiten eine moralische Kompetenz bilden und mit welchen Instrumenten diese gezielt trainiert werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Personalentwicklung, moralische Kompetenz, Unternehmensethik und Ethik-Management definieren.

Warum spielt die Unternehmensleitung eine entscheidende Rolle bei der Förderung moralischer Kompetenz?

Die Autorin argumentiert, dass Personalentwicklung wirkungslos bleibt, wenn die Geschäftsleitung das Unternehmen nicht grundlegend auf ethische Ziele ausrichtet, da systemische Zwänge sonst das moralische Handeln behindern.

Welche Rolle spielen Fallstudien in Ethik-Trainings?

Fallstudien dienen dazu, theoretische ethische Überlegungen auf konkrete berufliche Dilemmata zu übertragen und durch Diskussionen die Diskurs- und Entscheidungsfähigkeit der Teilnehmer zu schulen.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Förderung moralischer Kompetenz durch Personalentwicklung
College
University of Kaiserslautern
Grade
1,0
Author
Marlene Schwegmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
25
Catalog Number
V168964
ISBN (eBook)
9783640887156
Language
German
Tags
moralisch ethisch Personalentwicklung Kompetenz Ethik Moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlene Schwegmann (Author), 2011, Förderung moralischer Kompetenz durch Personalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168964
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